Volker Spiegel

 

Vorsorgen

mit

Verstand

 

Vorschläge für intelligente Verbraucher

 

 

VMV

Verband marktorientierter Verbraucher e.V.

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                Gib einem Hungernden keinen Fisch!

                                              Gib ihm ein Netz und lehre ihn Fischen,

                                                    und er wird nie wieder hungern!

 

                                                  Gib einem Hungernden kein Brot!

                                              Gib ihm einen Pflug und lehre ihn Säen,

                                                    und er wird nie wieder hungern!

 

                                               Gib einem Unterdrückten kein Mitleid!

                                           Gib ihm eine Waffe und lehre ihn Kämpfen,

                                              und er wird sich nie wieder verstecken!



Umfangreich

Das Inhaltsverzeichnis

Hart, aber herzlich

Das Vorwort - 7 -

Eng verbunden

Mensch und Gesellschaft - 10 -

Auffangend

Das Netzwerk   - 15 -

Erschreckend

Die Geldvernichtungsmaschine  - 18 -

Vorsicht

Taschendiebe  - 23 -

Unterschiedlich

Die Intelligenz des Verbrauchers  - 26 -

Ungenutzt

Die Macht des Verbrauchers  - 31 -

Unerwünscht

Die Markttransparenz  - 33 -

Ausschlaggebend

Die Schadenquote  - 36 -

Unverständlich

Die Versicherungsbedingungen  - 38 -

Logisch

Das Gesetz der großen Zahl - 40 -

Unglaublich

Die Prämienunterschiede  - 42 -

Angeschmiert

Der Verbraucher  - 46 -

Ursächlich

Das Verbraucherverhalten  - 49 -

Schwachsinnig

Die Ausreden  - 53 -

Bindend

Das Versicherungsvertragsgesetz  - 57 -

Gestört

Das Verhältnis zum Verbraucher  - 59 -

Sparsam

Die Selbstbeteiligung  - 61 -

Wissenswert

Die Zusammenhänge  - 65 -

Unerbittlich

Der Führungsstil - 71 -

Erdrückend

Die Ausschließlichkeit - 73 -

Kritisch betrachtet

Die Stolpersteine  - 77 -

Kündigungsgrund

Die offensichtliche Fehlberatung  - 82 -

Verantwortlich

Der Versicherungsmakler  - 86 -

Zwiespältig

Der Mehrfachagent - 89 -

Emsig

Der Strukturvertrieb  - 90 -

Listig

Die Direktversicherer  - 94 -

Allwissend

Die Versandhäuser  - 97 -

Abhängig

Die Banken  - 98 -

Mangelhaft

Die Ausbildung  - 100 -

Notwendig

Die Krankenvollversicherung  - 102 -

Interessant

Die Krankenzusatzversicherung  - 108 -

Praktisch

Die Reisekrankenversicherung  - 113 -

Ratsam

Die Pflegerentenversicherung  - 114 -

Bitter

Die Altersarmut - 120 -

Empfehlenswert

Die Berufsunfähigkeitsversicherung  - 125 -

Bequem

Die Lebensversicherung  - 131 -

Eindeutig

Die Rechnung  - 139 -

Sicher

Die klassische Rentenversicherung  - 143 -

Nicht unumstritten

Die Riesterrente  - 146 -

Viel versprechend

Die Rüruprente  - 151 -

Unschlagbar

Die betriebliche Altersversorgung  - 153 -

Sinnvoll

Die Risikolebensversicherung  - 161 -

Vernünftig

Die Sterbegeldversicherung  - 165 -

Fraglich

Die fondsgebundene Lebensversicherung  - 171 -

Wichtig

Die Unfallversicherung  - 174 -

Selbstverständlich

Die Kinderunfallversicherung  - 183 -

Unsinnig

Die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr  - 186 -

Beliebt

Die Hausratversicherung  - 188 -

Zweckmäßig

Die Glasversicherung  - 194 -

Verantwortungsvoll

Die Haftpflichtversicherung  - 195 -

Unumgänglich

Die Gebäudeversicherung  - 202 -

Hart umkämpft

Die Kraftfahrtversicherung  - 208 -

Überflüssig

Die Insassenunfallversicherung  - 214 -

Hilfreich

Die Rechtsschutzversicherung  - 216 -

Unumgänglich

Die Prioritäten  - 222 -

Kreativ

Die Produktentwicklung  - 225 -

Manchmal teuer

Der gute Rat - 229 -

Strafbar

Der Versicherungsbetrug  - 230 -

Sinnlos

Die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht - 232 -

Brisant

Die Schadenmeldung  - 234 -

Ärgerlich

Die Schadenregulierung  - 237 -

Erfolgversprechend

Die Deckungsklage  - 240 -

Grundlage der Zusammenarbeit

Der Maklervertrag  - 242 -

Eindeutig

Die Kündigung  - 249 -

Vermeidbar

Das Mahnverfahren  - 256 -

Unbestimmt

Die Zukunft - 258 -


Hart, aber herzlich

Das Vorwort

 

Wir in Deutschland, wir leben in einem Rechtsstaat.

Das behaupten zumindest die, die ganz oben sitzen. Sie müssten es eigentlich auch wissen. Denn sie haben die Gesetze gemacht. Für sich! Die da Oben.

Wie der berühmte kleine Mann von der Straße mit diesen Gesetzen zu Recht kommt, interessiert im Grunde niemanden. Zumindest nicht die da Oben, für die die Gesetze gemacht wurden.

Wir in Deutschland, wir haben Vertragsfreiheit. Und wir sind sogar stolz darauf. Das heißt, jeder kann bei uns seine Waren und Dienstleistungen zu einem ihm genehmen Preis anbieten. Ob dieser Preis dann angemessen ist oder nicht, ist Nebensache. Und interessiert niemanden. Besonders nicht die ganz Oben, die die Gesetze gemacht haben. Für sich!

Wenn jemand karierte Maiglöckchen haben will, gut dann soll er sie bekommen. Und auch dafür bezahlen. Ob er sie dann auch gebrauchen kann, die Maiglöckchen, interessiert niemanden. Besonders nicht die ganz Oben, die die Gesetze gemacht haben. Für sich!

Wer dumm genug war, karierte Maiglöckchen zu bestellen, muss sie auch bezahlen. Das mit dem Bezahlen, das interessiert besonders die ganz Oben, die die Gesetze gemacht haben. Für sich! Denn die Gesetze wurden für die ganz Oben gemacht und für die, die Maiglöckchen verkaufen.

Ob der kleine Mann mit den karierten Maiglöckchen etwas anfangen kann und warum er sie gekauft hat, interessiert dagegen niemanden. Auch die nicht. Oder gerade die nicht, die ganz Oben sitzen und die Maiglöckchen verkaufen.

Denn die leben davon. Die da Oben. Von den karierten Maiglöckchen, mit denen niemand etwas anfangen kann. Außer vielleicht die ganz Oben. Denn die leben davon. Die ganz Oben.

Und in der Regel noch nicht einmal schlecht.

 

Liebe Leserin,

lieber Leser,

 

so bitter es klingen mag, aber es hat zu allen Zeiten intelligente und weniger intelligente Menschen gegeben. Böse Zungen behaupten sogar, es müsse die weniger Intelligenten allein schon deshalb geben, damit die Intelligenten leichter leben und bequemer leben können. Die Entwicklung unserer Gesellschaft scheint dieser Meinung - leider - sogar Recht zu geben.

Dieses Buch richtet sich ganz bewusst und ausdrücklich an den intelligenten Verbraucher. Also an den, der dank seiner natürlichen oder erworbenen Intelligenz in der Lage ist oder zumindest in der Lage wäre,

·         sich auf Grund von allgemein zugänglichen Informationen und Fakten eine eigene Meinung zu bilden und

·         der vor allem auch bereit ist, sein zukünftiges Handeln danach auszurichten.

Der weniger intelligente Verbraucher wird sich ein solches Buch ohnehin kaum kaufen. Denn es würde ja nur unnötig Geld kosten. Selbst wenn er das Buch geschenkt bekäme, würde er sich kaum die Zeit nehmen, es zu Ende zu lesen.

So wird denn der Inhalt dieses Buches ihm weder schaden noch nützen. Der Inhalt würde sein Verhalten ohnehin nicht ändern, weil er nicht bereit ist, einmal eingeschlagene Wege zu verlassen. Er wird - wie immer - alles beim Alten belassen, weil er sich einfach nicht vom Denken und den Gewohnheiten der Vergangenheit lösen kann.

Niemand tut etwas ohne Grund,

und selbst wenn er nichts tut,

tut der das  nicht ohne Grund.

Sie haben sich dieses Buch bestimmt nicht ohne Grund gekauft. Sie würden sich auch nicht ein paar Stunden mit diesem Thema beschäftigen, wenn Sie nicht wenigstens in Ihrem Innersten bereits ein ungutes Gefühl hätten. Sie ahnen vielleicht schon, dass Sie bei Ihren Versicherungen bisher vielleicht doch irgendetwas falsch gemacht haben könnten.

Vielleicht haben Sie auch nur irgendwo etwas läuten gehört, dass dem nicht informierten Verbraucher von den großen Versicherungsgesellschaften mit überhöhten Prämien viel Geld aus der Tasche gezogen wird.

Jetzt wollen Sie der Sache auf den Grund gehen und mehr darüber erfahren. Sie wollen wenigstens halbwegs genau wissen, um welche Beträge es sich handelt, um die Sie Jahr für Jahr von den Versicherungsgesellschaften erleichtert werden.

Oder gehören Sie etwa schon zu den ungezählten, meist mit Recht verbitterten Verbrauchern, die - vielleicht durch Zufall - schon gemerkt haben, wie gnadenlos sie in der Vergangenheit über den Tisch gezogen und - mit Verlaub gesagt - wie die Weihnachtsgänse ausgenommen wurden?

Herzlichen Glückwunsch!

Sie sind auf der richtigen Spur!

Wenn Sie dann - vielleicht auch noch durch Zufall - noch zu hören bekommen, dass der Durchschnittshaushalt im Bundesgebiet allein bei seinen privaten Versicherungen gut  und gerne € 1.000 im Jahr sparen könnte, wenn er nur mitrechnen würde, dann sollten Sie jetzt tief durchatmen, um auch noch den letzten Tiefschlag zu verkraften.

Aus € 1.000 im Jahr werden, langfristig angelegt, in 30 Jahren € 100.000 die wahrscheinlich auch Sie in Zukunft verschenken würden, wenn Sie

·         dieses Buch jetzt nicht zu Ende lesen und

·         die Vorschläge für intelligente Verbraucher nicht bald umsetzen.

Decken Sie über die Fehler der Vergangenheit den Mantel des Vergessens! Auch wenn es vielleicht weh tut, wenn Sie jetzt feststellen, wer in der Vergangenheit Ihr Vertrauen so schändlich ausgenutzt und missbraucht hat.

Zeit und Geld kann man im Leben nur einmal ausgeben.

Dann sind sie beide - Zeit und Geld - unwiderruflich fort.

Das sauer verdiente Geld, das Ihnen in der Vergangenheit mit falschen Versprechungen aus der Tasche gezogen wurde, werden Sie sich ohnehin kaum mehr zurückholen können. Aber wie Sie die nächsten € 100.000 sparen können, das können Sie in aller Ruhe auf den folgenden Seiten nachlesen.

Ein paar Stunden sollte Ihnen als intelligentem Leser diese Summe doch wert sein.

Viel Spaß wünscht Ihnen

Ihr

Volker Spiegel


Eng verbunden

Mensch und Gesellschaft

 

Niemand lebt für sich allein. Jeder Mensch ist und bleibt – ob er es will oder nicht – Teil einer Gemeinschaft, unabhängig davon, wo und wie wir gerade die Grenzen dieser Gemeinschaft ziehen wollen.

Kein Mensch kann, weder jetzt noch in Zukunft, auf Dauer ganz auf sich allein gestellt leben. Es würde viel zu schnell eine Frage des Überlebens im Sinne des Wortes für ihn werden, wenn er plötzlich auf alle gewohnten Errungenschaften und liebgewordenen Bequemlichkeiten, die nur die Gemeinschaft bieten kann, verzichten müsste.

Gut, es mag immer wieder überspannte Aussteiger oder auch liebenswerte Spinner geben, die – wenigstens für eine Zeit lang – allen Ernstes glauben, sie könnten sich von allem freimachen. Freimachen bedeutet in diesem Sinne auch selbstverständlich die Abkehr von jeder Verantwortung, die der Einzelne für die Gemeinschaft, in der er lebt, übernehmen muss, wenn eben diese Gemeinschaft als Ganzes auf Dauer funktionsfähig erhalten werden und auch Bestand haben soll.

Nur ein Narr mag glauben, er könne sich mit seiner Person aus-grenzen und sich mit seinem Handeln auf Dauer jeder Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft, in der er lebt und die ihn letztendlich doch trägt oder tragen muss, entziehen und gleichzeitig hoffen, dass eben diese verworfene Gemeinschaft schließlich doch bereit sein wird, ihn wieder aufzunehmen und für ihn einzustehen, wenn er mit seiner unreifen Überzeugung von Freiheit Schiffbruch erleidet.

Er hofft und verlässt sich auf die geschmähte Gemeinschaft, dass sie ihm hilft, wenn er ins Bodenlose zu fallen droht oder er einfach nicht mehr weiter weiß.

Die Freiheit des Einzelnen muss immer dann ihre Grenzen finden, wenn das uneingeschränkte Ausüben oder Umsetzen dieser persönlichen Freiheit dazu führt, dass andere Personen in ihrer Freiheit beschnitten werden oder die Gemeinschaft als Ganzes nachhaltig geschädigt wird.

An dieser Einschränkung der persönlichen Freiheit zu Gunsten anderer muss und wird jede staatliche Ordnungsmacht festhalten, wenn auch nur eine gewisse rechtsstaatliche Ordnung und ein Mindestmaß an sozialer Sicherheit für alle Bürger gewährleistet werden soll. Jedes Zusammenleben von Menschen in einer aufeinander angewiesenen Gemeinschaft kann und wird auf Dauer nur dann möglich sein, wenn sich alle Mitglieder der Gemeinschaft an feste Regeln halten, die sie sich in irgendeiner Weise irgendwann einmal selbst gegeben haben.

Im Laufe einer über Jahrtausende entwickelten und sich weiter entwickelnden Rechtsgeschichte wurden die Rechte und Pflichten der einzelnen Bürger nicht nur untereinander sondern auch des Einzelnen gegenüber der Gemeinschaft ausformuliert und in Gesetzestexten mehr oder weniger umfassend festgeschrieben.

Aufgabe und Pflicht jeder staatlichen Ordnungsmacht muss es sein, die unbedingte Einhaltung dieser Ordnung nach den sich selbst gegebenen Regeln sicherzustellen und zumindest von den Gesetzen her zu versuchen, allen Bürgern die gleichen Rechte und die gleiche Ausgangsposition einzuräumen.

Wer Rechte für sich in Anspruch nehmen will, sollte aber auch bereit sein, Pflichten zu übernehmen. Wer gleiche Rechte für alle fordert, muss auch bereit sein, die Erfüllung gleicher Pflichten für alle zu verlangen. Die Forderung nach gleichen Rechten und gleichen Pflichten für alle muss aber immer zugleich die Bereitschaft jedes Einzelnen einschließen, ein hohes Maß an Verantwortung für sich selbst, für die Familie, für den Arbeitsplatz und für die ganze Gemeinschaft aller Bürger zu übernehmen.

Nicht jeder Bürger kann und wird im Laufe seines Lebens immer in der Lage sein, die gleichen Pflichten gegenüber der Gemeinschaft zu übernehmen und auch zu erfüllen. Aber das wird letztendlich auch niemand ernstlich von ihm verlangen. Das Leben in einer funktionierenden Gemeinschaft erfordert ohnehin auch nur, dass jeder, der in der Gemeinschaft lebt, seinen ihm möglichen Teil dazu beiträgt und die Aufgaben oder Pflichten übernimmt, die ihm aufgrund seines persönlichen Leistungsvermögens zugemutet werden können.

Die Gemeinschaft als Ganzes hat es übernommen, einen möglichst gerechten Ausgleich zwischen den nach dem jeweiligen Leistungs-vermögen übernommenen – also unterschiedlichen – Pflichten und den allen Mitgliedern der Gemeinschaft zustehenden gleichen Rechten zu schaffen, um ein durchgängiges Rechtssystem und eine hinreichend gesicherte soziale Ordnung für alle zu gewährleisten.

Wer nicht bereit ist, die ihm zumutbaren Pflichten gegenüber der Gemeinschaft zu übernehmen, handelt im weitesten Sinne unsozial, wenn nicht gar asozial. Er verschließt sich der tragenden Gemeinschaft, die er selbst mit bildet. Er fordert für sich Leistungen von der Gemeinschaft, obwohl er selbst nicht bereit ist, die notwendigen Gegenleistungen in Form einer Übernahme angemessener Pflichten zu erbringen.

Jetzt müssen wir uns natürlich fragen, wo denn die zumutbaren Pflichten für den Einzelnen beginnen und wo die Rechte, die er gegenüber der Gemeinschaft geltend machen kann. Wir werden sehr schnell feststellen, dass Rechte und Pflichten sehr oft fast untrennbar in einander übergehen und teilweise unlösbar mit einander verbunden sind.

Ein junger Mensch hat nach allgemeinem Empfinden ohne Zweifel ein Recht auf eine angemessene, seinen geistigen und körperlichen Fähigkeiten entsprechende Ausbildung, die ihm – ohne Ansehen seiner Person oder der seiner Herkunft – auch gewährleistet werden sollte. Denn nur, wenn er eine seinen Fähigkeiten angemessene Ausbildung erhält, kann er in eine vollwertige Mitgliedschaft in der Gesellschaft hinein wachsen und dort seinen ihm zustehenden Platz einnehmen.

Der junge Mensch hat aber gleichzeitig die Pflicht gegenüber der Gemeinschaft übernommen, das Beste aus den ihm gebotenen Möglichkeiten zu machen und die in ihn gesetzten Erwartungen zu erfüllen.

Die Gemeinschaft hat die Pflicht übernommen, allen jungen Menschen eine angemessene Ausbildung zukommen zu lassen, aber gleichzeitig auch das Recht, den Einsatz ihrer Mittel in angemessener Weise zu überwachen und, wenn es notwendig ist, nach den Regeln von Angebot und Nachfrage steuernd einzugreifen.

Es kann doch nicht angehen, dass junge Menschen – vielleicht sogar mit hohen Idealen – meinen, auf Kosten der Allgemeinheit teure Studiengänge und aufwändige Ausbildungen in ausgefallenen Berufen absolvieren zu können, für die innerhalb der Gemeinschaft wenig oder gar kein Bedarf besteht und die sie aller Voraussicht nach auch im späteren Leben ausüben können.

Hier muss die Freiheit des einzelnen ihre Grenzen finden. Niemand kann erwarten, nur aufgrund einer ausgefallenen, abgeschlossenen Ausbildung auch Arbeit in diesem Beruf zu finden, geschweige denn, einen verbrieften Rechtsanspruch darauf zu haben.

Mit dem Eintritt ins Berufs- oder Arbeitsleben werden Rechte und Pflichten zwischen der Einzelperson und der Gemeinschaft völlig neu verteilt. Der zum ersten Mal ins Arbeitsleben eintretende Mensch wird nicht nur als Steuerzahler zur Kasse gebeten, um damit seinen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten, sondern er muss darüber hinaus lernen, dass zu seinen Pflichten auch eine Vielzahl weiterer Aufgaben gehört, und sei es zu Anfang auch nur die umfassende Verantwortung für die eigene Person, die in irgendeiner Form geregelt werden muss.

An erster Stelle dieser neuen eigenen Verantwortung muss die uneingeschränkte Bereitschaft stehen, eigenes Fehlverhalten zugeben zu können und für die sich daraus ergebenden Schäden aufzukommen, gleichgültig, ob die Schäden nun einer einzelnen Person, einer Personengruppe oder gar der Gemeinschaft als Ganzes zugefügt wurden.

Spätestens in diesem Augenblick des Erwachsenwerdens muss auch das innere Verständnis dafür vorhanden sein, dass schuldhaft verursachte Schäden leicht eine Größenordnung erreichen können, die die finanziellen Möglichkeiten eines Einzelnen bei weitem übersteigen, die aber trotzdem ersetzt werden müssen, denn Schadenersatz muss unabhängig von der Schadenhöhe geleistet werden.

Auch ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit kann Schäden in Millionenhöhe verursachen, für die der Geschädigte völlig zu Recht Schadenersatz verlangen kann und verlangen wird.

Gleiches Recht für alle, hatten wir als eine der wesentlichen Grundlagen unserer geltenden Rechtsordnung festgestellt und in dieser umfassenden Rechtsordnung ist ganz klar festgelegt, dass jeder für seine schuldhaft verursachten Schäden in unbegrenzter Höhe aufkommen muss.

Lassen wir die Gesetze einmal ganz außer Acht! Auch ohne geschriebene Gesetze müsste in jedem erwachsenen Menschen ein Gefühl der Verantwortlichkeit für sein Handeln herangereift und die moralische Verantwortung vorhanden sein, Schäden, und zwar unabhängig von ihrer Größe, zu ersetzen,

Spätestens jetzt muss bei jedem jungen Bürger doch die Frage auftauchen, wie er für einen großen Schaden überhaupt aufkommen könne. Er hat, aller Voraussicht nach, eingesehen, dass Schäden in Millionenhöhe auftreten können, die jedem, also auch ihm, passieren können. Oft genug hat er von solchen Schäden in den Zeitungen gelesen oder in anderen Medien davon erfahren. Vielleicht hat er sich sogar schon einmal Gedanken darüber gemacht, wer solche großen Schäden überhaupt bezahlen kann.

Er hat verstanden, dass er sich der Pflicht zum Schadenersatz weder aus rechtlichen noch aus moralischen Gründen entziehen könnte. Auf der anderen Seite aber sieht er sein schmales Einkommen, das nie und nimmer ausreichen würde, auch nur einen Schaden von € 100.000 zu ersetzen. Ein ganzes Leben lang würde ihm diese Zahlungsverpflichtung nachlaufen. Denn der Geschädigte würde - doch wohl völlig zu Recht - auf seiner Forderung bestehen.

Wenn er nur ein wenig weiterdenkt, muss er von selbst zum einzig möglichen Ergebnis kommen. Er muss sich darüber klar werden, dass er in irgendeiner Weise vorsorgen muss, wenn er seine Zukunft nicht auf Dauer leichtfertig aufs Spiel setzen möchte.

Der eine oder andere wird vielleicht noch immer dumm genug sein und behaupten, er sei immer so vorsichtig und in seinem Tun so überlegt, dass ihm so etwas nie passieren könnte. Aber, wie gesagt, das ist nur eine Ausrede für Schwachsinnige.

Kein Mensch wird jemals in der Lage ein, allein einen großen Damm zu errichten, der Sturm und Wellen standhält und nicht bei der ersten Sturmflut wie ein Sandberg in der Brandung hinweg gespült wird. Wenn er klug ist, wird er es nicht einmal versuchen, allein den Naturgewalten die Stirn zu bieten.

Nur eine über Generationen verbundene Gefahrengemeinschaft war in der Lage, jenes komplizierte Gebilde aus Dämmen und Prielen, Schleusen und Poldern zu erstellen, das heute ganze Landstriche prägt und ihren Bewohnern langfristig Schutz und Sicherheit gewährt.

Die Menschen, die dort an der Küste leben und arbeiten, sind von Kindheit an daran gewöhnt. Sie wissen aus eigener Erfahrung, dass sie der Gefahr, die von Wind und Wellen ausgeht, nur gemeinsam begegnen können. Sie haben gelernt, wie wichtig es für alle ist, dass sich einer auf den anderen jederzeit verlassen kann. Niemand wird, das wissen sie, wenn es darauf ankommt, die helfende Hand verweigern. Denn jeder weiß, dass beim nächsten Mal unter Umständen sogar sein eigener Besitz oder sogar sein Leben von der Hilfe anderer abhängen kann.

Jeder Einzelne fühlt sich als Teil dieser umfassenden Gemeinschaft. Jeder ist stolz darauf, genau zu wissen, wo er gebraucht wird, wenn die Lage ernst wird und die große Flut kommt.

Er weiß, dass jedes Fehlverhalten, und sei es auch nur für einen kurzen Augenblick, zu schwersten Folgen für die ganze Gemeinschaft führen kann. Er wird sich deshalb bemühen, alles zu vermeiden, was der Gemeinschaft, die ihr unbegrenztes Vertrauen in ihn setzt, Schaden zufügen könnte.

Kehren wir jetzt zu unserem jungen Bürger zurück! Er hat gerade den Einstieg ins Berufsleben gemacht und erkannt, dass er in irgendeiner Weise vorsorgen muss.

Auch er muss und wird den schnellen Anschluss an eine große Gefahrengemeinschaft suchen. Er braucht eine Gemeinschaft, die in ihrer Gesamtheit in der Lage und auch willens ist, für Fehler, die er als Einzelner machen könnte, einzustehen und die anfallenden Schäden zu ersetzen. Er wird sich einen Versicherer suchen, der bereit ist, das Risiko der privaten Haftpflicht für ihn zu tragen, und er wird bei diesem Versicherer einen Antrag für eine private Haftpflichtversicherung stellen.

Im Antrag sind alle Einzelheiten des späteren Versicherungsvertrages genau festgelegt. Der Versicherer wird kaum bereit sein, in unbegrenzter Höhe für die Schäden des Antragstellers einzutreten. Aus diesem Grunde schränkt er seine Leistung ein, indem er sie auf die Höhe der Deckungssumme, das können 3, 5 oder auch 10 Millionen sein, begrenzt.

Der weitere Versicherungsumfang wird in den Versicherungsbedingungen, die dem Vertrag zugrunde liegen, genau dargestellt. Denn kein Versicherer ist bereit, mehr zu leisten, als er nach seinen Bedingungen unbedingt leisten muss.

Die Laufzeit des Versicherungsvertrages wird ebenfalls bereits im Antrag festgelegt und natürlich auch die Prämie, die der Versicherer als Entgelt für seine Leistung, das Tragen gewisser Gefahren, erwartet.

Welche Aufgabe übernimmt nun eigentlich der Versicherer?

Der Versicherer stellt, wenn man so will, aus vielen Einzelpersonen, die von der gleichen Gefahr - in unserem Fall waren es Haftungsansprüche aufgrund eines möglichen schadenverursachenden schuldhaften Handelns - betroffen sind, eine Gefahrengemeinschaft zusammen und organisiert den reibungslosen Ablauf der Prämieneinnahme und der Schadenregulierung.

Diese Verwaltungsarbeit lässt sich der Versicherer mehr oder weniger gut bezahlen. Darüber hinaus sorgt er dafür, dass immer genügend neue Mitglieder der Gefahrengemeinschaft beitreten. Schließlich müssen auch größere Lasten - sprich größere Schäden - möglichst gleichmäßig auf möglichst viele Schultern verteilt werden.

Natürlich ist der Versicherer auch für die Prämienkalkulation verantwortlich, denn er muss letztendlich dafür sorgen, dass zu jeder Zeit ausreichend Geld in der Kasse ist, um auch mehrere größere Schäden, die schlimmstenfalls auch gleichzeitig anfallen können,  ohne Verzögerung bezahlen zu können.

Die Prämienkalkulation selbst ist nicht sonderlich kompliziert. Sie ergibt sich zum ersten unmittelbar aus der Schadenstatistik, die bei jedem Unternehmen peinlich genau geführt wird. Die Schadenstatistik gibt Auskunft darüber, wie viele Schäden sich in der Vergangenheit auf hundert, tausend oder gar hunderttausend versicherte Risiken in einem bestimmten Zeitraum ereignet haben. Dieser Wert, versicherungstechnisch auch Schadenhäufigkeit genannt, wird umso genauer zu ermitteln sein, je größer die Zahl der versicherten Risiken wird. Steht dieser Wert erst einmal fest, kann er in der Regel problemlos für das Folgejahr übernommen werden.

Der zweite Wert, der für die Prämienkalkulation benötigt wird, ist die durchschnittliche oder auch mittlere Schadenhöhe. Sie lässt sich sehr einfach ermitteln, indem man die Summe aller Schadenzahlungen durch die Anzahl der gezahlten Schäden teilt. Multipliziert man nun die Schadenhäufigkeit mit der durchschnittlichen Schadenhöhe und teilt das Ergebnis durch 1.000, so erhält man den Schadenbedarf, also den Wert, der für jedes versicherte Risiko angesetzt werden muss.

Im Schadenbedarf sind weder Kosten noch Gewinne enthalten, die jeder Versicherer nach Belieben mehr oder weniger großzügig kalkulieren kann.

Wenn man nun davon ausgeht, dass sich kein Versicherer auf Dauer an der Schadenstatistik vorbei bewegen kann, so bedeutet diese Aus-sage letztendlich nichts anderes, als dass Schadenhäufigkeit und mittlere Schadenhöhe, und damit also auch der Schadenbedarf sich bis auf die zweite Stelle nach dem Komma bei allen Versicherern gleichen müssen.

Vergleicht man jedoch die Prämienforderungen der verschiedenen Gesellschaften miteinander, so wird man immer wieder mit Erstaunen feststellen, dass die „kleinen“ Unterschiede, die zwischen den Prämien eines preiswerten Anbieters und den Tarifen der teuren Anbieter – meistens mit großen Namen – liegen, durchaus mehrere hundert Prozent betragen können.

Was liegt also näher, als zu vermuten, dass hier von teuren Anbietern versucht wird, dem unbedarften Verbraucher mit einer überhöhten, nicht zu rechtfertigenden Prämienkalkulation sein sauer verdientes Geld mehr oder weniger gekonnt – oder sagen wir, geschickt verpackt, aus der Tasche zu ziehen.

Kosten und Gewinne, so hatten wir festgestellt, können von den Gesellschaften in beliebiger Höhe kalkuliert werden. Leider hat niemand das Recht, den Gesellschaften in ihre Prämienkalkulation hineinzureden. Aber auch der verschlafenste Verbraucher müsste irgendwann einmal aufwachen. Er müsste merken, dass er viel zu viel Geld für teure Gesellschaften mit großen Namen ausgibt, die entweder nicht in der Lage sind, ihre eigenen Kosten im Griff zu halten oder in einzelnen Sparten überhöhte Gewinne einstreichen wollen.

Der kostenbewusste Verbraucher, der sich etwas Zeit nimmt und sich die Mühe macht, die Prämien einzelner Anbieter miteinander zu vergleichen, wird immer wieder kopfschüttelnd feststellen, dass ihm in der Regel bei kleineren Anbietern mit weniger bekannten Namen eine wesentlich günstigere Prämie für sein Risiko angeboten wird.

Wenn er sich dann auch noch etwas eingehender mit dem vollständigen Leistungsangebot, man spricht auch von einer Angebotspalette, beschäftigt, wird ihm in der Regel sehr schnell auffallen, dass von diesen Gesellschaften nicht alle Versicherungssparten angeboten werden. Sie konzentrieren sich bewusst auf einige wenige Sparten oder auf besondere Zielgruppen, um dort günstige Angebote vorlegen zu können.

Eine Gesellschaft, die bewusst auf chronisch defizitäre Sparten verzichtet und sie gar nicht erst anbietet, weil sie nur Geld mitbringen müsste, hat es auch nicht nötig, Verluste aus der einen Sparte durch überhöhte Gewinne aus anderen Sparten auszugleichen, nur um insgesamt schwarze Zahlen zu schreiben und ihren Aktionären eine angemessene Dividende bezahlen zu können.

Sie kann also dem ursprünglichen Gedanken der Gefahrengemeinschaft als einem Zusammenschluss vieler Personen mit gleichgelagerten Interessen viel näher kommen und ihren Versicherten auch eine gerechtere Prämie anbieten. Diese Prämie liegt dann natürlich viel näher am tatsächlichen Schadenbedarf und enthält trotzdem immer noch eine ausreichende Spanne für Kosten und Gewinne.

Wenn eine Gesellschaft, oder vielleicht auch nur ihr Vorstand, glaubt, schwere Risiken zeichnen zu müssen, nur um am Tisch der Großen mitreden zu können, so ist das ihre Unternehmensentscheidung oder vielleicht auch sein Privatvergnügen. Soll die Gesellschaft doch sehen, wie sie auch für ihre schweren Risiken eine bedarfsgerechte Prämie bekommt.

Es kann aber doch nicht angehen, dass der kleine Mann mit überhöhten Beiträgen zur Kasse gebeten wird, um die Ausflüge in die Welt der Großen zu finanzieren.


Auffangend

Das Netzwerk

 

Vielleicht ist es bei Ihnen noch gar nicht mal so lange her. Wohl jeder von uns ist schon einmal im Zirkus gewesen. Wir haben mit feuchten Händen in die Zirkuskuppel gestarrt, wenn die fliegenden Menschen an ihren silbernen Trapezen fast schwerelos durch den dunklen Raum glitten. Wir haben gezittert, wenn der kleine Mann mit der schweren Stange in den Händen auf dem Hochseil mit tastendem Schritt wieder der sicheren Plattform am Ende zustrebte.

Sie spüren vielleicht noch heute nach so vielen Jahren die atemlose Stille, die sich über den dunklen Zuschauerraum legte. Sie hören noch immer das wirbelnde Crescendo der Trommel, als die kleine, weiße Gestalt in der Kuppel zum Salto mortale Schwung holte, die sichere Stange losließ und dann – nach nicht enden wollenden Sekunden des freien Fluges – wieder in den sicheren Griffen des Fängers landete. Das befreiende Aufatmen der Menge ist noch immer in Ihren Ohren.

Erinnern Sie sich?

Der luftige Raum zwischen Manege und Kuppel schien ausgefüllt und geteilt zugleich von einem riesigen, im Licht der Scheinwerfer bläulich schimmernden, fast unwirklich scheinenden Netzwerk. Es war zwischen den hoch aufragenden Masten wie das Netz einer riesigen Spinne verspannt. Es waren große, weit geknüpfte Maschen aus einem glänzenden Material. Das nicht enden wollende Netz reichte bis weit hinter die hölzernen Plattformen, von denen die Menschen wie große Vögel immer wieder zu ihren schwerelosen Flügen starteten, und dann Sekunden später wieder schwer atmend zurückkehrten.

Vier daumendicke Stahlseile waren jeweils an den Netzenden angebracht. Sie verbanden das luftige Gebilde gleichmäßig mit den stählernen Zeltmasten. Nur ein geübtes Auge mochte aufgrund der mächtigen Winschen, mit denen das Netz gespannt wurde, die gewaltigen Zugkräfte ahnen, denen die aufragenden Pylonen ausgesetzt waren.

Nur ein hirnverbrannter Narr, werden Sie sagen, würde auf dieses sichernde Netz verzichten. Niemand wird freiwillig Kopf und Kragen riskieren, wenn er genau weiß, dass ein einziger Fehlgriff, der vielleicht noch nicht einmal selbst verschuldet ist, oder auch nur ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit vollauf genügt, um ihn abstürzen zu lassen. Tod oder zumindest schwerste körperliche Schäden wären die unausbleiblichen Folgen eines so sträflichen Leichtsinns.

Die Männer und Frauen unter der Zirkuskuppel sind Profis. Sie kennen die Gefahr, mit der sie täglich leben, genau und wissen sie auch einzuschätzen. Dort, wo der Tod trotz aller Sicherheits-maßnahmen oft genug nahe, vielleicht sogar zu nahe ist, ist kein Platz für leichtsinnige Amateure. Kein Platz für Amateure, die kaum wissen, was sie tun, welches Risiko sie eingehen und wie groß die Gefahr eines menschlichen Versagens überhaupt ist.

Beschäftigen wir uns noch einen kurzen Augenblick länger mit dem sichernden Netz! Machen wir uns ein paar Gedanken über die vielfältigen Eigenschaften, die dieses sichernde Netz mitbringen muss, wenn es seine Aufgabe voll und ganz erfüllen soll.

Zuerst, werden Sie wahrscheinlich sagen, muss das Netz groß genug sein, dass auch wirklich der ganze Raum unter dem Hochseil oder auch unter dem frei schwingenden Trapez gesichert ist. Selbst wenn ein Artist einmal durch seinen Schwung weiter als gewöhnlich hinausgetragen würde, muss er immer noch sicher sein, im Fall des Falles ungefährdet und wohlbehalten in den sicheren Maschen des Netz zu landen. Einverstanden! Das Netz muss also groß genug sein. Denn ein zu kleines Netz würde ja überhaupt keinen Sinn machen. Kein Artist, der auch nur über ein bisschen Verstand verfügt, wäre bereit, auf einem Seil zu arbeiten, das nur zur Hälfte durch ein viel zu kleines Netz gesichert wäre. Denn auf der ungesicherten Seite bestünde ja nach wie vor die Gefahr, beim ersten falschen Schritt abzustürzen.

Die Leute unter der Kuppel sind – wie schon gesagt – Profis. Sie kennen ihr persönliches Risiko. Sie würden solche unnötigen Fehler, die sie unter Umständen Leben und Gesundheit kosten können, nie machen.

Ein großes, enges Netz aber ist schwer und wäre für einen kleinen Zirkus wahrscheinlich auch viel zu teuer. Je enger die Maschen werden, umso schwerer und teurer wird das Netz. Letztendlich wird es unbezahlbar oder der technische Aufwand zu groß, um es überhaupt noch aufzuspannen.

Klar, ausreichende Sicherheit hat und wird immer und überall ihren Preis haben. Aber der Zirkusdirektor wird von sich aus kaum bereit sein, die Zeltmasten zu verstärken, um die Zugkräfte des Netzes abzufangen ohne dass die Masten brechen. Schließlich soll von den Einnahmen an der Zirkuskasse ja auch noch etwas übrig bleiben. Nicht alles Geld, was eingenommen wird, darf nur für das sichernde Netz draufgehen. Die anderen Artisten wollen auch noch leben und sie wollen nicht nur für die Sicherheit Anderer arbeiten.

Die Geschäftsleitung des Zirkus wird also immer Kompromisse machen müssen. Sie wird das große Netz so auswählen, dass es bezahlbar bleibt und trotzdem immer noch genügend Sicherheit für die fliegenden Menschen unter der Kuppel bietet. Dieser notwendige Kompromiss kann und wird nur unter bestimmten Voraussetzungen gefunden werden können.

Die Weite und die Festigkeit der Maschen müssen so gewählt werden, das das Netz zwar einen Sturz aus großer Höhe aushält und auch im schlimmsten Fall beim gleichzeitigen Sturz mehrerer Personen nicht zerreißt, aber trotzdem nicht mehr als unbedingt notwendig kostet.

Dass das Netz sicher sein muss, wird zwar von allen Mitgliedern der Zirkusfamilie als notwendig und unverzichtbar angesehen. Aber man ist in der Gemeinschaft trotzdem nicht bereit, mehr als notwendig dafür auszugeben, geschweige denn nur noch für das Netz zu arbeiten.

Das Netz hat eine wichtige und notwendige Aufgabe zu erfüllen. Aber es darf trotzdem nicht zum Selbstzweck werden, wenn für alle noch genug zum Leben und auch für das Alter übrig bleiben soll. Perlen im Netz wird man sicher vergeblich suchen.

Kein Verbraucher, und Ihnen wird es kaum anders ergehen, verfügt in der Regel über unbegrenzte finanzielle Mittel und Möglichkeiten. Geld ist somit für fast jeden Verbraucher ein knappes Gut, mit dem er sehr sorgsam wirtschaften muss.

Er kann also immer nur einen ganz bestimmten Betrag für seine private Vorsorge im Jahr oder auch im Monat ausgeben. Mehr ist einfach nicht drin, wenn der berühmte Kitt in den Fenstern bleiben soll.

Gut, ganz objektiv gesehen wird dieser mögliche Betrag, den der Einzelne maximal für seine Vorsorge aufwenden könnte, meist etwas höher liegen, als er von sich aus sofort zuzugeben bereit sein wird. Aber irgendwo zwischen dem, was er will, und dem, was er kann, liegt wie immer im Leben die Wahrheit oder in unserem Fall die tatsächliche Grenze der persönlichen Leistungsfähigkeit.

Aus diesem jeweils individuell genau festzulegenden Betrag müssen nun der gesamte private Vorsorgeaufwand, also nicht nur die notwendigen laufenden Versicherungen, sondern letztendlich auch die komplette Altersversorgung bedient werden, wenn das Ganze einen Sinn machen soll.

Zeit und Geld, sagt eine alte Volksweisheit, kann man nur einmal im Leben ausgeben. Dann sind sie beide – Zeit und Geld – unwiederbringlich weg. Für immer.

Im Klartext:

Jeder Euro, den Sie also für Ihre laufenden Versicherungen ausgeben oder vielleicht auch ausgeben müssen, fehlt notwendiger Weise irgendwann später in der Altersversorgung. Wenn Sie erst einmal kürzer treten müssen und das Geld, das Sie in jungen Jahren leichtfertig für Nebensächlichkeiten ausgegeben haben, bitter nötig haben, um Ihr Leben auch im Alter noch lebenswert zu gestalten, dann schmerzen die Fehler der Vergangenheit doppelt.

Es sind Fehler, die dann, wenn es einmal soweit gekommen ist, leider nie wieder gutgemacht werden können. Das Einzige, was dann im Alter bleibt, ist viel Zeit. Viel Zeit, um über die Fehler der Jugend nachzudenken. Aber, da befinden Sie sich dann bestimmt in guter Gesellschaft. Nur wird Sie das dann kaum trösten.

Aber soweit werden Sie es ja wohl kaum kommen lassen. Denn Sie haben das Bild vom Netz und auch den Vergleich begriffen. Sie werden sich jetzt vielleicht doch die Zeit nehmen. Sie werden Ihr persönliches Sicherheitsnetz so planen, dass es allen Unwägbarkeiten im privaten und auch im beruflichen Bereich ohne zu reißen standhält und trotzdem immer noch eine vernünftige Altersversorgung, die diesen Namen auch verdient, aufgebaut werden kann.

Sehen wir uns also gemeinsam auch dieses virtuelle Netz, das Sie ganz allein für sich aufbauen müssen, etwas genauer an! Legen Sie es in aller Ruhe in seinen Ausmaßen fest!

Sie erinnern sich?

Auch wenn Sie einmal durch den Schwung weiter als gewöhnlich hinausgetragen werden, müssen Sie – wie die fliegenden Menschen in der Zirkuskuppel - immer noch sicher sein, ungefährdet in den Maschen Ihres Netzes zu landen.

Die Weite der Maschen und damit das Gewicht des ganzen Netzes sollten Sie von vorneherein festlegen! Nur so können Sie die gesamten Kosten ermessen, die Sie für Ihren persönlichen Sicherheitsstandard aufwenden wollen. Sie müssen die notwendigen Versicherungssummen so großzügig festlegen, dass sie im Schadenfall ausreichen, um Ihren Lebensstandard zu sichern.

Sie müssen aber auch über die Risiken entscheiden, die Sie selbst zu tragen bereit sind. Das gilt natürlich auch für die Selbstbeteiligungen, mit denen Sie Ihren gewählten Versicherungsschutz Ihren finanziellen Möglichkeiten anpassen.

Ohne sofort ins Detail zu gehen, wird es immer darum gehen, die großen Lebensbereiche abzudecken. Sie müssen die Ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel so gleichmäßig auf diese Bereiche verteilen, dass erst einmal eine vernünftige Grundabsicherung besteht, die, um beim Beispiel des sichernden Netzes zu bleiben, zumindest verhindert, dass Sie völlig auf den Bauch fallen.


Erschreckend

Die Geldvernichtungsmaschine

 

Ohne Versicherungen geht in unserer modernen und schnelllebigen Zeit nichts mehr. Das ist eine Erkenntnis, der man im Grunde nichts entgegen setzen kann, denn die aktuellen Risiken sind in vielen Lebensbereichen völlig unüberschaubar geworden. Sie können nicht mehr von Einzelnen, sondern nur noch von Vielen gemeinsam getragen werden.

Die Geschichte von der Lastenverteilung auf die vielen Schultern, die die schweren Lasten unserer Zeit nur gemeinsam tragen können, kennen Sie ja inzwischen zur Genüge:

Die einen verteilen die Lasten, die anderen müssen sie tragen.

Aber der Weg, der inzwischen immer häufiger eingeschlagen wird, ist nicht mehr gerecht. Er ist weder menschen- noch verbraucherfreundlich.

Da werden seit Jahrzehnten Menschen von Menschen zur Jagd auf den Menschen abgerichtet. Sie werden von Obermenschen auf Anweisung von Oberobermenschen sorgfältig konditioniert, um andere, einfache Menschen möglichst kostengünstig zur Strecke zu bringen.

Sie müssen Menschen jagen, um selbst überleben zu können. Das ist das Gesetz des Dschungels: Fressen und gefressen werden. Ein Gesetz, das unsere Gesellschaft nicht verdient hat und sich im Grunde auch nicht mehr leisten kann.

Man muss schon mehr als nur ein paar Jahre in der Branche sein, um die Perversion des Systems bis in die letzten Feinheiten zu begreifen und nachvollziehen zu können. Und selbst dann steht man immer wieder mit ungläubigem Staunen vor dem, was da eigentlich abläuft.

Die Kreativität einiger, zugegeben nicht aller, Vorstände ist erschreckend. Wenn Konzernzahlen stimmend gemacht werden sollen oder stimmend gemacht werden müssen, ist ihnen fast jedes Mittel recht.

So bitter es für einen Außenstehenden klingen mag, dieses System Assekuranz schafft - zumindest in vielen Bereichen - keine Werte mehr, sondern vernichtet nur Geld in Milliardenhöhe.

Gleichwohl ist diese gigantische Geldvernichtungsmaschine, die sich so vornehm Assekuranz nennt,  ganz offensichtlich notwendig, um das in sich überholte System, dem zumindest teilweise die moralische Legitimation fehlt, in seiner heutigen Form erhalten zu können. Schließlich sollen einige hunderttausend Arbeitsplätze nachhaltig gesichert werden.

Das behaupten zumindest die Vorstände der großen Gesellschaften mit den bekannten Namen, weil ihnen nichts Besseres einfällt und ihnen vielleicht auch nicht Besseres einfallen muss.

Warum?

Weil die Gehälter von denen ganz Oben immer noch stimmen.

Auf der Strecke bleibt, wie könnte es anders sein, der gutgläubige Verbraucher, der wie immer alles bezahlen muss und niemals gefragt wird. Er muss bezahlen, ob er will oder nicht.

Schwierig wird es werden, wenn der Verbraucher eines Tages denn wirklich aufwacht. Wenn er versteht, was man über Jahrzehnte hinweg mit ihm gemacht hat. Dann dürften die Herren da Oben wohl einige Schwierigkeiten bekommen, denn von dem Papier, das sie so schön bunt zu bedrucken wissen, ist noch niemand satt geworden.

Das Bruttoinlandsprodukt ist die Summe aller in Deutschland erzeugten Waren und Dienstleistungen. So paradox es klingen mag, die Assekuranz erhöht sogar auch dann noch das Bruttosozialprodukt, wenn bestehende Werte - völlig unnötig - vernichtet werden.

Jede willkürliche Vernichtung von Werten kann weder im Interesse des Verbrauchers liegen, noch im Interesse der Allgemeinheit. Sie ist aber ganz offensichtlich notwendig, um das System in der bestehenden Art überhaupt noch am Leben halten zu können.

Ganze Heerscharen von Versicherungsvertretern leben schon seit Generationen von der konsequenten Vernichtung von Werten. Und das zum Teil nicht einmal schlecht. Wenn man sich die Einkommenszahlen von Gesellschaftsvorständen, Filial- und Abteilungsdirektoren, Orgaleitern bis hinunter zu den Vermittlern ansieht, bekommt der kleine Mann von der Straße, der für sein Geld tatsächlich noch hart arbeiten muss, ganz große und erstaunte Kinderaugen. Schließlich hat er das alles, was die bekommen, ohne es verdient zu haben, mit seinem sauer verdienten Geld bezahlt.

Stellen Sie sich vor, da klingelt irgend so ein Wahnsinniger an Ihrer Haustür! Sie öffnen. Da steht einer. Mit einer Aktentasche unter dem Arm. Er empfiehlt Ihnen, Ihren ganzen, noch tadellos funktionierenden Hausrat auf den Müll zu werfen. Oder noch besser, er rät Ihnen, die Sachen ganz einfach zu verbrennen, um die Kosten der Entsorgung zu minimieren. Einen Katalog für neue Möbel habe er dabei. Sagt er. Frei nach dem Motto: Wohnst Du noch, oder lebst Du schon?

Was würden Sie tun?

Wahrscheinlich würden Sie ihn ob dieser Dreistigkeit erst einmal ganz erstaunt und ungläubig ansehen. Vielleicht würden Sie ihn ja auch nach dem berühmten Sprung in der Schüssel oder nach fehlenden Tassen im Schrank fragen. Sie würden überhaupt nicht begreifen, dass Ihnen irgendjemand einen so schwachsinnigen und haarsträubenden Vorschlag machen könnte. Schließlich gehören Sie doch nicht zu denen, die ihr Geld auf der Straße finden.

Und dann?

Dann würden Sie den ungebetenen Gast wahrscheinlich oder hoffentlich in den dazu bestimmten Körperteil treten und ihn danach quer aus der Haustür werfen.

Stimmt’s?

„Völlig weltfremd, das Beispiel“, sagen Sie. Denn Sie sind felsenfest davon überzeugt, dass in der heutigen Zeit kein Verbraucher über einen so ausgefallenen Vorschlag überhaupt ernsthaft nachdenken, geschweige denn ihn annehmen würde.

Aber Sie irren sich. Leider! Denn Sie überschätzen die viel gepriesene Intelligenz des Verbrauchers. Oder zumindest die Intelligenz von vielen Verbrauchern. Geben Sie dem Kind nur einen anderen Namen, und das Ganze funktioniert! Nach Expertenmeinung sogar hervor-ragend.

Einige Zigtausend, wenn nicht gar hunderttausende Versicherungsvertreter leben von der fehlenden Intelligenz der Verbraucher. Sie sind sogar jahrein jahraus damit beschäftigt, Versicherungsverträge von der A-Versicherung zur B-Versicherung, von der B zur C und von der C wieder zu A zu schaufeln, ohne dass es dafür - wohlgemerkt, zumindest aus Sicht der Verbraucher- einen vernünftigen Grund gibt. Wie im Kohlenkeller die Briketts.

Die Prämien und Bedingungen sind in der Regel sogar die gleichen. Denn die großen Gesellschaften mit den bekannten Namen tun sich da schon lange nicht mehr viel. Und ihre Prämien haben die Großen längst untereinander abgestimmt. Nur die Vertreter müssen sich wie immer eine Menge einfallen lassen. Sie müssen wortgewandt und mit viel Phantasie begründen, warum die B besser ist als die A, die C besser als die B und die A wieder besser als die C ist.

Hinzu kommt natürlich, dass der Vertreter der B besser ist als der Vertreter der A, und der der C besser als die Vertreter der B. Das behauptet jeder zumindest von sich. Und nachprüfen kann und wird das ohnehin niemand. Sie kennen das Spiel vielleicht, das wir als Kinder gespielt haben. Reise nach Jerusalem nannten wir es. Jetzt eben nur für Erwachsene.

Und es kostet Geld, dieses Spiel für Erwachsene. Auf jeden Fall das Geld des Verbrauchers, der wie immer alles bezahlen muss. Und vielleicht kostet es auch Ihr Geld, wenn Sie nicht aufpassen und ahnungslos mitspielen.

Zum besseren Verständnis ein paar Beispiele, die Ihnen die unglaubliche Perversion dieses groß angelegten Systems der Geldvernichtung vielleicht deutlich machen.

Karl Kunde hat vor ein paar Jahren bei einem Vertreter der A, nennen wir ihn Egon Emsig, eine Hausratversicherung, eine private Haftpflichtversicherung und eine Lebensversicherung über 50.000 € abgeschlossen.

Die Verträge liefen in all den Jahren auch ohne Beanstandungen. Und mit dem Service von Egon Emsig war Karl Kunde im großen Ganzen auch zufrieden. Sogar zum Geburtstag hatte ihm Egon Emsig regelmäßig gratuliert. 

Und dann kam die Wende.

In seinem Fußballverein lernt Karl Kunde den Peter Pfiffig kennen. Spielt Linksaußen. Peter Pfiffig ist neu bei der B und jammert, dass er gerade jetzt im Anfang ganz fürchterlich strampeln müsse, um seine Zielzahlen zu erfüllen.

„Komm doch zur mir“, lockt der Peter, „ich kann Dir zwar nicht unbedingt bessere Leistungen bieten. Aber ich kann Dir versichern, im Schadenfall ist die B viel kulanter als die A. Außerdem kennen wir uns jetzt. Und da kann man im Schadenfall viel leichter mal das eine oder andere etwas hinbiegen“.

Was heißt hier Kulanz? Kulanz ist doch ohnehin nur ein schönes Märchen. Es wird – wie auch hier – den weniger intelligenten Verbrauchern immer dann von hungrigen Vertretern aufgetischt, wenn die vertraglich vereinbarten Leistungen nicht stimmen oder die geforderte Prämie wieder mal zu hoch ist. Soviel steht fest: Im Grunde zahlt keine Gesellschaft mehr, als sie unbedingt muss. Erst recht nicht, wenn es um größere Beträge geht.

„Klingt gut“, denkt Karl Kunde und zeigt sich interessiert. Warum soll er seinem Sportkameraden nicht etwas unter die Arme greifen?

Jetzt wacht Peter Pfiffig erst richtig auf.

„Und was Deine Lebensversicherung bei der A angeht, die hat doch ohnehin noch keinen Rückkaufswert. Du verlierst also nichts, wenn Du auch die kündigst oder zumindest ruhend stellst und dann mit allen Verträgen zu mir kommst.

Außerdem könnte ich Dir – sagen wir € 200 von meiner Provision abgeben. Dann haben wir eben beide etwas davon“.

Karl – im Denken sicherlich nicht der Schnellste - fällt auf das Süßholzgeraspel seines Sportkameraden herein. Er kündigt ohne lange nachzudenken alle seine Verträge bei der A. Die € 200 kommen ihm auch gerade recht. Der Sohn braucht gerade ein neues Fahrrad.

Peter Pfiffig strahlt wie ein Honigkuchenpferd. Er hat seinen neuen Freund Karl Kunde zwar ganz fürchterlich über den Tisch gezogen. Aber der wird das wohl hoffentlich vorerst nicht merken. Was soll er sich darüber Gedanken machen? Für diesen Monat stimmen die Zahlen wieder, und das ist für ihn im Augenblick die Hauptsache.

Gehen wir das Beispiel bitte noch einmal durch!

Sehen wir uns gemeinsam die Kosten an, die durch den Wechsel der Verträge von der A zur B anfallen und mit denen der Verbraucher, in unserem Fall Herr Kunde, direkt oder indirekt belastet wird! Auch wenn die Kosten für Karl Kunde vielleicht auf den ersten Blick nicht so offen zu erkennen sind, sie sind vorhanden.

Beginnen wir mit der Hausrat- und der privaten Haftpflichtversicherung!

Herr Kunde hatte seinerzeit bei der A einen 5-Jahresvertrag abgeschlossen. Sein damaliger Vertreter hatte dafür eine Abschlussprovision von 100 Prozent der ersten Jahresprämie erhalten. Mit Jahresbonifikation, Führungsprovisionen für Orgaleiter, Bezirks- und Filialdirektoren sowie den allgemeinen Verwaltungskosten kamen für die Gesellschaft Erwerbskosten von rund 200 Prozent zusammen.

Im Klartext, die Beiträge der ersten beiden Jahre gingen erst einmal voll für die Erwerbskosten drauf, die von der Gesellschaft in irgend-einer Weise vorfinanziert werden mussten. Ein Schaden durfte da im Grunde überhaupt nicht anfallen, sonst sah die Rechnung für die Gesellschaft noch viel, viel trauriger aus.

Kein kaufmännisch geführtes Unternehmen kann es sich leisten, etwas zu verschenken. Und Versicherungsgesellschaften tun so etwas schon aus Prinzip nicht. Die Gesellschaft bringt diese Erwerbskosten selbstverständlich in ihre Prämienkalkulation ein. Dort muss sie Herr Kunde – wer denn sonst - natürlich in irgendeiner Weise bezahlen.

Wenn nun Herr Kunde seinen Versicherer wechselt, fallen natürlich bei der B wieder die gleichen Erwerbskosten an. Auch diese Kosten müssen wieder – diesmal von der B - vorfinanziert werden. Sie fließen nach bekanntem Schnittmuster wieder in die Prämienkalkulation ein und werden schließlich doch von Karl Muster - oder auch von der Gemeinschaft der Versicherten - bezahlt werden müssen.

Natürlich bekommt Peter Pfiffig seine Provision. Und auch alle Orgaleiter, alle Bezirks- und Filialdirektoren der B tauchen ihre Finger in den Topf, der von gut- oder leichtgläubigen Verbrauchern wie Karl Kunde ständig wieder gefüllt wird. Alle Beteiligten sind zufrieden.

Und selbst unser viel zitiertes Bruttoinlandsprodukt steigt, weil – statistisch gesehen sogar richtig – durch den Wechsel der Verträge von der A zur B eine zusätzliche Dienstleistung erzeugt wurde.

Auch beim Abschluss einer neuen Lebensversicherung fallen wiederum - wenn auch ungleich höhere – Abschlusskosten an. Sie werden vom Versicherer zwar vorfinanziert, letztendlich aber doch dem Kunden in voller Höhe belastet werden. Auch wenn er sie nicht sofort klar erkennen kann, werden die Kosten im Hintergrund trotzdem mitgeschrieben und belasten das Ergebnis des Vertrages.

Die Erwerbskosten liegen in diesem Falle in etwa zwischen sechs und sieben Prozent der insgesamt während der Laufzeit des Vertrages zu zahlenden Beiträge, auch wenn in der Regel immer von etwas niedrigeren Prozentsätzen gesprochen wird.

Der Abschlussvermittler, das ist kein Geheimnis, bekommt irgendwo zwischen 3,5 und 4,5 Prozent der Vertragssumme. Die restlichen Kosten versickern in gewohnter Manier in den Führungsebenen oder werden von der mehr oder weniger aufwändigen Verwaltung aufgezehrt.

So werden denn die Beiträge der ersten Jahre erst einmal für die Erwerbskosten verbraucht, und ein gewisses Risiko muss der Versicherer ja auch schon in den ersten Jahren kalkulieren. Schließlich könnte sich Herr Kunde ja völlig überraschend um den nächsten Baum wickeln und für immer verabschieden.

So dauert es in der Regel 3 Jahre, je nach Laufzeit des Vertrages auch länger, bis sich ein erster kleiner Rückkaufswert wie ein zartes Pflänzchen, das noch gehegt und gepflegt werden möchte, ans Licht der Öffentlichkeit wagt.

Bis der Rückkaufswert die Summe der eingezahlten Beiträge erreicht, dauert es dann noch ein paar weitere Jahre.

Die Aussage von Peter Pfiffig, der Vertrag von Karl Kunde zeige noch keinen Rückkaufswert, ist also objektiv gesehen richtig. Denn Herr Kunde hat im Augenblick - bei einer Kündigung seines Vertrages zum gegenwärtigen Zeitpunkt - von seiner Gesellschaft tatsächlich noch keinen müden Cent zu erwarten.

Sachlich gesehen ist die Aussage, Karl Kunde würde nichts verlieren, dennoch völlig falsch. Tausende Verbraucher fallen jedes Jahr wieder auf diese dummen Sprüche hungriger Vertreter herein und verlieren unterm Strich viele Millionen.

„Das ist doch Betrug“, werden Sie jetzt vielleicht sagen, und nach allgemeinem Rechtsempfinden könnte man es durchaus auch als Betrug bezeichnen. Aber für eine Erfolg versprechende Strafanzeige reicht es nur selten.

Peter Pfiffig hat seinen neuen Kunden ganz fürchterlich über den Tisch gezogen. Auch die versprochenen 200 € ändern daran nichts, denn er hat ihm 3 ganz wesentliche Sachverhalte absichtlich verschwiegen.

·         Wenn Karl Kunde eine neue Lebensversicherung abschließt, werden selbstverständlich erneut Abschlusskosten fällig. Herr Kunde fängt also mit seinem neuen Vertrag wieder ganz unten im Keller an. Er muss erst wieder mehrere Jahre warten, bis sein Vertrag überhaupt mal auf null ist, geschweige denn, einen Rückkaufswert ausweist. Alle Prämien, die Karl Kunde bisher in seinen alten Vertrag gezahlt hat, sind unwiderruflich verloren. Obwohl viele Vertreter immer wieder behaupten, die eingezahlten Beiträge gingen nicht verloren, sondern würden irgendwann in ferner Zukunft zurückerstattet, sehen die Kunden keinen Cent wieder.

·         Wenn Karl Kunde jetzt eine neue Lebensversicherung abschließt, so wird diesem neuen Vertrag – wie könnte es anders sein - selbstverständlich auch das heutige Eintritts-alter zugrunde gelegt. Karl Kunde ist inzwischen ein paar Jahre älter geworden, und das damit verbundene höhere Risiko spielt bei der Prämienberechnung durchaus eine Rolle. Außerdem könnte sich der Gesundheitszustand des Antragsstellers in der Zwischenzeit geändert haben und empfindliche Risikozuschläge notwendig machen.

·         Die Laufzeit des Vertrages beträgt - gleiches Endalter zugrunde gelegt - jetzt einige Jahre weniger. Hinzu kommt ein unter Umständen stark veränderter Rechnungszins. Das sind alles Faktoren, die die Ablaufleistung empfindlich sinken lassen und voll zu Lasten von Karl Kunde gehen.

Die ganze Rentabilität des Vertrages wird eine völlig andere. Karl Kunde wird das Ziel, das er sich mit seiner Lebensversicherung gesteckt hatte, nicht oder nur mit erheblich höherem Aufwand erreichen können.

Alles in allem ein sehr schlechtes Geschäft für Karl Kunde, das er - in Kenntnis der Zusammenhänge - wohl auch nie gemacht hätte. Nur - den Vorwurf muss er sich machen lassen - nur hätte er sich eben besser informieren müssen. So schlägt der Handel sicherlich mit einem Verlust von mehr als € 5.000 zu Buche, die Karl Kunde in seiner Gutmütigkeit verschenkt hat. Dafür wird er wohl einige Stunden arbeiten müssen.

Ob er Herrn Pfiffig wegen seiner im Grunde falschen Beratung in Regress nehmen kann, ist sicherlich fraglich. Die Beratung durch Peter Pfiffig war zwar ohne Zweifel falsch und mit Sicherheit auch nicht im Sinne von Karl Kunde. Aber Peter Pfiffig steht in keinem Treueverhältnis zu seinen Kunden. Denn er ist Handelsvertreter und steht somit auch nur in einem Treueverhältnis zu der Gesellschaft, deren Interessen er gerade wahrnimmt.

Hätte die gleiche falsche Beratung durch einen Versicherungsmakler stattgefunden, wäre es ganz eindeutig eine Fehlberatung gewesen, für die der Makler nach geltender Rechtsprechung sogar haften müsste.

Der Versicherungsmakler ist ausschließlich seinen Kunden verpflichtet und hat deren Interessen - notfalls auch gegen seine eigenen Provisionsinteressen - zu wahren und dann verantwortliche Vorschläge zu machen.

Peter Pfiffig stört das wenig. Er ist wieder einen Monat weiter und er kann stolz darauf sein, seinen Teil zur Steigerung des Bruttosozialproduktes beigetragen zu haben.

In den Leitlinien der Versicherungswirtschaft steht zwar ausdrücklich, dass ein Ausspannen von Lebensversicherungsverträgen nicht erwünscht sei. Aber Papier ist ja bekanntlich geduldig.

Auf allen Führungsebenen wird im Grunde lächelnd darüber hinweggesehen. Denn sie alle leben von ihrem Umsatz. Von der Produktion. Von der Beute. Solange es nicht gerade die eigenen Verträge betrifft, werden großzügig beide Augen zugedrückt. Hauptsache, die Produktionszahlen stimmen. Wie sie zustande kamen, interessiert im Grunde niemanden.

Pecunia non olet. Geld stinkt nicht. Das wusste man schon im alten Rom.

Auch wenn Banken im Rahmen einer Finanzierung vorschlagen, zur Absicherung des Darlehens und eventuell auch zur Tilgungsaussetzung eine Lebensversicherung einzusetzen, sich aber gleichzeitig weigern, bereits bestehende Lebensverträge in ihre Berechnung einzubeziehen, dann hat das mit Sicherheit mehr mit brutalem Straßenraub als mit einer korrekten und verantwortungsvollen Kundenberatung zu tun, die der Verbraucher von einer Bank  eigentlich erwarten könnte.

Dem Verbraucher, dem ein solch unseriöses Angebot von Seiten einer Bank gemacht wird, kann nur geraten werden, schleunigst die Beine unter die Arme zu nehmen und das Weite sowie eine andere Bank zu suchen.

Leider können aber viel zu viele Verbraucher von ihren „Bankberatern“ unter Druck gesetzt werden. Notgedrungen akzeptieren sie Vorschläge, denen keine vernünftigen Argumente mehr zugrunde liegen.

Leider stehen auch viel zu viele Bankberater unter Verkaufsdruck. Auch sie müssen Zielzahlen erfüllen, die ihnen von den jeweiligen Geschäftsleitungen vorgegeben werden.

Wen wundert es da, wenn die Bankberater entweder den Vertrauensvorschuss, den die Banken aus unerfindlichen Gründen noch immer genießen, überstrapazieren oder ihre Macht – weil sie über die Kreditvergabe verfügen – mehr als brutal ausspielen.

Allein der dezente Hinweis, ohne eine entsprechende Lebensversicherung müsse die Kreditlinie überdacht werden, genügt oft genug völlig, um ängstliche Kunden zu einer Unterschrift unter einen neuen Vertrag zu nötigen, und das teilweise mit Bedingungen, die alles andere als günstig sind. Von den mit dem neuen Abschluss einhergehenden Verlusten für den kreditsuchenden Verbraucher ganz zu schweigen. Gewalt ist schon immer vor Recht gegangen. 


Vorsicht

Taschendiebe

 

In Deutschland leben einige tausend Menschen vom Taschendiebstahl. Wie viele es genau sind, weiß wohl niemand. Wahrscheinlich will es auch niemand so genau wissen, um die ehrlichen Bürger mit diesen Zahlen nicht über die Gebühr zu beunruhigen.

Sie alle leben im weitesten Sinne von der Geschicklichkeit ihrer Finger und damit – wie die meisten ehrlichen Bürger wohl auch – von ihrer Hände Arbeit. Sie haben ihren Beruf erlernt – wie jeder andere Bürger, der einem schweißtreibenden Broterwerb nachgeht, auch. Es gibt wahre Künstler unter ihnen, und sie sind fast immer auch noch stolz auf ihre oft beachtliche Fingerfertigkeit.

Von einem Unrechtsbewusstsein fehlt natürlich jede Spur, denn sie üben ihren in ihren Augen ehrenwerten Beruf oft schon seit mehreren Generationen aus.

Sie alle haben Familien, die sie in irgendeiner Weise unterhalten müssen, und wahrscheinlich haben sie sogar viele hungrige Mäuler zu stopfen.

Die Existenz tausender Familien wäre also ernsthaft bedroht, wenn wir diese kleinen und großen Künstler in ihrem Fach auf welchem Wege auch immer aus dem Verkehr ziehen und die ehrlichen Mitbürger dauerhaft vor ihren Zugriff schützen würden.

Stellt sich die Frage, ob eine durchgreifende staatliche Lösung überhaupt von irgendjemandem gewollt ist. Denn irgendjemand müsste ja dann, da wir in einem Sozialstaat leben, in irgendeiner Form für die in Not geratenen Familien aufkommen. Schließlich könnten wir sie ja nicht verhungern lassen.

Außerdem muss ja auch unsere Polizei mit irgendetwas sinnvoll beschäftigt werden, um nicht zu viel Speck anzusetzen.

Also zieht man es vor, zumindest die kleineren Diebe für ein paar Tage wegzuschließen, ihnen mit erhobenem Zeigefinger zu drohen, und sie dann bei nächster Gelegenheit wieder laufen zu lassen, um das System als Ganzes nicht zu gefährden.

Dann hat alles wieder seine gewohnte Ordnung:

·         Die Familien haben wieder ihr gewohntes, gesichertes Auskommen,

·         die Polizei kann einmal mehr ihre Existenzberechtigung nachweisen und ihre Erfolgsstatistik weiter ausbauen.

Im Übrigen sollen die Leute gefälligst selbst besser auf ihre sieben Sachen aufpassen und den Taschendieben weniger Gelegenheit zur Selbstbedienung bieten. Wer mit offener Einkaufstasche durch die Stadt läuft und den Inhalt offen zur Schau stellt, darf sich zumindest nicht wundern, wenn er die Aufmerksamkeit der Menschen mit den langen Fingern erregt, und diese kleinen Gauner sich – ohne jede Gewalt natürlich - ganz ungeniert bedienen.

Man kann daran zweifeln, ob Mitleid mit den Opfern angebracht ist.

Jede gesunde Gesellschaft muss ein gewisses Maß an Gaunern unter ihren Bürgern verkraften können, ohne gleich daran zu zerbrechen. Wie der einzelne Betroffene damit fertig wird, ist eine ganz andere Frage.

Mit den Versicherungsvertretern ist es im Grunde nicht viel anders als mit den Taschendieben.

Zugegeben! Ja! Ein paar mehr sind es schon, die da – in der Regel mehr oder weniger ehrlich – bemüht sind, sich auf Kosten der gemeinen, in der Regel hart arbeitenden Verbraucher ein schönes Leben zu machen und ihnen mit gekonnten Sprüchen ihr sauer verdientes Geld unauffällig, aber leider meist völlig legal, aus der Tasche zu ziehen.

Ob es nun 400.000 oder 500.000 sind, niemand weiß das so genau. Und wahrscheinlich will das auch überhaupt niemand wissen. Zumindest nicht die, die davon profitieren.

Warum auch sollte irgendjemand das so genau wissen wollen?

Was würde ihm dieses Wissen nützen?

Wenn, wie in der deutschen Versicherungswirtschaft ein paar hundert-tausend Existenzen auf dem Spiel stehen, hat niemand mehr ein ehrliches Interesse daran, einmal etwas genauer hinter die Kulissen zu blicken und nachzusehen, in wieweit die gesetzlich festgelegten Spielregeln auch nur ansatzweise wirklich eingehalten werden.

Sie alle haben Familien, die sie in irgendeiner Weise unterhalten müssen, und wahrscheinlich haben auch sie viele hungrige Mäuler zu stopfen.

Die Existenz tausender Familien wäre also ernsthaft bedroht, wenn wir diese kleinen und großen Künstler in ihrem Fach auf welchem Wege auch immer aus dem Verkehr ziehen und die ehrlichen Mitbürger dauerhaft vor ihren Zugriff schützen würden.

Wo Milliarden umgesetzt werden, will niemand mehr so genau wissen, wie viel davon ehrlich verdient wurde oder ob leichtsinnige Verbraucher mit überhöhten Prämien oder gar völlig unsinnigen Verträgen mehr oder weniger gekonnt über den Tisch gezogen wurden.

Hauptsache, es werden Steuern gezahlt, und wenigstens die Steuererklärung des Vermittlers stimmt, denn die wird mit Sicherheit irgendwann überprüft werden. Der Schutz des Verbrauchers wird in solchen Fällen zur belanglosen Nebensache, die getrost übergangen werden kann.

Seit Jahren träumt man in Deutschland von einer EU-Richtlinie, die irgendwann auch einmal umgesetzt werden soll.

Durch die EU-Richtlinie soll im Interesse der Verbraucher eindeutig festgelegt werden, wer in Zukunft noch Versicherungen verkaufen darf und welche Mindestqualifikation er für diesen Beruf mitbringen muss.

Es wird also in Zukunft nicht mehr genügen, dass jemand weiß, dass man das Wort Versicherungen mit einem großen V am Anfang schreibt, um ihn ohne weitere Auflagen zu befähigen, Versicherungsverträge gleich welcher Art an jedermann zu verhökern.

Wer Versicherungen verkaufen will, wird sich in naher Zukunft in irgendeiner Weise qualifizieren und dann in ein zentrales Register eintragen müssen. Wer dieses Register führen wird, ist zurzeit noch offen. Wann die EU-Richtlinie endlich umgesetzt wird, steht noch in den Sternen.

Wenn diese zu erwartende EU-Richtlinie erst einmal im Interesse des Verbrauchers konsequent umgesetzt wird, wird sie wahrscheinlich mehr als 200.000 schnell angelernten Amateuren, die sich auf diesem Gebiet tummeln, ihre Existenz, zumindest aber ihr bequemes Zubrot kosten.

So kommt denn großes Wehgeschrei aus allen Richtungen, auch aus Ecken, wo man es am wenigsten vermutet hätte.

Stellen Sie sich vor, da fürchten allen Ernstes einige tausend Autohäuser um ihre Existenz, wenn man ihnen durch diese neue Richtlinie das Recht auf den Vertrieb von Versicherungen beschneiden oder gar völlig untersagen würde!

Können Sie mir sagen, warum ein Autohaus unbedingt Versicherungen verkaufen muss, um überleben zu können?

Sollte man den Verkauf von Versicherungs-Policen nicht lieber den erfahrenen Fachleuten überlassen, die zwar von dem Versicherungsgeschäft wenigstens etwas verstehen, deshalb aber nicht unbedingt über die neuesten Automodelle Bescheid wissen?

Auch von einigen Versicherungsgesellschaften, die um ihre teilweise durchaus erfolgreich arbeitenden nebenberuflichen Organisationen bangen, die sie in Jahrzehnten aufgebaut haben, werden von den Vorständen zur Zeit heftige Bedenken angemeldet, denn sie fürchten um ihre gewohnten Umsätze und die damit verbundenen Renditen.

Natürlich kann man sich - völlig zu Recht übrigens - auf den Standpunkt stellen, dass jemand, der leichtfertig genug ist, seine Versicherungsverträge über einen ahnungslosen Auto- oder Kaffeeverkäufer oder anderen nebenberuflichen Vermittler abzuschließen, keines besonderen Schutzes bedarf.

Er muss selbst wissen, auf was er sich da einlässt.

Wer seine Versicherungspolicen per Katalog im Versandhandel kauft, um mit etwas Glück vielleicht ein paar Euro im Jahr zu sparen, darf später am Telefon nicht unbedingt die qualifizierte Beratung erhoffen, die er von einem gelernten Versicherungskaufmann erwartet.

Mehr noch, er sollte nach Auffassung vieler Experten sogar für seine Dusseligkeit bestraft werden.

Die gleiche Aussage gilt im Übrigen auch für den Umgang mit den Direktversicherern. Der Verbraucher, der schlau genug ist, oder sich zumindest schlau genug glaubt, seine Entscheidungen ohne den persönlichen Rat eines Experten treffen zu können, darf sich im Schadenfall nicht wundern, wenn er feststellt, dass Papier einmal mehr geduldig war und er auf gut klingende Sprüche oder bunte Bildchen hereingefallen ist.

Aber Dummheit ist, wie ein altes Sprichwort sagt, leider nicht strafbar.

Auch in Berlin geht man mit der Umsetzung der im Grunde schon längst überfälligen EU-Richtlinie und dem damit unter Umständen zu erwartenden Verlust von 200.000 Arbeitsplätzen recht zögerlich um. Denn auch in Berlin weiß man, dass die konsequente Umsetzung zu erheblichen Steuerausfällen führen könnte, was sich zurzeit wohl keine Regierung leisten kann.

Bleibt nur zu hoffen, dass bei einer nüchternen Werteabwägung die Interessen des Verbrauchers gegenüber den gewichtigen Interessen der Gesellschaften nicht mal wieder auf der Strecke bleiben.

Stellt sich die Frage, ob eine durchgreifende staatliche Lösung überhaupt von irgendjemandem gewollt ist. Denn irgendjemand müsste ja dann, da wir in einem Sozialstaat leben, in irgendeiner Form für die in Not geratenen Familien der Vermittler aufkommen. Schließlich könnten wir sie ja nicht verhungern lassen.

Den Satz hatten wir doch schon mal. Er kommt Ihnen sicher bekannt vor.

Im Übrigen sollen die Leute gefälligst selbst besser auf ihre sieben Versicherungspolicen in ihren Ordnern aufpassen und den, nein, natürlich nicht den Taschendieben, sondern den Vermittlern weniger Gelegenheit zur Selbstbedienung bieten.

Wer mit offener Einkaufstasche durch die Stadt läuft und den Inhalt offen zur Schau stellt, darf sich zumindest nicht wundern, wenn er die Aufmerksamkeit der Menschen mit den langen Fingern erregt, und diese kleinen Gauner sich – ohne jede Gewalt natürlich - ganz ungeniert bedienen.

Wer als Verbraucher seine Versicherungen dem berühmten Mann an der Haustür, den er vorher nie gesehen hat und wahrscheinlich wohl auch nie wieder sehen wird, ohne Kontrolle blind anvertraut, darf sich nicht wundern, wenn dieser sich ganz ungeniert bedient und er selbst über den Tisch gezogen wird.

Jede gesunde Gesellschaft muss ein gewisses Maß an Gaunern - oder auch an zweifelhaften Versicherungsvermittlern - unter ihren Bürgern verkraften können, ohne gleich daran zu zerbrechen.

Wie der einzelne Betroffene damit fertig wird, ist eine ganz andere Frage.

Und wie Sie damit umgehen, ist Ihre Sache.


Unterschiedlich

Die Intelligenz des Verbrauchers

 

Intelligenz, so sagt man, sei der einzige Stoff auf der Welt, von dem jeder Mensch glaubt, dass er genug davon habe, um überleben zu können. Und, was zumindest die Intelligenz des Verbrauchers betrifft, ist zum Überleben offenbar nicht immer sehr viel nötig.

Selbstverständlich könnte man auch sagen, „die Dummen werden nicht alle“ oder „Dummheit gehört bestraft“.

Aber das wäre vielleicht weniger höflich und könnte vor allem die weniger intelligenten Verbraucher schmerzen, falls diese die Pointe überhaupt verstehen.

Wodurch unterscheidet sich nun also der intelligente Verbraucher von seinem weniger intelligenten Zeitgenossen?

Es gibt eine Menge Kennzeichen, die gravierende Unterschiede erkennen lassen. Aber niemand sollte es bitte persönlich nehmen!

Wenn jemand jetzt plötzlich feststellt, dass er – ganz aus Versehen natürlich - auf der falschen Seite steht oder zumindest gestanden hat, muss er ja nicht unbedingt dort stehen bleiben und wird mir meine abfälligen Bemerkungen hoffentlich verzeihen.

„Dumm sein ist schließlich keine Schande“, sagt das Sprichwort, „nur dumm bleiben“.

Beide, der intelligente und der weniger intelligente Verbraucher, starten vom Grundsatz her - vorausgesetzt, sie können wenigstens lesen und schreiben - unter gleichen Bedingungen. Alle Verbraucher verfügen heute in der Regel über die gleichen Voraussetzungen und auch die gleichen Informationen. Aber das Ergebnis, also das, was sie aus diesen frei zugänglichen Informationen machen, ist leider grundverschieden.

Der intelligente, aufgeschlossene Verbraucher ist in der Lage, die unterschiedlichen Informationen, die er bekommt, selbständig zu verarbeiten und eigene Schlüsse daraus zu ziehen. Er lässt sich nicht so leicht ein X für ein U vormachen. Denn der intelligente Verbraucher achtet auch sonst bei allem, was er kauft, weniger auf die Verpackung, als auf die Qualität und den Preis.

Der intelligente Verbraucher weiß wahrscheinlich schon längst, dass es zum Beispiel in einigen Versicherungsbereichen unverständliche Prämienunterschiede von mehreren 100 Prozent gibt. Zumindest kann er mit dieser Information, wenn er sie wirklich erst jetzt bekommen sollte, etwas Vernünftiges anfangen.

Der kostenorientierte Verbraucher hat in der Regel auch genug eigene Vorstellungskraft, um zu glauben, dass der Durchschnittshaushalt im Jahr gut und gerne € 1.000 sparen könnte, wenn alle Verbraucher  nur ein bisschen mitrechnen und die Preise vergleichen würden.

Und, der intelligente Verbraucher  hat natürlich auch genug Grips, um notfalls mit einem einfachen Taschenrechner nachzurechnen, dass aus € 1.000 im Jahr - langfristig angelegt, versteht sich - in 30 Jahren tatsächlich € 100.000 werden, die auch er verschenken würde, wenn er sein Verhalten nicht entsprechend einrichtet.

Der intelligente Verbraucher weiß oder wird zumindest einsehen, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, warum ausgerechnet er mehr Geld als nötig für seine Versicherungen ausgeben sollte.

Denn der Intelligente entscheidet mit dem Kopf und nicht mit dem Bauch.

Schließlich würde der Intelligente auch keine Eier von angeblich glücklichen Hühnern das Stück für einen Euro oder auch mehr auf dem Markt kaufen, wenn er die gleichen Eier am Stand gleich nebenan für 10 oder 20 Cent das Stück bekommen kann.

Der intelligente Verbraucher weiß aus Erfahrung, dass er sich nicht gegen alle Risiken des täglichen Lebens versichern kann. Denn auch ihm, dem Durchschnittsverdiener, stehen in der Regel nur begrenzte Mittel zur Verfügung. Auch er wird immer nur einen bestimmten Teil seines Einkommens für die Versicherung gegenwärtiger Risiken und für die Vorsorge ausgeben können, wenn ihm auch noch für die Alterssicherung etwas übrig bleiben soll.

Mehr ist beim besten Willen nicht drin! Wenn – mit Verlaub gesagt – der Kitt in den Fenstern bleiben und den Kindern die Klimmzüge am Brotkasten erspart bleiben sollen, ist irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.

Für einen intelligenten Verbraucher gibt es keinen vernünftigen Grund, mehr als nötig für seine Versicherungen zu bezahlen.

Mit diesem kessen und zugleich provozierenden Slogan wirbt der Verband marktorientierter Verbraucher e.V. in Köln.

Nun wäre es sicherlich etwas über das Ziel hinausgeschossen und vielleicht sogar kontraproduktiv, jeden, der zu viel oder zumindest mehr als nötig für seine Versicherungen bezahlt, gleich als völlig schwachsinnig einzustufen.

Zudem möchte ich nach Möglichkeit vermeiden, dass mir der eine oder andere Leser bereits an dieser Stelle mein Buch um die Ohren haut oder mit einem jähen Wutschrei in die Ecke wirft, anstatt  in Ruhe weiter zu lesen. Es wäre doch wesentlich besser,  mit mir gemeinsam zu versuchen, dass sich die Fehler der Vergangenheit wenigstens in Zukunft nicht wiederholen.

Halbieren Sie die Kosten Ihrer Versicherungen,

und Sie haben mit Sicherheit mehr vom Leben!

Das ist doch immerhin ein Vorschlag, der zumindest schon einmal gut klingt, und der sich bei vielen Verbrauchern mit etwas gutem Willen auch leicht umsetzen ließe.

Der Durchschnittshaushalt in Deutschland könnte, das haben unabhängige Experten schon vor Jahren festgestellt, allein bei seinen privaten Versicherungen € 1.000 im Jahr sparen. Die Verbraucher müssten nur ein bisschen mitrechnen und die Preise vergleichen.

€ 1.000 im Jahr, das ist für viele Verbraucher viel Geld. € 1.000 sind zum Teil mehr, als viele Familien für ihre Altersversorgung zurücklegen können.

Bleibt eine Frage offen:

Warum also zahlen so viele Verbraucher zu viel Geld für ihre Versicherungen?

Vielleicht versuchen wir erst einmal, gemeinsam eine befriedigende Antwort auf diese für viele Verbraucher vielleicht sogar indiskrete Frage zu finden. 

Der intelligente Verbraucher muss verstehen lernen, dass er in einzelnen Lebensbereichen zwangsläufig auch einmal ein eigenes Risiko tragen muss, wenn er mit seinem knappen Geld vernünftig über die Runden kommen will.

Deshalb wird ein intelligenter Verbraucher, der das erst einmal begriffen hat, später ohne zu zögern immer  bereit sein, zumindest in einigen Versicherungsbereichen angemessene, überschaubare Selbstbeteiligungen zu akzeptieren. Denn er, der überlegt handelnde Verbraucher, wird intuitiv begreifen, dass ihm ein großes, wenn auch weitmaschiges Netz auf Dauer mehr Sicherheit bietet, als ein kleines, wenn vielleicht auch engmaschigeres Netz, das nicht alle notwendigen Lebensbereiche absichert.

Wie gesagt, diese letzte, aber wesentliche Erkenntnis setzt schon einige Intelligenz voraus, die leider noch immer nicht bei allen Verbrauchern anzutreffen ist. Viele Verbraucher glauben noch immer, dass ihnen in jedem Schadenfall auch der letzte Euro ersetzt werden müsse. Dafür nehmen sie lieber in Kauf, dass andere Lebensbereiche völlig ungesichert bleiben.

Der intelligente Verbraucher wird irgendwann - vielleicht sogar ganz von selbst - zu der Erkenntnis kommen, dass seine Zukunft umfassend  geschützt werden muss und diese Zukunft im Grunde viel zu wertvoll ist, um sie dem Zufall zu überlassen, anstatt sie mit fachlicher Unterstützung umsichtig zu planen.

Aus diesem Grunde wird der intelligente Verbraucher seine Versicherungen auch nie und nimmer von einem Vertreter an der Haustür kaufen. Denn er weiß, vielleicht sogar aus eigener bitterer Erfahrung, dass er dort an der Haustür

·         weder den lange gesuchten Fachmann finden wird, den er für seine Planung braucht,

·         noch die Produkte bekommen wird, die einer ernsthaften Prüfung in Bezug auf Preis und Leistung standhalten.

Irren ist menschlich. Fehler macht jeder.

Der intelligente Verbraucher ist bereit, aus seinen Fehlern zu lernen. Er wird offen es zugeben, wenn er etwas falsch gemacht hat, ohne sich gleich in seiner Ehre gekränkt zu fühlen.

Der intelligente Verbraucher erkennt sofort, spätestens aber nach dem ersten Reinfall, dass er eine objektive Beratung letztendlich doch nur von einem wirklich unabhängigen Fachmann erhalten kann, der den Markt kennt und auch auf alle Produkte dieses Marktes uneingeschränkt zugreifen kann. Von einem Versicherungsmakler zum Beispiel, der nicht unter Produktionsdruck steht, keine Abschlussquoten erfüllen muss und nicht selbst ums Überleben kämpfen muss.

Der weniger intelligente Verbraucher bekommt in der Regel die gleichen Informationen - oder er könnte sie zumindest bekommen. Denn die meisten Informationen sind heutzutage schließlich jedermann zugänglich. Auch er kann über die unverständlichen Prämienunterschiede von teilweise mehreren hundert Prozent in den Medien nachlesen.

Aber was tut er? Er liest nur den Sportteil.

Im Wirtschaftsteil steht, dass ein kostenbewusster Verbraucher allein bei seinen privaten Versicherungen bequem € 1.000 im Jahr sparen könnte, wenn, ja wenn er sich nur die Mühe machen und mitrechnen würde. Aber er geht darüber hinweg. Zu den Seiten mit den Sex-anzeigen. Die sind für einen Familienvater mit drei Kindern ja auch viel informativer.

Auf die Summe von € 100.000, die in 30 Jahren aus € 1.000 im Jahr werden könnten, darauf kommt der weniger Intelligente schon nicht mehr. Denn für die dazu nötige Zins- und Zinseszinsrechnung wäre schon etwas mehr Grips erforderlich, als er aufbieten kann. Das wäre für ihn schon höhere Mathematik.

In der Schule hatte er gerade gefehlt, als dieser Stoff besprochen wurde.

Der weniger Intelligente wird auch nie einsehen, warum er nicht mehr als nötig für seine Versicherungen ausgeben sollte, wo es doch so schöne Prospekte mit bunten Bildern gibt. Und sooo sympathische Vertreter, die ihre angelernten Sprüche sooo gut aufsagen können.

Er, der weniger Intelligente, würde glatt auch noch die Eier von glücklichen Hühnern für einen Euro das Stück kaufen. Hauptsache, die Verpackung ist schön bunt gestylt und der Kauf vielleicht auch noch seinem Image förderlich.

Der weniger Intelligente weiß inzwischen zwar auch, dass er sich nicht gegen alle Gefahren des Lebens versichern kann, schon weil sein Geld dazu ohnehin nicht ausreichen würde. Aber er handelt weiterhin unvernünftig. Er überlässt vieles von dem, was im Grunde sorgfältig geplant werden müsste, dem Zufall. Oder auch dem Mann mit dem Koffer, der gerade an der Haustür klingelt.

So beschränkt er seinen Versicherungsschutz auf einige wenige, in der Regel sehr gegenwartsbezogene Versicherungsbereiche. Die kann er vielleicht gerade noch verstehen. So nimmt er - bewusst oder unbewusst - leichtfertig in Kauf, in allen anderen Lebensbereichen voll auf den Bauch zu fallen.

Schließlich ist da ja noch das soziale Netz, ist dann die beliebte Ausrede, in das man sich so bequem fallen lassen kann.

Selbstbeteiligungen auch in noch so geringer Höhe wären für den weniger intelligenten Verbraucher nie und nimmer zu akzeptieren. Denn im Schadenfall möchte er doch möglichst viel Geld sehen, damit sich sein Einsatz wenigstens gelohnt hat. Jede Police muss sich seiner Meinung nach rechnen. Der Schaden wird zum Glücksfall.

Er der weniger Intelligente, wird nie und nimmer begreifen, dass er mit vernünftigen Selbstbeteiligungen in verschiedenen Versicherungsbereichen sehr viel Geld sparen könnte. Das ist für den weniger intelligenten Verbraucher einfach zu hoch.

Aber schließlich ist es sein Geld, das er aus dem Fenster wirft. Und er kann damit machen, was er will. Er kann sogar das Fenster bestimmen, aus dem er es wirft. Irgendwer wird das Geld dann schon aufheben. Nur wundern, wundern sollte er sich später nicht. Wenn die Rationen im Alter zwangsläufig wohl etwas kleiner ausfallen werden, hat er wenigstens genügend Zeit, über die Fehler der Vergangenheit nachzudenken.

Zeit und Geld kann man im Leben immer nur einmal ausgeben,

dann sind sie beide, Zeit und Geld, unwiederbringlich fort.

Klar, es gibt auch eine Menge gute Gründe, die für die teuren Prämien und die langfristigen Verträge der großen Gesellschaften mit den bekannten Namen sprechen. Das behaupten zumindest die gut geschulten Vertreter der großen Ausschließlichkeitsorganisationen. Und die müssen es ja wissen. Denn die müssen ja auch davon leben.

Wie sollten die teuren Gesellschaften mit den bekannten Namen denn auch sonst die hohen Abschlussprovisionen ihrer Handlanger sicherstellen? Ob das aber im Interesse des Verbrauchers liegt, der immer alles bezahlen muss, das sollte jeder intelligente Verbraucher für sich entscheiden.

Ganz nebenbei bemerkt, rein rechnerisch sind ohnehin 75% aller Außendienstler im Versicherungsbereich völlig überflüssig. Sie alle werden - oft nur noch  aus Prestigegründen - von den großen Gesellschaften auf Kosten der weniger intelligenten Verbraucher durchgefüttert, die ungefragt jeden noch so unsinnigen Versicherungsvertrag abschließen und ohne zu murren jede noch so hohe Prämie bezahlen.

Ein sorgfältig vorbereitetes, antrainiertes Verkaufsgespräch und ein gut aufgemachter Prospekt reichen nach Meinung einiger Fachleute völlig aus, um auch die unsinnigsten Versicherungen abschließen zu können. Wenn dann auch noch ein großer und bekannter Name auf der Police steht und der Vertreter die Notwendigkeit dieses Vertrages eindrucksvoll genug schildert, wird der Erfolg nicht ausbleiben.

Unsere Versicherungswirtschaft braucht, so zynisch es vielleicht klingen mag, ganz offensichtlich den nicht informierten, das heißt den weniger intelligenten Verbraucher, um in ihrer heutigen Form auch in Zukunft bestehen zu können.

Das behaupten zumindest böse Zungen.

Schließlich wollen wir nicht noch mehr Arbeitslose.

Irgendjemand muss doch auch das Kapital aufbringen, das von den großen Gesellschaften benötigt wird, um die kleineren aber lästigen Wettbewerber aufzukaufen.

Oder sagen wir nicht besser gleich, sie auszuschalten?

Natürlich kann es nicht nur intelligente Verbraucher geben, die rechnen können und sehr genau auf ihr Geld achten, für das sie in der Regel auch hart arbeiten müssen.

Wo kämen wir denn da hin?

Viele Vertreter der großen Gesellschaften mit den bekannten Namen müssten wohl verhungern. Wer sich also ohne Widerstand über den Tisch ziehen lassen will und auch bereit ist, sich weiterhin wie eine Weihnachtsgans ausnehmen zu lassen, der soll das tun. Er muss sich nur entsprechend entscheiden und kann sein „soziales Verhalten“ danach einrichten.

Dem intelligenten Verbraucher aber wird seine eigene Brieftasche doch hoffentlich wohl immer näher sein, als das Betriebsergebnis irgendwelcher Konzerne mit großen Namen oder auch die Provisionen ihrer immer hungrigen Vertreter!

Der weniger Intelligente macht grundsätzlich keine Fehler. Oder er gibt sie zumindest nicht offen zu. Fehler gemacht zu haben, würde ja schließlich seinen Stolz treffen. An dieser Stelle, da ist er empfindlich. So werden die Fehler der Vergangenheit schon aus Bequemlichkeit auf die Zukunft übertragen. Sie summieren sich exponentiell zu gewaltigen Summen auf, die jede Vorstellungskraft übersteigen.

Der weniger intelligente Verbraucher glaubt wahrscheinlich immer noch an Wunder. So fällt er denn immer und immer wieder auf die schönen eingeübten Sprüche der Ausschließlichkeitsvertreter herein, die um jeden Preis verkaufen müssen.

Warum?

Weil er die Zusammenhänge einfach nicht begreifen will oder vielleicht auch nicht begreifen kann. So zahlt er denn jeden Preis für die unsinnigsten Risiken und lässt dafür an anderen Stellen unverzeihliche Lücken, die im Schadenfall seine ganze Existenz gefährden, wenn nicht gar vernichten können.

So wird er denn auf Jahre hinaus immer eine leichte Beute der immer hungrigen Vertreter bleiben.

Vielleicht sagen Sie ja inzwischen schon, dass ihm Recht geschieht.

Der Verband marktorientierter Verbraucher e.V. wurde vor mehr als 10 Jahren von Verbrauchern für Verbraucher gegründet.

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht,

·         intelligente Verbraucher zu informieren.

·         Er wird versuchen, seinen Mitgliedern intelligente Produkte zu bieten, mit denen sie auch etwas anfangen können.

Damit mehr Geld in der Tasche des Verbrauchers  bleibt und weniger in die Tresore der Gesellschaften wandert, wurden für jeden Verbraucher leicht verständliche Lösungen mit vielen interessanten Informationen erarbeitet, Angebote, die genau auf die jeweilige Situation des Verbrauchers abgestimmt werden können.

Der Aufwand für die privaten Versicherungen ließe sich in den meisten Haushalten ohne viel Mühe durchaus halbieren. Nur müssten dann alle Entscheidungen etwas mehr mit dem Kopf und weniger mit dem Bauch getroffen werden.

Halbieren Sie die Kosten Ihrer Versicherungen,

und Sie haben mit Sicherheit mehr vom Leben!


Ungenutzt

Die Macht des Verbrauchers

 

Bevor wir die wirtschaftlichen Folgen und die Auswirkungen eines geänderten Verbraucherverhaltens in allen Versicherungsbereichen auf die Assekuranz untersuchen, müssen wir uns erst einmal über die Größenordnung der Beträge klar werden, die hier bewegt werden und ganz bequem umverteilt werden könnten.

Sie spielen gerne mit Zahlen? Gut, rechnen Sie mit!

Nach einer Statistik des Kraftfahrtbundesamtes in Flensburg wurden 2005 rund 3,3 Millionen Neufahrzeuge und 6,66 Millionen gebrauchter Kraftfahrzeuge an- oder umgemeldet. Alle Fahrzeuge, Stoßstange an Stoßstange hintereinander gestellt, ergäben eine Autoschlange, mit der man die Erde am Äquator umspannen könnte.

Zehn Millionen, 10.000.000 Möglichkeiten, sich problemlos für einen der preisgünstigen Anbieter zu entscheiden. Denn der Fahrzeug-wechsel ist noch immer die beste Gelegenheit, zu einem anderen, preiswerteren Versicherer zu wechseln.

Stellen Sie sich nun einmal vor, nur jeder Zehnte der angeblich so mündigen Bürger hätte diese gute Gelegenheit auch wahrgenommen!

Dann hätte er sich, nach einer ausgiebigen Information natürlich, gezielt einem der preiswerten Anbieter zugewendet und damit dem bisherigen teuren Versicherer den Rücken gekehrt. Das wäre immerhin eine Völkerwanderung von einer Million Kunden, die hier mit den Füßen über Preise und Gesellschaften abgestimmt hätten. Mehr als genug, um eine Menschenkette von Hamburg bis München zu bilden. Einer neben dem anderen.

Wenn wir nun weiterrechnen und in der Kraftfahrtversicherung eine durchschnittliche Jahresprämie von € 600 zugrunde legen, würde dies immerhin € 600.000.000 bedeuten, die hier durch kurzentschlossene, gut informierte Verbraucher ohne jeden Aufwand hätten umgeleitet werden können.

Setzen wir die durchschnittliche Beitragsersparnis nur mit € 100 je Kfz-Vertrag an, wären immerhin einhundert Millionen Euro in den Taschen der Leute geblieben, die nicht mehr ungefragt jeden Beitrag bezahlen.

Einhundert Millionen Euro aber sind bereits die Kfz-Prämien, also das Beitragsaufkommen mehrerer mittelgroßer Gesellschaften, die viele Jahre gebraucht haben, um einen Bestand dieser Größenordnung aufzubauen. Ganz zu schweigen davon, dass bei teuren Fahrzeugen, also Fahrzeugen mit hohen Typklassen, allein in der Fahrzeugvollversicherung Beitragsunterschiede von mehreren tausend Euro auftreten können, die zwischen teuren Anbietern und ihren preiswerten Mitbewerbern liegen können.

Aber setzen wir doch unsere kleinen aber aufschlussreichen Zahlenspiele mit einem anderen Beispiel aus einer anderen Versicherungssparte noch eine Weile fort! Nehmen wir einmal an, die zehn größten Anbieter des Marktes - nein, wir werden wie immer keine Namen nennen, hätten im Bereich der Unfallversicherung im Jahr ein Gesamtprämienaufkommen von 2,5 Milliarden Euro.

Die Preisunterschiede zwischen preisgünstigen und teuren Anbietern liegen in der Unfallversicherung gut und gerne bei einhundert Prozent. Im Einzelfall können sie aber durchaus auch mehrere hundert Prozent betragen. Bei gleicher Leistung, versteht sich!  Denn schließlich wollen wir ja nicht den Fehler machen, Äpfel und Birnen miteinander zu vergleichen.

Rechnen wir also in unserem einfachen Beispiel mit einem Prämienunterschied von nur 100% weiter! Das bedeutet im Klartext, dass in der gleichen Zeit immerhin 1,25 Milliarden Euro von nicht oder zumindest schlecht informierten Kunden für nichts und wieder nichts an diese teuren Gesellschaften gezahlt wurden. 1,25 Milliarden, denen - zumindest aus Sicht der Verbraucher - absolut keine vernünftige Gegenleistung gegenüber stand.

Denn wir können davon ausgehen, dass andere, preiswertere Gesellschaften die gleiche Leistung, den gleichen Versicherungsschutz, für die Hälfte der Beiträge, die sie bezahlt haben, erbracht hätten. Auch ein angeblich besserer Kundendienst kann solche Mehraufwendungen nicht rechtfertigen.

Und, ein so teurer Service liegt wohl keinesfalls im Sinne der Verbraucher, die wie immer die Zeche bezahlen müssen. Wer will oder braucht schon Goldrahmen für seine Policen?

Die Reihe der allgemein unverständlichen Beispiele lässt sich in fast allen Versicherungsbereichen beliebig fortsetzen. Niemand ist in der Lage, diese eingefahrenen Zahlungsströme gegen den Willen der Vorstände in andere Bahnen zu leiten.

Niemand, außer einem intelligenten Verbraucher, der endlich bereit ist,

·         sich umfassend zu informieren,

·         klar mitzudenken und

·         seine Entscheidungen ohne Kompromisse ausschließlich zum eigenen Nutzen zu treffen.

Der unabhängige Versicherungsmakler aber kann immer nur beraten. Mit seinem gut aufbereiteten Zahlenmaterial wird er, wenn er gefragt wird, dem kostenbewussten Verbraucher die notwendigen Entscheidungsgrundlagen schaffen und einwandfreie Entscheidungshilfen geben.

Letztendlich entscheiden muss jeder Kunde für sich selbst. Es ist schließlich sein Geld.

Werden diese gigantischen Zahlungsströme durch den Willen der Verbraucher erst einmal umgeleitet oder gar unterbrochen, wird es selbst für die großen Gesellschaften der Versicherungswirtschaft schwer werden, die einmal gebrochenen Dämme wieder zu flicken und die abströmenden Massen aufzuhalten.

Die fest eingefahrenen Organisationen werden sich dann - trotz der gewaltigen aufgehäuften finanziellen Reserven - kaum oder zumindest nur sehr schlecht auf ein wesentlich niedrigeres Prämienniveau einstellen können. In diesem Augenblick müssten ja gleichzeitig auch alle bestehenden Altverträge mit hohen, ertrag-reichen Beitragssätzen schon aus Gründen der Billigkeit an die neuen Prämienkonditionen angepasst werden.

Wie sollte man denn den treuen Altkunden - und das auch noch mit einer vernünftig klingenden Argumentation - klar machen, dass sie in blindem Vertrauen zu ihren Agenten jahrzehntelang gegenüber preiswerten Anbietern völlig unnötig die doppelten oder gar die dreifachen Prämien gezahlt hätten. Trotzdem aber sollten sie ihrer gewohnten Gesellschaft weiterhin die Treue halten.

Das wäre wohl denn doch etwas zu viel verlangt!

Auch das Argument des besonderen Kundendienstes oder der außer-gewöhnlichen Kulanz wird gegenüber solch enormen Preis-unterschieden, wie wir festgestellt haben, stumpf und unscheinbar. Eine lohnende aber schier unlösbare Aufgabe für die Ausschließlichkeitsvertreter. Nur - ob sie dann noch immer ihren Gesell-schaften zur Verfügung stehen?

Ob dieser Außendienst dann immer noch den Mut hat, mit dem Vertrauen in die eigene Person bei enttäuschten Kunden für seine Gesellschaft zu werben?

Wenn dieser Albtraum wahr wird, dann werden auch die Vorstände dieser Gesellschaften über angepasste Prämiensätze und über neue Vertriebswege nachdenken müssen, wenn die Herren in den Chefetagen nicht eines Tages ihre Produktion selber schreiben wollen. Noch aber sitzen die ganz Oben auf dicken Geldpolstern. Sie können sich also mit dem Nachdenken noch eine ganze Weile Zeit lassen.

Denken Sie nur an die Dinosaurier! Sie waren groß, bis zu 35 Meter lang, 50 Tonnen schwer und hatten für ihre Größe ein viel zu kleines Gehirn. Die Saurier. Nicht die Vorstände.

Die lieben Tierchen starben schon vor langer, langer Zeit aus, weil sie nicht in der Lage waren, sich der allgemeinen Evolution anzupassen. Man sagt, sie hätten aufgrund ihrer Größe und ihrer körperlichen Überlegenheit einen Schmerz, wenn überhaupt, erst nach langer Zeit wahrnehmen können.

Könnte man diesen Vergleich nicht auch auf die großen Gesellschaften mit den bekannten Namen anwenden? Die oben, die am grünen Tisch, die merken überhaupt nicht, ob und wann es unten beim Außendienst schon weh tut.

Schade!


Unerwünscht

Die Markttransparenz

 

Gestatten Sie mir, lieber Leser, zwei Fragen?

Würden Sie sich in einem vornehmen Fotofachgeschäft eine teure Digitalkamera für € 2.000 kaufen, wenn Sie genau wissen, dass Sie die gleiche Kamera, gleicher Hersteller, gleiches Modell, auf der gleichen Straße nur ein paar Häuser weiter für € 1.000, also glatt für die Hälfte, kaufen könnten?

Dumme Frage! Natürlich nicht, werden Sie sagen. Vielleicht würden Sie ja noch hinzufügen, dass Sie doch wohl nicht so schwachsinnig sein könnten. Schließlich müssten Sie für Ihr Geld hart arbeiten. Und würden es nicht so leichtfertig aus dem Fenster werfen.

So schön könnte der Verkäufer in dem teuren Laden Ihrer Meinung nach doch gar nicht sein, dass Sie, in genauer Kenntnis des anderen Preises, die Kamera denn doch noch bei ihm kaufen würden. Nicht mal mit einem rosa Schleifchen! Es sei denn, Sie wollten bei Ihren Freunden Eindruck schinden. Sie wollten beweisen, dass Sie es sich leisten können, in so einem teuren Laden zu kaufen.

Die Entscheidung, die Kamera beim preiswerten Anbieter für die Hälfte zu kaufen, wird Ihnen sicherlich weiter nicht schwer fallen. Aber sie setzt voraus, dass Sie den Markt der Digitalcameras kennen und sich hinlänglich über die Preise informiert haben. Sie mussten zudem wissen, wo Sie die Kamera zum günstigen Preis von nur € 1.000 kaufen konnten.

Nun zur zweiten Frage!

Was würden Sie tun, wenn Sie von diesem enormen Preisunterschied für die gleiche Kamera erst zu spät, also erst nach einem Kauf bei dem teuren Anbieter, erfahren hätten?

Klar! Zuerst wären Sie wohl sauer gewesen. Um nicht zu sagen, stinksauer. Vielleicht hätten Sie ja sogar den Mut gehabt, noch einmal in den teuren Laden zu gehen und den so überzeugenden Verkäufer mit ein paar handverlesenen Unfreundlichkeiten „zur Sau“ zu machen. Vielleicht würde ja sogar das hässliche Wort vom Betrug fallen.

Und was würde Ihnen der Verkäufer antworten?

Er würde Ihnen freundlich lächelnd erklären, dass er von Leuten wie Ihnen leben würde, die sich nicht am Markt informieren und ohne mit der Wimper zu zucken, jeden geforderten Preis bezahlen. Dafür hätten Sie doch sicherlich Verständnis. Denn von irgendwas müsse er mit einer Frau und zwei Kindern ja schließlich auch leben.

Recht hat der Mann ja! Schließlich hätten Sie sich ja informieren können.

Wir haben in Deutschland Vertragsfreiheit. Das hatten wir ganz zu Anfang schon festgestellt. Und stolz waren wir auch darauf. Jeder kann seine Waren und Dienstleistungen zu einem ihm genehmen Preis anbieten. Ganz gleich, ob dieser Preis aus Verbrauchersicht gerechtfertigt ist oder nicht. Wenn er jemanden findet, der, Verzeihung, dumm genug ist, einen so überhöhten Preis zu bezahlen, ist das einzig und allein Sache des Käufers.

Mit einem Betrug, zumindest im Sinne des Strafgesetzbuches, hat - leider - das nicht das Geringste zu tun, auch wenn so mancher Verbraucher das anders empfinden mag.

Die einzige Möglichkeit, die Ihnen bleibt, ist, aus der bitteren Erfahrung zu lernen, beim nächsten Mal besser aufzupassen und den teuren Laden in Ihrem Bekanntenkreis wärmstens zu empfehlen. Rechtlich gesehen haben Sie keine Handhabe.

Und jetzt können Sie mir vielleicht verraten, warum Millionen Kunden, selbstverständlich alles angeblich intelligente Verbraucher, ihre Versicherungspolicen zu völlig überhöhten Prämien, mit Prämienunterschieden von teilweise sogar mehr als einhundert Prozent, einkaufen. Die Antwort auf diese Frage dürfte Ihnen schon jetzt nicht mehr schwer fallen.

Richtig, weil sich Millionen Kunden - aus welchen Gründen auch immer - nicht die Mühe machen, sich auf dem Versicherungsmarkt über die Angebote zu informieren und die Preise zu vergleichen. Dabei sind Versicherungen eine Ware wie jede andere. Und jede Ware hat nun mal einen Preis, den man mit anderen Preisen vergleichen kann.

Erschwerend kommt allerdings hinzu, dass die meisten Versicherer alles nur Menschenmögliche tun, um einen Preis- und Leistungsvergleich zu verhindern. Oder ihn mit vielen Tricks zumindest nahezu unmöglich zu machen.

Um in ihrer heutigen Art überhaupt noch überleben zu können, braucht die deutsche Assekuranz mehr denn je den weniger intelligenten Verbraucher, der sich nicht am Markt über die Preise informiert und in blindem Vertrauen zu seinem Vertreter, jede von ihm geforderte Prämie bezahlt. Der intelligente Verbraucher wird sicherlich dafür Verständnis haben, dass man von Versichererseite alles daran setzen muss, um sich diesen idealen Kundenkreis noch möglichst lange zu erhalten.

Verständnis haben Sie ja vielleicht auch. Aber das ist doch noch lange kein Grund, um sich so über den Tisch ziehen zu lassen.

Zugegeben, wenn ein kostenbewusster Verbraucher sich auf dem Versicherungsmarkt über das eine oder andere Angebot informieren will, wird er dafür wahrscheinlich etwas mehr Zeit aufwenden müssen als für den Kauf einer Digitalkamera, wo es völlig ausreicht, ein paar Fotoläden abzuklappern und die Preise zu vergleichen.

Aber bei den inzwischen bekannten Prämienunterschieden von zum Teil mehr als einhundert Prozent dürfte sich der Aufwand wohl lohnen. Schließlich geht es um wesentlich mehr Geld als jene € 1.000, die beim Kauf der Digitalkamera einmalig gespart werden konnten.

·         € 1.000 im Jahr, das ist genau der Betrag, den der Durchschnittshaushalt allein bei seinen privaten Versicherungen im Jahr einsparen könnte, wenn alle Verbraucher auch nur ein bisschen mitrechnen und die Preise vergleichen würden.

·         Aus € 1.000 im Jahr aber könnten - langfristig angelegt, versteht sich - in nur 30 Jahren stolze € 100.000 werden, die wohl jedem Verbraucher - spätestens bei der Altersversorgung - fehlen werden. Für diese Summe ließen sich schon einige sehr schöne Digitalcameras kaufen.

Die meisten Versicherer sind an einer Markttransparenz in Verbindung mit einem Preis-/Leistungsvergleich aus verständlichen Gründen überhaupt nicht interessiert. Mehr noch, sie fürchten eine durchgehende Markttransparenz in allen Sparten wie der Teufel das Weihwasser.

Die Spitzenreiter der Assekuranz sind ohnehin schon lange im Voraus bekannt. Dann folgen ein paar gute Gesellschaften im Mittelfeld, und dann folgt der Rest, der auf einem transparenten Markt keinen Blumenpott mehr gewinnen würde.

Auch für die Mitarbeiter der Nachhut wäre es mit Sicherheit wenig ermunternd, wenn ihnen gut informierte Verbraucher bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit ihre Leistungsbilanzen und ihre überhöhten Prämien um die Ohren hauen würden.

So versucht denn jede Gesellschaft, die noch etwas umsetzen möchte, ihre Vertragsinhalte mit irgendwelchen, in der Regel völlig unwichtigen zusätzlichen Einschlüssen wie eine Geburtstagstorte zu garnieren und diese dem staunenden Verbraucher dann  als umwerfende Neuerung schmackhaft zu machen.

Da werden nicht nur die besagten rosa Schleifchen angebracht, sondern Zugaben installiert, die zwar in allen Schattierungen des Regenbogens schillern, im Grunde aber von niemandem wirklich gebraucht werden.

Das Ziel, das damit verfolgt wird, dürfte für jeden intelligenten Verbraucher völlig klar sein. Je mehr Änderungen, und seien sie auch noch so unwichtig, in einen Versicherungsvertrag einfließen, umso schwerer fällt der objektive Vergleich und die Bewertung der unterschiedlichen Leistung.

Wie soll zum Beispiel bei einem Beitragsvergleich in der Kraftfahrtversicherung eine unterschiedliche Rückstufung im Schadenfall bewertet werden, wenn der Kunde bereits 30 Jahre unfallfrei fährt? Ist der Kunde wirklich bereit, Jahr für Jahr einiges mehr an Prämie zu bezahlen, um bei einem Schaden nicht um fünf Prozent zurückgestuft zu werden?

Der ausgelobte Vorteil würde die Mehrprämie ohnehin erst nach dem dritten Schaden rechtfertigen, und dann - nach dem dritten Schaden - müsste der Kunde damit rechnen, wegen Schadenhäufigkeit gekündigt zu werden.

Wie soll die Erweiterung der Wildschadenklausel oder der Schäden durch Marderbiss in der Teilkaskoversicherung als besonderer Pluspunkt gewertet werden? Ein netter Gag, aber nicht mehr. Mit Sicherheit nicht kriegsentscheidend.

Die Liste der verwirrenden, aber völlig unnötigen Einschlüsse ließe sich noch eine ganze Weile fortsetzen.

Es gibt Menschen, hochbegabte Mathematiker und Informatiker sogar, die verdienen - sehr zum Ärger einiger Versicherungsgesellschaften - ihren Lebensunterhalt damit, aussagefähige Vergleichsprogramme für den Bereich der Assekuranz zu entwickeln, um wenigstens ein bisschen Klarheit und Übersichtlichkeit in den Tarifwirrwarr zu bringen.

Auf Seiten der Gesellschaften sitzen dann ebenfalls hochbegabte Mathematiker und Informatiker, die alles daran setzen, ihre Tarife so zu entwickeln, dass sie sich weitestgehend der Vergleichbarkeit entziehen. Einige Gesellschaften - es sind mit Sicherheit nicht die besten – weigern sich sogar mit konstanter Bosheit, ihre Tarifsoftware für einen solchen Vergleich zur Verfügung zu stellen und hoffen damit, den Zug der Zeit noch ein wenig aufhalten zu können.

Diese Vergleichsprogramme stehen den Versicherungsmaklern - für viel Geld natürlich - zur Verfügung. Sie sind häufig die einzige Möglichkeit, sich auf diesem unübersichtlichen Markt überhaupt noch zurechtzufinden.

Kommen wir zur letzten, für jeden Verbraucher entscheidenden Frage, was er denn tun kann, um seine entscheidenden Informationen zu bekommen.

Ganz ohne Arbeit wird es allerdings nicht abgehen. Machen Sie sich die Mühe und fordern Sie einige Angebote bei verschiedenen Versicherern an! Schreiben Sie auf jeden Fall gleich dazu, dass Sie nur ein schriftliches Angebot haben wollen. Ergänzen Sie, dass Sie weder besucht noch angerufen werden wollen. Und dass Sie sich selbst melden werden, wenn Sie weitere Fachfragen geklärt haben möchten.

Wer Ihnen nicht antwortet, der scheidet aus. Denn er hat es offensichtlich nicht nötig, kostenbewusste Verbraucher umfassend zu informieren. Oder er weiß von vorneherein, dass er mit seinen Angeboten nicht landen kann.

Jetzt sind Sie es, der die Regeln ein wenig bestimmt. Wer Ihre Regeln nicht akzeptiert, scheidet aus dem Rennen aus. So einfach ist das.

Sollten Sie bei Ihren Recherchen feststellen, dass Sie bereits den einen oder anderen Versicherungsvertrag zu überhöhten Preisen eingekauft haben, dann tragen Sie es bitte mit Fassung!

Es hat wenig Zweck, Ihren Vermittler mit handverlesenen Unfreundlichkeiten „zur Sau“ zu machen, wie Sie es mit dem Verkäufer aus dem Fotogeschäft wohl gemacht hätten.

Auch er würde Ihnen wahrscheinlich nur freundlich ins Gesicht lächeln. Er würde vielleicht sogar offen zugeben müssen, dass auch er von den Leuten lebt, die sich nicht auf dem Markt informieren und ohne mit der Wimper zu zucken jeden geforderten Preis bezahlen. Dafür würden Sie doch sicherlich Verständnis haben.

Nein! Haben Sie wahrscheinlich nicht!

Aber Sie können leider nur Konsequenzen für die Zukunft ziehen. Sie können die teuren Verträge fristgemäß kündigen, beim nächsten Mal besser aufpassen und den teuren Vermittler im Freundeskreis wärmstens empfehlen.

Wenn Sie allerdings mit ungleich weniger Arbeit zum gleichen Ergebnis kommen wollen, sollten Sie sich einmal mit einem Versicherungsmakler in Ihrer Nähe unterhalten. Der Versuch kostet Sie nichts.  Er wird Ihnen gerne zeigen, wo bei Ihnen die € 1.000 versteckt liegen, die der Durchschnittshaushalt in Deutschland alleine bei seinen privaten Versicherungen im Jahr sparen könnte. Vielleicht gelingt es Ihnen dann auch noch, auf dem einen oder anderen Weg, den frechen Slogan des Verbands marktorientierter Verbraucher e. V. in Köln umzusetzen:

Halbieren Sie die Kosten Ihrer Versicherungen,

und Sie haben mit Sicherheit mehr vom Leben!


Ausschlaggebend

Die Schadenquote

 

Versicherungen sind kaufmännisch geführte Unternehmen. Das behaupten sie zumindest von sich selbst. Auch wenn sie hin und wieder aus unerfindlichen Gründen gegen alle Grundsätze kaufmännischen Denkens verstoßen.

Sie sind weder Wohltätigkeitsunternehmen, noch betreiben sie das Versicherungsgeschäft als Liebhaberei. Versichern ist für sie ein knallhartes Geschäft. Wie jedes andere. Und sie wollen damit auch Geld verdienen. Möglichst viel Geld sogar.

Sie handeln ausschließlich nach den Prinzipien der Gewinnmaximierung. Das heißt, sie wollen mit einem möglichst geringen Kapitaleinsatz und möglichst geringen Kosten Interesse ihrer Aktionäre möglichst viel Geld verdienen. Das ist vom Grundsatz her auch durchaus legitim.

Denn alle anderen Unternehmen auf dem Markt wollen das auch. Das Geldverdienen.

Die Interessen ihrer Versichertengemeinschaft interessieren die Gesellschaft im Grunde herzlich wenig. Um nicht zu sagen, einen feuchten Staub. Obwohl sich der Begriff der Versichertengemeinschaft immer wieder hervorragend eignet, um abgelehnte, aber nicht unstrittige Schadenzahlungen werbewirksam zu verbrämen. Macht es sich doch unheimlich gut, wenn jeder kleine Schadensachbearbeiter vollmundig tönen kann, dass er diesen oder jenen Schaden im Interesse der Versichertengemeinschaft oder der Gleichbehandlung aller Versicherten nicht regulieren könne. Dafür gibt es sogar schon fertige Textbausteine. Klingt doch auf jeden Fall besser und kompetenter als ein schlichtes, aber ehrliches „ist nicht“.

Die Kunden zeigen sich immer wieder begeistert.

In seinem Bestreben, mit dem Geld anderer Leute möglichst viel Geld zu machen, ist jeder Versicherer natürlich an einige handwerkliche Grundsätze und Grundregeln gebunden, die er auch unbedingt einhalten muss. Wenn er mit seinem Unterfangen Erfolg haben will und nicht sehr bald Schiffbruch erleiden möchte, müssen die Zahlen stimmen oder zumindest stimmend gemacht werden.

Es gibt zwei Quoten, die bei einem Versicherer immer stimmen müssen, wenn das Unternehmen auf dem Markt und im Wettbewerb erfolgreich bestehen will:

Die Schadenquote und die Kostenquote.

·         Die Schadenquote ist eine nüchterne Kennzahl Sie gibt Auskunft darüber, wie viel Prozent der Beitragseinnahmen eines Versicherers für Schadenzahlungen aufgewandt werden müssen.

·         Die Kostenquote ist analog dazu die Kennzahl, die angibt, wie viel Prozent der laufenden Beitragszahlungen für Verwaltungskosten ausgegeben werden müssen.

Beide Quoten werden von allen Gesellschaften veröffentlicht und machen sie daher vergleichbar.

Ergeben Schadenquote und Kostenquote zusammengezählt mehr als einhundert Prozent, dann wird das kein Unternehmen langfristig durchhalten können. Für einen verhältnismäßig kurzen Zeitraum können einzelne Spitzen durch Erträge aus den Kapitalanlagen abgefangen werden. Aber dann ist irgendwann Hängen im Schacht.

Ist ein Unternehmen erst einmal in die Verlustzone geraten, dann sind Prämienerhöhungen - zumindest in der Theorie - sicherlich ein Ausweg. Aber keine zufrieden stellende Lösung.

Jedes Unternehmen steht heute im Wettbewerb mit allen anderen Gesellschaften. Die Kunden würden bei den vom Markt abweichenden Prämienerhöhungen - zumindest teilweise - nicht mitspielen und das Erhöhungsbegehren einer Gesellschaft als willkommenen Anlass nehmen, den mehr teuer als lieb gewordenen Versicherer zu verlassen.

Der Außendienst des Unternehmens hätte es noch schwerer als bisher, die erhöhten Prämien im Neugeschäft umzusetzen.

Die Kostenquote lässt sich auch nur bis zu einem gewissen Grad reduzieren, dann sind alle technischen Möglichkeiten der Rationalisierung ausgereizt, und ganz umsonst möchten die Mitarbeiter verständlicherweise auch nicht arbeiten.

Bleibt also nur die Möglichkeit, die Schadenquoten zu reduzieren. Etwas an der Schadenquote zu tun. Dafür stehen der Gesellschaft einige „Folterwerkzeuge“ zur Verfügung.

Mit einer eng ausgelegten, bedingungskonform durchgeführten Schadenregulierung lässt sich sicherlich der eine oder andere Euro einsparen. Aber der Betrag als Ganzes dürfte kaum ausreichen, um eine desolate Schadenquote nachhaltig zu verändern.

Der zweite Schritt ist eine restriktive Annahmepolitik, über die sich dann besonders der Außendienst freut. Jeder Antrag wird sehr eingehend geprüft, ob und inwieweit er den Annahmerichtlinien der Gesellschaft entspricht, ob das Risiko schadenbelastet ist oder ob es der Vorversicherer vielleicht sogar gekündigt hat. Auf das Stellen von Horoskopen hat man bisher noch verzichtet. Unerwünschte Risiken werden schlicht und ergreifend abgelehnt.

Dieser zweite Schritt ist dann sicherlich der erste Schritt in die richtige Richtung. Aber es kann unter Umständen Jahre dauern, bis sich die Erfolge in einer veränderten Schadenquote zeigen.

Im dritten Schritt wird sich der Versicherer von schadenbelasteten Risiken trennen. Die modernen Datenbanken machen es möglich. Nicht nur jeder einzelne Kunde, sondern sogar jeder einzelne Vertrag kann bis ins letzte Detail überwacht werden.

Wird ein Vertrag schadenauffällig, wird der Versicherer entweder einen Sanierungsvorschlag mit teilweise erheblich höheren Prämien machen oder sich von dem nicht mehr sanierungsfähigen Vertrag trennen. Niemand kann es dem Versicherer verwehren, einen Vertrag nach einem Schaden entweder sofort oder auch zum Ablauf zu kündigen.

An dieser Stelle schießen zurzeit einige Gesellschaften weit übers Ziel hinaus.

Sie kündigen auch langjährig bestehende Versicherungsverträge, weil die Schadenquote ihrer Meinung nach in den letzten drei oder auch fünf Jahren nicht mehr zufriedenstellend verlaufen ist. Dabei scheinen sie völlig zu vergessen, dass die Regulierung von Schäden der Teil eines Vertrages war, den ihre Gesellschaft unter Umständen vor vielen Jahren mit dem Versicherten geschlossen hatte.

Sie wollen oder können nicht einsehen, dass jeder größere Schaden die Schadenquote eines jeden einzelnen Vertrages immer so stark belasten wird, dass er im Grunde nie mehr saniert werden kann.

Der vierte und letzte Schritt löst bei den Kunden immer wieder nur ungläubiges Unverständnis aus. Dann werden mit einem Mal auch die langfristig schadenfreien Risiken angefasst. Der Außendienst wird beauftragt, die Prämien auf das heute gültige Niveau anzupassen.

Eine undankbare Aufgabe!

Um der Sache Nachdruck zu verleihen, wird ganz unverblümt mit der Kündigung des Vertrages zur nächsten Hauptfälligkeit gedroht.

Leider ist die Gesellschaft auch hier wieder im Recht. Der verärgerte Verbraucher hat keine Handhabe, gegen diese fristgemäße Kündigung zum Ablauf etwas zu unternehmen. Gleichwohl sollte er als kostenbewusster Verbraucher nicht ohne weiteres jeder von ihm geforderten Prämienerhöhung sofort zustimmen.

Er sollte sich erst einmal auf dem Markt umsehen, was die Wettbewerber so anbieten. Es kann durchaus sein, dass er das Risiko, für das die eine Gesellschaft jetzt mit allem Nachdruck mehr Prämie haben möchte, bei einem anderen Anbieter sogar noch unter der bisher gezahlten Prämie unterbringen kann.


Unverständlich

Die Versicherungsbedingungen

 

Spielen Sie Skat?

Gut, dann wissen Sie, dass Sie als Spieler 61 Punkte benötigen, um Ihr Spiel zu gewinnen. Nur ein einziger Punkt weniger, und Sie haben verloren. Ganz gleich wie gut Sie gespielt haben. So lautet die Regel.

So hat jedes Spiel und jeder Sport seine festgelegten Regeln, um irgendwann am Schluss den Sieger bestimmen zu können. Überall im Leben muss es feste Regeln geben, die das Zusammenleben der Menschen miteinander festschreiben.

Auch im Bereich der Versicherungen muss es solche festen Regeln geben, die Versicherungsbedingungen und Klauseln, die das Miteinander von Versicherungsnehmern und Versicherern in Bezug auf ihre Rechte und Pflichten festlegen. Auch dieses „Spiel“ kann und wird nur laufen, wenn sich alle Beteiligten peinlich genau an die vorher festgelegten Regeln halten.

Niemand, der Skat oder ein anderes Spiel spielt, käme auf den Gedanken, die Regeln zu seinen Gunsten zu verändern, weil er dann dem Spiel seinen Reiz und seine Grundlage entziehen würde. Jeder, der sich zum Spiel an den Tisch setzt, sollte die Regeln zumindest in ihren Grundzügen kennen. Und, wenn er um Geld spielt, sollte er sehr genau wissen, was er tut.

Wer verliert, weil er die Regeln des Spiels nicht genügend kannte, darf sich später nicht darüber beklagen, wenn er verliert, nur weil der andere Spieler die Regeln, nach denen gespielt wurde, eben etwas besser beherrscht hat. Jeder hat die Möglichkeit, sich vor dem Spiel ausreichend zu informieren und muss dann für sich selbst entscheiden, ob er mitspielen will oder nicht. Niemand wird ihn zwingen.

Wer mitspielen will und sich gleichzeitig ständig weigert, vor dem Spiel wenigsten einen kurzen Blick in die Spielregeln zu werfen, darf sich nicht wundern, wenn er chancenlos bleibt.

Wenn es um Geld geht und wenn zu allem Überfluss auch noch hoch gespielt wird, kann der Spieler durch seine selbstverschuldete Unwissenheit leicht Haus und Hof verlieren.

Im Bereich von Versicherungen und Vorsorge läuft es im Großen und Ganzen nicht viel anders ab. Wer sich - aus welchen Gründen auch immer - weigert, Versicherungsangebote des Marktes zu vergleichen und auch einmal wenigstens einen kurzen Blick in die Versicherungsbedingungen zu werfen, wird hier zu teuer einkaufen und in der Folgezeit chancenlos bleiben.

Er hat gegen die professionellen Spieler aus den Versicherungskonzernen keine Aussichten zu gewinnen. So wird er zum leichten Opfer immer hungriger Vertreter, die ihm schon aus Provisions-gründen viel mehr versprechen, als sie je halten können.

Deutsch ist bekanntlich eine schwere Sprache, und es gehört für einen Fachmann - ganz gleich auf welchem Gebiet - nicht unbedingt viel dazu, sich in der deutschen Sprache so völlig unverständlich auszudrücken und Bedingungen so zu formulieren, dass ihn zumindest kein Laie verstehen kann.

Wer sich als interessierter Verbraucher einmal die Mühe gemacht hat, sich in die Versicherungsbedingungen der einen oder anderen Sparte einzulesen, wird oft genug nach zwei oder drei Seiten entnervt das Handtuch geworfen haben, wenn er nur noch Bahnhof verstanden hat.

Da gibt es Einschlüsse und wieder Ausschlüsse, Leistungsverbesserungen und Einschränkungen, Klauseln und Zusätze, dass es im wahrsten Sinne des Wortes einer Sau graust.  Nur wenige Verbraucher bringen letztendlich die Energie auf, die Bedingungen auch tatsächlich noch bis zu Ende zu lesen.

Kein Versicherer wird natürlich je zugeben, dass dieser Wirrwarr von irgendjemandem beabsichtigt war. Im Schadenfall kommt dann für viele Verbraucher das bittere Erwachen.

Wenn sich der neunmalkluge Sachbearbeiter der Gesellschaft auf §7, 2. Absatz, Ziffer 4 zweite Zeile beruft und mit dem Brustton der Überzeugung und mit Hinweis auf die Versichertengemeinschaft eine Leistung verweigert, mit der der Kunde fest gerechnet hatte, wird es für ihn als Laien schwierig, seine Ansprüche durchzusetzen.

Bis 1991 war die Welt ja wenigstens noch halbwegs in Ordnung. Alle Bedingungen und Klauseln mussten dem Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen in Berlin vorgelegt und von diesem genehmigt werden. Und, sie galten dann wenigsten einheitlich für alle Versicherungsgesellschaften.

Heute ist das anders. Heute kann jede Gesellschaft ihre - im Sinne des Wortes - vielseitigen Bedingungen selbst formulieren. Aber eine leichtere Verständlichkeit und größere Klarheit der deutschen Sprache hat die lang ersehnte Deregulierung nicht bewirkt.

Ganz im Gegenteil! Die große Chance für grundlegende Neuerungen und eine verbraucherfreundliche Neuorientierung wurde von den meisten Gesellschaften leichtfertig vertan, um einem kleinkarierten Gewinnstreben einzelner Gesellschaften das Feld zu räumen.

Da wurden kleinste Leistungsverbesserungen als umwerfende Neuerungen herausgeputzt, und ein Heer abhängiger Vertreter wird nach wie vor auf die Menschheit losgelassen, um Altverträge mit großen Versprechungen und noch mehr Prämie auf den neuesten Stand zu bringen.


Logisch

Das Gesetz der großen Zahl

 

Sie sind ein Glückspilz, lieber Leser, wenn es Ihnen auf  Anhieb gelingt, mit einem Würfel hintereinander sechs Sechsen zu werfen. Versuchen Sie es ruhig einmal, und Sie werden feststellen, dass Sie unter Umständen Tage, Wochen oder gar Monate brauchen werden, bis Ihnen diese Glückserie auch nur ein einziges Mal gelingt.

Bitte spielen Sie ehrlich und benutzen Sie auch keine manipulierten Würfel!

Ein Dutzend Sechsen in Folge hintereinander ist schier unmöglich, denn eine solche Folge gleicher Würfe entspricht nicht mehr dem Gesetz der großen Zahl.

Die Wahrscheinlichkeit, mit Ihrem Würfel eine Sechs zu werfen, ist 1:6.  Klar, denn der Würfel hat sechs Seiten! Das heißt, auf Dauer wird nur jeder sechste Wurf eine Sechs sein. Je mehr Würfe Sie machen, umso genauer werden Sie sich diesem Wert von einem Sechstel nähern. Bei 6.000 Würfen werden Sie schon ziemlich exakt 1.000 Sechsen haben.

Bei 60.000 oder gar 600.000 Würfen werden Sie - sauber gearbeitete Würfel vorausgesetzt - kaum noch eine Abweichung vom genauen und auch zu erwartenden Ergebnis feststellen können.

Die Wahrscheinlichkeit, zwei Sechsen hintereinander zu würfeln, ist bereits 1:36, bei drei Sechsen 1:216, bei vier Sechsen 1:1.296 usw. Bei zwölf Sechsen wären es 2.176.782.336 notwendige Würfe, um mit Sicherheit die gewünschte Serie von einem Dutzend Sechsen zu erreichen.

Wir sprechen vom Gesetz der großen Zahl, wenn ein Vorgang, gleich welcher Art, im Einzelnen zwar dem Zufall unterliegt - niemand kennt das Ergebnis des nächsten Wurfes - in der Gesamtzahl aller Vorgänge aber berechenbar wird.

Aus diesem Grunde wird beim Roulette die Bank immer gewinnen. Der Verlierer steht im Voraus schon immer fest. Die Wahrscheinlichkeit ist gegen den Spieler.

Sie haben längst erkannt, dass auch das ganze Versicherungssystem auf der gleichen Basis, auf dem Gesetz der großen Zahl, also auf der Berechenbarkeit des Zufalls, aufgebaut ist. Niemand kann im Voraus wissen, wann und ob gerade bei ihm eingebrochen wird, ob er einen Unfall haben oder gar invalide werden wird. Die voraussichtliche Anzahl der Schäden bezogen auf eine bestimmte Anzahl gleichartiger Risiken aber steht schon im Voraus fest. Sie ist die Grundlage jeder Prämienberechnung.

Aufgrund der ausführlichen Schadenstatistiken, die seit Jahrzehnten für jede Sparte getrennt geführt werden, kennt jede Gesellschaft sehr genau die Anzahl der Schäden, die auf 1.000, 10.000 oder gar 100.000 gleichartige Risiken entfallen werden. Sie weiß natürlich auch, wie viel Geld sie durchschnittlich für jeden Schaden aufwenden muss. Sie kann auf diese Weise ihre Bedarfsprämie und aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung auch ihre genauen Kosten kalkulieren. Die erforderlichen Prämiensätze können also bei einem bekannten Risiko sehr genau ermittelt werden.

Oft reichen die im eigenen Hause gesammelten Erfahrungswerte einer Gesellschaft, ihre eigene Schadenstatistik, nicht aus, weil sie noch nicht genügend Risiken in einem bestimmten Bereich versichert hat. In diesem Fall kann sie auf die umfassenderen Erfahrungswerte des ganzen Versicherungsmarktes, die Verbandsstatistik, zurückgreifen, um mit exakten Werten arbeiten und präzise kalkulieren zu können.

Sie haben das System verstanden, und es ist Ihnen klar, dass keine Gesellschaft langfristig mit Erfolg Prämien an der allgemeinen Verbandsstatistik vorbei kalkulieren und die Erfahrungswerte aller anderen auf Dauer vernachlässigen kann, ohne in diesen stark untertarifierten, also zu knapp kalkulierten Sparten empfindliche Verluste hinnehmen zu müssen. Versicherung hat doch nichts mit Glücksspiel zu tun.

Würden Sie jemals mit hohen Einsätzen darauf wetten, in den nächsten sechs Würfen mit einem Würfel sechs Sechsen hintereinander zu werfen? Sicherlich nicht, denn so viel Glück kann kein Mensch haben. Sie hätten mit Recht Angst davor, Ihr Geld zu verspielen, keine Chance zu haben.

Mit fremdem Geld geht so etwas natürlich viel einfacher. Der Verlust ist nicht so schmerzhaft, wenn er nicht aus der eigenen Tasche beglichen werden muss. Leider versuchen einige Gesellschaften immer wieder ihr Glück und wundern sich dann, wenn sie wirklich die vorauszusehenden Verluste in diesen Sparten hinnehmen müssen.

Dann entstehen mit Sicherheit Verluste, die nur durch Gewinne in anderen Sparten ausgeglichen werden können. Auf dieses Prestigedenken und auf die Gier, Marktanteile um jeden Preis zu erkaufen, kommen wir an anderer Stelle noch ausführlich zu sprechen.

Machen Sie, lieber Leser, jetzt bitte nicht einen großen Fehler!

Versuchen Sie nicht, aus der Höhe eines Beitragssatzes in dem einen oder anderen Versicherungsbereich die mathematische Unwahrscheinlichkeit eines Schadens für die eigene Person abzuleiten. Denn auch Sie können als einzelner nicht unbedingt an der allgemeinen Schadenstatistik, am Gesetz der großen Zahl, vorbei leben. Auch Sie wissen leider nicht, ob Sie nicht gerade derjenige sind, den es nach dem Gesetz der großen Zahl gerade trifft.

„Dann habe ich eben Pech gehabt“, ist mit Sicherheit keine vernünftige Ausrede für einen erwachsenen Menschen, um auf den Abschluss dieser oder jener Versicherung zu verzichten. Verständlich, sechs Richtige im Lotto wären Ihnen viel lieber, und Sie hoffen, vielleicht sogar jeden Samstag, einmal müssten Sie doch auch an der Reihe sein.

So hoffen Sie doch?

Aber, kann man denn so unterschiedlich und leichtfertig mit einem Naturgesetz, dem Gesetz der großen Zahl, umgehen? Niemand kann für sich auf Dauer nur die guten Seiten des Lebens erwarten und die negativen Seiten vergessen, nur weil sie ihm unangenehm sind.

Sie, lieber Leser, haben das Gesetz der großen Zahl und ihre Berechenbarkeit begriffen. Sie werden also vorsorgen, denn Sie spielen nicht mit Ihren wertvollsten Gütern. Gesundheit, Eigentum, Ihr persönliches Glück und die Zukunft Ihrer Familie bedeuten Ihnen viel zu viel, um sie leichtfertig zu riskieren und sie dem Zufall zu überlassen.


Unglaublich

Die Prämienunterschiede

 

In den Medien lesen und hören Sie immer wieder von den teilweise unverständlichen Beitragsunterschieden, die zwischen den Angeboten der teuren Gesellschaften mit den großen Namen und ihren kleineren Wettbewerbern liegen können. Wenn er die Zahlen sieht, können beim nicht vorbelasteten Verbraucher nur Verwirrung und ungläubiges Staunen aufkommen.

Prämienunterschiede von zum Teil sogar mehreren hundert Prozent sind für einen außen stehenden Betrachter kaum noch nachvollziehbar. Es sind Unterschiede, die sich auch mit dem angeblich „besonderen Service“ dieser oder jener teuren Anbieter nicht mehr rechtfertigen lassen.

So viel Service braucht mit Sicherheit kein Mensch! Auch Sie nicht!

Da bezahlen ausgewachsene, angeblich sogar mündige Verbraucher, die seit 30 Jahren oder mehr unfallfrei fahren und auch sonst nie einen Schaden gehabt haben, glatt die doppelte Prämie für ihre Autoversicherung. Oder gar das Fünffache für eine Unfallversicherung.

Warum?

Weil sie schlicht und ergreifend Angst vor einem bedruckten Stück Papier haben. Sie haben Angst, irgendwann vielleicht einmal denn doch einen Unfall zu haben und dann - des Lesens und Schreibens unkundig - ihre Schadenmeldung allein ausfüllen zu müssen. In dieser geheimen Angst werden sie natürlich noch vom Vertreter ihrer Gesellschaft bestärkt, der das schwierige Ausfüllen einer jeden Schadenmeldung in den schwärzesten Farben ausmalt, weil er um seine Provision fürchtet.

Hinzu kommt die Macht der Gewohnheit. Die traditionelle Bindung an das kleine Versicherungsbüro an der Ecke, wo vielleicht schon Eltern und Großeltern versichert waren, ist nur sehr schwer zu lösen und führt immer wieder zu unverständlichen Fehlentscheidungen.

Wachen Sie endlich auf!

Wir leben in einer anderen Zeit. Den Luxus solcher Sentimentalitäten können sich bei solch unverständlichen Prämienunterschieden heute nur noch die wenigsten Verbraucher leisten. Und die, die es wirklich könnten, tun es nicht, weil gerade sie mitrechnen und die Preise vergleichen. Unter anderem deswegen haben diese Leute ja auch so viel Geld.

Zeit und Geld kann man im Leben immer nur einmal ausgeben,

dann sind sie beide, Zeit und Geld, unwiederbringlich weg.

Geld, das vom Verbraucher heute für überhöhte Prämien in der Hausrat-, Haftpflicht-, Unfall- und Kraftfahrtversicherung unnötig ausgegeben wird, fehlt ihm spätestens bei der Altersvorsorge. Für die bleibt dann kein oder zumindest nicht genug Geld übrig.

Jeder Verbraucher kann und wird immer nur einen ganz bestimmten Teil seines Einkommens für Versicherungen und Vorsorge ausgeben können. Irgendwann ist dann der Punkt erreicht. Wo nichts mehr geht. Mehr ist beim besten Willen nicht drin. Auch wenn einige Vertreter glauben, die Grenzen immer weiter hinausschieben zu können.

Die Altersarmut wird, so hässlich das jetzt vielleicht auch in Ihren Ohren klingen mag, für viele Verbraucher sehr, sehr bitter werden.

Jeder Euro, der durch einfaches Vergleichen und Mitrechnen -meistens sogar ohne Leistungsabstriche - bequem eingespart werden kann, gehört, ganz gleich in welcher Form Sie ihn anlegen, in die eigene Altersversorgung. Er gehört weder in die Tresore der großen Gesellschaften mit den bekannten Namen noch auf die Provisionsabrechnungen irgendwelcher Versicherungsvertreter.

Zu hart müssen Sie für Ihr Geld arbeiten müssen!

Halbieren Sie die Kosten Ihrer Versicherungen,

und Sie haben mit Sicherheit mehr vom Leben!

Das rät der Verband marktorientierter Verbraucher e. V. in Köln nicht nur seinen Mitgliedern, sondern allen kostenbewussten Verbrauchern.

Der Durchschnittshaushalt in Deutschland könnte allein bei seinen privaten Versicherungen bequem € 1.000 im Jahr sparen, wenn alle Verbraucher auch nur ein bisschen mitrechnen und die Preise vergleichen würden.

 

€ 1.000 im Jahr aber ist zum Teil wesentlich mehr, als viele Verbraucher, die hart arbeiten und mit ihrem Geld rechnen müssen, für ihre Altersversorgung zurücklegen können.

Es ist doch nicht einzusehen, warum hier für nichts und wieder nichts so viel Geld ausgegeben wird, obwohl es für die eigene Altersversorgung mit Sicherheit besser angelegt wäre.

Es muss doch nicht immer ein großer und bekannter Name auf den gut gestylten Policen stehen. Kleinere Namen tun es auch, und die Leistungen sind die gleichen.

Die viel gepriesene Kulanz der großen Gesellschaften ist doch ohnehin nur ein schönes Märchen. Es wird vorwiegend den weniger intelligenten Verbrauchern von den Vertretern der großen Gesell-schaften mit den bekannten Namen aufgetischt. Wenn die Preise wieder einmal zu hoch sind oder die Bedingungen nicht stimmen, müssen gut klingende Versprechungen herhalten, die durch nichts belegt werden müssen.

Keine Gesellschaft zahlt heute noch mehr, als sie muss. Soviel steht fest. Besonders nicht, wenn es um größere Beträge geht. Eine preiswerte Gesellschaft, die korrekt und im Rahmen ihrer Versicherungsbedingungen  reguliert, ist auf Dauer für jeden Verbraucher wesentlich günstiger, als ein teurer Anbieter, dessen Vertreter große Versprechungen machen, die dann doch niemand einhalten kann.

Aber es gehört schon einige Intelligenz dazu, das zu erkennen.

Erlauben Sie eine Frage, lieber Leser!

Würden Sie Ihre Lebensmittel und die anderen Dinge Ihres täglichen Bedarfs in einem großen Supermarkt einkaufen, wenn Sie genau wüssten, dass in diesem Laden die Preise für die Dinge des täglichen Bedarfs künstlich verteuert würden, um damit in einer versteckten Ecke die Luxusgüter für die Reichen, z. B. Kaviar und Champagner, mit Ihrem Geld zu subventionieren, um auch die „gehobene Kundschaft“ anzulocken?

Wahrscheinlich nicht!

Denn Sie würden sich mit Sicherheit darüber ärgern, weil Sie die dort gebotenen Luxusgüter - trotz Subventionierung mit Ihrem Geld - selten oder nie kaufen würden.

Sie wären mit Sicherheit der Meinung, dass Sie für Ihr Geld viel zu hart arbeiten müssen, um damit den Luxus anderer, vielleicht sogar besser Verdienender auch noch zu subventionieren. Sollen die doch auch den Preis für ihre Einkäufe bezahlen, der der Ware oder der Leistung tatsächlich angemessen ist!

Recht haben Sie! Und genau so und nicht anders sollten Sie als kostenbewusster Verbraucher auch bei der Auswahl Ihrer Versicherungen verfahren.

Der Versicherungskunde, der im Alter - aus welchen Gründen auch immer - nur noch eine Privathaftpflicht- und eine Hausratversicherung haben möchte, ist nicht daran interessiert, mit überzogenen Beiträgen zur Kasse gebeten zu werden, um ungefragt die Prämien in anderen Sparten zu subventionieren.

Wenn ein Versicherer denn wirklich glaubt, mit Gewinnen in der einen Sparte herbe Verluste in anderen Bereichen ausgleichen oder gar Not leidende, untertarifierte Sparten subventionieren zu müssen, kann das keinesfalls im Interesse eines kostenbewussten Verbrauchers liegen.

Zudem verstößt ein solches Handeln einzelner Gesellschaften schlicht und ergreifend gegen den Grundgedanken des Versicherns überhaupt. Unter Versichern versteht man seit jeher das gemeinsame Tragen möglichst vieler, gleichartiger Risiken einer möglichst homogenen Gefahrengemeinschaft.

Spätestens an dieser Stelle endet die angebliche soziale Aufgabe. Auch die Glaubwürdigkeit der privaten Versicherungswirtschaft, mit der viele - für den Laien unverständliche - Handlungsweisen zu erklären versucht werden, ist dahin..

Wer, um bei unserem Beispiel zu bleiben, nur eine private Haftpflicht- und eine Hausratversicherung wünscht, ist nur daran interessiert, genau diesen Versicherungsschutz möglichst preisgünstig zu bekommen.

Er ist weder daran interessiert, anderen Verbrauchern zu einer besonders preiswerten Unfallversicherung zu verhelfen, noch bereit, mit seinem sauer verdienten Geld die Prämien im schadenbehafteten, aber untertarifierten Industriegeschäft zu subventionieren.

Denken Sie an den Supermarkt!

Jeder kostenbewusste Verbraucher sollte im Bereich der privaten Versicherungen nur die Prämien bezahlen, die genau seinem tatsächlichen Risiko angemessen sind. Keinen einzigen Euro mehr und keinen einzigen Euro weniger.

Diese klare Aussage muss für den Rentner genauso gelten wie für den Großindustriellen, der glaubt, bei seinen Prämiensätzen in der Industrie-Feuerversicherung noch um die zweite Stelle nach dem Komma feilschen zu müssen.

Es kann aber auch genauso wenig angehen, dass Fahranfänger glauben, auf Kosten der Allgemeinheit auf öffentlichen Straßen das Fahren lernen zu können. Nur weil niemand den Mut hat, von ihnen eine ausreichende Anzahl von Ausbildungsstunden zu verlangen, zahlen Fahranfänger keine risikogerechte Prämie.

Es ist nicht einsehbar, dass einzelne Gesellschaften zu Lasten der übrigen Versicherten gezielt junge Fahrer mit günstigen Einstiegsprämien locken, obwohl sie ganz genau wissen, dass diese Prämien auf Grund der zu erwartenden Schäden nie und nimmer kostendeckend sein können.

Die anfallenden Schäden müssen von der Gefahrengemeinschaft der bei der Gesellschaft versicherten Kraftfahrer getragen werden und treiben damit die Kfz-Prämien für alle dort Versicherten in die Höhe.

Ganz klar, warum die eine oder die andere Gesellschaft das tut. Sie verspricht sich - auf Kosten ihrer Versicherten - Geschäft in anderen Sparten und muss außerdem noch Rücksicht auf ihre Vertreter nehmen.

Es ist inzwischen zum Sport geworden, Fahrzeuge von Fahranfängern auf Eltern, Großeltern, Tanten und Freunde zuzulassen, um eine risikogerechte Einstufung zu verhindern.

Die Schadenstatistik zeigt, dass nicht einmal der Prämiensatz von 240 Prozent, falls er denn durchgesetzt werden könnte, ausreichend wäre, um die tatsächlich anfallenden Schäden offensichtlich unfähiger Fahranfänger aufzufangen und auszugleichen.

Beitragsunterschiede von zum Teil mehr als hundert Prozent in der Kraftfahrtversicherung sind die Folgen einer unausgegorenen Tarif- und Annahmepolitik der Gesellschaften.

Mit einer echten Prämienkalkulation auf der Grundlage von Fakten und allgemein gültigen Schadenstatistiken hat das schon lange nicht mehr das Geringste zu tun.

Dem kostenbewussten Verbraucher, der keine Kinder hat, die gerade ihre ersten Fahrversuche im Straßenverkehr veranstalten, ist nicht zuzumuten, mit seinen überhöhten Beiträgen die unfähigen Fahranfänger zu subventionieren, und er wird auch kaum bereit sein, das zu tun.

Die kostenbewussten Verbraucher werden sich vielmehr mit Recht den Versicherern zuwenden, die ihnen einen preiswerteren Versicherungsschutz bieten können, weil sie gegenüber Anfängern eine restriktivere Annahmepolitik vertreten oder Fahrer auf anderen versicherten Fahrzeugen erst von einem bestimmten Alter an akzeptieren.

Versicherungsgesellschaften, die mehrere Versicherungssparten betreiben, sind durch ihre eigene Annahmepolitik in der Regel immer gefährdet.

Der Vertreter der X oder der Y wird – übrigens völlig zu Recht -immer Angst haben, dass ihm dies provisionsträchtigen Unfall- oder auch Lebensversicherungen der jungen Leute durch die Lappen gehen, wenn er nicht gleichzeitig in der Lage ist, auch Einsteigern einen günstigen Kraftfahrzeug-Tarif zu bieten.

So stecken die Rundum-Versicherer immer ein wenig in der Klemme.

Für den Versicherungsmakler, der sein Kraftfahrt-Geschäft frei auf dem Markt platzieren kann, ist es natürlich wesentlich einfacher, einen günstigen Versicherer zu finden. In der Regel verfügt der Versicherungsmakler über ein leistungsfähiges Computerprogramm mit Vergleichsmöglichkeiten. So kann er aus den Tarifen von mehr als hundert Anbietern in einem einzigen Arbeitsgang einen preisgünstigen Versicherer abgreifen, der keine Rücksicht auf Folgegeschäfte nehmen muss und auch kein Folgegeschäft erwartet.

Der Versicherer ist mit dem, was er an Geschäft bekommt, zufrieden, weil er andere Sparten - zum Teil wenigstens - überhaupt nicht betreibt und sich auf das reine Kraftfahrt-Geschäft spezialisiert hat.

Prämienunterschiede von zum Teil einhundert Prozent und mehr in der Kraftfahrtversicherung machen das Angebot der Versicherungsmakler für jeden kostenbewussten Verbraucher interessant.

Die meisten Versicherungsmakler sind, schon um neue Kontakte zu neuen Kunden zu knüpfen, gerne bereit, für interessierte Verbraucher ein unverbindliches Angebot zu rechnen.

Umso mehr ist es immer wieder verwunderlich, dass die teuren Anbieter mit den bekannten Namen Jahr für Jahr noch immer so viel Kraftfahrt-Geschäft einfahren und noch immer den Markt beherrschen.

Woran liegt das?

Vielleicht liegt hier die Antwort:

Viele Verbraucher, die sich aufgrund ihres Einkommens eigentlich keinen Generalagenten leisten könnten und mit ihrem Geld sehr genau rechnen müssten, leisten sich aus lieber Gewohnheit einen Generalagenten.

Unter anderem deshalb haben sie kein Geld.

Viele Verbraucher, die sich aufgrund ihres Einkommens eigentlich einen Generalagenten leisten könnten, leisten sich keinen Generalagenten, weil sie mit Geld umgehen und sehr genau rechnen können.

Unter anderem deshalb haben sie Geld.

Verstanden? Nein? Macht auch nichts!

Dann lesen Sie die letzten Sätze bitte noch mal! 


Angeschmiert

Der Verbraucher

 

Der Versicherer trägt unterschiedliche Gefahren für ein versichertes Risiko. Der Versicherer gibt ein Leistungsversprechen ab. Er verspricht eine in den Versicherungsbedingungen und Klauseln genau beschriebene Leistung für den Fall zu erbringen, dass irgendwann ein ebenfalls sehr genau beschriebenes Ereignis - der Schaden - eintritt.

Im Versicherungsdeutsch heißt das, der Versicherer leistet, d. h. er erbringt die vereinbarte Leistung, wenn sich die versicherte Gefahr verwirklicht.

Der Zeitpunkt des einzelnen Schadens ist nicht vorhersehbar. Die Summe aller möglichen Schäden wird aber nach dem Gesetz der großen Zahl für den Versicherer kalkulierbar.

Für das Tragen der Gefahr verlangt der Versicherer Geld, denn er erbringt eine Leistung. Möglichst viel Geld sogar, denn er betreibt das Versicherungsgeschäft nicht aus purer Nächstenliebe und auch nicht zum Zeitvertreib, sondern als kaufmännisch geführtes Unternehmen nach den Grundsätzen der Gewinnmaximierung.

Das heißt auf gut Deutsch, jeder Versicherer wird immer bemüht sein, im Interesse seiner Aktionäre mit einem möglichst geringen Aufwand einen maximalen Ertrag zu erzielen. Shareholder Value in Reinkultur ist angesagt.

In diesem im Grunde durchaus legitimen Streben nach maximalem Gewinn unterliegen die Versicherer weder gesetzlichen Vorgaben noch irgendwelchen staatlichen Kontrollen.

Das ehemalige Bundesaufsichtsamt in Berlin, heute die

BaFin Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht

Graurheindorfer Str. 108

53117 Bonn

Tel. 0228-4108-0

ist ein zahnloser Tiger geworden. Es wird nur noch kontrolliert, ob ein Versicherer finanziell in der Lage ist, die gegebenen Leistungs-versprechen auch wirklich einzuhalten.

Der Versicherer kann Prämien und Bedingungen ganz nach Belieben und eigenem Ermessen festlegen. So kann er zum Beispiel bestimmte Gefahren, die er nicht oder nicht mehr tragen möchte, von vorneherein vom Versicherungsschutz ausschließen oder den Einschluss gewisser Gefahren durch entsprechende Risikozuschläge für jeden Verbraucher so unattraktiv machen, dass kein Kunde mehr darauf eingehen wird.

Leider stehen diese Risikoausschlüsse oft genug nur im Klein-gedruckten, mit dem erst im Schadenfall fröhlich lächelnd gewedelt wird.

Prämienunterschiede von mehreren hundert Prozent bei gleichen Leistungen sind für jeden auch nur halbwegs intelligenten Verbraucher völlig unverständlich. Es dürfte kaum eine andere Branche geben, wo so etwas möglich ist und wo so ungeniert zugeschlagen wird.

Kein kostenbewusster Verbraucher wäre bereit, solche Prämien zu bezahlen, wenn er sich nur vorher über die Angebote des Marktes informiert hätte. Im Extremfall können die Beitragsunterschiede in Teilbereichen sogar 600 Prozent und mehr betragen.

Diesen Wert von 600 Prozent muss man sich als Verbraucher, der immer alles bezahlen soll, einmal gaaanz langsam auf der Zunge zergehen lassen. Da haben große Gesellschaften mit durchaus bekannten Namen den Mut, um nicht zu sagen, die Frechheit, ihren Kunden ein kleines Vermögen für Leistungen aus der Tasche zu ziehen, die von anderen Anbietern mehr oder weniger fast verschenkt werden.

Völlig legal. Versteht sich!

Diese teuren Gesellschaften scheuen sich auch nicht, diese überzogenen Prämien auch noch vor Gericht einzuklagen und selbst kleine und kleinste offen stehende Beiträge bei säumigen Zahlern auf dem Wege der Zwangsvollstreckung einzutreiben. Verträge müssen eingehalten werden. Koste es, was es wolle. Auch wenn das Eintreiben der Forderung wirtschaftlich gesehen vollkommen unsinnig ist.

Jeder Versicherungsvertrag wird für einen bestimmten Zeitraum abgeschlossen: Die Versicherungsdauer, die selbstverständlich auch in jedem Antrag und jedem Versicherungsschein aufgeführt wird. Nur gelesen hat es meist niemand. Oft genug wird die Laufzeit vom Vermittler erst später eingesetzt. Das ist zwar strafbar, bringt aber Provision. Da wird das Risiko, aufzufallen, schon mal in Kauf genommen.

Dabei würde eine Versicherungsdauer von einem Jahr bei fast allen Verträgen völlig ausreichen. Denn jeder Versicherungsvertrag mit einer Laufzeit von einem Jahr verlängert sich ohnehin jeweils ganz automatisch um ein weiteres Jahr, wenn er nicht fristgemäß zum Ablauf gekündigt wird. So steht es im Versicherungsvertragsgesetz.

Diese Frist für die fristgemäße Kündigung beträgt in der Regel 3 Monate zum Ablauf, in der Kraftfahrtversicherung 1 Monat.

Eine grundsätzlich festgeschriebene Versicherungsdauer von einem Jahr mit Verlängerungsklausel wäre auch wesentlich verbraucherfreundlicher und könnte in der Versicherungsbranche viel unsinnigen Wildwuchs beschneiden. Aber noch traut sich der Gesetzgeber nicht, diese kundenfreundlichen Jahresverträge zwingend vorzuschreiben.

Ein Versicherer, der gute Leistungen und auch noch Service zu günstigen Beiträgen anbietet, hat es im Grunde auch nicht nötig, seine Kunden langfristig zu binden oder besser gesagt, langfristig zu knebeln. Wenn der Service wirklich stimmt, hat kein Kunde Grund, seine preiswerten Verträge zu kündigen und den Versicherer zu wechseln.

Die Versicherer, die ihre Leistungen mit überhöhten Prämien anbieten, sind natürlich immer bestrebt, sich diese Prämien auch langfristig zu sichern. Sie brauchen ihre 5-Jahres-Verträge - oder sie behaupten das zumindest - um ihre Ausschließlichkeitsorganisationen und ihre hohen Abschlusskosten, die teilweise bis zu 130 Prozent der ersten Jahresprämie betragen können, zu finanzieren.

Hat der Kunde erst einmal seinen Antrag unterschrieben, hat er kaum noch eine legale Chance, seinen Vertrag und die damit auf Jahre verbundenen überhöhten Versicherungsbeiträge wieder los zu werden.

Die Erfahrung zeigt, dass viele Gesellschaften selbst kleine und kleinste Beträge hemmungslos per Mahnbescheid eintreiben und - angeblich im Interesse ihres Außendienstes - auch gerichtlich geltend machen.

Für den mündigen Verbraucher bringt der 5-Jahresvertrag absolut keine Vorteile, wenn man von den 5 oder 10 Prozent Laufzeitrabatt, die großzügig gewährt werden, einmal absieht.

Mit Speck hat man schließlich schon immer Mäuse gefangen. Die Ersparnis bei den Beiträgen ist unterm Strich viel zu gering, um dafür eine solche langfristige Knebelung in Kauf zu nehmen. Die hohen Abschlussprovisionen sind ohnehin umstritten. Die Kundenbetreuung tritt gegenüber dem Neuabschluss völlig in den Hintergrund, denn sie rechnet sich für den Vertreter, der von seinen Abschlussprovisionen leben muss, nicht mehr.

Der Vertreter muss, um selbst überleben zu können, um jeden Abschluss mit gnadenloser Härte kämpfen. Denn für ihn geht es jedes Mal um viel Geld.

Wen wundert es da, wenn die Wahrheit über die Vertragsinhalte mitunter schon beim Abschluss schon mal auf der Strecke bleibt. Da werden dann leicht einmal weit reichende Aussagen über Versicherungsleistungen gemacht. Ein besonderer Service wird in Aussicht gestellt oder Kulanzen für den Schadenfall versprochen, die keiner ernsthaften Prüfung standhalten.

Hinzu kommt, dass viele Versicherungsvertreter unter einem erheblichen Leistungsdruck stehen. Sie müssen ihre Zielvorgaben erfüllen, um ihre Bonifikationen zu erhalten, die ihren Einsatz erst interessant und ihr Leben, um nicht zu sagen, ihr Überleben, finanzieren.

Wenn Mitarbeiterverträge - zumindest bei einigen Gesellschaften - so gestaltet sind, dass ein oder zwei zusätzliche Abschlüsse im Monat Leistungszuschüsse von unter Umständen mehreren tausend Euro möglich machen, wird vom hart geforderten Vertreter mit Sicherheit nicht mehr jedes Wort so genau auf die Goldwaage gelegt werden.

Hinzu kommt, dass auch das Führungspersonal in der Regel unter dem gleichen Produktionsdruck steht. Auch hier müssen jedes Jahr wieder Zielvorgaben oder Geschäftspläne erfüllt werden, um im Rennen um die besten Plätze bestehen zu können.


Ursächlich

Das Verbraucherverhalten

 

Stellen Sie sich vor, es klingelt bei Ihnen an der Haustür. Sie öffnen. Draußen steht ein freundlich lächelnder Mann im mittleren Alter mit einem großen schwarzen Koffer. Er öffnet den Koffer. Der Koffer ist voller Geldscheine. Freundlich lächelnd fordert er Sie auf, ganz ungeniert zuzugreifen und sich nach Herzenslust zu bedienen.

Was würden Sie tun?

Natürlich würden Sie sich nicht zweimal bitten lassen. Sie würden ohne Zögern mit beiden Händen zugreifen und sich die Taschen so schnell wie möglich voll stopfen. Denn Sie hätten Angst. Angst, der Mann könne den Koffer wieder zuklappen, bevor Sie zugreifen können.

Stimmt’s?

Wohl jeder würde in solch einem Augenblick keine langen Fragen stellen, sondern entschlossen zugreifen. Denn so eine Chance wird so schnell nicht wieder kommen.

Sie ahnen, was jetzt kommt?

Auch wenn Sie jetzt vielleicht nicht lächeln.

Für den hungrigen Vertreter sind Sie als Kunde der Mann mit dem großen, schwarzen Koffer. Sie halten ihm die Scheine hin. Sie bitten ihn, ganz ungeniert zuzugreifen. Hinterher wundern Sie sich dann, wenn der Mann wirklich zugreift und vielleicht sogar noch etwas mehr mitnimmt, als Sie gewollt haben.

Wie viel er wirklich mitgenommen hat, merken Sie unter Umständen aber erst nach Jahren.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Unbekümmertheit auch heute noch - angeblich sogar intelligente - Verbraucher mit ihren diversen Versicherungen und dem Thema Vorsorge umgehen.

Da melden sich wildfremde Leute, die sie vorher nie gesehen haben und später wahrscheinlich auch nie wieder sehen werden.

Sie geben sich als Vertreter der A, der B oder der C aus, und nur Minuten später liegt der Versicherungsordner mit allen persönlichen Daten auf dem Tisch.

Zukunftspläne werden vor dem noch vor Minuten Fremden ausgebreitet, der durchaus vertrauenerweckend auftritt, bestehende Verträge geschickt verwirft und - wie könnte es anders sein - selbstverständlich bessere  Angebote vorlegt, die die Kunden dann oft genug begeistert akzeptieren.

Dabei wissen sie über den Mann, der erst seit ein paar Minuten vor ihnen sitzt, nichts. Absolut nichts. Und sie wissen auch nichts über seine fachliche Kompetenz und werden es vielleicht auch nie erfahren. Dabei macht er als Versicherungsvertreter vielleicht gerade seine ersten Gehversuche, dafür aber einen unverschämt guten Eindruck.

Verbraucher, die in der heutigen Zeit noch immer nicht bereit sind, sich umfassend zu informieren und um ihre eigenen Angelegenheiten zu kümmern, haben es eigentlich auch nicht besser verdient. Sie werden nach dem Gesetz des Dschungels vom Fressen und Gefressen werden - übrigens völlig zu Recht - leichte Beute des immer hungrigen Versicherungsaußendienstes.

So auch die Familie Pleite.

Paule und Pauline Pleite sind glücklich verheiratet und ziehen hingebungsvoll ihre vier Kinder groß. Die beiden vertreten zwar mitunter recht gewöhnungsbedürftige Anschauungen, aber sie verfügen zumindest teilweise über eine umwerfende Logik.

Seine Lehre als Betriebsschlosser hat der Paule vorzeitig abgebrochen. Über seine Zukunft macht er sich keine Illusionen. Das gibt er auch unumwunden zu. Er ist Mitte 30 und schafft als ungelernter Lagerarbeiter in einer mittleren Baustoffhandlung. Dort kurvt er den ganzen Tag mit seinem großen Gabelstapler durch die Gegend. Das reicht ihm völlig. Er bewegt etwas. Das ist für einen Mann in seinem Alter wichtig.

Zu den Spitzenverdienern gehört Paule mit Sicherheit nicht. Fleißig bis zum Abwinken, nimmt er jede nur mögliche Überstunde mit, um mit dem schmalen Einkommen über die Runden zu kommen.

Pauline, seine Frau, ist 3 Jahre jünger als er. Hausfrau und Mutter aus Leidenschaft, ist sie mit der Aufzucht ihrer Brut vollauf aus-gelastet. Um die Haushaltskasse aufzubessern, geht sie ab und zu in den Abendstunden noch in der Nachbarschaft ein paar Stunden putzen.

Familie Pleite kann zwar keine großen Sprünge machen, ist aber im Großen und Ganzen mit sich und der Welt zufrieden. Sie wollen ab-warten, was die Zukunft bringt. Über eine Altersversorgung nach-zudenken lohnt sich ihrer Meinung nach nicht. Zumindest zurzeit nicht. Dazu fehlt einfach das nötige Kleingeld, wie Paule immer sagt.

Paule hat einen Freund, den Ekki, den Eckehardt Ehrlich. Und dieser Ekki hat wieder einen Freund. Und der, was der Freund von dem Ekki ist, arbeitet nebenberuflich für die ZZ.

„Die ZZ ist eine gute Gesellschaft“, hat der Ekki gesagt, sagt der Paule. Und der, wo sein Freund ist, würde auch ihm jederzeit helfen und so. Hat der Ekki gesagt. Und auf den Ekki, wo sein Freund ist, lässt der Paule nichts kommen.

Also laufen auf jeden Fall jetzt alle Versicherungen der Familie Pleite bei der ZZ, wo der, wo der Freund von dem Ekki ist, arbeitet.

Alles klar? Sie können folgen?

Natürlich auch die Versicherung für das Auto. Das Auto ist übrigens Paules ganzer Stolz. Sogar eine eigene Garage leistet sich der Paule. Für sein Auto. Jeden Samstag wird es gewaschen, das Auto. Und ein-mal im Monat wird es sogar poliert. Von Hand und mit Watte, versteht sich!

Er glänzt noch wie neu, der Wagen, obwohl er inzwischen auch schon in die Jahre gekommen ist. 8 Jahre und mehr als 150.000 Kilometer hat das gute Stück auf dem Buckel. Ist - dank kompetenter Beratung - selbstverständlich auch noch immer vollkaskoversichert. Mit 150 € Selbstbeteiligung.

Es wäre ja auch nicht auszudenken, wenn das arme Auto durch eigene Schuld plötzlich Schrott wäre.

„Man kann ja nie wissen“, hatte der Mann, wo der Freund von dem Ekki ist, gesagt. Der, wo nebenberuflich für die ZZ arbeitet. Und der muss es ja wissen. Oder sollte es zumindest wissen.

Dem guten Paule hat noch nie jemand gesagt, dass man einen 8 Jahre alten Schlitten, der noch mit knapp € 1 500 in der Liste steht, nicht mehr für viel Geld vollkaskoversichert. Vielleicht hat er ja auch nur nicht hingehört.

Es hat ihm wahrscheinlich auch noch nie jemand gesagt, dass die ZZ ausgerechnet einer der teuersten Anbieter auf dem Markt ist, und dass er den gleichen Versicherungsschutz bei einem der preiswerten Anbieter für weniger als die Hälfte bekommen könnte.

Wenn er dann auch noch gleichzeitig die sinnlos gewordene Vollkaskoversicherung ersatzlos streichen würde, könnte er von jetzt auf gleich sogar drei Viertel seiner Beiträge zur Kraftfahrtversicherung einsparen. Und die Insassenunfallversicherung, ja, die könnte er auch noch streichen.

Allein mit dem Geld, das er durch einen Wechsel in der Kraftfahrtversicherung einsparen würde, könnte er seiner Familie eine ganze Menge mehr Sicherheit in anderen, bisher nicht abgedeckten Versicherungsbereichen bieten. Eine Risiko-Lebensversicherung wäre bei vier Kindern doch ein interessanter Vorschlag, über den der gute Paule einmal in Ruhe nachdenken sollte.

Millionen Verbrauchern ergeht es genauso wie dem Paule Pleite in unserem Beispiel. Sie alle kennen jemanden, der jemand kennt, der in irgendeiner Weise etwas mit Versicherungen zu tun hat. Sie alle verlassen sich - aus welchen Gründen auch immer - auf die Meinungen und die Aussagen Dritter, anstatt sich endlich selbst um-fassend zu informieren und danach mit dem gesunden Menschen-verstand eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen.

Wer wie Paule Pleite für seine Versicherungen immer nur einen bestimmten Teil seines Einkommens ausgeben kann, muss dafür sorgen, dass er trotz dieser beschränkten Mittel ein möglichst großes, sicherndes Netz aufspannt. Es muss ihn und seine Familie auffangen können, wenn es einmal wirklich ernst wird.

Ein engmaschiges Netz ist sicherlich eine feine Sache. Wenn man es sich leisten kann. Für die meisten Verbraucher ist es mehr oder weniger unbezahlbar. Aber auch ein weitmaschiges Netz wird in der Regel einen lebensbedrohenden Sturz auffangen, selbst wenn die Landung dann vielleicht nicht immer so weich sein wird.

Nur wenige, die abstürzen, werden wirklich durchs Netz fallen.

Keinem Artisten auf dem Hochseil oder am Trapez würde es je einfallen, ohne ein sicherndes Netz zu arbeiten, wenn es nicht den ganzen Raum über der Manege absichern würde. Über die Weite der Maschen würden die Artisten sicherlich mit sich reden lassen, aber nicht über eine nur halb abgesicherte Zirkusarena. Denn sie alle haben wenig Lust, im Fall des Falles im Sinne des Wortes auf dem Bauch zu landen oder sich alle Gräten zu brechen.

Eine gut geplante Vorsorge für die ganze Familie kann und darf bei eingeschränkten finanziellen Mitteln nicht anders aussehen als ein sicherndes Netz. Der intelligente und zugleich kostenbewusste Verbraucher sollte sich - nur wegen eines Vertreters - niemals für teure Verträge auf der einen Seite entscheiden, wenn er weiß, dass er gleichzeitig unverzeihliche Lücken an anderer Stelle im Netz offen lassen müsste.

Der intelligente Verbraucher wird einsehen, dass das große ZZ, oder irgendein anderer bekannter Name einer großen Gesellschaft, nicht unbedingt auf jeder Versicherungspolice notwendig ist. Im Schaden-fall werden auch kleinere Gesellschaften mit Sicherheit die gleichen Leistungen erbringen, auch wenn geschickte Vertreter immer wieder versuchen, dies beim weniger intelligenten Verbraucher in Abrede zu stellen.

Der intelligente und zugleich kostenbewusste Verbraucher wird außerdem in allen anderen Versicherungsbereichen über angemessene Selbstbeteiligungen nachdenken, um damit seine Beiträge zu senken und das sichernde Netz für die ganze Familie noch weiter spannen zu können.

Es kann doch nicht angehen, dass angeblich so mündige Verbraucher auf den Schutz ihrer Familie, z. B. durch eine Risikolebensversicherung, verzichten, nur weil sie angeblich dafür kein Geld mehr haben, sich aber - wie Paule Pleite - nicht von einer teuren Kraftfahrtversicherung trennen können.

Mit den gesparten Beiträgen in der Kraftfahrtversicherung könnten oft genug nicht nur eine Risikolebensversicherung, sondern auch noch eine sinnvolle Unfallversicherung für die ganze Familie bezahlt werden. Aber es ist nicht immer einfach, weniger intelligenten Verbrauchern das klar zu machen.

Es wäre doch hirnrissig, wenn Paule Pleite für zwei seiner Kinder eine teure Unfallversicherung bei der ZZ abschließen würde, weil er sich seiner Meinung nach einen Unfallschutz  für alle vier Kinder nicht leisten kann.

Die anderen hätten dann, wie er sagt, schlicht und ergreifend Pech gehabt, wenn ihnen etwas passiert. Dafür wären zwei Kinder eben gut versichert, denn schließlich sei die ZZ eine gute Versicherung. Sagt der Freund von dem Ekki, der, wo für die ZZ arbeitet. Und der muss es schließlich wissen.

Natürlich hat niemand Paule gesagt, das er für das gleiche Geld, das er jetzt bei der ZZ für die Versicherung von zwei Kindern bezahlt, bei einem preiswerten Anbieter für alle vier Kinder sogar noch einen besseren Schutz bekäme.

Nur informieren, informieren müsste sich der Paule Pleite schon selbst. Und das Informieren ist bei vielen Verbrauchern, die Freunde wie Ekki haben, leider nicht immer drin.

Das Verhalten des hungrigen Versicherungsaußendienstes gegenüber unbedarften Verbrauchern ist sicherlich nicht immer fair. Es kann auch in keiner Weise entschuldigt werden. Aber verständlich ist es schon.

Es ist einfach menschlich.


 

Mitgefühl

Ein Kannibale hat einen Familienvater in den Kochtopf geworfen.

Der fleht um sein Leben.

„ Ich habe eine Frau und vier Kinder zu ernähren“.

Knurrt der Kannibale:  „ Ich auch“.


Schwachsinnig

Die Ausreden

 

Auf den folgenden Seiten finden Sie ein Dutzend „gute“ Ausreden, so wie sie von den weniger intelligenten Verbrauchern immer und immer wieder ins Feld geführt werden. Wenn es darum geht, sachlich zu begründen, warum sie den einen oder anderen dringend notwendigen Versicherungsabschluss nicht machen wollen oder - aus welchen Gründen auch immer - nicht machen können, werden auch die weniger intelligenten Verbraucher sehr kreativ.

Der intelligente Verbraucher mag darüber schmunzeln. Kaum zu glauben, welcher Schwachsinn so von weniger intelligenten Verbrauchern erzählt wird, um einen im Grunde notwendigen Abschluss in einem Versicherungsbereich zu vermeiden oder sich einem vernünftig begründeten Versichererwechsel zu verschließen.

Aber auch der weniger intelligente Verbraucher dürfte diese ausführliche Zusammenstellung guter Ausreden wahrscheinlich begrüßen. Die eine oder andere Formulierung dürfte auch für ihn vielleicht doch noch neu sein. So hat der weniger intelligente Verbraucher zumindest die einmalige Gelegenheit, die Sammlung seiner eigenen Argumente um ein paar kreative Formulierungen zu ergänzen.

So wird mir auch der weniger intelligente Verbraucher meine teilweise respektlosen oder gar zynischen Kommentierungen seiner immerhin möglichen guten Ausreden – falls er sie denn verstehen sollte – hoffentlich verzeihen und vielleicht trotzdem noch ein bisschen weiter lesen.

Ich bin ein positiv denkender Mensch. Und weil ich positiv denke, werde ich auch nie einen Unfall haben. Und weil ich sicher bin, dass ich nie einen Unfall haben werde, wäre der Beitrag für eine Unfallversicherung doch nur hinausgeworfenes Geld, das ich mir besser sparen kann.

Das ist von allen möglichen Antworten wohl die schwachsinnigste. Aber Sie glauben gar nicht, wie oft sie von weniger intelligenten Verbrauchern verwendet wird. Der Begriff Unfallversicherung lässt sich natürlich beliebig durch jede andere im Grunde notwendige Versicherung austauschen. Selbst die Lebensversicherung macht da keine Ausnahme, denn der weniger Intelligente stirbt nie.

Vorsichtshalber wird dann wenigstens für das gebrauchte Auto doch noch eine teure Vollkaskoversicherung - möglichst ohne Selbstbeteiligung - abgeschlossen. Schließlich kann man ja nie wissen, was so alles passiert. Und um das Auto wäre es doch schade. Oder?

Ich lebe gerne gefährlich und liebe das Risiko. Wenn ich mich gegen alles versichern würde, würde mir der tägliche Kick fehlen. Deshalb versichere ich mich überhaupt nicht.

So viel Schwachsinn kann doch kein erwachsener Mensch von sich geben, werden Sie jetzt vielleicht sagen. Aber Sie irren sich gewaltig. Der nächste kündigt seine Unfallversicherung, nur weil ihm eine Wahrsagerin prophezeit hat, er würde niemals einen Unfall haben. Alles ist möglich!

Ich bin mit allen meinen Versicherungen über meinen Onkel bei der MM versichert. Ich weiß, dass ich da viel zu viel bezahle. Aber ich kann unmöglich wechseln. Der würde mir das übel nehmen. Ich muss sogar in Kauf nehmen, dass ich jetzt nicht mehr für meine Altersversorgung tun kann.

Auch diese Antwort ist natürlich völlig unsinnig. Aber mit dieser Art schadet der weniger Intelligente wenigstens niemandem. Höchstens sich selbst. Wir können ihn also als völlig harmlos einstufen.

Was für ein Einsatz! Was für eine Nächstenliebe!

Man könnte vor Rührung fast zerfließen! Wenn der Anlass nicht so traurig wäre. Da wirft ein ausgewachsener, angeblich mündiger Verbraucher einem Versicherer jährlich € 1.000 für nichts und wieder nichts in den Rachen, damit der Onkel magere € 100 Provision bekommt.

Kann es so viel Feigheit geben? Da verzichtet jemand, der es sich eigentlich nicht leisten könnte, auf eine Altersversorgung, nur weil er zu feige ist, seinem Onkel oder wem auch immer ein paar Versicherungsverträge wegzunehmen. Oder schämt er sich vielleicht ja nur zuzugeben, dass er eigentlich mit seinem Geld rechnen müsste und sich einen Generalagenten überhaupt nicht leisten kann? Es könnte sich ja in der Familie herumsprechen. Das könnte seinem Image schaden.

Manche Verbraucher aber haben es wirklich nicht besser verdient, als das sie von teuren Gesellschaften oder deren Mitarbeitern gekonnt über den Tisch gezogen und dann wie eine Weihnachtsgans ausgenommen werden. Dummheit gehört bestraft.

Ich brauche keine Private Haftpflichtversicherung. Erstens passe ich immer auf, dass nichts passiert, und deshalb kann ich mir das Geld für eine private Haftpflichtversicherung sparen. Wenn dann wirklich etwas passiert, dann kann ich den Schaden auch selbst bezahlen.

Diese Antwort ist nicht nur schlicht und ergreifend dumm. Sie ist auch egoistisch und geht bis an die Grenze des Asozialen.

Klingt doch irgendwie überzeugend, was der Mann da von sich gibt. Da will jemand ernsthaft von gesparten € 70 im Jahr im Zweifelsfall einen Millionenschaden aus eigener Tasche bezahlen. Aus purem Geiz setzt er seine ganze Existenz aufs Spiel. Vielleicht auch noch die Zukunft seiner Familie.

Wenn es um Geld geht, setzt bei vielen Menschen leider der Verstand aus.

Die Rücksichtslosigkeit einer solchen Aussage gegenüber möglichen Geschädigten wird erst auf den zweiten Blick erkennbar. Denn sie würden im Schadenfall trotz so viel Großspurigkeit wohl leer ausgehen.

Ich brauche keine private Haftpflichtversicherung. Wenn wirklich etwas passiert, dann hat der andere eben Pech gehabt. Bei mir ist doch ohnehin nichts zu holen.

Die Selbsteinschätzung, dass bei ihm nichts zu holen sei, mag ja sogar richtig sein. Gleichwohl ist auch diese Antwort nicht nur schlicht und ergreifend dumm. Sondern auch egoistisch und verantwortungslos, bis an die Grenze des Asozialen.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie dumm und zugleich rücksichtslos Menschen sein können. Nur um kleine und kleinste Beiträge zu vermeiden, gehen sie unverantwortliche Risiken ein und setzen ihre ganze Zukunft aufs Spiel.

Ich brauche keine Tierhalterhaftpflichtversicherung. Mein Amboss ist ja so brav. Der tut keinem was.

Solchen Menschen sollte man jede Tierhaltung schon aus grundsätzlichen Erwägungen verbieten. Denn jede Tierhaltung erfordert ein Mindestmaß an Intelligenz. Im Falle einer solchen leichtfertigen Aussage dürfte sie wohl kaum ausreichend vorhanden sein.

Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass meinem Toni so etwas passiert. Deshalb will ich für ihn auch keine Unfallversicherung. Wenn ich ihn gegen so etwas versichere, dann passiert das auch wirklich. Das habe ich so im Gefühl.

Ob Sie es glauben oder nicht, solchen Unsinn geben unbedarfte Eltern tagtäglich von sich. Sollte dem armen Toni denn doch etwas passieren und sollte er durch einen Unfall invalide werden, hat der arme Kerl unter Umständen ein Leben lang Zeit, um über die Dummheit seiner Erzeuger nachzudenken.

Ich brauche keine Unfallversicherung. Wenn ich durch einen Unfall invalide werde, dann nützt mir das viele Geld auch nichts mehr. Dann nehme ich mir ohnehin das Leben.

Auch diese häufige Antwort zeugt von großer menschlicher Unreife. Es gibt eine Menge Menschen, die mit den bitteren Folgen einer Invalidität fertig werden müssen. Ohne sich gleich das Leben zu nehmen.

Jeder auch nur halbwegs intelligente Erwachsene sollte einsehen, dass es sich mit einer großzügig bemessenen Invaliditätsentschädigung zumindest leichter leben lässt als ohne und dass das Leben dann immer noch lebenswert ist.

Ich brauche weder eine Unfallversicherung noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Wozu auch? Bei uns in Deutschland ist noch nie jemand verhungert. Wenn mir wirklich etwas passiert, dann habe ich eben Pech gehabt. Dann lasse ich mich - wie so viele andere auch -  ins soziale Netz fallen.

Menschen, die nicht bereit sind, wenigstens für sich selbst sorgen, obwohl sie es könnten, sind entweder unsozial oder asozial. Vielleicht sind sie ja auch nur schlicht und ergreifend zu dumm. Sie begreifen nicht, dass sich im Grunde keine Gesellschaft solche   Schmarotzer erlauben kann. Solche Menschen müssen darauf vertrauen, dass die Mehrzahl ihrer Mitmenschen anders und verantwortungsbewusster handeln. Zumindest anders, als sie selbst.

Ich brauche keine zusätzliche Altersversorgung. Meine gesetzliche Rente reicht mir. Im Alter hat man doch ohnehin keine Ansprüche mehr.

Es gibt scheinbar noch immer genügend unreife Optimisten, die mit ihrem Leben nicht das Geringste anfangen können. Auch diese Antwort ist unausgegoren und kurzsichtig. Vielleicht bleibt ihnen ja viel Zeit, um über die fehlende Altersversorgung nachzudenken.

Ich brauche keine Altersversorgung. Ich werde ohnehin nicht alt. Dann hätte ich das viele Geld umsonst gespart. Ich will heute leben.

Wer eine solche unqualifizierte Antwort gibt, muss noch sehr, sehr jung und unreif sein. Zumindest aber dürfte er vom Leben noch nichts oder nur sehr wenig begriffen haben.

Man kann ihm nur wünschen, dass er - trotz der Zweifel - sehr alt wird. Dann hat er wenigstens viel Zeit, um über seine jugendliche Gedankenlosigkeit nachzudenken.

Ich brauche keine Rechtsschutzversicherung. Wir leben in einem Rechtsstaat und da bekommt immer noch der Recht, der Recht hat.

Die Antwort ist völlig weltfremd und kurzsichtig.

Wo lebt denn der Mensch, dass er immer noch an den Rechtsstaat glaubt, in dem jeder, der Recht hat, auch Recht bekommt? Hat der noch nie davon gehört, wie teuer es werden kann, wenn man sein Recht durch alle Instanzen notfalls bis zum Bundesgerichtshof erkämpfen muss? Und wie bitter es ist, wenn man nur noch die Faust in der Tasche machen kann, weil das Geld für einen Prozess nicht vorhanden ist.

In meiner Lage darf einfach nichts passieren. Ich darf auch nicht krank werden. Und wenn doch etwas passiert, dann habe ich eben Pech gehabt.

Dieser Zweckoptimismus ist durch nichts zu rechtfertigen.

Da fällt ein Mann aus dem 43. Stock eines Wolkenkratzers. Der Mann war Optimist. Bei jedem Stockwerk, an dem er vorbei kam, tröstete er sich: „Bis hierhin ging’s gut“. Aber der Aufschlag ist unvermeidbar.

Mag ja alles sein. Aber ich bin jung und möchte heute leben. Ich möchte mir keine Gedanken darüber machen, was in 30 oder 40 Jahren sein wird. Bis dahin ist ja noch sooo viel Zeit.

Es gibt eine ganze Menge Menschen, die möchten heute leben und sich keine Gedanken um die Zukunft machen. Man könnte meinen, sie wollen einfach nicht erwachsen werden. Sie stecken den Kopf in den Sand, wie der Vogel Strauß. Als ob sie damit die Probleme lösen könnten!

Wenn sie älter und vielleicht auch reifer geworden sind, werden sie wohl feststellen, dass sie sich der Verantwortung für sich selbst doch nicht entziehen können. Dann haben sie sooo viel Zeit. Zeit zum Nachdenken, was sie früher einmal falsch gemacht haben.

Ich schließe prinzipiell keine Versicherungen ab. Da spare ich im Laufe der Zeit viel Geld.

So viel Schwachsinn in zwei kurzen Sätzen lässt sich beim besten Willen nicht mehr kommentieren. Wer so spricht, hat wahrscheinlich noch nie etwas von Verantwortung gehört. Weder von einer Verantwortung für sich selbst, noch von Verantwortung für andere.

Ich brauche keine Gewässerschadenhaftpflichtversicherung. So ein Schaden passiert so selten. Da lohnt es sich gar nicht, sich dagegen zu versichern.

Sicherlich kommt ein solcher Schaden nur sehr selten vor. Aber, wenn er passiert, dann muss unter Umständen ein ganzes Haus abgetragen werden, um das darunter liegende Erdreich zu dekontaminieren. Kein vernünftiger Mensch wird Haus und Hof aufs Spiel setzen, um eine Prämie von ein paar Euro im Jahr zu vermeiden.

Albert Einstein hatte von der Intelligenz seiner Mitmenschen keine besonders hohe Meinung, und er gab diese Ansicht auch immer wieder unverhohlen zum Besten.

So formulierte er in einem Gespräch einmal sehr zutreffend, für ihn gäbe es nur zwei Dinge, die unendlich seien. Das Universum und die menschliche Dummheit. Von der Unendlichkeit des Universums sei er noch nicht endgültig überzeugt. Wohl aber von der Unendlichkeit der menschlichen Dummheit.

Mit dieser Ansicht hätte Albert Einstein ohne weiteres im Versicherungsaußendienst arbeiten können.

Nachdem Adam und Eva den Apfel vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, erkannten sie, dass sie nackt waren. Wenig später wurden sie vom Hausherrn des Paradieses verwiesen. In Zukunft mussten sie ihr Brot im Schweiße ihres Angesichts verdienen und unter Schmerzen Kinder gebären.

So steht es in der Bibel geschrieben. Sie kennen die Geschichte. Nennen Sie mir bitte einen Grund, warum es Ihnen anders ergehen sollte.

Wenn Sie jetzt, nach dem Lesen dieser Zeilen, zu dem Schluss kommen sollten, dass auch Sie in der Vergangenheit derartige faule Ausreden gebraucht und Ihre Entscheidungen nicht immer so getroffen haben, dass sie einen Platz auf der Liste der intelligenten Verbraucher beanspruchen können, haben Sie jetzt zwei Möglichkeiten.

Werfen Sie das Buch ganz schnell in den nächsten Papierkorb! Tun Sie das, wenn Sie glauben, dass Sie das erleichtert! Aber erzählen Sie um Gottes Willen niemandem von der Erkenntnis, die Sie gemacht haben. Versuchen Sie einfach, den Inhalt zu vergessen!

Denken Sie nicht mehr daran! Wenn Sie es schaffen!

Das verbessert vielleicht Ihre Laune, sichert Ihnen aber noch lange keinen Platz auf der Liste der intelligenten Verbraucher. Denn Ihr Problem, Ihr Problem sind Sie selbst.

Im Altertum, wurden die Überbringer schlechter Nachrichten hingerichtet. Davon ist man heute weitgehend abgekommen. Aber noch heute gibt es Menschen, es sind sicherlich nur wieder die weniger intelligenten, die ihrem Arzt ernsthaft böse sind, wenn er ihnen irgendwann mitteilt, dass sie ernsthaft krank sind und dringend einer Behandlung oder gar der ständigen Pflege bedürfen, um wieder gesund zu werden.

Natürlich könnten Sie aber auch Ihr Verhalten ändern und Ihre Entscheidungen einmal in Ruhe überdenken. Das wäre sicher die bessere Lösung. Niemand würde etwas von Ihrem Sinneswandel und Ihrem Seitenwechsel hin zu den intelligenten Verbrauchern erfahren. Außer vielleicht der nette Mann in dem kleinen Versicherungsladen an der Ecke. Aber der wird wohl damit leben müssen, dass sich immer mehr intelligente Verbraucher gegen ihn und für die eigene sichere Zukunft entscheiden.


Bindend

Das Versicherungsvertragsgesetz

 

Das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) ist alt. Sehr alt sogar.

Immerhin stammt es schon aus dem Jahr 1904. Viele Fachleute behaupten sogar, es sei verstaubt und müsse dringend einmal überholt werden, denn so einige Passagen sind wohl nicht mehr ganz zeitgemäß oder könnten zumindest etwas verbraucherfreundlicher gestaltet werden.

Aber es ist zumindest eine einheitliche, rechtliche Grundlage für alle Versicherungssparten ( mit Ausnahme der Rückversicherung ), an die sich alle Gesellschaften im Umgang mit ihren Versicherungsnehmern halten müssen.

Das VVG enthält die vertraglichen Grundlagen für alle Versicherungssparten mit Ausnahme der Rückversicherung. Es beinhaltet eine Reihe grundsätzlicher Regelungen,  von denen nicht zu Ungunsten der Versicherten abgewichen werden darf.

Wer Skat spielt, sollte wenigstens die Grundregeln beherrschen, sonst wird das Spiel ihm und seinen Mitspielern auf Dauer wenig Freude bereiten. Ein Blick ins Versicherungsvertragsgesetz kann also nicht schaden, wenn der nächste Brief eines Versicherers mit unverständlichen Inhalten ins Haus flattert.

Der Verbraucher kann nicht unbedingt erwarten, dass alle Schreiben, die er von einer Gesellschaft bekommt, auch wenn sie die Faksimileunterschrift eines Vorstandes tragen, einer weitergehenden juristischen Prüfung, zum Beispiel durch einen Anwalt, standhalten. Nicht jeder der Paragraphen des Versicherungsvertragsgesetzes, die zum Beispiel bei Ablehnungen im Schadenfall immer wieder gern angeführt werden, muss unbedingt seine Richtigkeit haben.

Auf jeden Fall sollten Sie sich nicht darauf verlassen. Der Sachbearbeiter kann sich irren, das wäre menschlich und entschuldbar.

Der Sachbearbeiter kann aber auch ganz bewusst versuchen, den Kunden mit dem Inhalt seines Schreibens zu täuschen. Solche, den Verbraucher bewusst täuschenden Schreiben müssen nicht einmal unbedingt auf der Eigeninitiative eines einzelnen Mitarbeiters basieren.

Sie können, was leider immer wieder vorkommt, durchaus auch auf Anweisung eines Vorstandes geschrieben werden, der selbst wieder unter Erfolgsdruck steht und sich um seine Gewinne sorgen muss.

Das passiert sogar schon mal öfter, wenn Kündigungen auf Grund einer Prämienerhöhung oder auch zum Ablauf als angeblich verspätet oder aus anderen fadenscheinigen Gründen - auf jeden Fall  gut formuliert - abgelehnt werden. Oder wenn ein Schaden mit Hinweis auf einen bestimmten Paragraphen aufgrund von Fristversäumnis nicht reguliert werden kann.

Böse Zungen behaupten, es gäbe sogar einige Gesellschaften, die jeden gemeldeten Schaden zuerst grundsätzlich einmal ablehnen und, wenn überhaupt, erst viel später auf weitere Nachfrage reagieren würden. Aber das ist sicherlich nur wieder eine böswillige Unterstellung.

Diese im Grunde dreiste Vorgehensweise einzelner Schadensachbearbeiter ist sicherlich nicht unbedingt als kundenfreundlich anzusehen, aber sie spart den Gesellschaften unterm Strich auf jeden Fall eine Menge Geld.

Kleinvieh macht eben auch Mist.

Die Gesellschaften setzen ganz bewusst auf die Bequemlichkeit des Verbrauchers und die meist fehlende Sachkenntnis der Versicherten. Sie hoffen, dass der in der Regel völlig überforderte Verbraucher auch die falschen Entscheidungen, da sie so amtlich klingen, als richtig akzeptiert. Und der Erfolg gibt den Gesellschaften ganz offensichtlich Recht.

Die meisten Verbraucher haben nicht immer gleich ein Versicherungsvertragsgesetz zur Hand, auch wenn sie es dringend nötig hätten. Oder sie verstünden es gar nicht, selbst wenn sie es hätten.

Sie, lieber Leser, sollen es in Zukunft besser haben.

Im Anhang dieses Buches finden Sie einen vollständigen Abdruck des Versicherungsvertragsgesetzes.

Machen Sie sich die Mühe! Schauen Sie wenigstens ab und zu mal hinein!


Gestört

Das Verhältnis zum Verbraucher

 

Es gibt Vertreter, die haben ein ehrliches Gesicht. Aber sie haben von ein und derselben Gesellschaft zwei Tarife in der Tasche. Sie, lieber Leser, Sie ahnen wahrscheinlich schon, was jetzt kommt.

Einen teuren Tarif für die weniger intelligenten Verbraucher  - oder auch die Ausländer - also für die, die blind und ohne zu prüfen alles unterschreiben, was ihnen vorgelegt wird. Der zweite, wesentlich günstigere Tarif ist dann für die intelligenten Verbraucher bestimmt. Also für die, bei denen der Vertreter befürchten muss, sie könnten klug genug sein, sich vor einem Abschluss zu informieren.

Die Prämienunterschiede können dann - gleiche Leistungen vorausgesetzt - durchaus 30 Prozent und mehr betragen. Die Gesell-schaften überlassen es ihren Mitarbeitern, ihre Kunden als intelligente oder weniger intelligente Verbraucher einzustufen und ihre Beiträge danach zu berechnen.

Es sind oft die gleichen Gesellschaften, die bei einer Ablehnung im Schadenfall als Entschuldigung immer so vollmundig das Märchen von der Gleichbehandlung aller Versicherungsnehmer auftischen.

Wenn Sie sich die Mühe machen und Ihre eigenen Beiträge einmal dahingehend überprüfen, können Sie also sehr leicht Rückschlüsse über die Meinung ziehen, die Ihr Vermittler von Ihnen hat. Intelligent oder weniger intelligent - Sie werden es herausfinden.

Die gleiche aufschlussreiche Erfahrung können auch Verbraucher machen, die einen Versicherungsvertrag kündigen, weil sie zu einem günstigeren Versicherer wechseln wollen. Sie werden unter Umständen aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Mit einem Mal ist der Vertreter oder auch die Gesellschaft, die sie über viele Jahre hinweg mit unverschämt hohen Beiträgen zur Kasse gebeten haben, unter dem Druck des Wettbewerbs ganz überraschend bereit, die Beiträge um 20, 30 oder auch mehr Prozent zu senken, nur um sie als Kunden zu behalten.

Was dann folgt, ist für viele Verbraucher immer wieder unverständlich. Viele Kunden lassen sich doch tatsächlich von dem gleichen Vertreter, der sie über Jahre hinweg mit überhöhten Prämien ausgenommen hat, wieder überreden, die Verträge zu günstigeren Prämien und Bedingungen fortzuführen.

Warum ist er denn mit diesen günstigeren Prämien nicht von selbst und viel früher herübergekommen?

Der Verbraucher sollte sich grundsätzlich darauf verlassen können, dass er von seinem Vermittler zumindest den besten Preis bekommt, den dieser zu bieten hat, selbst wenn seine Gesellschaft in einem objektiven Marktvergleich immer noch unter „ferner liefen“ eingestuft werden müsste.

Der Versicherungsvertreter hat - als Handelsvertreter - zwar nur die Interessen seiner Gesellschaft wahrzunehmen. Er steht in keinem gesetzlich geregelten Vertrauensverhältnis zu seinen Kunden. Gleichwohl ist es irgendwie unfair, wenn der Vertreter das Vertrauen, das der Verbraucher in ihn setzt, so schamlos ausnutzt.

Ob er zu diesem Ausnutzen gezwungen ist, ist eine andere Frage.

Zugegeben, der Versicherungsmarkt ist hart umkämpft. Alle wollen leben. Aber es kann nicht angehen, dass die Preise für Versicherungsprodukte wie auf einem arabischen Bazar ausgehandelt werden müssen oder je nach Gesichtsausdruck ganz individuell festgelegt werden.

Würden Sie einem Taschendieb, den Sie einmal mit der Hand in Ihrer Jackentasche erwischt haben, ein paar Monate später die Schlüssel Ihrer Wohnung anvertrauen, um während Ihres Urlaubs Ihre Blumen zu pflegen?

Dumme Frage!

Natürlich würden Sie das nicht, denn Sie hätten zu Recht Angst, dass dem ersten fehlgeschlagenen Versuch weitere folgen könnten.

Wenn sich alle Verbraucher gegenüber ihren Versicherungsvertretern so und nicht anders verhielten, könnten sie mit Sicherheit eine Menge verändern.

Würden Sie mit jemandem weiter um viel Geld Karten spielen, den Sie auch nur ein einziges Mal beim Falschspiel oder mit gezinkten Karten erwischt hätten?

Der Verbraucher muss sich darauf verlassen können, dass die Vertreter und die Gesellschaften nicht mit gezinkten Karten spielen, sondern sich an ihre Tarife, die Bedingungen und festgelegten Regeln halten. Jedes falsche Spiel schadet einer ganzen Branche, die schon genug unter einem negativen Image leidet, in Zukunft aber  mehr denn je gebraucht werden wird.


Sparsam

Die Selbstbeteiligung

 

Die meisten Entscheidungen im Leben werden weniger mit dem Kopf als aus dem Bauch heraus getroffen. Diese Aussage gilt auch oder besser gesagt gilt besonders für den Bereich der Versicherungen und der Vorsorge. Dort hat der Sympathiefaktor schon immer eine besondere Rolle gespielt. Der intelligente Verbraucher wird immer  etwas mehr mit dem Kopf und etwas weniger aus dem Bauch heraus entscheiden, als der weniger Intelligente, der im schlechtesten Fall alle Entscheidungen aus dem Bauch heraus trifft und zuletzt sein Gehirn völlig abschaltet.

Was dabei dann herauskommt, findet man in den Versicherungsordnern von Felix Mustermann & Co oder auch willkürlich verteilt in diversen Schubladen und Schuhkartons ganz unten im Kleiderschrank bei den aussortierten Unterhemden.

Der Durchschnittshaushalt hat, wie wir bereits festgestellt haben, sieben oder auch acht aktive Versicherungsverträge, die bei mindestens vier oder auch fünf verschiedenen Gesellschaften abgeschlossen wurden. Über die vielen Verträge, die er im Laufe der Jahre bei den verschiedensten Gesellschaften aus den unterschiedlichen Gründen gekündigt wurden, wollen wir an dieser Stelle den Mantel des Schweigens ausbreiten.

Felix Mustermann gibt also durchaus schon eine Menge Geld für Versicherungen aus, hat aber gleichwohl nur in den seltensten Fällen ein durchgehendes Versicherungskonzept. Geschweige denn ein weitgespanntes, sicherndes Netz, das in vielen Lebensbereichen seinen völligen Absturz verhindern könnte.

Dass man sich nicht gegen alles versichern kann, ist eine durchaus richtige Erkenntnis. Sie wird zwar von intelligenten und weniger intelligenten Verbrauchern in gleicher Weise akzeptiert, aber in völlig unterschiedlicher Weise interpretiert.

Beide, der intelligente und der weniger intelligente Verbraucher, werden immer nur einen ganz bestimmten Teil ihres Einkommens für Versicherungen und Altersvorsorge ausgeben können, weil beide in ihren finanziellen Mitteln nun mal beschränkt sind. Nur, der Versicherungsschutz, der beim Einsatz der knappen finanziellen Mittel herauskommt, könnte unterschiedlicher kaum ausfallen.

Der weniger intelligente, spontane und aus dem Bauch heraus handelnde Verbraucher ist in einigen wenigen Bereichen gut, vielleicht sogar sehr gut versichert. Dafür zahlt er, weil er sich nicht oder zumindest nicht genügend informiert, jeden von ihm geforderten Preis. Von diesen Verbrauchern leben Generationen von Versicherungsvertretern und das nicht einmal schlecht.

Bei Prämienunterschieden auf dem Versicherungsmarkt von teilweise sogar mehreren hundert Prozent erfordert es nicht viel Intelligenz, sich auszurechnen, was dabei herauskommt. Der Durchschnittshaushalt in Deutschland könnte - allein bei seinen privaten Versicherungen -   1.000 € im Jahr sparen, wenn die Verbraucher auch nur ein bisschen mitrechnen und die Preise vergleichen würden. Aber die meisten Verbraucher scheinen sich - aus welchen Gründen auch immer - für solche Aussagen nicht zu interessieren.

Der weniger Intelligente macht aus seinen Versicherungen ein Glücksspiel. Er erwartet, dass er in einem Schadenfall auch wirklich alles ersetzt bekommt, damit sich wenigstens dieser Vertrag für ihn gerechnet hat. Dafür nimmt der weniger Intelligente in anderen Versicherungsbereichen gerne das Risiko auf sich, in einem nicht versicherten Schadenfall völlig auf den Bauch zu fallen und seine Existenz für immer aufs Spiel zu setzen.

Er, der weniger intelligente Verbraucher, ist nicht oder zumindest nur selten bereit, in einigen Versicherungsbereichen angemessene Selbstbeteiligungen, die er im Grunde leicht verkraften könnte, zu akzeptieren und dadurch in die Lage versetzt zu werden, sein sicherndes Netz weiter zu spannen und wichtige zusätzliche Lebensbereiche abzusichern.

Was bedeutet denn Selbstbeteiligung?

Selbstbeteiligung bedeutet doch nichts anderes, als in einigen Bereichen als Versicherungsnehmer einen geringen Teil des übersehbaren Risikos selbst zu tragen und im Schadenfall ein paar Euro weniger - oder bei einem ganz kleinen Schaden - vielleicht auch mal nichts zu bekommen.

Selbstbeteiligungen in der Kaskoversicherung sind allen Autofahrern bekannt. Jeder Kraftfahrer weiß aus Erfahrung, dass eine Vollkaskoversicherung mit einer Selbstbeteiligung von 1.000 € oder auch 2.000 € wesentlich weniger kostet, als die mit einer Selbstbeteiligung von 150 € oder gar ein Vertrag ganz ohne Selbstbeteiligung.

Oft würde allein die Beitragsersparnis durch die Wahl einer Kraftfahrzeugversicherung mit einer höheren Selbstbeteiligung völlig ausreichen, um die ganze Familie mit einer stattlichen Unfallversicherung zu versorgen. Aber, obwohl die Leute vielleicht schon 20 Jahre unfallfrei fahren, sind sie nicht zu einer Änderung in ihrem Verhalten zu bewegen. Dabei würde die Unfallversicherung doch nicht einmal mehr kosten, als das Risiko, in einem selbstverschuldeten Schadenfall mit dem Auto eine etwas höhere Selbstbeteiligung hinnehmen zu müssen.

Was in der Vollkaskoversicherung von den meisten Verbrauchern als richtig und unumgänglich akzeptiert wird, könnte so leicht auch in vielen anderen Versicherungsbereichen umgesetzt werden und zu einer völligen Veränderung des Versicherungsmarktes führen. Aber es würde, wie schon gesagt, dem Verbraucher eine gewisse, leider nicht immer vorhandene Intelligenz abverlangen, um die Zusammenhänge von Prämie und eigenem Risiko zu begreifen und sein Handeln danach auszurichten.

Jeder Schaden, der gemeldet wird, kostet den Versicherer - ganz unabhängig von der Höhe des Schadens - erst einmal Geld. Es geht nicht nur um den Entschädigungsbetrag, der irgendwann vielleicht einmal überwiesen wird, sondern es sind gewaltige Kosten, die sich aus der Bearbeitung dieses Schadens ergeben und die letztendlich doch vom Verbraucher bezahlt werden müssen.

Auch die Bearbeitung eines Schadens, der - aus welchen Gründen auch immer - am Ende abgelehnt und nicht bezahlt wird, hat Geld gekostet, mit dem die Gemeinschaft der Versicherten in irgend einer Form belastet werden wird.

Viele tausend Mitarbeiter sind in der Versicherungswirtschaft tag-täglich damit beschäftigt, Kleinschäden und Kleinstschäden zu erfassen, zu bearbeiten, sie zu prüfen und einen nicht endenden, völlig unproduktiven Schriftwechsel mit den Versicherungsnehmern zu produzieren. Selbst ein weniger intelligenter Verbraucher müsste eigentlich sehr schnell begreifen können, dass er mit einem eingereichten Haftpflichtschaden über 10 Euro für die Reinigung einer Hose der Versichertengemeinschaft nur völlig unnötige Kosten verursacht, die er über seine Prämie letztendlich irgendwann doch wieder bezahlen muss.

Viele hunderttausend Kleinschäden, die mit ihrer Regulierung heute den Verwaltungsablauf der Konzerne verstopfen, wären vermeidbar. Sie müssten gar nicht erst angelegt werden und in die Bearbeitung einfließen, wenn man sich in der Assekuranz über generelle und vernünftige Selbstbeteiligungen einigen könnte.

Aber die Assekuranz hat Gründe, die gegen generelle Selbstbeteiligungen sprechen und war reinen Vernunftgründen noch nie so recht zugänglich.

Die Vertreter fürchten zu Recht um ihre Provisionen, denn auch angemessene Selbstbeteiligungen würden die Preise purzeln und die Abschlussprovisionen dahin schmelzen lassen wie Schnee in der Sonne. Um sich ihre Provisionen zu sichern, sind sie darauf angewiesen, gerade beim weniger intelligenten und damit auch weniger kostenbewussten Verbraucher eine gewisse Gier nach einer vollständigen, hundertprozentigen Schadenregulierung wachsen zu lassen. Dieses Verhalten aber kann mit Sicherheit nicht im Interesse von kostenorientierten Verbrauchern liegen.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass bei durchschnittlich vier Vertretern, die alle für ein und denselben Kunden  in Versicherungsfragen zuständig sein wollen, sich niemals jemand für den Kunden als Ganzes verantwortlich fühlen kann und wahrscheinlich auch nicht fühlen will. Jeder Vertreter muss sehen, dass er von dem Kuchen, den er nicht in seiner ganzen Größe bekommen kann, zumindest ein möglichst großes Stück abbekommt. Dieses menschlich durchaus verständliche Streben nach dem möglichst großen Stück schließt mögliche und durchaus auch vernünftige Selbstbeteiligungen von vorneherein aus. Denn jeder Vertreter würde mit einem objektiv guten Rat an den Kunden seine eigene Existenz gefährden. Das könne ihm keiner zumuten, das glaubt jeder Vertreter zumindest.

Auch die Versicherer sind an Tarifen, die eine generelle Selbstbeteiligung vorsehen, nur bedingt interessiert.

Die Gesellschaften könnten zwar auf der einen Seite eine Menge Kosten und Personal in der Schadenregulierung einsparen, auf der anderen Seite würden ihnen aber natürlich auch die Prämieneinnahmen bei den Kapitalanlagen fehlen.

Hinzu kommt für viele Gesellschaften die Gefahr, dass ihre Mitarbeiter im Außendienst mit den niedrigeren Beiträgen pro Vertrag und den damit reduzierten Provisionen nicht mehr überleben können.

Ein durchgehendes Versicherungskonzept, das in einigen Versicherungsbereichen vernünftige Selbstbeteiligungen vorsieht und damit eine kostenneutrale Erweiterung des sichernden Netzes möglich macht, erfordert auf Seiten des sparsamen Verbrauchers ein einschneidendes Umdenken und ganz ohne Zweifel eine gewisse Intelligenz, die - aus welchen Gründen auch immer - nicht von allen Verbrauchern erwartet werden kann.

Der kostenbewusste Verbraucher, der diesen Weg einschlagen will, wird wohl oder übel einsehen müssen, dass ein solches Konzept in aller Ruhe ausgearbeitet werden muss und nur aus der Hand eines unabhängigen Vermittlers oder Versicherungsmaklers kommen kann, der ihn dann auch optimal berät und die volle Verantwortung für das sichernde Netz übernimmt. Der Verbraucher wird in diesem Zusammenhang aber auch einsehen müssen, dass vier verschiedene Vertreter mit völlig unterschiedlichen Interessen dazu kaum in der Lage sei dürften.

Viele Köche verderben bekanntlich schon seit alters her den Brei oder versalzen die Suppe.

 

Wenn der Verband marktorientierter Verbraucher e. V. in Köln seinen Mitgliedern rät,

Halbieren Sie die Kosten Ihrer Versicherungen,

und Sie haben mit Sicherheit mehr vom Leben,

dann beinhaltet diese kesse Aufforderung nicht gleichzeitig die Behauptung, grundsätzlich alle Versicherungen im gewohnten Umfang  zum halben Preis anbieten zu können. Aber der Einschluss angemessener Selbstbeteiligungen in die Verträge kann unter Umständen dazu beitragen, die Beiträge auf die Hälfte zu reduzieren. 

Bleibt noch die Frage offen, in welchen Versicherungsbereichen vernünftige Selbstbeteiligungen angebracht wären und sich auch mühelos realisieren lassen.

·         In der Kraftfahrtversicherung sind Selbstbeteiligungen in der Teil- und Vollkaskoversicherung schon seit Jahrzehnten üblich, werden aber vom Verbraucher in der Regel leider noch immer viel zu niedrig angesetzt. Die Höhe der Selbstbeteiligung sollte unter anderem vom Fahrzeugwert ausgehend gewählt werden. Wer sich ein Fahrzeug für € 100.000 leisten kann, wird auch mit einer Selbstbeteiligung von € 5.000 leben können. Für die normalen Preisklassen ist eine Selbstbeteiligung von € 1.000 anzuraten.

·         In der privaten Haftpflichtversicherung dagegen machen Selbstbeteiligungen wenig Sinn. Preiswerte Versicherungsgesellschaften bieten den gleichen Schutz ohne Selbstbeteiligung zum Teil preiswerter an als die teuren Wettbewerber einen Vertrag mit Selbstbeteiligung.

·         In der Hausrat- und Wohngebäudeversicherung machen je nach den gewählten Versicherungssummen Selbstbeteiligungen bis zu € 1.000 durchaus Sinn. Gerade bei höher-wertigen Haushalten lässt sich mit einer Selbstbeteiligung von € 1.000 eine Menge Geld sparen.

·         Auch im Bereich der Rechtsschutzversicherung lassen sich die Beiträge bei entsprechenden Selbstbeteiligungen und gleichzeitiger Abwahl unnötiger Bestandteile sogar mehr als halbieren.

·         Sehr viel Geld lässt sich im Bereich der Krankenvollversicherung durch entsprechende Selbstbeteiligungen im ambulanten Bereich oder auch in den Kompakttarifen mit einer Selbstbeteiligung über alle Bereiche sparen.

·         In der Krankentagegeldversicherung bestimmen die Karenzzeiten den Preis. Eine Tagegeldversicherung vom 43. Tag an kostet wesentlich weniger als ein Tagegeld vom 8. Tag an. Ausreichende Tagegelder sind unverzichtbar. Eine ausreichende Tagegeldversicherung vom 43. Tag an gibt auf Dauer wesentlich mehr Sicherheit als ein unzureichendes Tagegeld, das bereits vom 8. Tag an gezahlt wird.

·         Auch in der Krankenzusatzversicherung werden oft Beitragsteile eingeschlossen, die sich bei näherem Hinsehen als völlig überflüssig und sinnlos entpuppen. Wer braucht schon eine Versicherung für die Praxisgebühr?

·         In der Unfallversicherung kann man – wenn auch nur indirekt - über sinnvolle Selbstbeteiligungen nachdenken, indem entsprechende Progressionstarife, die bei höheren Invaliditätsgraden mehr leisten, in das sichernde Netz einbezogen werden.

·         Selbst in die Berufsunfähigkeitsversicherung können Gedanken von Selbstbeteiligung einfließen und die Prämien für ausreichende Leistungen damit bezahlbar machen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bis zu einem Endalter von 55 oder 60 Jahren kostet mit Sicherheit weit weniger, als eine Berufsunfähigkeitsversicherung bis zum Endalter 65. Man kann wohl die Meinung vertreten, dass jeder seine beruflichen Ziele bis zum 60. Lebensjahr erreicht haben sollte. Berufsunfähigkeitsversicherungen bis zum 65. Lebensjahr werden unappetitlich teuer.


Wissenswert

Die Zusammenhänge

 

Für jeden Menschen gibt es, so sagt man, verschiedene, aber durchaus effiziente Arten, sein Geld durchzubringen.

Spielen und Wetten ist von allen Möglichkeiten der schnellste Weg, um auch große Summen ohne Umweg zu verschleudern.

Der Griff zur Flasche ist zwar ebenfalls vielversprechend, wenn auch bei größerem Vermögen vielleicht etwas zeitaufwendiger. Außerdem bekommt das Saufen der Leber nicht.

Leider bleibt aber noch ein weiterer, bequemer und vor allen Dingen unauffälliger Weg offen, um auf Dauer große Beträge konsequent und großzügig aus dem Fenster zu werfen und so der eigenen Familie auf Dauer zu entziehen.

Der häusliche Frieden dagegen gerät - im Gegensatz zu den zuerst vorgeschlagenen Lösungen - bei diesem letzten Weg meist noch nicht einmal in Gefahr. Ganz im Gegenteil!  Diese unsinnigen Aktivitäten werden von der meist ahnungslosen Ehefrau - sehr häufig auch noch wohlwollend - unterstützt.

„Der Mann war ja immer sooo sympathisch. Und so gut reden konnte der auch“, heißt es dann noch nach Jahren schwärmerisch.

Wenn die Folgen der falschen Beratung entdeckt werden und das Kind in den Brunnen gefallen ist, kommt die Erkenntnis meist jedoch leider zu spät. Und wenn das Geld dann  unwiderruflich weg ist, oder der Schaden nicht bezahlt wird, wird gejammert: „Aber bei dem waren wir doch immer“.

Richtig! Sie haben es erraten.

Um sein Geld problemlos aber unwiderruflich loszuwerden, fehlt Roland Redlich nur ein falscher „Versicherungsfachmann“, der mehr an seinen eigenen Geldbeutel und seine Abschlussprovisionen als an das Wohl und Wehe oder gar an den Vorteil seiner Kunden denkt. Und natürlich fehlen ihm zu seinem „Glück“ ein paar teure oder von seinem „Fachmann“ angeratene, unter Umständen sogar völlig unnötige Versicherungen.

Ist Roland Redlich dem so genannten „Versicherungsfachmann“, und davon gibt es leider sehr viele, erst einmal so richtig auf den Leim gegangen, wird er sein sauer verdientes Geld zwar nicht auf einmal, dafür aber auf Jahre hinaus mit konstanter Regelmäßigkeit los.

Herr Redlich wurde, mit Verlaub gesagt, ganz ungeniert über den Tisch gezogen und, ohne es überhaupt zu merken, mit überhöhten Versicherungsbeiträgen wie eine Weihnachtsgans ausgenommen.

Auf Jahre hinaus werden ihm in schöner Regelmäßigkeit die Beiträge für überhöhte, eventuell sogar nutzlose Versicherungen von seinem Konto abgebucht, ohne dass er rechtlich etwas dagegen tun kann.

Von den meist jährlichen Erhöhungen durch Beitragsanpassung oder Dynamik ganz zu schweigen. Vielleicht laufen Roland Redlich oder auch seine Frau ja auch noch jeden Monat pünktlich zur Post oder Sparkasse, um als vertragstreue Versicherungsnehmer die Beiträge auch ja rechtzeitig einzuzahlen oder zu überweisen.

Ehrlich, wer rechnet da denn später, wenn alle Policen erst einmal gut im Versicherungsordner abgeheftet sind, noch einmal in aller Ruhe nach, was er so alles abgeschlossen hat? Wer überprüft gar mit spitzem Bleistift, was er im Laufe der Jahre alles einsparen könnte, wenn, ja, wenn er wenigstens in Zukunft mit dem Kopf und nicht mehr mit dem Bauch entscheiden würde? Warum denn auch?

Das Gewissen von Roland Redlich ist beruhigt. Er kann gut schlafen, denn er ist sicher, dass er eine Menge für seine Sicherheit und die Sicherheit seiner Familie getan hat. Das ist ein gutes Gefühl, und vielleicht war es ja sogar noch etwas mehr, als er ursprünglich vorgehabt hatte.

So sagte es wenigstens der Vertreter, und der musste es ja schließlich wissen. Roland Redlich wurde gelobt und durfte sich setzen. Ein großer Teil seines Einkommens wurde seiner Verfügungsgewalt langfristig entzogen und wandert in Zukunft in andere Taschen.

So ist das Leben!

Ob das alles stimmte, was der Vertreter gesagt hat, ob nun auch wirklich alle notwendigen Risiken abgedeckt wurden, wird Herr Redlich erst im Schadenfall feststellen.

Und um Preise hat Herr Redlich sich doch ohnehin nie gekümmert.

Roland Redlich kann sich trösten, und wenn es Ihnen so ähnlich ergangen sein sollte, können Sie sich ebenfalls trösten. Anderen geht es ebenso: Sie befinden sich zusammen mit Roland Redlich und ein paar Millionen anderer Verbraucher in guter, wenn nicht gar in bester Gesellschaft.

Schade, dabei könnte eine durchschnittliche Familie mit etwas Überlegung und korrekter Beratung rund € 1.000 allein bei ihren privaten Versicherungen im Jahr sparen. In 30 Jahren könnten daraus  glatt € 100.000 werden, die so einfach, vielleicht auch nur aus Bequemlichkeit und Unkenntnis der Verbraucher nutzlos vergeudet werden. Später, z.B. bei der Altersversorgung dürfte ein solcher Betrag doch wohl jedem fehlen.

Nicht nur Roland Redlich, sondern Ihnen vielleicht auch.

Aber bis dahin ist ja noch sooo lange Zeit!

Zugegeben, eine Menge Leute verkaufen Versicherungen. Viel zu viele sogar, sagen die Experten. Ob sie davon Ahnung haben oder nicht, spielt zurzeit noch keine Rolle. Aber das soll sich ja ändern. Irgendwann!

Wie viele es sind, weiß niemand, nicht einmal auf hunderttausend genau. Vierhunderttausend oder fünfhunderttausend? Wahrscheinlich will es auch niemand wissen.

So ist es auch nicht weiter schwer, einen schlechten Fachmann zu finden. Sie müssen gar nicht erst lange suchen. Schauen Sie sich nur an der nächsten Straßenecke einmal um oder greifen Sie mit dem Mut der Verzweiflung in die Gelben Seiten. Da finden Sie die oft selbsternannten Fachleute zu hunderten, die von produktions-hungrigen Gesellschaften oder auch Strukturvertrieben im Schnell-verfahren ausgebildet wurden.

Aber auch das soll sich ja ändern. Nur das Wann ist noch offen.

Sie alle wollen nur Ihr Bestes.

Ihr Geld nämlich, damit sie selbst leben können. Sie alle bemühen sich mehr oder weniger „eeehrlich“, es Ihnen möglichst „uuunauffällig“ aus der Tasche zu ziehen.

Staatliche Einschränkungen sind zwar für die Zukunft geplant, aber es gibt sie zurzeit noch nicht. Wie es aussieht, wird es ohnehin noch Jahre dauern, bis die ersten Erfolge sichtbar werden und die neuen Richtlinien greifen. Aber immerhin, man ist in Berlin auf dem richtigen Weg.

Noch heißt es also ganz unbekümmert, jeder kann bei der großen Jagd auf unbedarfte Verbraucher mitmachen und sich von dem großen Kuchen so viel wie möglich abschneiden, auch wenn es mehr ist, als er kauen kann.

Als ewig zahlender und somit immer leidtragender Verbraucher aber haben Sie ein legitimes Interesse - oder Sie sollten es wenigstens haben - das möglichst viel Geld bei Ihnen, also in Ihrer eigenen Brieftasche, zu Ihrer eigenen Verfügung bleibt.

Sehen wir uns doch einmal all’ diese „vielversprechenden“ Leute etwas genauer an, die in kleinerem oder größeren Abstand Ihre Brieftasche wie die Geier umkreisen! Verzeihung, die Leute, die im Vertrieb von Versicherungen und Finanzdienstleistungen beratend tätig sind. Das klingt natürlich viel besser. Aber letztendlich kommt es auf das Gleiche heraus.

Sie werden es mit der Zeit wahrscheinlich auch selbst merken. In keinem anderen Beruf tummeln sich so viele Amateure, wie aus-gerechnet hier, wo es um Ihre Sicherheit geht und echte Profis mit Erfahrung und solidem Wissen gefragt wären.

„Ich arbeite jetzt auch nebenberuflich für die XX“, sagt eines Morgens ganz überraschend der nette Kollege am Arbeitsplatz, den Sie vielleicht schon seit Jahren kennen und von dem Sie so etwas nie erwartet hätten.

Er nennt Ihnen bestimmt auch einen gut klingenden Namen, meistens von irgendwelchen Vertriebsgesellschaften, von denen Sie allerdings noch nie gehört haben müssen. „Wenn Du also in Zukunft irgendetwas im Versicherungsbereich brauchst oder Fragen hast, kannst Du Dich ja vertrauensvoll an mich wenden. Wir kennen uns doch. Ich bin immer für Dich da.“

Hört sich gut an! Toll, er hat bereits zwei Wochenendschulungen bei der XX mitgemacht, und seinen Satz hat er auch schon ohne Stottern herausgebracht. Inzwischen weiß er sogar, dass man Versicherungen mit V schreibt. Vorher hatte er da so seine Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung.

Nun fühlt er sich schon fast als Fachmann, als Profi, der ungefragt jedem andächtigen Zuhörer gute Ratschläge erteilen kann, die ihm unter Umständen sogar geglaubt werden. Unter den Blinden ist der Einäugige schließlich schon immer König gewesen.

Er macht jetzt auch „in Versicherungen“, nennt sich plötzlich Finanzkaufmann oder besser noch Finanzdienstleister. Das klingt noch viel zeitgemäßer, und vor allem kann sich überhaupt noch niemand darunter etwas Genaues vorstellen.

Pst! Er selbst wahrscheinlich auch nicht.

Eine Woche später berät er ganz selbstverständlich auch noch über Kapitalanlagen oder Finanzierungen und bietet zu allem Überfluss auch noch Anteile an Ferienwohnungen auf den Kanarischen Inseln an. Der Mann muss ein kleines Genie sein. Wozu andere ein paar Jahre brauchen, hat er sich in wenigen Wochen angeeignet.

Anzug und Krawatte trägt er inzwischen auch, denn er muss sein fehlendes Wissen zumindest durch einen guten Eindruck ersetzen. Kleider machen Leute und haben schon immer Leute gemacht.

Wozu denn einen Beruf richtig lernen, so mit abgeschlossener Lehre oder gar Studium? Darüber kann er doch nur lachen. Sie sehen, es geht doch auch so. In ein paar Stunden ist das gleiche Ziel erreicht.

Und Kohle macht der auch noch!  Kohle auf Ihre Kosten. Vielleicht sogar mehr als Sie.

Nur zu, lieber Leser, ihm, dem Schnellstarter, können Sie sich, Ihr Geld und Ihre Zukunft doch bedenkenlos anvertrauen, denn schließlich gehen Sie doch auch zum nächsten Metzger, wenn Sie einmal Bauchschmerzen haben. Der ist das Schneiden von seinen Schweinen her gewohnt. Und Blut kann der auch sehen, ohne deswegen jedes Mal gleich in Ohnmacht zu fallen. Oder?

Sie zucken gequält zusammen? Nun, dieser letzte Vorschlag gefällt Ihnen ganz offensichtlich doch nicht allzu sehr? Sie zögern noch, denn offensichtlich haben Sie ein viel zu zartes Gemüt. Das mit dem Metzger, das war denn wohl doch zu hart? Gut! Dann sehen wir uns einmal die nächste, am weitesten verbreitete Kategorie von Versicherungsvermittlern an, die, die an der nächsten Straßenecke - gleich nebenan - lauern!

Auf  wen? Auf Sie natürlich!

Halt! Halt! Sie brauchen gar nicht so weit zu gehen und auch nicht lange zu suchen. Die bunten und meistens auch noch gut gestylten Firmenschilder finden Sie an jeder Ecke. Niemand weiß, wie viele es davon gibt und wahrscheinlich will es auch niemand wissen.

Agentur der A, Generalagentur der B, Geschäftsstelle der C, leuchtet es in großen, vertrauenerweckenden Buchstaben. Gut klingende Titel sind ja so leicht zu vergeben und doch sind sie so unvergleichlich nichts sagend. Geld kosten sie auch nicht. Dafür machen die Titel aber eine Menge Eindruck und ver

Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel. Das angestrebte Ziel wird auf jeden Fall erreicht: Umsatz um jeden Preis.

Dabei ist der Versicherungsagent, vornehmer klingend auch Geschäftsstellenleiter oder aber - noch etwas wohlklingender - Generalagent genannt, schlicht und ergreifend Handelsvertreter. Seine Aufgabe: Er soll für seine Gesellschaft möglichst viel Umsatz in Form von Neuabschlüssen machen. Wie er das anstellt, das bleibt ihm in der Regel selbst überlassen. Besser gesagt, er muss Umsatz machen. Denn er steht für gewöhnlich durch seine Verträge ganz schön unter Produktionsdruck.

Wen wundert es da, dass die vom Verbraucher erwartete, möglichst umfassende Kundenbetreuung als zweitrangig völlig in den Hintergrund tritt?

Der Handelsvertreter ist schon durch seine im Gesetz verankerte Treuepflicht eng an seine jeweilige Gesellschaft gebunden. Er darf in der Regel nur die Produkte und Leistungen seiner einen Gesellschaft verkaufen. Ob er selbst von diese Produkten überzeugt ist oder nicht, spielt keine Rolle. Er wird überhaupt nicht gefragt. Verkaufen muss er, um jeden Preis natürlich. Denn er kann seinen Kunden nur dieses eine Angebot machen und das auch nur zum Preis seiner Gesellschaft. Selbst wenn er weiß, dass dieser Preis völlig überzogen ist, ihm und seinen Kunden bleibt keine andere Wahl, auch wenn seine Gesellschaft in jeder Rangliste auf Platz 99 von einhundert steht.

Oder er muss, wenn er ehrlich bleiben will, so schwer es ihm auch fällt, auf das Geschäft verzichten, um nicht, wenn er erwischt würde, seine ganze Existenz aufs Spiel zu setzen. Soviel ist sicher, seine Gesellschaft würde ihm gnadenlos kündigen, wenn er gegen seinen klaren und eindeutigen Ausschließlichkeitsvertrag verstößt und seine Kunden so schnell wie möglich auf mehrere neue Vertreter aufteilen.

Manche Gesellschaften, sagt man, warten nur auf solche Gelegenheiten, um unbequeme Generalagenten auf diesem Wege schnell und ohne Kosten loszuwerden.

So muss der arme Kerl, was bleibt ihm anderes übrig, denn seine Ware auch wider besseres Wissen loben. Er wird versuchen, mit geschliffenen Worten oder großen aber leeren Versprechungen um die Gunst seiner Kunden zu buhlen. Denn er, seine Frau und seine Kinder sollen satt werden. Verständlich, denn er lebt schließlich von seinen Abschlüssen. Friss Vogel oder stirb, ist eine hervorragende Führungsmethode, die im Laufe der Zeit perfektioniert wurde.

Ganze Organisationen werden auf diese Weise auf Trab gehalten.

Notwendige Konkurrenz oder gar fairen Wettbewerb kann der Vertreter im Grunde nicht gelten lassen. Er muss, zumindest nach seinen eigenen Worten, immer der Beste sein. Sonst verliert er seinen Fisch an der Angel, noch bevor er ihn überhaupt richtig an Land gezogen hat.

Aber, sagen Sie ehrlich, legen Sie wirklich Wert darauf, wie ein Karpfen scheinbar hilflos an einer Angel zu zappeln? Haben Sie nur darauf gewartet, endlich an Land gezogen und ausgenommen zu werden?

Wohl kaum!

Denken Sie also beim nächsten Mal daran! Wenn es wieder einmal an der Tür klingelt und ein junger, adretter Mann mit treuem Blick sein so oft vor dem Spiegel geübtes Sprüchlein aufsagt: „Verzeihen Sie die Störung! Ich komme von der Y. Brauchen Sie vielleicht eine Versicherung“, dann winken Sie höflich ab.

Ja, selbstverständlich verzeihen Sie ihm. Aber danke, Sie brauchen nicht.

Glauben Sie wirklich, dass Sie auf diese Weise ganz zufällig an der Haustür den Versicherungsfachmann Ihres Lebens finden? Den großen Spezialisten, der mit Ihrem Geld richtig umgehen kann und das vor allem auch noch will?

Wohl kaum!

Denn ein wirklicher Fachmann wäre sich doch wohl zu schade, täglich von morgens bis abends bis zu 200 Klingeln zu drücken und so klinkenputzender Weise sein Wissen in den Treppenhäusern feilzubieten. Nein, er würde von jeder vernünftigen Gesellschaft bestimmt für eine qualifiziertere Aufgabe eingesetzt werden.

Ehrlich, möchten Sie als Fachmann in Ihrem Beruf Ihre Leistung tagtäglich unangekündigt an der Haustüre anbieten müssen?

Bestimmt nicht!  Eine Gesellschaft, die ihre neuen Mitarbeiter in dieser Weise verheizt, hat Ihr Vertrauen nicht verdient.

Natürlich können Sie auch mal einen ganz anderen Weg gehen.  Sie können sich „amtlich“ beraten lassen. Viele Beamte und auch Angestellte des öffentlichen Dienstes scheinen mit ihrer täglichen Arbeit nicht mehr genügend ausgelastet zu sein. So versuchen sie kurzentschlossen, ihre offensichtlich nicht ausgefüllte Bürozeit interessanter und vor allem gewinnbringender auszufüllen.

Keine Bange! Diese Staatsdiener beschränken sich schon lange nicht mehr nur auf die Beratungen in ihrem eigenen Kollegenkreis. Nein, sie schenken jedem abschlusswilligen Bürger endlich mal offene Ohren.

Machen Sie ruhig den Versuch!

In fast jeder Behörde finden Sie, sehr zum verständlichen Ärger der hauptberuflichen Versicherungsverkäufer, ein paar so genannte „Vertrauensleute“ der unterschiedlichsten Gesellschaften, die sich – durchaus bereitwillig - die (Dienst-) zeit nehmen, Sie in aller Ruhe ausführlich zu beraten.

Wie vorteilhaft, wenn eine solche Beratung auch am Nachmittag außerhalb der offiziellen Kundenzeiten erfolgen kann! Dann kann man doch wenigstens in aller Ruhe ins Detail gehen, zumindest soweit, wie die Kenntnisse dazu vorhanden sind. Diensttelefon und gar amtlich freigemachte Umschläge stehen kostenlos zur Verfügung. Da kann so mancher unterbezahlte Beamte schon mal schwach werden.

Wen wundert es also, wenn zu Recht aufgebrachte Mitglieder von Berufsverbänden der selbständigen Versicherungskaufleute schon mal zur notwendigen Jagd in den Behörden blasen und zumindest versuchen, allzu eifrige Beamte zur Strecke zu bringen? Blattschuss!

Die Frage nach der beruflichen Qualifikation bleibt natürlich auch hier wieder offen. Vielleicht lässt ja die aus Steuergeldern bereits abgegoltene Arbeitsleistung noch genug freie Zeit, um sich in die schwierige Versicherungsmaterie in aller Ruhe einzuarbeiten und im Rahmen der Weiterbildung die eine oder andere Prüfung abzulegen.

Wollen Sie wirklich darauf warten, bis dieser Beamte oder Angestellte ausgelernt hat? Er ist Ihnen doch schon teuer genug! Der öffentliche Dienst.

Böse Zungen behaupten gar, dass diese „amtlichen Berater“ für ihre Nebentätigkeit mehr Geld bekommen, als sie für ihre hauptberufliche Tätigkeit verdienen.

Aber das ist wohl wieder etwas zu spitz formuliert. Oder?

Gelegentlich werden Sie auch auf die Bezeichnung „Mehrfachagentur“ oder auch „Mehrfachvermittler“ stoßen, mit der Sie nichts anzufangen wissen.

Der Mehrfachagent ist zwar auch nach wie vor Handelsvertreter. Somit ist auch er an die Weisungen seiner von ihm vertretenen Gesellschaften gebunden. Er ist jedoch wenigstens nicht mehr offiziell an das Angebot einer einzigen Gesellschaft gebunden. Er kann sich - zumindest auf dem Papier - innerhalb der Angebotspalette der von ihm vertretenen Gesellschaften frei entscheiden, was er nun seinen Kunden anbieten möchte.

Die Mehrfachagentur ist, soweit sich der Agent wirklich und nicht nur auf dem Papier in seinen Angeboten frei entscheiden kann, zumindest ein erster, wenn auch halbherziger Schritt in die richtige Richtung, sich als kundenbewusster Vertreter vom einseitigen Zwang und vor allem vom Produktionsdruck einer Einfirmenvertretung zu lösen. Er könnte wenigstens teilweise nach eigenem Ermessen und in eigener Verantwortung auch kundenfreundlich entscheiden.

Was er wirklich tut, ist eine ganz andere Frage.

Da hat es der Versicherungsmakler doch auf jeden Fall besser.

Der Versicherungsmakler ist von seinem Selbstverständnis her von Haus aus unabhängig und an keine Gesellschaft vertraglich gebunden. Es bestehen mit den Gesellschaften lediglich Courtagevereinbarungen, die die Höhe der Courtagen, so nennt man die Provisionen des Maklers, regelt.

Der Makler wird, wenn er seinen Beruf ernst nimmt, aus einer in seinem Ermessen und seinem Können liegenden Vielzahl von Gesellschaften ein für Sie günstiges Angebot herausfinden. Wenn es sein muss oder Sie es wünschen, wird er Ihnen ohne Schwierigkeiten auch mehrere Angebote vorlegen.

Der Versicherungsmakler ist bei der Erstellung seines Angebotes oder auch seiner Angebote nicht immer an den günstigsten Preis allein als Kriterium gebunden. Der Preis ist für den Versicherungsmakler nur ein Auswahlkriterium, er wird aber auch andere Kriterien wie zum Beispiel das Verhalten einer Gesellschaft gegenüber Kunden und die Schadenabwicklung in seine Empfehlung einfließen lassen.

Der Versicherungsmakler hat in erster Linie die Interessen seiner Kunden, man sagt auch: Mandanten wahrzunehmen. Er muss sich allerdings auch fair und korrekt gegenüber den Gesellschaften verhalten. So wird er zum Beispiel nie Hilfestellung leisten, um einen Schaden, sagen wir es höflich, im Interesse seines Kunden zu manipulieren, um ihn ersatzpflichtig zu machen. Sein guter Ruf stünde auf dem Spiel. Kein Versicherer würde in Zukunft noch ein Stück Brot von ihm nehmen, geschweige denn mit ihm zusammenarbeiten.

Im Übrigen kann ein Versicherungsmakler die Interessen seiner Mandanten gegenüber den Gesellschaften objektiv vertreten, ohne gleich, wie der gestresste Generalagent, gegen schwerwiegende Treuepflichten zu verstoßen. Er muss auch keine schwerwiegenden Folgen für sein eigenes Vertragsverhältnis befürchten.

Auf der Grundlage des Maklervertrages wird der Versicherungsmakler von seinem Kunden – meist schon zu Beginn seiner Tätigkeit - bevollmächtigt, in der Regel in allen Versicherungsangelegenheiten für ihn tätig zu werden. Er kann dann für seinen Mandanten, wenn nötig selbstverständlich nach jeweiliger Rücksprache, bindende Willenserklärungen gegenüber  den Gesellschaften abgeben und auch im Auftrag seines Mandanten unterschreiben, sowie einzelne Versicherungsverträge ändern und kündigen.

Die Gesellschaften haben, selbst wenn sie - aus welchen Gründen auch immer - mit einem Makler nicht zusammenarbeiten wollen, gleichwohl die Erklärungen, die unter Vorlage einer Kopie des Maklervertrages abgegeben werden, zu akzeptieren.


Unerbittlich

Der Führungsstil

 

Als Julius Caesar vor nun mehr als 2000 Jahren einmal von einem Bewunderer  gefragt wurde, ob seine Soldaten ihn lieben oder hassen würden, soll der große Feldherr mit einem leisen Lächeln auf den Lippen geantwortet haben: Oderint, dum metuant. Frei übersetzt: Mögen sie mich ruhig hassen, solange sie mich wenigstens fürchten.

Denn es war dem alten Caesar völlig gleichgültig, was seine Soldaten von ihm dachten. Solange sie nur ihre Pflicht erfüllten, war für den alten Herrn die Welt in Ordnung.

Nach diesem bewährten Grundsatz wird der ganze Vertrieb in der Assekuranz auch heute noch geführt. Jeder tritt jeden. Sie glauben gar nicht, was man mit genügend Druck auf Mitarbeiter so alles erreichen kann. Wer ganz Oben sitzt, hat es gut. Er muss nicht mehr selbst treten. Er lässt treten. Er kann andere beauftragen, andere zu treten.

Wenn die Produktion stimmt, stimmen die Zahlen,

wenn die Zahlen stimmen, stimmt das Einkommen,

wenn das Einkommen stimmt, ist die Welt in Ordnung.

Wenn die Zahlen nicht mehr stimmen, dann ändern sich die Zahlen oder die Gesichter. Das wusste schon der alte Herr Abs von der Deutschen Bank, von dem dieser Ausspruch überliefert ist.

Die Vorstände der Assekuranz sind die großen Heerführer. Sie sind für die Auswahl der strategischen Ziele wichtig. Aber sie kümmern sich in der Regel viel zu wenig darum, wie und auf welchen Wegen die Ziele erreicht werden. Hauptsache, sie werden erreicht. Ob sie dafür geliebt oder gehasst werden, ist ihnen wie - Julius Caesar - völlig gleichgültig.

Die Filial- und Bezirksdirektoren sind die Söldnerführer der Assekuranz. Sie werden für ein mehr oder weniger hohes Handgeld angeworben. Sie tun dann dort, wo sie gerade hingestellt werden, ihre Pflicht. Oder das, was sie gerade für ihre Pflicht halten. Im Laufe ihres Lebens tun sie das in der Regel durchaus bei mehreren Gesellschaften.

Natürlich immer wieder mit dem gleichen Enthusiasmus.

Die Herren sind für die Aufstellung und die Erweiterung ihrer Söldnertruppe verantwortlich. Aus diesem Grund sind sie an den Ergebnissen ihrer Mannschaft beteiligt und bekommen - wie die Conquistadores vergangener Tage - regelmäßig einen nicht unerheblichen Anteil an der Beute. Zusätzlich nährt sie die Hoffnung, irgendwann in den Olymp der Assekuranz aufzusteigen und bei irgendeiner Gesellschaft doch noch Vorstandsmitglied zu werden.

In der untersten Führungsebene laufen sich Agenturbetreuer oder Inspektoren, wie man sie früher nannte, die Füße wund, um neue Mitarbeiter an oder mit unterschiedlichem Erfolg auch bei der Konkurrenz abzuwerben, um sie auf die eigenen Produkte einzuschwören.

Alle Führungsebenen sind auf das Erreichen bestimmter Leistungs-ziele ausgerichtet, denn erst das Erreichen dieser Zielzahlen verbunden mit ansehnlichen Bonifikationen macht die Arbeit wirklich attraktiv. Verständlich, dass sich hier niemand an irgendwelche Spielregeln hält oder in irgendeiner Weise nachfragt, wie diese Zahlen erreicht wurden.

Hauptsache, die Zahlen stimmen, damit sie im nächsten Jahr um ein paar weitere Prozentpunkte angehoben werden können.

Hinzu kommen bei vielen Gesellschaften recht großzügig ausgelobte Wettbewerbe, die teilweise Millionen kosten, sich aber ganz offen-sichtlich immer noch rentieren. Die Umsetzung dieser Wettbewerbe nehmen bei einigen Gesellschaften fast unmenschliche Formen an, mit denen versucht wird, auch den letzten Tropfen Blut aus den Mitarbeitern herauszuquetschen.

Beliebt sind auch so genannte Rennlisten. Sie werden an den schwarzen Brettern der Filialdirektionen offen ausgehängt und in den Hauszeitungen veröffentlicht. Jeder kann sehen, wo er mit seiner Leistung steht, und wie viel er noch tun muss, um vielleicht doch noch einen oder gar mehrere Plätze nach oben zu kommen.

Vollends ärgerlich wird es, wenn bei einem Wettbewerb nicht mehr die absolute Leistung zählt, sondern der Platz entscheidet. Wenn zum Beispiel nur die ersten Hundert bei einer Kreuzfahrt mitfahren dürfen, wird zwangsläufig auf Kosten der Kunden geholzt, um doch noch zu den wenigen Ausgewählten zu gehören, die an Bord vom Vertriebsvorstand mit der Ehrennadel der X oder Y ausgezeichnet oder mit markigen Worten in den Club der Best of the Best aufgenommen werden.

Da werden dann schon mal ein paar Verträge geschrieben, die vielleicht besser nicht geschrieben worden wären und die das erste Jahr wohl kaum überleben werden. Da wird dann auch schon mal das eine oder andere absehbare Storno im nächsten Jahr in Kauf genommen.

Hauptsache, man ist dabei gewesen.

Wer auf Dauer keinen Erfolg hat, oder vielleicht auch nur zu alt geworden ist, bekommt eine mehr oder weniger großzügige Abfindung. Er kann gehen. Oder wird gegangen.

Reine Verhandlungssache!

Menschen werden bewertet. Abgewertet. Verschoben. Wie Schachfiguren. Nur viel weniger wert.

Und unter Umständen schon am nächsten Tag kann der Vertreter dann sein Glück mit den gleichen Sprüchen beim nächsten Versicherer versuchen.

Die eingeübten Sprüche bleiben ohnehin die gleichen. Er muss in seinen Konzepten doch nur den Namen austauschen.


Erdrückend

Die Ausschließlichkeit

 

Anton Arglos ist Frührentner. Seit zwei Jahren schon. Kraftfahrer ist er gewesen, aber dann hat eines Tages das Kreuz nicht mehr mitgemacht. Seit einem Jahr ist er nun auch noch Witwer, und wenn er ehrlich ist, muss er zugeben, dass ihm zu Hause so manches Mal die Decke auf den Kopf fällt.

Und jetzt ist er auf den Hund gekommen.

Gut sieht er aus mit seinem roten Halstuch. Richtig süß. Nein, nicht der Anton Arglos, der Hund natürlich, wenn er noch etwas tapsig auf den Beinen durch den kleinen Garten hinterm Haus tollt.

Das würde ihn aufmuntern, hatten die Kinder gemeint, die ihn so einmal im Monat besuchen kommen. Aus einem Tierheim hatten sie ihn geholt. Den Hund. Ein Findelkind, das bei Anton nun den richtigen „Papa“ gefunden hat. Anton Arglos ist seit langer Zeit wieder glücklich.

Dann besucht er Rührig in seinem Büro, denn er ist ein vorsichtiger Mann. Der Anton. Deshalb will er auch gleich eine Haftpflichtversicherung. Für den Hund. Seinen Hund.

Rührig ist Generalagent der T&T in dem kleinen Dorf hoch oben im Norden, wo sich Fuchs und Hase noch immer Gute Nacht sagen. Und er betreut Anton Arglos schon eine ganze Weile.

Anton Arglos erzählt ihm von dem großen Glück mit dem kleinen Tier und fragt ihn dann nach einer Haftpflichtversicherung. „Man kann ja nie wissen, was so alles passiert“, meint der Anton, und Rührig kann ihm da nur voll beipflichten.

„Und was kostet so was?“, fragt Anton.

Der Generalagent nennt seinen Preis. Anton Arglos zuckt erschrocken zusammen. „Ist das so teuer? Geht das nicht etwas billiger? Kostet das denn überall so viel?“

Drei Standardfragen. Rührig bekommt sie jeden Tag viele Mal zu hören.

„Das ist nun mal so“, sagt er bedauernd und setzt zu allem Überfluss auch noch sein mitfühlendstes Lächeln auf. „Das kostet bei allen großen Gesellschaften so viel“ meint er erklärend, „und schließlich möchtest Du ja auch bei einer Gesellschaft versichert sein, die Dich im Schadenfall nicht hängen lässt. Die auch wirklich bezahlt? Dann nickt Rührig - so wie er es auf dem Verkaufsseminar gelernt hat - mit dem Kopf. Anton Arglos nickt wie eine Marionette mit.

Der Antrag wird unterschrieben. Für 5 Jahre, versteht sich. Rührig hat mehr als € 100 verdient. Zumindest der Vormittag ist wieder mal gerettet.

Sehen wir uns die letzten Sätze von Rührig noch einmal genau an und analysieren, was er eigentlich gesagt hat!

Rührig ist Generalagent der T&T und durch einen Ausschließlichkeitsvertrag an diese Gesellschaft gebunden. Er muss also wohl oder übel dieses Produkt verkaufen. Andere, preiswertere Produkte stehen ihm nicht zur Verfügung.

Was hätte Rührig also tun sollen oder auch tun können?

Natürlich wusste er, dass Anton Arglos den gleichen Versicherungsschutz bei einem der preiswerten Versicherer für weniger als die Hälfte bekommen könnte. Schließlich ist der Rührig ja nicht blöd. Aber hätte er das zugeben sollen?

Dann wäre er zwar ehrlich gewesen, hätte aber unter Umständen nicht nur dieses Geschäft nicht schreiben können, sondern vielleicht den ganzen Kunden verloren, weil der aufgewacht wäre. Zudem hätte sich die günstige Prämie im Dorf schnell herumsprechen können. Andere Hundebesitzer hätten dann ebenfalls zugeschnappt. Soweit konnte es Rührig nicht kommen lassen.

Dafür haben Sie doch sicher Verständnis?

Andererseits war Rührig auch so viel Profi, dass er sehr genau wusste, dass er sich schon im eigenen Interesse auf keine nachweis-bare Falschaussage einlassen durfte.

Also hatte er die Frage von Anton Arglos geschickt umgangen. Er hatte, wie er es gelernt hatte, eine kluge Antwort gegeben. Sie war zwar keine Antwort auf die gestellte Frage, von ihrem Inhalt her aber konnte sie auch nicht als unbedingt falsch angesehen werden.

„Das kostet bei allen großen Gesellschaften so viel“, hatte er gesagt, obwohl Anton danach überhaupt nicht gefragt hatte.

Die Zusatzfrage, Anton wünsche sich doch eine Gesellschaft, die im Schadenfall auch wirklich bezahle, ist rein rhetorisch, die Anton Arglos natürlich nur bejahen kann, denn genau aus diesem Grund wollte er sich ja versichern. Diese hinterhältige Formulierung lässt aber gleichzeitig unterschwellig anklingen, es könnte ja auch Gesellschaften geben, die sich - aus welchen Gründen auch immer - gerne vor Schadenzahlungen drücken.

Eine Unterstellung, die Rührig in diesem Fall mit nichts untermauern kann, die aber jeden Kunden erst einmal verunsichert.

Die Antwort auf so eine Fragestellung lernt man doch schon in den ersten Verkäuferschulungen.

Nicht nur rhetorisch, sondern auch fachlich gesehen war Rührig gut drauf. Er hatte seine Lehre als Versicherungskaufmann bei der T&T durchgezogen und bei der Prüfung sogar mit Gut abgeschnitten. Danach hatte man ihn mit verschiedenen Aufgaben im Innendienst der Gesellschaft betraut.

Vor knapp 10 Jahren bekam er dann seine große Chance. Oder zumindest das, was er eine Zeit lang dafür gehalten hatte.

In einem kleinen Dorf hoch oben im Norden, wo sich Fuchs und Hase noch immer Gute Nacht sagen, musste eine Generalagentur neu besetzt werden. Der alte Inhaber ging nach 30 Jahren mehr oder weniger erfolgreicher Arbeit in den verdienten Ruhestand.  Die Gesellschaft bot Rührig an, den frei werdenden Kundenbestand mit der Aufgabe zu übernehmen, ihn weiter zu betreuen und nach Kräften auszubauen.

Rührig witterte seine große Stunde.

Er wollte sofort zuschlagen. Als er sich seinen Agenturvertrag dann doch noch etwas genauer ansah, kamen ihm zwar die ersten Zweifel. Aber als die Gesellschaft noch ein paar hundert Kunden aus freien Beständen im Nachbarort dazu packte und damit sein garantiertes Einkommen noch etwas aufbesserte, unterschrieb er dann doch. Der Köder war zu schmackhaft gewesen.

Und mit dieser einen Unterschrift unter den Agenturvertrag verkaufte Rührig seine Seele. Zehntausende hatten das schon vor ihm getan und genauso viele werden es nach ihm tun. Sie verkaufen sich für einen Preis, der ihnen die große Freiheit vorgaukelt.

In Wirklichkeit durfte er in Zukunft nur noch genau das tun, was ihm seine Gesellschaft gerade vorschrieb.

Mit einer Ausnahme vielleicht: Das Atmen war noch nicht vertraglich geregelt. Beim Luft schöpfen allerdings griffen schon die ersten  Vorgaben. Aber auch sonst war so ziemlich alles geregelt. Bis ins Kleinste. Sogar Wochenberichte hatte er in der ersten Zeit noch abliefern müssen.

Rührig war über Nacht schlicht und ergreifend Handelsvertreter geworden. Damit stand er in einem unbedingten Treueverhältnis zu seiner Gesellschaft, die große Hoffnungen auf ihn setzte. Das behauptete zumindest immer wieder der Bezirksdirektor. Aber der sagt das wohl jedem. Denn dafür wird er bezahlt.

Rührig durfte nur die Produkte seiner einen Gesellschaft, der T&T, verkaufen und natürlich auch nur zum jeweils vorgegebenen Preis. Ganz gleich, ob die Produkte ihm gefielen oder die Preise – zumindest aus Verbrauchersicht - angemessen waren oder auch nicht.

Zum Teufel, hatte man ihm gesagt, seit wann habe sich ein erfolgreicher Vertreter denn nach den Interessen irgendwelcher Verbraucher zu richten. Die T&T sei eine alte, angesehene Gesellschaft, und der Verbraucher habe dies zu akzeptieren. Und außer-dem sei er doch ein guter Verkäufer, und ein guter Verkäufer könne alles verkaufen.

Seine Aufgabe als Vertreter der T&T sei es, dies dem Kunden ein für allemal klar zu machen. Und genau dies hatte Rührig nun seit 10 Jahre mal mehr mal weniger erfolgreich für die T&T gemacht.

So manchmal waren ihm zwar in einer stillen Stunde Zweifel gekommen, ob das wohl alles so richtig war, was er da machte. So richtig wohl war ihm nicht dabei, wenn er mit seinen Prämien wieder mal so richtig neben dem Markt lag. Ärgerlich war es ja schon, wenn das Angebot eines Maklers für einen Bruchteil der Summe vorlag, die seine Gesellschaft umgesetzt haben wollte. Aber dann, dann hatte er sich zusammengerissen und sich als guter Vertreter der T&T beim nächsten Kunden neue Argumente einfallen lassen.

Er tröstete sich damit, dass er nicht nur die T&T, sondern sich und in erster Linie seinen Service verkaufe.

Er müsse seinen Kunden die Mehrprämie einfach Wert sein.

Die Geschäftspläne und Wettbewerbe, die er jedes Jahr wieder von der Gesellschaft aufs Auge gedrückt bekam, hatte er ohne große Mühe geschafft und damit viel Geld einfahren können. Auf jeden Fall mehr Geld als ein Teil seiner Kollegen, die nicht über seine qualifizierte Ausbildung verfügten und nur - husch - husch – im Schnellverfahren ausgebildet worden waren.

Wenn er ehrlich zu sich selbst gewesen wäre, hätte er einräumen müssen, dass so einige der Verträge, die er zur Erreichung seiner Wettbewerbsziele abgeschlossen hatte, besser nicht geschrieben worden wären. Aber wo gehobelt wird, fallen bekanntlich immer auch Späne. Irgendwer würde sie schon wegkehren. Die Späne. Irgendwann.

Es fiel ihm zwar auch nach Jahren immer noch nicht leicht, wenn er eventuell abwegige Meinungen der Geschäftsführung der T&T gegen-über seinen Kunden vertreten musste. Aber auch damit war er im Laufe der Zeit innerlich fertig geworden. Was blieb ihm auch anderes übrig?

Ein Gewissen konnte er sich als Handelsvertreter nun mal nicht leisten.

Ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft kam für ihn schon aufgrund der inzwischen erreichten Größe seines Bestandes nicht mehr in Frage. Er hätte alles, was er sich in den 10 Jahren mühsamer Kleinarbeit bei der T&T aufgebaut hatte, von heute auf morgen im Stich lassen müssen.

Zudem würde er auch noch keinen Cent Abfindung bekommen.

Bei der T&T würde man sich über eine solche Entscheidung halb totlachen und wie das so üblich war, 3 neue Leute auf seinen Bestand setzen.

Die einen oder anderen Kollegen hatten schon mal den Versicherer gewechselt und waren von Wettbewerbern mit neuen, teilweise sogar etwas größeren Beständen geködert worden.

Unter Strich hatte sich jedoch nie viel geändert. Auch die anderen Gesellschaften kochten genauso nur mit Wasser: Und sie behandelten ihren Außendienst nicht besser und nicht schlechter als die T&T. Wozu also einen Zwergenaufstand machen und seine Existenz für ein anderes Logo auf den Briefbögen aufs Spiel setzen? Irgendwie würde es schon weitergehen.

Und bei den Kollegen ging es ja schließlich auch.

Der große Sprung in die echte Unabhängigkeit, ja, das wäre schon etwas für ihn gewesen. Makler werden, um seinen Kunden endlich die Wahrheit sagen zu können und ihnen anzubieten, was sie wirklich brauchen, ja, das wäre etwas für einen Mann mit seinen Fähigkeiten gewesen. Wie oft hatten ihm in den letzten Monaten Makler ein Geschäft oder auch ganze Kunden vor der Nase weggeschnappt, weil sie günstigere Angebote auf den Tisch legen konnten.

Aber mit seiner Familie am Hals und einer Hypothekenverpflichtung an der Hose konnte er dieses Risiko eines Neubeginns als Versicherungsmakler beim besten Willen nicht eingehen. Die Durststrecke wäre für ihn zu lang gewesen. Selbst wenn einige seiner Kunden ihm die Treue gehalten hätten, hätte er diese Zeit nicht durchstehen können.

So musste denn alles beim Alten bleiben.

Die Kunden von Rührig haben keine Wahl.

Sie müssen sich nach wie vor mit den teuren Produkten der T&T zufrieden geben. Dafür hatten sie ja ihn, dem sie ihr Vertrauen schenken konnten. Und die T&T, die war doch immer schon eine gute Gesellschaft. Gewesen.

So lautete zumindest die Eigenwerbung der Gesellschaft auf allen Prospekten.   

 Noch Fragen?

Nachsatz

Natürlich gibt es auch unter den Vertretern der Ausschließlichkeit viele tausend hervorragend ausgebildete Fachleute. Sie haben zwar ihre Hausaufgaben gemacht und können die Versicherungsbedingungen und das Versicherungsvertragsgesetz sogar vorwärts und rückwärts aufsagen.

Aber sie werden ihrer sozialen Aufgabe nicht gerecht. Es ist ihnen unmöglich, ihr Wissen für die Interessen des Verbrauchers einsetzen. Sie wurden zur Jagd auf den Menschen abgerichtet und müssen - ob sie wollen oder nicht - jagen, wenn sie selbst überleben wollen.


Kritisch betrachtet

Die Stolpersteine

 

Noch immer verlassen sich die Vorstände der meisten großen Versicherungsgesellschaften fest auf ihre Ausschließlichkeitsorganisationen, die sie seit eh und je mit mehr oder weniger harter Hand zu führen wissen. Oder zumindest zu führen glauben.

Denn die Zeit arbeitet gegen sie.

Denken Sie bitte noch einmal an die Dinosaurier!

Sie waren groß, bis zu 35 Meter lang, 50 Tonnen schwer, und - sie hatten für ihre Größe ein viel zu kleines Gehirn. Die lieben Tierchen starben schon vor langer, langer Zeit aus, weil sie nicht in der Lage waren, sich der allgemeinen Evolution anzupassen. Einzelheiten darüber können Sie in jedem guten Lexikon nachlesen.

In einem Lexikon in nicht ferner Zukunft wird stehen: Um 2020 n. Chr. starben die letzten Ausschließlichkeitsvertreter der großen Versicherungsgesellschaften aus. Schuld daran waren nicht etwa die kleinen Gehirne der Vertreter, sondern das unnachgiebige Verhalten der Gesellschaften, die nicht in der Lage waren, die ihnen anvertrauten Milliarden richtig zu verwalten.

Von den riesigen Sauriern sagt man, sie hätten aufgrund ihrer Größe und ihrer körperlichen Überlegenheit einen Schmerz, wenn überhaupt, erst nach langer Zeit wahrgenommen. Dadurch hätten sie bei Gefahr erst viel zu spät reagieren können.

Könnte man diesen Vergleich nicht auch auf die großen Gesellschaften anwenden? Die „oben am grünen Tisch“ merken doch überhaupt nicht, ob und wann es unten beim Außendienst weh tut. Sie sehen nicht, wenn es zu bröckeln anfängt und die ersten gehen.

Stellen Sie sich einmal vor, die Vorstände brauchen Produktion und keiner schreibt sie! Dann werden auch die Vorstände dieser Gesell-schaften über angepasste Prämiensätze und über ihre Vertriebswege nachdenken. Bei manchen dauert das Denken, die Entscheidungsfindung, eben etwas länger. Auf dicken Geldpolstern kann man sich schließlich etwas länger Zeit lassen.

Mit Speck fängt man schon seit alters her die Mäuse.

Mit Wettbewerben und Bonifikationen wurden die Vertriebe der großen Versicherungsgesellschaften schon immer auf Trab gebracht. Um auch noch den letzten Blutstropfen aus den teilweise ohnehin schon überforderten Mitarbeitern im Außendienst herauszupressen, werden Zuckerbrot und Peitsche in gleicher Weise durchaus kreativ eingesetzt.

Ob diese Führungsmethoden heute allerdings noch zeitgemäß sind und auch zum erhofften langfristigen Erfolg führen, wird letztendlich doch der Verbraucher entscheiden.

Fachleute und Berufsverbände sind über die Zukunftsaussichten der Ausschließlichkeitsorganisationen durchaus geteilter Meinung. Sie werfen den Vorständen der großen Versicherungsgesellschaften - sicher nicht ganz zu Unrecht - vor, nicht mit der Zeit zu gehen und zudem ihren eigenen Organisationen auch noch zu viele Stolpersteine in den Weg zu legen, um wirklich erfolgreich arbeiten zu können.

Aber, urteilen Sie doch bitte selbst!

Stolperstein 1

Viele Versicherungsgesellschaften machen aus der Jahresbonifikation ihrer Generalagenten eine Art Glückspiel mit völlig offenem Ausgang. Sie versprechen ihren Mitarbeitern, großzügig, wie sie sind, sie am Erfolg ihrer Unternehmen zu beteiligen.

Der Vorschlag hört sich ja zunächst gut an.

Aber nur, wenn die Schadenquote, die selbstverständlich individuell festgelegt werden kann, stimmt, gibt’s auch Geld. Aber eben nur dann.

Nun sind die Agenturbestände in der Regel aber für solche Zahlenspielereien viel zu klein. Sie unterliegen aufgrund ihrer Größe nur dem Zufall und noch nicht dem Gesetz der großen Zahl. Somit sind kleine Bestände nicht mehr berechenbar. Schon ein mittelgroßer Schaden, den eine große Agentur locker wegsteckt, verdirbt einer kleinen Agentur die Schadenquote und nimmt ihr jede Chance auf eine auskömmliche Bonifikation.

Das lernt jeder Lehrling schon im ersten Ausbildungsjahr. Für viele Vorstände aber ist das Gesetz der großen Zahl ganz offensichtlich bereits höhere Mathematik.

Zum besseren Verständnis:

Unter der Schadenquote versteht man das Verhältnis von aufgewandten Schadenzahlungen zu eingenommen Beitragszahlungen. Eine Schadenquote von 70% bedeutet also, dass der Versicherer 70% seiner Beitragseinnahmen für Schadenzahlungen ausgeben musste.

Es versteht sich von selbst, dass jeder Versicherer bestrebt ist, seine Schadenquote - koste es, was es wolle - möglichst gering zu halten, denn nur dann kann das Unternehmen als Ganzes erfolgreich arbeiten und langfristig auf dem Markt bestehen.

Der Versicherungsvermittler kann aber immer nur bedingt Einfluss auf die Schadenquote nehmen, denn er kann nicht im Voraus wissen, welcher seiner Kunden sich bei nächster Gelegenheit mit seinem Motorrad um einen Baum wickeln wird oder welches Haus der Sturm abdecken wird.

Gut, wenn ein Vertreter zum Beispiel auf die Versicherung erkennbar schlechter Risiken verzichtet, z. B. alle Motorradfahrer nicht versichert - wird der eine oder andere mit Sicherheit anfallende Schaden seine Quote nicht belasten.

Aber der Vermittler verdient auch keine Provision, und die Erfüllung seiner Leistungsziele rückt in weite Ferne.

Einen solchen Verzicht auf vermutlich schadenträchtige Risiken kann man von einem Generalagenten durchaus erwarten, sagen die Vorstände der Versicherungsgesellschaften. Denn die Generalagenten sind schließlich Handelsvertreter. Damit stehen sie in einem besonderen Treueverhältnis zu ihren Unternehmen und haben deshalb auch erkennbaren Schaden von diesen abzuwenden.

Die Vorstände haben gut reden, denn sie müssen ja selbst nicht verkaufen. Sie lassen verkaufen. Das ist einfacher. Aber sie vergessen immer wieder, dass die gleichen Unternehmen ihre Generalagenten ganz gewaltig unter Druck setzen, wenn die Produktionszahlen zu schlecht ausfallen und hinter den Erwartungen zurück-bleiben. Wenn die vorgegebenen, teilweise sehr hochgesteckten Zielzahlen nicht erreicht werden, fehlen dem Mitarbeiter die Leistungsprovisionen, die durchaus ein paar tausend Euro aus-machen können.

Verständlich, dass da so mancher Generalagent schwach wird und sich entschließt, mitzunehmen, was er kriegen kann. Ohne Rücksicht auf Verluste - im wahrsten Sinne des Wortes.

Die für ihn zuständigen Filialdirektoren und Orgaleiter wären zudem am Jahresende wohl kaum bereit, den Verzicht auf einige Abschlüsse aus diesen und jenen Gründen - auch wenn der Verzicht noch so sehr im Interesse der Unternehmens läge - als Ausrede für ein Versagen bei den Produktionsergebnissen zu akzeptieren. Denn auch die Herren Filialdirektoren leben schließlich in erster Linie von der Produktion. Der gestresste Generalagent befindet sich wie immer in der Zwickmühle.

Die Forderung der Gesellschaft nach einer möglichst niedrigen Schadenquote des Generalagenten, verbunden mit dem Anreiz und als Voraussetzung für eine auskömmliche Bonifikation, die ihm das Leben erst lebenswert macht, ist aber auch aus Sicht eines kritisch denkenden Verbrauchers nicht ganz unproblematisch.

Wir wollen ja niemandem eine böse Absicht unterstellen, aber ein paar tiefer gehende Überlegungen sind an dieser Stelle doch wohl angebracht und müssen auch erlaubt sein.

Die folgenden Fragen sind deshalb nicht immer ganz einfach zu beantworten. Sie müssen sich Ihre Meinung also schon selbst bilden und dann - im eigenen Interesse - entsprechend handeln.

·         Kann der Verbraucher, besser gesagt, können Sie sicher sein, dass Sie in einem Schadenfall, bei dem es vielleicht sogar um größere Beträge geht, von Ihrem Versicherer immer genau das bekommen, was Ihnen bedingungsgemäß zusteht?

·         Kann der Verbraucher, können Sie auch dann noch sicher sein, dass Sie von Ihrem Versicherer alles bekommen, was Ihnen bedingungsgemäß zusteht, wenn Sie mit einer ordnungsgemäßen Schadenregulierung gleichzeitig die Bonifikation Ihres Generalagenten in Gefahr bringen und für ihn vielleicht ein paar tausend Euro auf dem Spiel stehen?

·         Glauben Sie wirklich, dass Ihr Generalagent Sie auf eine unkorrekte oder vielleicht auch nur fehlerhafte Schadenablehnung seiner Gesellschaft aufmerksam machen oder Ihnen gar zu einer Deckungsklage gegen das eigene Unternehmen raten würde, wenn er durch seine Empfehlung an Sie gleichzeitig seine Jahresbonifikation verlieren würde?

Nein, ein solch unverbesserlicher Optimist sind Sie doch wohl nicht.

 

Randbemerkung

Ein Versicherungsmakler hat es besser, denn er hat an dieser Stelle keine Probleme. Er hat ausschließlich die Interessen seiner Mandanten wahrzunehmen. Da gibt es also keine Interessenkonflikte.

 

Pressemeldung

Dem Vernehmen nach planen einige der großen Versicherungsgesellschaften vom April nächsten Jahres an zur Senkung der Schadenquoten neben den üblichen Fragen im Versicherungsantrag ein langfristiges Horoskop erstellen zu lassen, um mögliche Risikofaktoren weitestgehend zu minimieren. Entsprechende Verhandlungen mit dem Verband der XXX sind bereits angelaufen und stehen kurz vor dem Abschluss.

 

Stolperstein 2

Der kostenbewusste Verbraucher, der preiswerten Versicherungsschutz sucht, kann in Zukunft nicht einmal mehr sicher sein, dass er - zumindest bei allen Vertretern der gleichen Gesellschaft - auch wirklich das gleiche Angebot und die gleichen Preise bekommen kann.

Das macht die Suche nach einem günstigen Angebot für den Verbraucher noch aufwändiger und den Kampf der Agenturen untereinander unvermeidbar. Denn inzwischen sind einige der großen Versicherungsgesellschaften dazu übergegangen, den Mitarbeitern ihrer Ausschließlichkeitsorganisationen so genannte Rabattierungsvollmachten zu erteilen.

Das bedeutet nichts anderes, als dass es diesen Mitarbeitern - innerhalb bestimmter Bandbreiten natürlich - selbst überlassen bleibt, an wen und zu welchem Preis sie ihre Policen an den Mann oder auch an die Frau bringen wollen.

Immerhin können diese Prämienunterschiede durchaus bis zu 30 Prozent betragen, über die der jeweilige Agent nach Belieben verfügen kann.

Was meinen Sie?

·         Auf welcher Grundlage sollte der so bevollmächtigte Generalagent seine Entscheidungen treffen?

·         Wem soll er die teurere Police verkaufen und wem das preiswertere Angebot machen?

Ob er will oder nicht, er wird sich entscheiden müssen, denn seine Rabattierungsvollmacht wurde von der jeweiligen Gesellschaft bewusst auf einige wenige Verträge oder auch Kunden beschränkt.

Sie reicht mit Sicherheit keinesfalls aus, um alle Kunden gleich zu behandeln und ihnen den gleichen, im Grunde also möglichen fairen Preis zu bieten. Zudem kann diese Vollmacht von Agentur zu Agentur recht unterschiedlich ausfallen.

·         Soll der Vertreter zwischen intelligenten und weniger intelligenten Verbrauchern auf gut Glück eine Entscheidung treffen?

·         Soll er sich zum Beispiel für den intelligenten Verbraucher entscheiden? Also für den Verbraucher, von dem er aufgrund seines sicheren Auftretens annehmen muss, dass dieser sich ohnehin noch anderweitig informieren wird und ihm - ohne Einsatz dieser Rabatte - mit Sicherheit als Kunde verloren ginge?

·         Oder soll er sich für den weniger intelligenten Verbraucher entscheiden? Also für den, der sich eigentlich nie informiert und immer ohne nachzufragen jeden geforderten Preis bezahlt und diesem endlich auch einmal ein günstiges Angebot machen.

·         Oder soll er - einmal mehr - mit der Wurst nach der Speckseite werfen, und den guten Preis auch einem guten Kunden zukommen lassen, der schon mehrere Verträge bei ihm abgeschlossen hat?

·         Und wie wird er Sie, lieber Leser, wohl einstufen? Welchen Preis werden Sie bezahlen müssen?

Diese Frage müssen Sie selbst beantworten.

 

Stolperstein 3

Erschwert wird die erfolgreiche Arbeit der Vertreter der Ausschließlichkeitsorganisationen außerdem noch durch das teilweise doch sehr illoyale Verhalten einiger Gesellschaften gegenüber ihren eigenen Generalagenten.

Auf der einen Seite verlangen die Vorstände dieser Gesellschaften auf ihren Tagungen lautstark und vollmundig von ihren Generalagenten unbedingte Firmentreue. Bis hin zur Selbstaufgabe und freiwilligen Verzicht auf die Versicherung schadenträchtiger Risiken verbunden mit dem freiwilligen Verzicht auf erhebliche Provisionen und mögliche Bonifikationen.

Andererseits haben die gleichen Vorstände nicht die geringsten Hemmungen, ihren Generalagenten bei jeder sich bietenden Gelegenheit in den Rücken zu fallen.

Wenn sie vermuten, dass der „Sündenfall“ sich auch nur halbwegs rechnet und einen ausreichenden Profit verspricht, werden sie ihn mit Sicherheit begehen und hemmungslos ins nächste Bett hüpfen.

Sie scheuen sich nicht, die gleichen Produkte ihres Hauses – vielleicht etwas anders verpackt - über andere Vertriebswege - und seien es Tankstellen oder Kaffeeröster - zu wesentlich günstigeren Konditionen anzubieten.

Es versteht sich von selbst, dass diese Konditionen den Vertretern der eigenen Ausschließlichkeitsorganisation verschlossen bleiben müssen. Dafür bitten sie denn bei nächster Gelegenheit auch um Verständnis im Interesse der gemeinsamen Sache.

Auch einem redegewandten Vertreter dürfte es wohl sehr schwer fallen, einem kritischen Verbraucher klar zu machen, warum er für das gleiche Produkt bei ihm als Vertreter eben dieser Gesellschaft so viel mehr bezahlen soll.

Aber, wie der Vertreter das anstellen soll, dass ihm sein Kunde nicht das teurere Produkt um die Ohren haut, das ist einzig und allein seine Sache. Darüber wird sich der Vorstand kaum Gedanken machen. Warum auch? Um solche Nebensächlichkeiten hat er sich als Vorstand noch nie kümmern müssen. Er, er ist schließlich doch für die größeren Ziele der Gesellschaft verantwortlich.

Oder?

 

Stolperstein 4

Zu den großen Zielen kann dann zum Beispiel die Gründung oder auch der weitere Ausbau eines neuen Direktversicherers - sicherlich wieder mit einem dynamisch klingenden Namen - gehören. Er wird mit einem gewaltigen Werbeaufwand aus dem Boden gestampft, und mit den gewohnt flockigen Sprüchen wird einmal mehr die Daseinsberechtigung jeglichen Versicherungsaußendienstes offen in Frage stellt.

„Der kluge Verbraucher informiert sich selbst“, heißt es dann wie immer vollmundig. „Und er kauft dann ohne persönliche Beratung. Also ohne Vertreter und auch ohne Abschlussprovision“.

So heißt es zumindest in der Werbung.

Geiz ist geil.

Und es gibt - leider - tatsächlich genügend Verbraucher, die - um vielleicht ein paar Euro zu sparen - diesen Unfug begierig schlucken und fest daran glauben, dass sie auch auf Dauer auf jede persönliche Beratung verzichten können.

Irgendwann, vielleicht erst Jahre später, erfolgt dann das bittere Erwachen. Wenn erst einmal durchaus vermeidbare Fehler im Versicherungsschutz zu Tage treten, kann niemand mehr etwas ändern.

Dann haben sich die ehemals gesparten Euros so richtig rentiert.

Nach den gigantischen Kosten, die die Werbung für ein neues Unternehmen verursacht, fragt niemand. Und auch der sonst so beredte Vorstand lässt sich nur ungern danach fragen, woher wohl das Geld für die Neugründung des Direktversicherers kommt.

Wenn er ehrlich wäre, würde er es nämlich zugeben müssen: Das Geld stammt natürlich aus den Gewinnen vergangener Jahre. Es waren Gewinne, die von Generationen von Vertretern in harter Arbeit an der Verkaufsfront erwirtschaftet wurden und die nun großzügig gegen sie eingesetzt werden.

Bei dieser Frage setzt das Gedächtnis vieler Vorstände leider immer wieder aus. Verständlich, denn nach neusten Erhebungen haben die Vertriebsvorstände der großen Versicherungsgesellschaften ohnehin nur noch eine durchschnittliche „Amtszeit“ von dreieinhalb Jahren.


Kündigungsgrund

Die offensichtliche Fehlberatung

 

Offensichtliche Fehlberatung durch den Vertreter einer Versicherungsgesellschaft ist mit Sicherheit ein stichhaltiger Grund, um sich von einzelnen falschen Verträgen oder auch von der gesamten Verbindung zu der betroffenen Gesellschaft so schnell wie möglich zu trennen. Selbstverständlich ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist.

Für diese Entscheidung darf es keine Rolle spielen,

·         ob die Fehlberatung durch den Vertreter vorsätzlich falsch durchgeführt wurde, etwa, um sich zusätzliche Provisionen zu sichern, oder

·         ob der Vertreter nur aus Unkenntnis heraus handelte, vielleicht weil ihm die notwendige Schulung fehlte und er es einfach nicht besser wusste.

Wichtig ist nur, dass der betroffene Verbraucher die offensichtliche Fehlberatung nachweisen kann.

Keine Gesellschaft wird in einem solchen Fall das gerichtliche Mahnverfahren einleiten oder sich gar auf eine Prämienklage einlassen.

Keine Gesellschaft legt Wert darauf, durch einen Richter entscheiden zu lassen,

·         ob sie nun Mitarbeiter beschäftigt, die ihre Kunden durch wissentlich falsche Aussagen betrügen oder

·         ob ihre Mitarbeiter einfach nur schlecht ausgebildet sind und nicht wissen, wovon sie eigentlich reden.

Da streichen die Gesellschaften vorsichtshalber lieber die Segel und geben notfalls alle Verträge eines mit Recht verärgerten Kunden frei. Wenn das Vertrauen zwischen Kunden und Gesellschaft erst einmal in einer nicht mehr gutzumachenden Weise gestört ist, macht es für die Gesellschaften wenig Sinn, die Angelegenheit auch noch in der Öffentlichkeit Wellen schlagen zu lassen.

Da üben sich die betroffenen Gesellschaften lieber - einmal mehr - in Schadenbegrenzung und versuchen, die ganze Angelegenheit schnell und großzügig unter den Teppich zu kehren.

Je nach Art und Umfang der Fehlberatung besteht unter Umständen sogar die Möglichkeit, einen unter falschen Voraussetzungen abgeschlossenen Versicherungsvertrag ab Beginn aufheben zu lassen und die bereits gezahlten Prämien zurück zu fordern.

Eine Rückforderung der gezahlten Prämien wird in der Regel aber immer nur dann möglich sein, wenn einwandfrei festgestellt werden kann, dass zwar ein Versicherungsvertrag zustande kam, die betroffene Gesellschaft aber nie ein Risiko getragen hat.

Dazu ein paar Beispiele aus der Praxis:

Frau W. ist Rentnerin. Sie besitzt ein kleines Wohn- und Geschäftshaus, zwei Wohnungen, von denen sie die eine selbst bewohnt, und eine weitere vermietete gewerbliche Einheit.

Der alten Dame wurde vom Vertreter einer Rechtsschutzversicherung mit viel Überzeugungskraft ein Rechtsschutz für Grundstückseigentum und Miete als Besitzerin eines selbstgenutzten Einfamilienhauses aufgeschwatzt.

So stand es auch Schwarz auf Weiß in der Police.

Was Frau W. jemals mit diesem Vertrag hätte anfangen können, bleibt wohl ein Geheimnis des Verkäufers, denn bei diesem Rechtsschutz müssen grundsätzlich alle Wohn- und Geschäftseinheiten eines Gebäudes versichert werden.

Die Gesellschaft wäre im Schadenfall also nie eintrittspflichtig gewesen.

Zur Ehrenrettung der Gesellschaft sei gesagt, dass sie - nach Kenntnisnahme des Sachverhaltes - den Vertrag ab Beginn aufgehoben und auch den zu Unrecht erhobenen Beitrag für mehrere Jahre zurückerstattet hat.

Ein anderer Fall:

Ein Versicherungsvertreter verkauft einem Blinden, der kein Auto hat und wohl nie ein Auto fahren könnte, einen teuren, völlig unnötigen Familien- und Verkehrs-Rechtsschutz. Der Vorstand hat leider kein Unrechtsbewusstsein, aber immerhin auch noch den Mut, seinen Vertreter in Schutz zu nehmen. Der Vertreter hätte in gutem Glauben gehandelt, weil er auf den Familien- und Verkehrs-Rechtsschutz die höchsten Rabatte einräumen konnte.

Selbst in Ganovenkreisen gilt es als unehrenhaft, einem blinden Bettler Geld aus dem Hut zu stehlen. Das ist in diesen Kreisen ein ungeschriebenes Gesetz, das natürlich keine Geltung für Vertreter, geschweige denn für Vorstände von Versicherungsgesellschaften hat. Denn dort gilt heute nur noch ein Gesetz. Das Gesetz des Dschungels. Das Gesetz vom Fressen und Gefressen werden.

Leider ist ein solches unverzeihliches Verhalten schlecht ausgebildeter oder auch übereifriger Vertreter kein Einzelfall. Immer wieder fallen unvorsichtige Verbraucher auf die gekonnten Sprüche hungriger Vertreter herein, die unter Produktionsdruck stehen oder mit aller Gewalt noch einen Wettbewerb auf Kosten gutgläubiger Kunden gewinnen wollen.

Die Zahl der völlig überflüssigen Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherungen, die übervorsichtigen, aber schlecht informierten Besitzern von Einfamilienhäusern von übereifrigen Vertretern aus welchen Gründen auch immer aufgeschwätzt wurden, obwohl bereits eine private Haftpflicht bestand, die dieses Risiko bedigungsgemäß prämienfrei einschließt, lässt sich nicht einmal im Entferntesten schätzen.

So richtig teuer wird die vorsätzliche Falschberatung für den gutgläubigen Verbraucher im Bereich der Lebens- und Krankenversicherung.

Die Vertreter sind sich der Tragweite ihrer fehlerhaften Beratung oft nicht bewusst oder wollen sie in ihrer Gier nach Geld nicht wahrnehmen.

Da rät ein Vertreter einer großen deutschen privaten Krankenversicherung einer Kundin, ihre gesetzliche Krankenversicherung zu kündigen und stattdessen eine private Krankenvollversicherung abzuschließen. Er gab diesen Rat, obwohl er die Krankenvorgeschichte genau kannte und wusste, dass die Antragstellerin sich mehrere Jahre in ambulanter psychiatrischer Behandlung mit mehr als 300 Sitzungen befunden hatte.

Der Junge war richtig gut drauf. Er überzeugte die Antragstellerin - übrigens eine Lehrerin - dass diese abgeschlossene Behandlung bei den Gesundheitsfragen nicht mehr angeben werden müsse und schloss den Vertrag ab.

Die Frau hatte Glück. Durch einen Zufall fiel der Schwindel früh genug auf. Der Vertrag wurde storniert und die gutgläubige Kundin schaffte gerade noch den rettenden Sprung zurück in den Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung.

Im Schadenfall hätte die private Krankenversicherung mit Sicherheit alle Leistungen verweigert und sich - völlig zu Recht - auf die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht berufen, denn in genauer Kenntnis der Umstände hätte sie den Vertrag sicher nicht angenommen.

Ein Zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wäre dann nicht mehr möglich gewesen. Bei jeder ernsthaften Erkrankung wäre der Sozialfall absehbar gewesen, denn sie hätte alle Kosten selbst tragen müssen.

Trotz mehrerer Schreiben an den Vorstand der Gesellschaft erfolgte keine Reaktion. Der „clevere Verkäufer“ ist immer noch für die Gesellschaft tätig. Offensichtlich fällt es auch großen Gesellschaften mit bekannten Namen immer wieder schwer, auf gute Verkäufer zu verzichten.

Wenn stört es schon, wenn hier und da schon einmal ein gutgläubiger Verbraucher auf der Strecke bleibt.

Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wenn Sie der Span sind, der durch den Rost fällt, haben Sie ein Problem. Oder Sie haben eben Pech gehabt.

Im Bereich der Lebensversicherung werden nach Schätzung der Fachleute jedes Jahr Werte in Millionenhöhe einfach vernichtet. Lebensversicherungen, die zum Teil schon jahrelang angespart wurden, werden mit schönen Worten und falschen Aussagen von hungrigen Versicherungsvermittlern gleich welcher Couleur einfach platt gemacht, um sie bei einer anderen Gesellschaft neu abzuschließen.

Zum Teil sind es sogar die gleichen Vertreter, die gerade ihre Gesellschaft gewechselt haben, die nun ihre alte Kundschaft systematisch abgrasen und die alten Verträge ohne Rücksicht auf Kundeninteressen kündigen, um - unter dem wohlwollenden Blick ihrer neuen Bezirks- und Filialdirektoren - neue Verträge abschließen zu können.

Die gleiche Aussage gilt im Übrigen auch für den Bereich der privaten Krankenversicherung.

Es gibt immer wieder schlecht informierte Verbraucher, die auf Anraten ihrer überzeugenden Vertreter im Laufe ihres Lebens vier- bis sechsmal ihre Krankenversicherung gewechselt haben. Im Alter wundern sie sich dann auch noch, dass sie aufgrund der fehlenden Altersrückstellungen in ihren Verträgen ein Vermögen für ihre private Krankenversicherung ausgeben müssen.

Eine offensichtlich falsche Beratung kann, selbst wenn es zu keinem Abschluss gekommen ist, zu einer nachhaltigen Störung des Vertrauensverhältnisses führen, das zwischen Kunde und Gesellschaft, repräsentiert durch ihren Agenten, grundsätzlich bestehen sollte. Aufgrund dieses gestörten Vertrauensverhältnisses kann eine fristlose Kündigung der gesamten Kundenbindung an diesen Versicherer durchaus angemessen sein.

Auch in einem solchen Fall wird sich der Versicherer wohl kaum auf eine Prämienklage einlassen, wenn der Verbraucher die offensichtliche Fehlberatung durch den Vertreter der Gesellschaft glaubhaft machen kann.

Weitaus schwieriger wird es, wenn durch eine offensichtliche Fehlberatung bereits ein Schaden eingetreten ist, für  den - eine richtige Beratung vorausgesetzt - die Gesellschaft eintrittspflichtig gewesen wäre.

Wenn es um kleine Beträge geht, werden sich die meisten Gesellschaften - schon um des lieben Friedens willen - sicherlich kulant zeigen. Bei großen Schäden aber wird es leider nicht immer ohne langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen ausgehen.

Ganz schwierig ist es, wenn - auf Anraten des Vertreters, der wie immer Angst um seine Provision hatte - bei der Antragstellung Fragen im Antrag falsch, nicht oder zumindest nicht vollständig beantwortet wurden. Der Vertreter hat nicht darüber zu entscheiden, welche Fragen umfassend beantwortet werden müssen oder auf welche Antworten verzichtet werden kann.

Der Versicherer kann auch noch nach Jahren von der Leistung frei werden, wenn er sich auf die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht berufen kann.

Wohl dem, der sich dann auf seine Rechtsschutzversicherung verlassen kann.

Böse Zungen behaupten sogar, eine umfassende Rechtsschutzversicherung gehöre ohnehin in jeden gut geplanten Versicherungsscheinordner. Allein schon um die Rechte aus allen anderen Versicherungen notfalls auch vor Gericht durchsetzen zu können, ist sie sinnvoll.

Zumindest der gutgläubige Verbraucher, der mehr oder weniger gekonnt über den Tisch gezogen wurde und sich dann aber - auch vor Gericht - nachhaltig wehrt, hat gute Chancen, sich auch durchzusetzen, denn die Richter kennen den Markt und urteilen immer verbraucherfreundlicher.

Der Versicherer hat grundsätzlich für ein falsches Verhalten seiner Generalagenten, Geschäftsstellenleiter und Hauptvertreter, oder wie sie auch immer heißen mögen, einzustehen. Denn die Versicherungsvertreter sind - ganz gleich für welche Gesellschaft sie unter gut klingenden Bezeichnungen sie arbeiten - schlicht und ergreifend nur Handelsvertreter.

So ist zumindest auf dem Papier sichergestellt, dass der Verbraucher - wenn er denn gewinnt - wenigstens auch an sein Geld kommt. Denn in der Regel wäre bei solchen Vertretern wohl nicht viel zu holen.

Erfolgt die Fehlberatung dagegen durch einen Versicherungsmakler - sicherlich gibt es auch da schwarze Schafe, die Hunger haben - so sieht die Rechtslage für den Verbraucher völlig anders aus.

Der Versicherungsmakler ist völlig unabhängig und damit an keinen Versicherer gebunden, der für ihn einstehen müsste. Somit muss der Versicherungsmakler denn auch für seine Fehler selbst einstehen.

Der Verbraucher kann und muss sich, wenn etwas falsch gelaufen ist, an seinen Versicherungsmakler halten.

Der verantwortungsbewusste Versicherungsmakler hat Erfahrung und kennt dieses Risiko. Er hat - schon aus Selbsterhaltungstrieb - selbstverständlich eine ausreichende Vermögensschadenhaftpflicht abgeschlossen, die bei Fehlern, die menschlich sind und bei jeder Arbeit und in jedem Unternehmen auftreten können, für ihn haftet.

Der Verbraucher, der mit einem ihm unbekannten, auf dem Markt vielleicht neuen Versicherungsmakler arbeitet, hat durchaus das Recht, sich das Bestehen einer ausreichenden Vermögensschadenhaftpflichtversicherung nachweisen zu lassen.

Von 2006 an wird eine solche Vermögensschadenhaftpflicht sogar gesetzlich vorgeschrieben werden. Der gutgläubige Verbraucher soll geschützt werden.

Ausgeschlossen vom Versicherungsschutz ist natürlich immer die offensichtliche und bewusste Fehlberatung durch einen Versicherungsmakler. Für diese müsste der Versicherungsmakler schon selbst einstehen.

Der Versicherungsmakler wird sich also schon aufgrund seiner weit reichenden persönlichen Haftung sehr genau überlegen, was er tut.


Verantwortlich

Der Versicherungsmakler

 

Erlauben Sie mir eine hinterhältige Frage?

Würden Sie einem Rechtsanwalt Ihr volles Vertrauen schenken und ihn vielleicht auch noch mit der Wahrnehmung aller Ihrer Interessen beauftragen, wenn Sie genau wüssten, dass er auf der Gehaltsliste der Gegenseite stünde und jeden Monat von dieser Gegenseite auch noch recht gut bezahlt würde?

„Dumme Frage“, sagen Sie jetzt wahrscheinlich. Denn Ihrer Meinung nach würde - bleiben wir höflich - kein vernünftiger Mensch so etwas tun.

Einverstanden!

Was würde Ihnen auch der beste Staranwalt nützen, wenn er seine Fähigkeiten nicht oder nur eingeschränkt - vielleicht sogar nur nach Rücksprache mit der Gegenseite - für Sie als Mandanten einsetzen dürfte?

Dann verraten Sie mir nur noch, warum immer noch Millionen von Verbrauchern den Ausschließlichkeitsvertretern der großen Gesell-schaften mit den bekannten Namen ihr uneingeschränktes Vertrauen schenken?

Wie können vernunftbegabte Verbraucher jenen Vertretern glauben, die als Handelsvertreter ausschließlich im Interesse ihrer Gesell-schaften handeln müssen und nur deren Produkte zum jeweiligen Preis verkaufen dürfen?

Können Sie diese Frage beantworten?

Sicherlich gibt es unter den Vertretern der großen Gesellschaften mit den bekannten Namen viele tausend erstklassige Versicherungskaufleute. Sie haben ihren Beruf von der Pike auf gelernt und verfügen über viele Jahre Berufserfahrung.

Aber, was helfen diesen Profis all ihre Fähigkeiten, wenn sie diese nicht oder nur eingeschränkt für ihre Kunden, also vielleicht auch für Sie einsetzen dürfen?

Was nützen ihnen alle ihre Fachkenntnisse, wenn sie ihren Kunden nur die Leistungen anbieten dürfen, die mit den Interessen der Gesellschaften, die sie gerade vertreten, übereinstimmen?

Spätestens jetzt müsste es auch beim letzten Verbraucher klingeln.

Es müsste jedem kritisch denkenden Verbraucher klar werden, dass er eine objektive Beratung in allen Versicherungsangelegenheiten doch nur von einem Person erwarten kann, die

·         nicht nur über die theoretischen Kenntnisse verfügt, sondern

·         auch in der Lage ist, diese Kenntnisse für ihre Kunden bestmöglich einzusetzen.

Objektiv beraten kann nur, wer sechs wichtige Voraussetzungen erfüllt:

·         Er muss den Versicherungsmarkt und seine Produkte kennen,

·         er muss Zugriff auf alle Produkte des Versicherungsmarktes haben

·         und sie auch seinen Kunden verkaufen dürfen.

·         Er darf keinerlei vertragliche Bindung an einen oder auch an mehrere Versicherer haben,

·         er muss von den Gesellschaften aufgrund seiner Ausbildung und seiner Erfahrung als vollwertiger Gesprächspartner akzeptiert werden

·         und muss ausschließlich die Interessen seiner Mandanten wahrnehmen.

Der Versicherungsmakler, der alle diese Voraussetzungen mitbringt, kann für jeden Verbraucher, der seine Dienste in Anspruch nimmt, von unschätzbarem Vorteil sein.

Der Versicherungsmakler erbringt für seine Mandanten eine Dienstleistung, die ihm unterm Strich nur Gewinn bringt und ihn nicht einen müden Euro kostet.

Nein! Nein!

Auch ein Versicherungsmakler arbeitet selbstverständlich nicht umsonst. Wenn er ehrlich ist, wird er das auch nie behaupten. Der Versicherungsmakler erhält, wenn er mit seinem Angebot zum Zuge kommt, seine Provision, man nennt sie etwas vornehmer Courtage, ausschließlich von den Versicherungsunternehmen.

Diese Courtage ist bereits Bestandteil der zu zahlenden Prämie. Sie wird durch die Gesellschaften bereits für die Verwaltung der Verträge einkalkuliert. Kein Mandant zahlt also auch nur einen Cent mehr.

Gleichgültig, ob er als Kunde seine Versicherungen über einen Makler oder direkt bei der Gesellschaft abschließt, die Prämie bleibt gleich.

Warum sollte sich ein Verbraucher mit weniger Leistung begnügen, wenn er ohne Mehraufwand einen höheren Ertrag, eine bessere Gegenleistung für sein Geld und für seine Versicherungsprämien erzielen kann?

Der Versicherungsmakler ist von jeder Gesellschaft unabhängig. Schon vom Gesetz und seiner Aufgabe her ist er verpflichtet, die Interessen, und nur die Interessen seiner Kunden, man spricht auch von Mandanten, wahrzunehmen. Wenn es sein muss, sogar gegen die Interessen der betroffenen Gesellschaft. Eine Verpflichtung, die sich gerade im Schadenfall für den Kunden oft sehr positiv auswirken kann, wenn in der Schadenregulierung mal wieder etwas mehr herausgeholt werden muss, als die Versicherung zu zahlen bereit ist.

Ein Versicherungsmakler könnte und müsste seinem Mandanten sogar zur Deckungsklage, also zum Prozess gegen die Versicherer, raten, wenn es nötig wäre. Ohne dass ein Versicherer Einwände gegen sein Tun erheben könnte. Denn der Maklervertrag verpflichtet ihn sogar dazu.

·         Grundlage der Zusammenarbeit zwischen dem Kunden und seinem Versicherungsmakler ist in der Regel der Maklervertrag.

·         Der Maklervertrag legitimiert den Versicherungsmakler gegenüber den betreffenden Versicherungsunternehmen in schriftlicher Form über die erhaltene Vollmacht.

·         Der Maklervertrag gibt dem Makler das Recht, Willenserklärungen für seinen Mandanten abzugeben und

·         in der Regel nach Rücksprache mit seinem Mandanten auch Schriftstücke im Auftrag des Kunden zu unterzeichnen.

Der Versicherungsmakler ist sich seiner Verantwortung voll bewusst.

Deshalb haftet er selbstverständlich auch selbst für seine Fehler. Er hat wie jeder Rechtsanwalt, Notar oder Steuerberater eine entsprechende ausreichende Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abgeschlossen. Schließlich muss er, bei etwaigen nach-gewiesenen Fehlern - irren ist schließlich menschlich - vollen Ersatz leisten können.

·         Der Maklervertrag kann durch den Mandanten jederzeit ohne Angabe von Gründen gekündigt werden.

·         Eine Kündigung entzieht dem Makler sofort das Recht, weiterhin Erklärungen für den Mandanten abzugeben.

·         Sie berechtigt den Kunden aber nicht zur sofortigen Kündigung oder Aufhebung seiner über den Makler abgeschlossenen Versicherungsverträge.

Die Versicherungsverträge mit den jeweiligen Versicherern bleiben auch nach einer Kündigung des Maklervertrages unverändert bestehen. Die Verträge mit den Versicherern können nur fristgemäß zum jeweiligen vereinbarten Ablauf gekündigt werden.

Die Verwaltung der Verträge sowie der Beitragseinzug der fälligen Prämienrechnungen werden ebenfalls durch die Kündigung des Maklervertrages für den Versicherer nicht beeinflusst.

Natürlich kann ein Maklervertrag auch vom Versicherungsmakler gekündigt werden.

Wenn der Versicherungsmakler feststellt, dass die notwenige Basis für eine weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit seinen Auftraggebern nicht oder nicht mehr in vollem Umfang gegeben ist, wird jeder verantwortungsbewusste Makler, der seine Aufgabe ernst nimmt, im Zweifel auf seine Courtage verzichten und diese Kundenbindung sofort lösen.

Nur so kann er unnötige Schwierigkeiten vermeiden.


Zwiespältig

Der Mehrfachagent

 

Der Mehrfachagent ist eine seltene, aussterbende Spezies, eine Art Zwitterwesen zwischen Makler und Generalagent, das es - wenn man mit der reinen Vernunft daran geht - im Grunde überhaupt nicht geben dürfte.

Die Mehrfachagenten haben als Agenten zwangsläufig enge, vertragliche Bindungen. Und das auch noch zu mehreren Gesellschaften. Auch die Mehrfachagenten stehen also als Handelsvertreter in einem Treueverhältnis - wenn auch zu mehreren Gesellschaften, auf die sie ihr Geschäft nach irgendeinem Schlüssel aufteilen.

Gleichwohl versuchen die Mehrfachagenten immer wieder, zumindest gegenüber ihren staunenden Kunden, eine gewisse Unabhängigkeit in ihren Entscheidungen herauszustellen, schon um sich damit Wettbewerbsvorteile zu sichern und in der Hoffnung, eventuellen Haftungsrisiken aus dem Wege zu gehen.

Wie das Ganze auf Dauer funktionieren soll und nach welchen Grundlagen die Mehrfachagenten ihre Entscheidungen treffen, ist sicherlich erklärungsbedürftig und auch aus Sicht eines unbefangenen Verbrauchers kaum zu begreifen.

„Niemand kann zwei Herren dienen“, so heißt es schon in der Bibel. Aber die Mehrfachagenten behaupten zumindest, eine saubere Lösung gefunden zu haben, um alle ihre Partner, also Kunden und Gesellschaften, in gleicher Weise zufrieden zu stellen.

Der intelligente Verbraucher wird sich allerdings fragen, warum Mehrfachagenten diesen umständlichen Weg gehen und warum sie nicht bereit sind - vielleicht auch nicht den Mut besitzen - mit offenem Visier zu kämpfen, sich ohne Vorbehalt voll auf die Seite des Verbrauchers zu stellen und dessen Interessen als eigen-verantwortlicher Versicherungsmakler gegenüber den Gesellschaften wahrzunehmen.


Emsig

Der Strukturvertrieb

 

Mit einem Strukturvertrieb, neudeutsch auch Multi-Level-Marketing genannt, kann man so ziemlich alles verkaufen, was sich in irgendeiner Form zu Geld machen lässt. Modeschmuck und Dessous, Kerzen, Reinigungsmittel und Kosmetika, Kochtöpfe und Wasserfilter. Ach ja, und natürlich, wie könnte es anders sein, selbstverständlich auch Versicherungen und Finanzdienstleistungen.

Nehmen wir einmal an, Sie würden krank, ernsthaft krank sogar, und müssten einen Arzt aufsuchen, einen Facharzt, einen Spezialisten also. Was erwarten Sie für sich und was können Sie aufgrund seines Namenschildes an der Praxistür von ihm erwarten?

Sie erwarten zu Recht einen Fachmann auf dem Gebiet Ihrer Krankheit, der sich Zeit für Sie nimmt und der auch in der Lage ist, Ihnen zu helfen, Sie schnell wieder gesund zu machen.

Sie können voraussetzen, dass Ihr ausgewählter Arzt ein abgeschlossenes Studium der Medizin an einer anerkannten Universität hinter sich gebracht hat. Sie wissen weiterhin von ihm, dass er eine jahrelange Facharztausbildung durchlaufen musste, die ihm das Führen seiner Zusatzbezeichnung Facharzt für … gestattet.

Sie können ohne Angst darauf vertrauen und ganz sicher sein, denn unsere rechtsstaatliche Ordnung schützt Sie und alle anderen Patienten, indem sie Studiengänge, Prüfungen und Titelführung der Mediziner durch Gesetze regelt und einen Missbrauch unter entsprechende Strafe stellt.

Erst wenn alle Voraussetzungen erbracht sind, darf ein Arzt seine eigene Praxis eröffnen und seinen Beruf selbständig ausüben. Zu Recht, denn Sie und die ganze Gemeinschaft, in der wir leben, brauchen diesen Schutz und die Sicherheit, sich im Fall einer Krankheit in der Obhut von Spezialisten und nicht von Scharlatanen zu wissen.

Möchten Sie auf die beruhigende Gewissheit verzichten, im Falle einer Krankheit nicht unversehens in die Hände eines afrikanischen Medizinmannes oder eines australischen Buschtrommlers zu fallen? Bestimmt nicht!

Leider gibt es einen solchen Schutz des Verbrauchers und der Allgemeinheit nicht in allen Bereichen des täglichen Lebens. Versicherungen verkaufen, Finanzdienstleistungen erbringen, das darf heute jeder, ob er davon Ahnung hat oder nicht. Er darf sogar ein eigenes Büro aufmachen und ohne jede Zulassungsbeschränkung oder gar gesetzliche Kontrolle seinen neuen Beruf selbständig ausüben.

Und gut klingende Titel sind so leicht zu vergeben.

Napoleon hat einmal gesagt: „Es gibt kein größeres Unrecht, als einen Beruf auszuüben, den man nicht versteht.“ Er hatte nicht Unrecht, und wir können dem nichts hinzufügen. Aber die raue Wirklichkeit, die tägliche Praxis der Versicherungs- und Anlageberatung sieht leider etwas anders aus.

Nehmen wir wieder ein zutreffendes Beispiel:

Erleben Sie einmal hautnah, wie es bei den Jungs so zugeht! Blicken Sie hinter die Kulissen! Machen Sie sich ein Bild! Schmunzeln Sie mit über

Die Karriere des Jürgen W.

Jürgen Winter ist 22 Jahre alt, ledig und arbeitete bisher als Kraftfahrer in einer kleinen Spedition. Er hatte seine Lehre als Kfz-Mechaniker „aus persönlichen Gründen“ vorzeitig abbrechen müssen, war aber mit seinem späteren Beruf als Kraftfahrer durchaus nicht unzufrieden. Er verdiente zwar kein Vermögen, musste jeden Monat eine Menge Überstunden machen, aber er kam zurecht.

Eines Abends trifft er zufällig einen ehemaligen Kollegen, nennen wir ihn Hans Stein, mit dem er zusammen in der Lehre gewesen war und den er später aus den Augen verloren hatte.

Gut sieht er aus, der Hans. Ganz ungewohnt, mit Anzug und Krawatte. Und mit dem kleinen, eleganten dunkelbraunen Akten-koffer macht Hans ganz den Eindruck eines karrierebewussten Jungmanagers. 

„Ich arbeite jetzt als Vermögensberater bei der XXX und verdiene richtig Kohle. Die Drecksarbeit war ich Leid“, meint Hans so beiläufig und legt alle nur mögliche Überzeugungskraft in seine Stimme. „Das wäre doch etwas für Dich, Jürgen. Du wolltest doch immer mehr werden als nur Kraftfahrer.

Und ein Mann wie Du ist doch in der Lage, mehr zu leisten und alles zu erreichen, was er will. Komm doch mal zu unserem Meeting! Das nächste Meeting ist am  … im Interconti.“

Hans Stein hat seine Aufgabe, neue Mitarbeiter für die XXX zu finden, Fachausdruck „keilen“, sauber und gekonnt erledigt. Seine Lektion, seinen lockeren Spruch hatte er mit viel Mühe auswendig gelernt, die richtige Betonung lange genug vor dem Spiegel geübt. Und jetzt hat er vermutlich einen neuen, angehenden „Vermögensberater“ für die XXX gewonnen.

Der sorgsam ausgestreute Samen geht auf. Jürgen Winter ist auf einmal mit seinem Beruf nicht mehr zufrieden. Er schämt sich seiner oft schmutzigen Arbeitsklamotten und träumt von einer neuen und großen Karriere als erfolgreicher Vermögensberater. Das große Geld liegt ja auf der Straße und wartet nur darauf, von ihm aufgehoben zu werden. Ohne viel Arbeit und ohne Vorkenntnisse. Schicke Anzüge, ein neuer Wagen, die Frauen, die kämen dann schon von alleine.

Er kann kaum noch das angekündigte Meeting abwarten.

Pünktlich, sogar 10 Minuten vor der Zeit, erscheint Jürgen zum vereinbarten Meeting im Interconti. Der Weg durch die vielen Leute in der großen Eingangshalle, die roten Teppiche, der Marmor sind für ihn ungewohnt, haben ihn etwas verunsichert. Aber das soll ja seine neue Welt werden, die Welt der Finanzberatung, wo das große Geld gemacht wird. Er reißt sich zusammen.

Hans Stein - wieder wie aus dem Modejournal entsprungen - begrüßt ihn und stellt ihn einigen anderen Herren, ebenfalls noch jung, dynamisch im Auftreten und mit gut klingenden Titeln vor. Manager! Ein Drink wird gereicht.

Hans Stein kann aufatmen, es ist ihm gelungen, sogar zwei „Neue“ zum heutigen Abend mitzubringen. Sein Strukturleiter, gerade ein Jahr länger dabei, lobt ihn dafür als ein Muster von Tüchtigkeit. Er streicht die besonderen Erfolgsaussichten für Jürgen Winter bei der XXX heraus. Hans Stein ist mit sich und der Welt zufrieden.

Wenig später beginnt die große Show. Die „Frischlinge“ werden erst einmal eingestimmt. Es wird ihnen immer und immer wieder vor Augen geführt, wie angenehm es ist, Geld zu haben und welche angenehmen Möglichkeiten es gibt, es auszugeben. Und wie viel sie verdienen könnten und welche ungeahnten Karrieremöglichkeiten ihnen durch eine erfolgreiche Mitarbeit bei der XXX bevorstünden.

Von den Fehlern wird gesprochen, die sie bisher in ihrem Berufsleben gemacht hätten, wird gesprochen und von der zwingenden Notwendigkeit, ihr Leben endlich von Grund auf anders zu organisieren und neu zu gestalten. Von dem Trinkgeld, für das sie bisher in ihren Berufen gearbeitet hätten, ganz zu schweigen.

Dann werden einzelne Mitarbeiter aufgefordert, von ihren Erfolgen der letzten Wochen und Monate zu berichten und zu erzählen, wie viel sie verdient hätten. Jeder einzelne wird überschwänglich gelobt und mit gekonnten Sätzen aufgefordert, noch mehr zu leisten, sich noch mehr ins Zeug zu legen, noch höher auf der Erfolgsleiter der Strukturen hinaufzuklettern.

Der Mann am Rednerpult ist zweifelsohne ein As, ein Könner. Seine teuer erworbene Rhetorik wirkt überzeugend. Alle, die heute Abend hier seien, lockt er, hätten die Möglichkeit, bis in die höchsten Stufen der Strukturen vorzustoßen. Denn nur die Leistung zählt. Sie müssten nur den Erfolg wollen, die menschlichen Schwächen überwinden und ihre Entschlossenheit unter Beweis stellen. Alles andere käme mit der Zeit und natürlich mit der Hilfe der XXX.

Ja, lieber Leser, Sie waren soeben Augenzeuge eines großen, weltbewegenden Ereignisses. Ein neuer Vermögensberater wurde geboren, voller Tatendrang und voller Optimismus.

Aber, Spaß beiseite, beschäftigen wir uns doch noch etwas ernsthafter mit dem System und den Problemen des Strukturvertriebes.

Das System als solches ist eigentlich einfach, schon die Bibel berichtet im Alten Testament davon. (Exodus 18,24) Moses suchte tüchtige Männer aus und machte sie zu Häuptern über 1.000, über 100, über 50 und über 10. Nur schwer zu lösende Fälle sollten sie vor Moses bringen, alle leichteren aber selbst entscheiden.

Das Prinzip hat sich bis heute nicht geändert: Multi-Level-Marketing, Marketing mit verschiedenen Verkaufsebenen, nennt man es heute.

Das Prinzip beruht darauf, dass anfallende Verkaufsprovisionen auf-geschlüsselt und auf die verschiedenen Hierarchieebenen, es können bis zu zehn sein, unterschiedlich verteilt werden.

Jeder, der einmal den Sprung in eine dieser Hierarchien geschafft hat, erhält Anteilsprovisionen aus allen Geschäften der ihm unter-geordneten Mitarbeiter.

Auf diese Weise wird er durch den Erfolg seiner Mitarbeiter selbst immer weiter nach oben, in besser verprovisionierte Ebenen  gehoben. Ein Anfänger erhält demnach immer nur ein kleines Stück aus dem zu verteilenden Kuchen.

Er weiß das auch, aber ihn nährt ja die Hoffnung, selbst eines Tages in die höheren, besser bezahlten Ebenen vorzustoßen, um dann endlich, endlich selbst auch satt zu werden.

Aber der Weg nach oben ist schwer, und er ist in der Regel von mehreren Kriterien abhängig. Da zählt einmal der eigenen Umsatz, das heißt das vom Berater selbst vermittelte Geschäft. Aber gleich-zeitig muss auch die Zahl der von ihm neu gewonnenen Mitarbeiter stimmen, damit der Unterbau sich weiter pyramidenförmig ausbreiten kann.

Sind diese Grundvoraussetzungen erst einmal erfüllt, muss der neue Mitarbeiter an mehreren meist kostenpflichtigen Seminaren teilnehmen, um seine Führungsqualifikation zu beweisen und seinen „Wissenstand“ zu verbessern.

Soweit zum System.

Man könnte es auf den ersten Blick durchaus als ein gerechtes Leistungssystem auffassen, in dem jeder, der arbeiten will, auch eine faire Chance hat. Aber nun beginnen die Probleme. Richtiges Geld kann in einem Strukturvertrieb, der meist mit sieben oder noch mehr Strukturebenen angelegt ist, nur der verdienen, der in die höheren Ebenen und zu den damit verbundenen Superprovisionen vordringen kann.

Was bleibt einem Anfänger also anderes übrig, als erst einmal mit sanftem Druck die eigene Verwandtschaft abzugrasen, um den not-wendigen Eigenumsatz zu schreiben und dann auf Teufel komm raus weitere Frischlinge zu keilen, um wenigstens selbst die zweite oder gar dritte Stufe in der Hierarchie zu erreichen.

Ein ausgefeiltes Punktesystem verlagert den Schwerpunkt der Kundenberatung , wie könnte es anders sein, in den Bereich der pro-visionsträchtigen Lebensversicherung, die dann meist unter anders lautenden Sparformen und Plänen zur Vermögensbildung als etwas völlig Neues angepriesen und verkauft wird.

Sparpläne, bei denen mehrere, ganz normale Lebensversicherungen mit Teilauszahlungen verschiedener Gesellschaften, unter Umständen noch mit Bausparverträgen kunstvoll zu einem neuen Gebilde verwoben werden, sollen besonders bei jungen Menschen den Eindruck erwecken, später aus neuen,  sprudelnden Quellen ständig Geld zur Verfügung zu haben.

Geld und Zeit aber kann man im Leben immer nur einmal ausgeben, dann sind sie beide, Zeit und Geld unwiederbringlich fort.

Die Notwendigkeit einer wirklich ausreichenden Vorsorge für die Familie oder für „die Zeit danach“, die Zeit nach dem aktiven Berufsleben, wird ebenfalls sträflich vernachlässigt. „Wir leben jetzt“, heißt die Devise, „ alt werden wir von alleine.“ Und entsprechend wird auch die meist junge Verwandtschaft motiviert.

Da den „Beratern“ in der Regel die notwenige Sachkenntnis fehlt und aufgrund ihres beruflichen Werdegangs auch fehlen muss, wird meist nur nach Provisionsinteressen und nicht nach wirklichem Kundenbedarf verkauft. Über die Notwendigkeit einer versicherungsmäßigen Mindestabdeckung - Privathaftpflicht zum Beispiel - eines Kunden wird überhaupt nicht diskutiert. Das würde nur unnötig Zeit kosten, aber kein Geld und vor allem zu wenig Punkte bringen. Der Strukturleiter will Ergebnisse sehen.

Außerdem, woher sollen denn so plötzlich die Fachkenntnisse herkommen, die zu einer umfassenden Beratung in allen Versicherungsbereichen notwendig sind? In ein paar Schulungsabenden können sich Außendienstler wohl kaum das notwendige Wissen aneignen, wenn andere Jahre brauchen, um diesen Beruf zu erlernen und ihre Lehre erfolgreich abzuschließen.

Es ist doch viel einfacher, ein von Könnern vorgefertigtes Verkaufsgespräch für eine einzige Sparte, z. B. die Lebens- oder Unfallversicherung, auswendig zu lernen, mit allen Betonungen, versteht sich. Und Zwischenfragen, ja, auch die können mit angelerntem Halbwissen und auswendig gelernten Sätzen überzeugend und doch nichts sagend beantwortet werden. Diese Art der Einwandsbekämpfung wird sogar auf Seminaren trainiert.

Da werden Telefontexte mit viel Mühe Satz für Satz auswendig gelernt. Texte werden trainiert, die man, wie es so schön heißt, einfach drauf haben muss. Eine geschickte, gut einstudierte Dialektik verbunden mit einer gekonnten Fragetechnik, die leider viel zu oft zum Erfolg führt.

·         Die Beratungsfehler werden sich unter Umständen erst nach vielen Jahren herausstellen, wenn nicht geschlossene Versicherungslücken mit erheblichen Kosten aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen, weil der notwendige Versicherungsschutz in irgendeinem Schadenfall fehlt.

·         Oder wenn eine leider etwas verspätete Erkenntnis zeigt, dass völlig unzureichende Versicherungsleistungen in einigen Bereichen zu weit überhöhten Preisen eingekauft wurden.

Wie soll Ihnen ein solcher „Berater“, selbst bei vollem persönlichen Einsatz und gutem Willen, im Schadenfall helfen, wenn er meist von seinem Produkt nicht viel mehr als den Namen und die Gesellschaft kennt, die er seinen Kunden anbietet?

Mit Sicherheit aber kennt er keine Versicherungsbedingungen und schon gar nicht Leistungsausschlüsse. Wann hätte er die denn lesen sollen? Er war doch auf dem Weg nach Oben.

Wahrscheinlich aber hat ihr „Berater“ zu diesem Zeitpunkt seinen schönen Traum von einer großen Karriere in der Welt der Finanzdienstleistungen längst aufgegeben und ist schon wieder reumütig in seinen alten Beruf zurückgekehrt, den er gelernt hatte, den er wenigstens verstand.

Die Scherben müssen andere wegkehren.

Das Ausleseprinzip im Strukturvertrieb ist immer so hart, dass nur einige wenige bestehen können. Aber auch die Erfolglosen, die Versager, haben ihren Zweck in dem System. Sie werden gebraucht, damit das System als Ganzes funktioniert.

Sie, die Glücklosen, schieben andere mit ihrer Arbeit nach oben, indem sie ihre eigenen Abschlüsse und vielleicht auch noch die Verträge ihrer Freunde und Verwandten einbringen und dann - nach einem kurzen Gastspiel in der Welt der Vermögensberater - hoffentlich um eine Erfahrung reicher - ausscheiden.

„System Zitronenpresse“ nennt man das in der Branche. Auspressen und wegwerfen.


Listig

Die Direktversicherer

 

Es gibt intelligente Verbraucher, die sind kostenbewusst. Und es gibt andere, die sind schlicht und ergreifend nur geizig. Sie freuen sich wie die Schneekönige, wenn sie - vielleicht nach langem Suchen im Internet - schließlich doch noch einen Versicherer gefunden haben, der einen Direktabschluss im Internet noch einmal mit zusätzlichen  5 Prozent honoriert.

Oder auch noch einen anderen Anbieter, bei dem sie bei ihrer Privathaftpflichtversicherung doch sage und schreibe weitere 5 € sparen können. Im Jahr, versteht sich!

Für derartig im Grunde lächerliche Beträge geben diese Geizhälse die vielleicht in Jahren gewachsenen Bindungen zu einer Gesellschaft oder auch zu einem Vermittler auf, der ihre persönliche Situation genau kennt und der sie unter Umständen schon ein halbes Leben beraten hat.

Geiz ist Geil!

Dabei vergessen diese Schlauberger ganz, dass sie vielleicht irgendwann auch mal einen komplizierten ganz klaren Schaden haben könnten. Oder tiefergehende Fragen zu einem Versicherungsvertrag haben, die mehr Fachkenntnis erfordern, als eine angelernte Kraft trotz aller Hilfsbereitschaft und gutem Willen am Telefon bieten kann.

Sie wundern sich und verstehen die Welt nicht mehr. Wenn sie dann irgendwann mit ihren Problemen allein im Regen stehen, ist niemand da, der an ihnen ein persönliches Interesse hat und ihnen deshalb helfen würde. Nicht weil er sie vielleicht unbedingt mag, aber weil er sie als Kunden behalten möchte.

Spätestens dann begreifen auch diese Leute:

Alles im Leben hat seinen Preis.

Und wenn einmal etwas keinen Preis hat,

dann hat das seinen Preis.

Vielleicht nur etwas später.

Auch Versicherungsvermittler, ganz gleich ob gebundene Generalagenten oder unabhängige Versicherungsmakler, haben Kosten, die jeden Monat gedeckt werden müssen. Sie wollen leben und müssen schließlich auch noch von ihrer Arbeit leben können.

Wenn nun superschlaue Kunden glauben, sie könnten hingehen, ihr sorgsam geplantes Versicherungspaket aufschnüren und Teile davon selbst oder über das Internet abwickeln, werden sie mit dem „schäbigen Rest“ für jeden gestandenen Vermittler, der in irgend-einer Weise eine ernsthafte Kostenrechnung betreibt, völlig uninteressant.

Dann werden die meisten Vermittler, zumindest die, die rechnen können, nur noch müde abwinken, wenn Herr oder Frau Geizig sich am Telefon meldet und zu allem Überfluss vielleicht auch noch unerfüllbare Sonderwünsche äußert.

Der Durchschnittshaushalt in Deutschland könnte, eine gute Beratung vorausgesetzt, € 1.000 im Jahr allein bei seinen privaten Versicherungen sparen.

Mit dieser mutigen und zugleich provozierenden Aussage wirbt zum Beispiel der Verband marktorientierter Verbraucher e.V. in Köln.

Diese € 1.000 lassen sich in der Regel auch durchaus erreichen. Aber bitte doch nur, wenn das ganze Versicherungspaket zusammen in der Hand eines unabhängigen Vermittlers bleibt und nicht in übertriebener Gier Stück für Stück aufgeschnürt und auf verschiedene Vermittler verteilt wird.

Um dieses Ziel, die besagten € 1.000, für seine Kunden zu realisieren muss der unabhängige Versicherungsvermittler, denn ohnehin nur der wird es schaffen, auf Grund der stark rabattierten Verträge bereits mit minimalen Provisionen auskommen. Aus verständlichen Gründen der Wirtschaftlichkeit kann er nicht auch noch darauf verzichten

Diese aufwendige Arbeit eines Versicherungsmaklers ist aber nur dann sinnvoll und lässt sich für ihn nur noch rechnen, wenn wenigstens hin und wieder auch ertragreiches Geschäft wie Lebens- und Krankenversicherungen über ihn abgewickelt werden oder zumindest das gesamte Kleingeschäft bei ihm in Verwaltung bleibt.

Wenn der Kunde glaubt, einzelne Teile eines in sich geschlossenen Konzeptes unbedingt herausnehmen zu müssen, darf er sich nicht wundern, wenn der Versicherungsmakler ihm eines Tages den erteilten Maklerauftrag zurückgibt und ihm die letzten verbleibenden Verträge auch noch vor die Füße wirft.

Vielleicht ist er ja auch höflich. Dann schlägt er seinem gierigen Kunden vor, doch auch noch die restlichen Verträge über einen Direktversicherer abzuwickeln.

Kein Versicherungsvermittler und auch kein Versicherungsmakler kann gezwungen werden, Mandanten mit nicht kostendeckenden Versicherungen weiter zu betreuen. Er muss sich im Sinne des Wortes nicht ausnützen zu lassen, wenn sich sein Aufwand nicht rechnet und der Ertrag ausbleibt. Jeder auch nur halbwegs intelligente Verbraucher wird eine solche kaufmännisch richtige Entscheidung akzeptieren.

Viele unabhängige Vermittler haben in ihren Angeboten eigene, hoch rabattierte Deckungskonzepte, die sie ihren guten Kunden an-bieten. Es sind Verträge, für die sie aber in der Regel von den Gesellschaften nur noch minimale Provisionen bekommen. Diese Vermittler haben mit Sicherheit überhaupt keinen Grund, diese nachprüfbar guten Angebote an Kunden weiterzugeben, die uneinsichtig sind und ohnehin nicht zur notwendigen Kostendeckung beitragen.

Sie wissen es aus Erfahrung:

Wenn Sie aus einem funktionierenden Uhrwerk auch nur ein paar Zahnräder entfernen, dürfen Sie sich kaum wundern, wenn die vorher präzise laufende Uhr umgehend ihren Geist aufgibt.

Auch der geschickteste Uhrmacher ist irgendwann überfordert. Er wird beim besten Willen nicht in der Lage sein, diese Uhr wieder zum Gehen zu bringen, ohne die fehlenden Zahnräder vorher zu ersetzen.

Mit Ihren Versicherungen ist es nicht viel anders. Wenn alles funktionieren soll, brauchen Sie Sicherheit aus einer Hand.

·         Alle Versicherungsverträge gehören ausnahmslos in die Hand eines einzigen, unabhängigen Vermittlers oder Versicherungsmaklers.

·         Nur dann kann er für das Gesamtkonzept, das natürlich mit Ihnen zusammen erarbeitet wird, auch die volle und alleinige Verantwortung übernehmen.

·         Direktversicherer passen einfach nicht in ein solches Konzept.

·         Mehr noch, Direktversicherer können dieses funktionierende Versicherungskonzept ganz schön durch-einander bringen.

Zugegeben, unter Umständen lassen sich mit Hilfe eines weit entfernten Direktversicherers vielleicht sogar ein paar Euro zusätzlich sparen. Zumindest lässt die in der Regel sehr gut aufgemachte Werbung der Direktversicherer den arglosen Verbraucher das glauben.

Oft genug werden mit bunten Bildern nicht realisierbare Hoffnungen geweckt. Von den immensen Summen, die von den Direktversicherern zuerst einmal in die Werbung und das Call-Center, wie es so schön heißt, gesteckt werden müssen, um überhaupt ein halbwegs brauchbares Ergebnis zu erzielen, redet kein Mensch.

Warum?

Weil diese Zahlen nicht in das Konzept der Vorstände passen würden.

Der notwendige Werbeaufwand der Direktversicherer beträgt oft genug ein Vielfaches von dem, was an Provisionen für Vertreter oder Makler für das gleiche Ergebnis angefallen wäre.

Dabei kochen die Direktversicherer doch alle auch nur mit Wasser.

Als intelligenter Verbraucher sollten Sie sich also eine Entscheidung für einen Direktversicherer und damit gegen ein durchgehendes Konzept sehr, sehr genau überlegen.

Auch die höflichste Dame in einem anonymen Call-Center kann in einem schwierigen Schadenfall oder auch in anderen Fachfragen niemals die kompetente Beratung durch einen unabhängigen Versicherungsmakler ersetzen, der, neben den Fachkenntnissen, die er mitbringt, auch noch den unbezahlbaren Vorteil hat, Sie und Ihr persönliches Umfeld zu kennen.


Allwissend

Die Versandhäuser

               

„Wissen ist Macht“, sagt eine alte Weisheit, Und eine andere, „wer das Geld hat, hat die Macht“. Wenn man die Weisheiten ein bisschen miteinander vermischt und die Worte vielleicht auch noch ein wenig umstellt, könnte man sagen, dass der, der genügend Wissen hat, in der Regel auch noch genügend Geld besitzt, um aus dem Wissen und der Macht, noch mehr Geld zu machen.

Klingt fürchterlich kompliziert. Ist es aber gar nicht, wie das Beispiel der großen deutschen Versandhäuser zeigt. Wer, wie diese, auf vielen Millionen hervorragend aufbereiteter Kundendaten sitzt, wird natürlich leicht anfällig für Versuche, dieses einmalige Adressmaterial losgelöst vom ursprünglichen Zweck auch in anderen Bereichen möglichst gewinnbringend einzusetzen.

Was weiß man bei den großen Versandhäusern aufgrund der penibel erfassten Daten nicht alles über die Kunden? Man könnte die Frage besser anders stellen: Was wissen die Versandhäuser denn nicht über ihre Kunden? Alter und Geschlecht, detaillierte Einkommens- und Vermögensverhältnisse, Kauf- und Kreditverhalten sind Daten, mit denen man alles bewerben kann. Sie sind in den gigantischen Datenbanken gespeichert und können nach Lust und Laune mit jedem beliebigen Produkt auf dem Markt gekoppelt werden.

Warum sollte man es also nicht einmal mit Versicherungen versuchen und abwarten, wie sich das Kundenverhalten entwickelt? Mit einem solchen gewaltigen Datenbestand im Rücken kann eigentlich niemand etwas falsch machen. Wenn die Produkte auch nur halbwegs brauchbar sind und zudem professionell aufbereitet werden, wird der Erfolg nicht ausbleiben. Ein gefährlich aggressives Marketing wird möglich, da passgenau auf den Kunden zugeschnittene Angebote gemacht werden können.

Die Anlaufkosten halten sich in Grenzen. Weil man auf die eingefahrenen Vertriebswege zurückgreifen kann, wird schon irgendetwas bei diesem Cross Selling unter dem Strich herauskommen.

Im Übrigen verkaufen in Deutschland so viele Leute Versicherungen, obwohl sie von der Materie nicht die geringste Ahnung haben, da kommt es auf einen Vertriebsweg mehr oder weniger nicht mehr an.

Zur Ehrenrettung des Versandhandels sei angemerkt, dass dort zumindest genügend Kapital vorhanden ist, das notfalls auch eingesetzt werden kann, um sich Sachverstand in ausreichender Menge einzukaufen. Bleibt nur abzuwarten, wie sich der Verbraucher auf Dauer verhalten wird.

Leider wird es immer genügend Verbraucher geben, die glauben, auch in Versicherungsfragen über so viel eigenen Sachverstand zu verfügen, dass sie auf jede fachliche Beratung - etwa durch gelernte Versicherungskaufleute - verzichten können. Diese Schlauberger treffen ihre Entscheidungen grundsätzlich alleine und hoffen, dass - immerhin mögliche - Fehler nicht zu teuer werden. Ein frommer Wunsch, der leider viel zu oft nicht Erfüllung geht.

Bedenklich stimmt, dass einige der großen Versicherer mit den bekannten Namen glauben, auf diesen Zug aufspringen zu müssen und den Vertriebsweg der Versandhäuser für sich nutzen zu wollen.

Sie stellen den Versandhäusern - oder auch den Kaffeeröstern - dort ihre Produkte zur Verfügung, wo der Versandhandel noch nicht auf eigene Angebote zurückgreifen kann. Sie gehen sogar noch soweit, diese Produkte zu anderen Preisen anzubieten, die teilweise sogar unter den Preisen des eigenen Außendienstes liegen. Wie man hört, allerdings mit mäßigem Erfolg.

Damit bringen die Gesellschaften, die - aus welchen Gründen auch immer - glauben, mitspielen zu müssen, trotz ihrer Fehlschläge ihren eigenen Außendienst in einen ziemlichen Erklärungsnotstand.

·         Wie soll ein Mitarbeiter im Außendienst, der zudem noch durch harte Ausschließlichkeitsverträge an einen Versicherer gebunden ist, seine vorgegebenen Zielzahlen erfüllen, wenn seine Arbeit durch die unterschiedlichen Angebote seiner eigenen Gesellschaft sabotiert wird?

·         Wie soll er seinen Kunden, die  auch den letzten müden Euro sparen wollen, erklären, dass sie besser beraten sind, wenn sie diese Verträge bei ihm zwar beim gleichen Versicherer aber zu einem höheren Preis und nicht über den Postweg beim Versandhandel  abschließen?

Der intelligente Verbraucher wird dafür wenig Verständnis haben.


Abhängig

Die Banken

 

Es war einmal, so fangen alle Märchen an. Es war einmal, aber das ist schon sehr, sehr lange her. In jener Zeit beschränkten sich die Banken noch auf ihr ureigenstes Geschäft. Es war der Umgang mit Geld, von dem sie - zumindest damals - auch wirklich etwas verstanden. Sie nahmen Geld von den Verbrauchern, denen sie dafür möglichst geringe Zinsen bezahlten und sie verliehen es wieder - mit möglichst hohen Zinsen natürlich - an andere Verbraucher, die glaubten, es unbedingt haben zu müssen.

Ihr Rat war geachtet und ihr Wort noch etwas wert. Heute ist ihr Rat nichts mehr wert und ihr Wort kann gegen entsprechendes Gebot von jedermann gekauft werden. Alles im Leben hat seinen Preis. Nur ist nicht jede Ware offen ausgezeichnet.

Der Mann am Bankschalter täte gut daran, statt der Krawatte ein Etikett am Hals zu tragen. Es wäre notwendig, um jeden Verbraucher sofort erkennen zu lassen, wem er gerade gehört und wessen Interessen er gerade wahrzunehmen gedenkt. Die Interessen des Verbrauchers sind es mit Sicherheit nicht, so viel steht fest.

Den deutschen Banken geht es schlecht. Das ist ein offenes Geheimnis. Zumindest nicht sonderlich gut. Die Zinsen sind auf einem historischen Tief. Die Gewinne sind eingebrochen. An Wachstum ist nicht zu denken und noch immer werden viel zu viele Mitarbeiter beschäftigt, die nur Geld kosten, aber kein Geld bringen.

In einer solchen Lage, da nimmt jeder gerne mit, was er so kriegen kann. Jeder Euro zählt, wenn es darum geht, die schmal gewordenen Bilanzen aufzupolieren. Mit der ihnen eigenen Zartfühligkeit gehen die Banken ans Werk. Sie versuchen - mit wechselndem Erfolg - Versicherungsverträge an den Mann oder auch an die Frau zu bringen.

Mitarbeiter werden im Schnellverfahren ausgebildet und an die Verkaufsfront geschickt. Der Verbraucher, der glaubt, er könne von dem Menschen am Bankschalter tiefere Kompetenz in Sachen Versicherungen und vielleicht sogar Objektivität erwarten, wird mit Sicherheit ganz gewaltig enttäuscht werden.

Von Versicherungen haben die meisten Bankberater so viel Ahnung wie die berühmte Kuh vom Sonntag.

Böse Zungen behaupten sogar, die meisten Bankberater wären bereits schon mit ihren ständig wechselnden Bankprodukten völlig überfordert. Aber das ist sicherlich nur wieder eine böswillige Übertreibung gehässiger und übereifriger Verbraucherschützer.

Aber glauben Sie etwa, dass Sie ausgerechnet am Bankschalter immer das bekommen, was für Sie richtig wäre oder was Sie gerade brauchen?

Von wegen Objektivität!

Der Typ am Schalter verkauft Ihnen genau das, was er gerade verkaufen soll. Oder auch verkaufen muss, um seine Zielvorgaben zu erfüllen. Dafür macht er mit Schlips und Kragen einen  unheimlich seriösen Eindruck.

Die Bonität eines Kreditsuchenden wird durch den Abschluss einer weiteren Lebensversicherung mit Sicherheit nicht verbessert. Darüber sind sich alle Fachleute einig. Ganz im Gegenteil! Dem ohnehin schon schwachen Kunden werden - in der Regel dringend benötigte - liquide Mittel entzogen. Wenn er neben seinen Raten, die ihm meistens schon schwer genug fallen, jeden Monat eine weitere Lebensversicherung bedienen soll, wird es eng.

Aber das scheint den Kreditsachbearbeiter Dorian Dreist nicht im Geringsten zu interessieren. Er hat seine Zielvorgaben. Die muss er erfüllen, wenn er Geld verdienen und irgendwann Karriere im Unter-nehmen machen will.

Wie das arme Schwein diese Zielvorgaben erfüllt, das bleibt ihm im Grunde ganz allein überlassen. Das interessiert niemanden. Besonders nicht die ganz Oben, die die Zielvorgaben gemacht haben.

Im Gegenteil!

Die ganz Oben würden - wie immer - sogar energisch jede Kenntnis von einem möglichen Druck von Mitarbeitern auf Kunden entrüstet abstreiten. Dabei würden sie sogar ohne zu zögern das gewohnt ehrliche Gesicht eines Bankers aufsetzen.

Mission impossible – einmal anders.

So werden denn nach wie vor die Zusagen selbst von Kleinkrediten in sittenwidriger Weise vom Abschluss unverhältnismäßig hoher und auch noch lang laufender Lebensversicherungen abhängig gemacht. Das gleiche unwürdige Spiel läuft zum Teil auch bei den Existenzgründern ab.

„Sie würden uns die Entscheidung über Ihren Kredit - oder auch über Ihre Kreditlinie - sehr erleichtern, wenn Sie zur Absicherung eine Lebensversicherung - bei uns, versteht sich - abschließen und an uns abtreten würden“, säuselt Dorian Dreist. Und auch er setzt das seriöseste Gesicht auf, das Sie von einem Banker erwarten können.

Richtigstellung

Die Behauptung, das Erlernen und Üben eines seriösen Gesichtsausdrucks sei auf der Bankakademie Pflichtfach, ist eine böswillige Unterstellung und entspricht in keiner Weise den Tatsachen.

Gleichwohl ist es immer wieder erstaunlich, was durch finanzielle Anreize und zunehmenden Druck von Oben auf die hungrigen oder auch ehrgeizigen Mitarbeiter alles erreicht werden kann. Diese Aussage gilt - leider - für Banken und Versicherungen in gleicher Weise.

Aber es gibt Grenzen. Grenzen des Anstands und des guten Gewissens, die nicht überschritten werden sollten. Wenn Kredit-zusagen und Menschenschicksale ohne jedes Unrechtsbewusstsein vom Abschluss bestimmter Versicherungsverträge abhängig gemacht werden, sind nach Meinung vieler Verbraucher die Grenzen des Anstands überschritten.

Dann beginnt der gemeine, angeordnete Straßenraub.

Der Mann am Bankschalter hat Macht. Viel zu viel Macht! Macht, die von niemandem kontrolliert wird. Denn der Mann am Schalter kann mit seiner Macht über das Geld nach Belieben über Menschenschicksale entscheiden. Er kann mit einer Aussage Menschen aufbauen und Menschen nach Belieben in den Ruin treiben.

Mitarbeiter wie Dorian Dreist können wahrscheinlich nie verstehen, dass ihnen die Macht, die sie missbrauchen, im Grunde von jenen Verbrauchern gegeben wurde. Von Menschen, die sie jetzt hinterhältig unter Druck setzen.

Menschen wie Dorian Dreist scheinen völlig zu vergessen, dass auch die Banken nichts sind. - Nichts, ohne die Verbraucher.

Der Mann am Bankschalter hat ganz ohne Zweifel zu viel Macht. Zumindest aus der Sicht des Verbrauchers. Aber er verliert sein Recht auf diese Macht, wenn er sie missbraucht und gegen die Interessen des Verbrauchers einsetzt. Wenn er seine Entscheidungen von Umständen abhängig macht, die mit seiner ureigensten Aufgabe, dem Geld und der Verwaltung des Geldes, nicht mehr das Geringste zu tun haben, wird er scheitern.

Vollends kriminell wird das Verhalten, wenn von Banken oder auch von Menschen wie Dorian Dreist bestehende Lebensversicherungen „plattgemacht“ werden. Da werden teilweise wertvolle Policen gekündigt, nur um neue Verträge abschließen zu können, die dann angeblich besser - z. B. in eine Hypothekenfinanzierung - eingebunden werden können.


Mangelhaft

Die Ausbildung

 

Im Mittelalter wurden die Taschendiebe sehr sorgfältig an einer Schellenpuppe ausgebildet. Sie lernten von ihren erfahrenen Ober-gaunern sorgfältig und gründlich, wie sie den reichen Pfeffersäcken, so nannte man damals die Kaufleute, die gut gefüllten Geldkatzen möglichst unauffällig aus dem Gürtel ziehen konnten. Ohne dass es den Betroffenen - wenigstens nicht sofort - auffiel.

Die Arbeit eines Beutelschneiders, so nannte man ihre Zunft, war zu dieser Zeit nicht ganz ungefährlich. Jeder Fehlgriff - im Sinne des Wortes - konnte den ungeschickten Anfänger leicht die rechte Hand, wenn nicht gar Kopf und Kragen im wahrsten Sinne des Wortes kosten.

Heute sind die Trainingsmethoden - zumindest für den Versicherungsaußendienst - subtiler geworden. Vom Köpfen ist man auch schon eine ganze Weile abgekommen.

Die Technik hat Einzug in die Ausbildung des Nachwuchses gehalten. Das Training der Debütanten wird elektronisch aufgezeichnet. Jeder einzelne Schritt kann so lange geübt werden. Bis auch der dümmste Teilnehmer endlich begriffen hat, was er wann zu tun hat, um legal und ganz gefahrlos an das Geld anderer Leute zu kommen, kann es sogar einige Zeit dauern.

Stellt sich nur die Frage, wodurch sich die redegewandten Trainer von Heute von den fingerfertigen Obergaunern des Mittelalters unterscheiden.

Die Ziele sind also im Grunde die gleichen geblieben. Geld soll möglichst gefahrlos umverteilt werden. Es gilt, dem arglosen Verbraucher sein sauer verdientes Geld möglichst unauffällig aus der Tasche zu ziehen. Es soll - völlig legal natürlich - möglichst langfristig in die unergründlichen Tresore der großen Gesellschaften mit den bekannten Namen umgeleitet werden. Wir haben in Deutschland Vertragsfreiheit.

Das bedeutet, dass jeder seine Waren - oder auch Dienstleistungen - zu einem ihm genehmen Preis anbieten und auch verkaufen kann. Ob dieser Preis durch irgendetwas gerechtfertigt ist oder nicht, spielt im Grunde keine Rolle.

Wer karierte Maiglöckchen haben will, der soll sie bekommen. Und den Preis dafür bezahlen. Ob er die Maiglöckchen wirklich braucht und später damit etwas anfangen kann, ist eine andere Sache.

Pacta sunt servanda. So hieß es schon im alten Rom. Verträge müssen eingehalten werden. So heißt es heute.

Die einmal geschlossenen Verträge sind bindend. Sie müssen ohne Wenn und Aber eingehalten werden. Das gilt auch für die Versicherungsverträge. Die vereinbarten Entgelte werden - schon um ihrem Außendienst den Rücken zu stärken - von den meisten Versicherungsgesellschaften mit den großen Namen falls nötig vor deutschen Gerichten mit Mahnbescheiden knallhart geltend gemacht.

Wie und warum diese Versicherungsverträge abgeschlossen wurden, das interessiert niemanden.

„Dummheit gehört bestraft“, sagt ganz cool der Trainer. Der Verbraucher hätte sich ja vorher informieren können. Gelegenheit hat er ja genug gehabt. Selbst schuld, wenn er es nicht tat!

Aber der teuer bezahlte Trainer verschweigt wohlweislich, dass er in den nächsten Tagen und Wochen alles daran setzen wird, um seine Zöglinge so auszubilden, dass der Verbraucher eben diese im Grunde notwendigen eigenen Informationen gar nicht erst einholt.

Warum?

Weil er glaubt, dem geschickten Verkäufer und seinem ehrlichen Gesicht vertrauen zu können.

Jedes nur mögliche Unrechtsbewusstsein auf Seiten der Jäger wird sofort im Keim erstickt. Jedes Gewissen muss auch im Keime erstickt werden, wenn sich die gewaltigen Kosten für die Ausbildung und vor allem für die teuren Trainer jemals amortisieren sollen.

Der arglose Verbraucher hat, wenn wir ehrlich sind, gegen  die trainierten Jäger mit ihren antrainierten Sprüchen keine Chance. Die Beute muss - so oder so - zur Strecke gebracht werden, um das eigene Überleben zu sichern. Pardon wird nicht gegeben.

Es ist immer wieder erstaunlich, mit welcher Chuzpe diese Art der Ausbeutung des ahnungslosen Verbrauchers auch von den Führungskräften der großen Gesellschaften mit den bekannten Namen - bis hin zu ihren Vorständen - als notwendig und unumgänglich verteidigt wird.

Wenn die eigenen Zahlen stimmen, spielen Ethik und Moral - wie immer - nur eine untergeordnete Rolle.

Selbst schuld!

Natürlich hätte sich der angeblich so mündige Verbraucher aus-reichend informieren können. Aber alle an dieser gnadenlosen Hatz Beteiligten wissen im Grunde sehr genau, dass der Verbraucher es aus den verschiedensten Gründen nicht tut.

Hinzu kommt, dass teuer bezahlte Marketingstrategen mit großem Aufwand alles daran setzen, den teilweise veralteten Schrott der Gesellschaften mit sehr viel Geschick aufzupolieren. Der Schrott wird so verpackt, dass selbst hinterhältige Brocken vom gut-gläubigen Verbraucher arglos geschluckt werden.

Unverständliche Prämienunterschiede von zum Teil sogar mehreren hundert Prozent sind keine Seltenheit. Sie liegen - sorgfältig verborgen - zwischen den Angeboten preiswerter Gesellschaften und ihrer teuren Wettbewerber. Sie machen deutlich, mit welcher Infamie arglose Verbraucher von einzelnen Gesellschaften abgezockt werden.

Mit den viel gepriesenen Gesetzen der viel gepriesenen freien Marktwirtschaft, auf die wir so stolz sind, hat das nicht mehr das Geringste zu tun. Legalisierter Straßenraub wäre die bessere Bezeichnung.

Stellt sich die Frage, ob wir uns in der heutigen Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs ein solches System der Ausbeutung der weniger Intelligenten durch die Intelligenten noch leisten können.

Gut, zu allen Zeiten hat es intelligente und weniger intelligente Menschen gegeben. "Die Intelligenten haben doch seit jeher auf Kosten der weniger Intelligenten gelebt", werden jetzt vielleicht auch Sie einwenden.

Sie haben Recht!

Und leider leben die großen Gesellschaften mit den bekannten Namen von der Dummheit ihrer Mitmenschen noch nicht einmal schlecht. Wenn man sich die gläsernen Paläste der großen Konzerne mit den bekannten Namen anschaut, die zum Teil das Bild unserer Innenstädte beherrschend prägen, kann man zu keinem anderen Ergebnis kommen.

Da könnte man sogar nachdenklich werden.

Aber das beantwortet nicht die Frage, ob unsere Gesellschaft als Ganzes im 21. Jahrhundert mit dieser Art der Ausbeutung des einzelnen Verbrauchers durch eine provisionshungrige Minderheit leben kann. Oder vielleicht auch leben will, ohne nicht vielleicht irgendwann dann doch an dieser Fehlentscheidung zu zerbrechen.

Wäre es vielleicht nicht besser, neuen Vermittlern, nicht nur minimale Grundkenntnisse des Versicherungsvertriebes beizubringen, damit sie in diesem Dschungel überleben können, sondern sie auch an ihre soziale Verantwortung heranzuführen, die sie als Versicherungsvermittler gegenüber Staat und Gesellschaft übernehmen müssen?

Aber das wäre wohl zu viel verlangt.


Notwendig

Die Krankenvollversicherung

 

Gesundheit nicht zum Nulltarif

Ihre Gesundheit ist mit Sicherheit das höchste Gut, das Sie mit auf Ihren Lebensweg bekommen haben. Sie sind gut beraten, wenn Sie alles, aber auch alles daran setzen, sich Ihre Gesundheit möglichst bis ins hohe Alter zu erhalten. 

Gesundheit aber gibt es leider nicht zum Nulltarif.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist in den letzten Jahren doch etwas arg ins Gerede gekommen. Die Behauptung, „weil Du arm bist, musst Du früher sterben“ ist - wenigstens heute noch - sicherlich noch eine bösartige Unterstellung, gegen die unsere Gesundheitsministerin immer wieder vehement zu Felde zieht.

Langfristig aber ist der Weg in eine Zweiklassengesellschaft unumkehrbar vorgezeichnet. Das medizinisch Mögliche wird auf Dauer nicht für alle Kranken auf Kosten der Allgemeinheit bezahlbar bleiben. Eigenvorsorge wird immer erforderlicher.

Aber was wird nicht schon heute bei den gesetzlichen Kassen gestrichen?

Nein! Nein!

Niemand darf behaupten, dass für die gesetzlich Versicherten nicht alles medizinisch Notwendige getan wird. Aber mitunter werden bestimmte Medikamente doch knapp, vor allem, wenn ein Budget bereits überzogen ist. Oder ein bewährtes Medikament wird auf ministeriellen Erlass hier schlicht und ergreifend von der Liste gestrichen. Wenn es zu teuer geworden ist oder eine preiswertere Alternative geboten wird, muss auf Billigprodukte ausgewichen werden.

Die Ärzte können, so bitter es klingen mag, für einen Patienten nicht mehr alle Möglichkeiten ausschöpfen, wenn sie nicht selbst zur Kasse gebeten werden wollen. Verständlich, dass da viele Ärzte resignieren und abwinken.

Treffen Sie frühzeitig Ihre persönliche Entscheidung! Eine gute und umfassende private Krankenversicherung ist immer eine kluge und beruhigende Entscheidung in eine sichere und gesunde Zukunft. Nehmen Sie sich Zeit, um sich einmal gründlich zu informieren!

Sinn und Zweck einer privaten Krankenvollversicherung

Eine umfassende private Krankenvollversicherung hat die Aufgabe,

·         dem Versicherten im Krankheitsfall jede nur mögliche medizinische Versorgung sicherzustellen und dafür alle not-wendigen Kosten zu übernehmen,

·         die wirtschaftlichen Folgen von Krankheit zu vermeiden oder mindern und

·         es der erkrankten Person zu ermöglichen ihren Lebensstandard und ihr soziales Umfeld auch während einer längeren Krankheit aufrecht zu erhalten.

Eine Bereicherung oder auch nur eine Bereicherungsabsicht durch den Kranken sollte allerdings ausgeschlossen werden.

Eigenverantwortung als Grundlage für jede überlegte Entscheidung

Aus diesem Grunde sind überhöhte Leistungen, wie überhöhte Krankenhaustagegelder oder auch Krankentagegelder mit kurzen Karenzzeiten abzulehnen. Überhöhte Leistungen stehen im Widerspruch zum Gedanken des Kostenersatzes und zur Entschädigung der wirtschaftlicher Folgen. Der Versicherungspfad darf nicht zum Glücksfall werden.

Krank werden kann jeder.

Das ist eine bittere Wahrheit, der sich niemand entziehen kann. Die Folgen von Krankheit können schmerzhaft und unübersehbar sein. Jeder, der in Beruf und Familie gefordert ist, sollte wissen, wie viel er sich und seiner Familie wert ist. Man könnte aber auch sagen, er muss sich entscheiden, was seine Familie ihm wert ist.

Auch wenn Sie hoffen, dass dieser Fall für Sie und Ihre Familie nie eintreten wird, müssen Sie ausreichend vorsorgen.

Sie entscheiden sich für angemessene Tagegelder, die auch wirklich ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard langfristig zu sichern. Mit einem besseren Trinkgeld wäre Ihnen im Fall einer langwierigen Krankheit kaum geholfen.

Vollkasko-Versicherung für den eigenen Körper

Vergleichen Sie eine umfassende private Krankenversicherung mit einer Vollkaskoversicherung für den eigenen Körper! Ihre private Krankenvollversicherung gestattet es Ihnen, wenn Sie die richtige gewählt haben, ein Leben lang alle notwendigen Reparaturen an Ihrem Körper in einer erstklassigen „Werkstatt“ durchführen zu lassen. Wenn Sie wollen, erhalten Sie für sich und Ihre Familie Leistungen, von denen viele andere Verbraucher nur träumen können.

Wer kann sich für eine private Krankenvollversicherung entscheiden?

Wir leben in einem Rechtsstaat. Das behaupten zumindest die ganz Oben.  Aber leider hat noch lange nicht jeder Bürger die Möglichkeit, sich für eine private Krankenversicherung zu entscheiden.

Ein Lohn- und Gehaltsempfänger muss mit seinem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegen, um der gesetzlichen Krankenversicherung den Rücken kehren zu können. Wer weniger verdient, wird als versicherungspflichtiges Mitglied gnadenlos zur Kasse gebeten. Ob er will oder nicht, er muss für andere mit bezahlen, die für weniger Beitrag gleichwohl die gleichen Leistungen zu erwarten haben.

Selbständige und freiberuflich Tätige haben fast immer die Möglichkeit, sich für eine private Krankenversicherung zu entscheiden. Eine Ausnahme bilden lediglich die Künstler, für die besondere Regelungen bestehen.

Zwingende Voraussetzung für jeden Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist natürlich der persönliche Gesundheitszustand des Antragstellers. Er muss schon recht gesund und möglichst jung sein, wenn der Antrag von der Gesellschaft angenommen werden soll.

Von den kleinen Risikozuschlägen für kleine Wehwehchen, die schon mal vorkommen, vielleicht einmal abgesehen.

Vorsicht ist geboten!

Es wäre ein unverzeihlicher Fehler, eine gesetzliche Krankenversicherung zu kündigen, noch bevor die schriftliche Annahmeerklärung einer privaten Krankenversicherung vorliegt.

Wer sollte sich für eine private Krankenvollversicherung entscheiden?

Die Antwort ist eigentlich einfach und wird unsere Gesundheitsministerin mit Sicherheit wenig erfreuen.

Wer immer die Möglichkeit hat, die notwendigen Voraussetzungen mitbringt und es sich leisten kann, sollte diese Chance nützen und sich - solange es noch geht - für eine private Krankenvollversicherung entscheiden.

Zugegeben, es mag Umstände geben, wo sich eine gesetzliche Krankenversicherung in Verbindung mit einer entsprechenden privaten Zusatzversicherung - zumindest auf den ersten Blick - vielleicht besser rechnet. Für eine Familie mit Kindern zum Beispiel stellt die gesetzliche Krankenversicherung natürliche eine überlegenswerte Alternative dar.

Hier können nur der Rechenstift und die eigenen Wertevorstellungen entscheiden.

Wer ist durch die private Krankenvollversicherung versichert?

Versichert sind immer nur die im Versicherungsschein namentlich genannten Personen, für die bestimmte, genau festgeschriebene Leistungen beantragt wurden und individuelle Prämien berechnet werden.

Eine beitragsfreie Mitversicherung von Familienmitgliedern, wie sie in der gesetzlichen Krankenversicherung üblich ist, kennt die private Krankenversicherung nicht. Besondere Regelungen gibt es nur für die gesetzlich vorgeschriebene Pflegepflichtversicherung.

Wo gilt eine private Krankenvollversicherung?

Inzwischen haben sich alle Versicherer, die eine private Krankenvollversicherung anbieten, für eine weltweite Geltung ihrer Leistungen entschieden. Sie bieten - zumindest während kürzerer Auslandsaufenthalte - den gleichen Schutz wie im Inland und übernehmen auch noch die Kosten eines medizinisch notwendigen Rücktransportes.

Längere oder auch dauernde Aufenthalte im Ausland müssen - um unangenehme Überraschungen zu vermeiden - mit dem jeweiligen Versicherer abgestimmt werden.

Mit welchen Leistungen sollte eine private Krankenvollversicherung abgeschlossen werden?

Eine Krankenvollversicherung sollte immer so konzipiert werden, dass auch im schlimmsten Fall, also bei schwerer und langwieriger Krankheit, ausreichende Leistungen und Summen zur Verfügung stehen, die sowohl eine großzügige Übernahme der anfallenden Kosten als auch die Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstandards und des sozialen Umfeldes möglich machen.

Im ambulanten Bereich lässt sich der Beitrag durch die Wahl einer angemessenen Selbstbeteiligung entscheidend herabsetzen. Aber ein völliger Verzicht auf einen ambulanten Tarif wäre höchst unvernünftig, denn bei längerer Krankheit können auch hier unabsehbare Kosten anfallen.

Der stationäre Bereich ist ohne Einschränkung unverzichtbar. Aber es besteht zumindest die Möglichkeit, sich je nach Geldbeutel und Lebensstil für eine Unterbringung im Einbett-, Zweibett- oder auch Mehrbettzimmer zu entscheiden.

Auch steht es jedem Versicherten frei, ob er für seine Behandlung die allgemeine Pflegeklasse vorzieht oder sich notwendige Operationen durch den Chefarzt wünscht und auch leisten kann.

Über die unbedingte Notwendigkeit eines Zahntarifes lässt sich sicherlich lange diskutieren. Aber die Zahnärzte greifen bei ihren Rechnungen bekanntlich recht ungeniert in die Brieftaschen ihrer Privatpatienten, und so ist der Einschluss des Zahnbereiches im Grunde doch empfehlenswert.

Mit der Höhe der vereinbarten Leistungen - sie können für Zahnbehandlung und Zahnersatz unterschiedlich vereinbart werden - lässt sich der Beitrag variieren.

Das Krankenhaustagegeld ist sicherlich kein unbedingtes Muss, aber eine willkommene Begleiterscheinung, die so manchen unerfreulichen Krankenhausaufenthalt angenehmer zu gestalten hilft oder zusätzlich anfallende Kosten ausgleicht.

Das Krankentagegeld sollte aus Kostengründen auf keinen Fall vor dem 43. Tag gewählt werden. Ein Krankentagegeld soll einen tatsächlich anfallenden Verdienstausfall ersetzen, so dass es individuell festgelegt und auch nachgewiesen werden muss.

Auch Tagegelder, die erst nach dem 84. Tag einsetzen, können eine sinnvolle Risikoabsicherung sein, um auch noch bei lang anhaltender Krankheit das persönliche finanzielle Umfeld aufrechterhalten zu können.

Die Pflegeversicherung ist vom Gesetzgeber für alle Bürger zwingend vorgeschrieben. Sie wird damit in der Regel auch zum festen Bestandteil jeder privaten Krankenvollversicherung.

Gegen eine Zuschlagprämie können im Bereich der Pflegeversicherung zusätzliche Leistungen versichert werden, die weit über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinausgehen und die tatsächlich anfallenden Kosten eines Pflegefalls bezahlbar machen.

Welche Vorteile bieten Kompakttarife?

Durchaus interessante Kompakttarife, zum Teil allerdings mit abgespeckten Leistungen, werden inzwischen von immer mehr Gesellschaften angeboten und sind zu festen Bestandteilen im Tarifdschungel geworden.

Kompakttarife sind speziell entwickelte Tarifkombinationen. Sie bieten Versicherungsschutz für den ambulanten, den stationären und den Zahnbereich - eventuell mit unterschiedlichen Selbstbeteiligungen - als einheitliches Ganzes zu teilweise recht attraktiven Preisen.

Wer auf den Maßanzug verzichtet, erhält zu einem günstigen Preis den Anzug von der Stange.

Wer entscheidet sich für Großschadentarife?

Wirklich interessante Großschadentarife mit hohen Eigenbehalten werden leider noch nicht von allen Gesellschaften angeboten.

Die Kalkulation der Großschadentarife geht von sehr hohen jährlichen Selbstbeteiligungen aus. Sie sind für einen Kundenkreis bestimmt, der bereit und in der Lage ist, ein entsprechendes Eigenrisiko zu übernehmen, um damit die laufenden Beiträge zu senken.

Was bedeutet Beitragssenkung im Alter?

Es ist kein Geheimnis. Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung steigen im Alter, wenn Sie nicht rechtzeitig vorsorgen.

Schon aus diesem Grunde hat der Gesetzgeber die Versicherungsgesellschaften verpflichtet, in der Krankenvollversicherung ausreichende Altersrückstellungen zu bilden. Aber auch über das gesetzlich Vorgeschriebene hinaus hat jeder Versicherte die Möglichkeit, noch etwas mehr zu tun und durch zusätzliche Beiträge in jungen Jahren die Beiträge im Alter zusätzlich zu senken..

Wie wird der Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung berechnet?

In der gesetzlichen Krankenversicherung haben alle Mitglieder unabhängig von dem Beitrag, den Sie bezahlen, Anspruch auf die gleichen, sicherlich nicht unbedingt überragenden Leistungen. Nur das medizinisch unbedingt Notwendige wird bezahlt. Sie lesen immer wieder über weitere Kürzungen in den Zeitungen.

Der Beitrag, den der Versicherte zu bezahlen hat, richtet sich ausschließlich nach dem finanziellen Leistungsvermögen des Versicherten. Das Einkommen allein bestimmt - bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze - die Höhe des Beitrages, den der Versicherte zu entrichten hat.

Wer gut verdient, muss also auch viel Geld für eine ständig geringer werdende Leistung bezahlen. Er bezahlt für Leistungen, die andere für einen Bruchteil seines Beitrages bekommen.

Das System der gesetzlichen Krankenversicherung ist - aus staatlicher Sicht natürlich - sehr bequem und ohne Zweifel auch notwendig. Es mag unter sozialen Aspekten vielleicht sogar verständlich erscheinen, ist aber zum Beispiel für den gut verdienenden Junggesellen, der über die Maßen zur Kasse gebeten wird, nicht immer einsichtig.

Viele gut verdienende Versicherte empfinden dieses System der unfreiwilligen Gleichschaltung als völlig ungerecht. Sie sehen nicht ein, warum ausgerechnet sie mit ihrem sauer verdienten Geld so viel erzwungenes soziales Engagement zeigen sollen.

Wie wird die Prämie in der privaten Krankenvollversicherung berechnet?

Das System der Prämienberechnung in der privaten Krankenvollversicherung ist gerecht.

·         Jeder Versicherungsnehmer kann für sich in eigener Verantwortung entscheiden.

·         Er kann selbst bestimmen, welche Leistungen er im Krankheitsfall für sich oder auch seine Familie in Anspruch nehmen will.

·         Er muss aber auch entscheiden, ob er bereit ist, die dafür notwendige Prämie zu bezahlen.

Neben den vereinbarten Leistungen spielen

·         Alter,

·         Geschlecht und

·         unter Umständen auch der Beruf

eine entscheidende Rolle bei der Prämienberechnung.

Das Einkommen des Versicherten spielt bei der Prämienberechnung keine Rolle.

Risikozuschläge, die von Gesellschaft zu Gesellschaft zu Gesellschaft recht unterschiedlich ausfallen können, werden für jeden einzelne Person gesondert kalkuliert, wenn bestehende Leiden oder Vorerkrankungen dies notwendig machen.

Teilweise werden von einzelnen Gesellschaften auch Risikoausschlüsse für bestimmte Krankheiten angeboten, um den Antrag mit normalen Prämien annehmen zu können. Vorsicht ist geboten, denn dann liegt das  zukünftige Risiko bei diesen Krankheiten einzig und allein beim Versicherten.

Selbstverständlich hat jeder Versicherer - auch im Interesse der Versichertengemeinschaft - das Recht, einen Antrag abzulehnen. Wenn dem Versicherer das Risiko zu hoch ist, wird er höflich dankend abwinken.

Welche Prämienunterschiede gibt es?

Die Prämienunterschiede, die im Bereich der Krankenvollversicherung zwischen den Angeboten der preiswerten Anbieter und ihren teuren Wettbewerbern liegen, können ganz schön ins Geld gehen. Da lohnt es sich schon, sich einmal ausgiebig zu informieren und wenigstens ein bisschen zu rechen.

Hinzu kommen die langen Laufzeiten von 30, 40 oder auch mehr Jahren, in denen sich die Beitragsunterschiede zu gewaltigen Summen aufaddieren. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Altersrückstellungen aber lohnt sich ein Wechsel schon nach ein paar Jahren in der Regel nicht mehr, obwohl viele hungrige Vertreter das Ihnen immer wieder erzählen werden.

Ein Tarifwechsel innerhalb der eigenen Gesellschaft kann u. U. zu erheblichen Beitragsersparnissen, aber auch zu erheblichen Leistungseinschränkungen führen.

Welche Vertragslaufzeiten sind in der privaten Krankenversicherung üblich?

Die Krankenversicherer verzichten in ihren Verträgen bewusst auf die sonst so gerne gesehenen langen Laufzeiten. Aufgrund der regel-mäßigen Beitragsanpassungen, die immer zu einer Kündigung berechtigen, waren lange Laufzeiten ohnehin wenig erfolgversprechend.

Der Vertrag wird in der Regel erstmalig für eine Laufzeit von 3 Jahren abgeschlossen. Danach verlängert er sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er nicht fristgemäß, d. h. 3 Monate vor Ablauf gekündigt wird.

Das Ablaufdatum steht in Ihrer Police. Bei schon länger laufenden Verträgen müssen Sie jeweils ein Jahr hinzuzählen, um das genaue Datum für eine fristgemäße Kündigung zu ermitteln.

Wann kann eine private Krankenversicherung gekündigt werden?

Eine private Krankenversicherung kann, wie jede andere Versicherung fristgemäß, d. h. mit einer Frist von 3 Monaten zum jeweiligen Ablaufdatum, gekündigt werden.

Erhöht ein Krankenversicherer seine Beiträge und sei es auch nur in einem einzigen Teilbereich, so haben Sie als Versicherungsnehmer prinzipiell die Möglichkeit, Ihren ganzen Vertrag zum Zeitpunkt der Beitragserhöhung zu kündigen. Die Kündigung sollte - sicher ist sicher - vorsichtshalber mit einem eingeschriebenen Brief erfolgen.

Aber Vorsicht ist geboten.

Die Kündigung einer bestehenden Krankenversicherung sollte reiflich überlegt werden. Nicht jeder, der Ihnen zu einer übereilten Kündigung einer bestehenden Krankenvollversicherung rät, tut das auch wirklich so selbstlos, wie er vorgibt, und auch noch in Ihrem wohlverstandenen Interesse.

Die Versicherer bilden inzwischen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen erhebliche Altersrückstellungen zur Beitragsreduzierung im Alter. Diese Altersrückstellungen gehen - zumindest zurzeit noch - bei einem Versichererwechsel verloren, denn sie können - noch - nicht übertragen werden.

Sie erkennen die Qualität eines Beraters, wenn er Sie auch auf diese versteckten Verluste aufmerksam macht.

Auch hier gilt wie beim Wechsel von der gesetzlichen in eine private Krankenversicherung: Wenn Sie einen bestehenden Versicherungsvertrag bei einem privaten Krankenversicherer kündigen wollen, so tun Sie dies auf keinen Fall, bevor Ihnen die Annahmeerklärung des neuen Versicherers nicht schriftlich vorliegt.

Verlassen Sie sich nicht auf die mündliche Zusage eines Vermittlers! Sie sitzen unwiderruflich zwischen zwei Stühlen, wenn der neue Versicherer Ihren Antrag - vielleicht aufgrund einer ungünstigen Arztrückfrage - höflich aber bestimmt ablehnt.

Wann kann eine private Krankenvollversicherung aufgehoben werden?

Nimmt ein privat Krankenversicherter ein sozialversicherungs-pflichtiges Arbeitsverhältnis auf, so ist der Krankenversicherer verpflichtet, seinen Vertrag zum Zeitpunkt der Versicherungspflicht aufzuheben.

Das Gleiche gilt, wenn ein Arbeitnehmer arbeitslos wird.

Wann kann ein Krankenversicherer eine Krankenvollversicherung kündigen?

Hat ein Krankenversicherer einen Antrag auf Krankenvollversicherung erst einmal angenommen, hat er zu einem späteren Zeitpunkt keine Möglichkeit mehr, ein schlecht verlaufendes Risiko mit krankheitsbedingten sogar sehr hohen Aufwendungen wieder loszuwerden. Diese Tatsache ist für jeden Versicherungsnehmer sehr beruhigend.

Der Versicherer hat für alle Zeit auf sein Kündigungsrecht verzichtet. Er kann also niemals einen unliebsamen Vertrag aus einem Schaden heraus kündigen, wie es in fast allen anderen Versicherungsbereichen üblich ist.

Aber Vorsicht!

·         Ist ein Versicherungsvertrag unter falschen Voraussetzungen - also zum Beispiel - aufgrund falscher oder unvollständiger Angaben im Versicherungsantrag zustande gekommen, so kann der Versicherer den Vertrag noch nach Jahren wegen arglistiger Täuschung anfechten oder vom Vertrag zurück-treten und wird damit von jeder Leistung frei.

·         Achten Sie also immer auf eine korrekte und vollständige Beantwortung aller gestellten Fragen! Selbst wenn Sie den Antrag nicht selbst ausgefüllt haben, sind Sie für die Richtigkeit und Vollständigkeit aller gestellten Fragen nach geltender Rechtsprechung allein verantwortlich.

·         Lassen Sie sich durch keinen Vermittler, der nur seine Provision sichern möchte, dazu verleiten, die eine oder andere Vorerkrankung als unwichtig zu verschweigen!


Interessant

Die Krankenzusatzversicherung

 

Gesundheit nicht zum Nulltarif

Ihre Gesundheit ist mit Sicherheit das höchste Gut, das Sie mit auf Ihren Lebensweg bekommen haben. Sie sind gut beraten, wenn Sie alles, aber auch alles daran setzen, Ihre Gesundheit möglichst bis ins hohe Alter zu erhalten. 

Gesundheit aber gibt es leider nicht zum Nulltarif.

Die gesetzliche Krankenversicherung ist in den letzten Jahren doch etwas arg ins Gerede gekommen. Die Behauptung, „weil Du arm bist, musst Du früher sterben“ ist - wenigstens heute noch - sicherlich noch eine bösartige Unterstellung, gegen die unsere Gesundheitsministerin immer wieder vehement zu Felde zieht.

Langfristig aber ist der Weg in eine Zweiklassengesellschaft unumkehrbar vorgezeichnet. Das medizinisch Mögliche wird auf Dauer nicht für alle Kranken auf Kosten der Allgemeinheit bezahlbar bleiben. Eigenvorsorge wird immer erforderlicher.

Aber was wird nicht schon heute bei den gesetzlichen Kassen gestrichen?

Nein! Nein! Niemand darf behaupten, dass für die gesetzlich Versicherten nicht alles medizinisch Notwendige getan wird. Aber mitunter werden bestimmte Medikamente doch knapp, vor allem, wenn ein Budget bereits überzogen ist. Oder ein bewährtes Medikament wird auf ministeriellen Erlass schlicht und ergreifend von der Liste gestrichen. Wenn ein Medikament zu teuer geworden ist oder eine preiswertere Alternative geboten wird, muss auf Billigprodukte ausgewichen werden.

Die Ärzte können, so bitter es klingen mag, für einen gesetzlich versicherten Patienten nicht mehr alle Möglichkeiten ausschöpfen, wenn sie nicht selbst zur Kasse gebeten werden wollen. Verständlich, wenn da viele Ärzte resignieren und abwinken.

Treffen Sie frühzeitig Ihre persönliche Entscheidung! Eine gute und umfassende private Krankenzusatzversicherung ist immer eine kluge und beruhigende Entscheidung in eine sichere und gesunde Zukunft. Nehmen Sie sich Zeit, um sich einmal gründlich zu informieren°!

Sinn und Zweck einer privaten Krankenzusatzversicherung

Eine umfassende private Krankenzusatzversicherung hat in Ergänzung zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung die Aufgabe,

·         dem Versicherten jede weitergehende mögliche medizinische Versorgung sicherzustellen und dafür alle notwendigen Kosten zu übernehmen,

·         die wirtschaftlichen Folgen von Krankheit zu mindern oder zu vermeiden und

·         es der erkrankten Person zu gestatten, ihren Lebensstandard und ihr soziales Umfeld auch während einer längeren Krankheit aufrecht zu erhalten.

Eine Bereicherung oder auch nur eine Bereicherungsabsicht auf Grund von Krankheit sollte allerdings ausgeschlossen werden.

Eigenverantwortung als Grundlage für jede überlegte Entscheidung

Eine umfassende private Krankenversicherung hat die Aufgabe,

·         dem Versicherten jede nur mögliche medizinische Versorgung sicherzustellen und dafür alle notwendigen Kosten zu übernehmen,

·         die wirtschaftlichen Folgen von Krankheit zu mindern oder zu vermeiden und

·         es der erkrankten Person zu gestatten, ihren Lebensstandard und ihr soziales Umfeld auch während einer längeren Krankheit aufrecht zu erhalten.

Eine Bereicherung oder auch nur eine Bereicherungsabsicht auf Grund von Krankheit sollte allerdings ausgeschlossen werden.

Eigenverantwortung als Grundlage für jede überlegte Entscheidung

Aus diesem Grunde sind überhöhte Leistungen, wie überhöhtes Krankenhaustagegelder oder auch Krankentagegelder mit kurzen Karenzzeiten abzulehnen. Überhöhte Leistungen stehen dem Gedanken des Kostenersatzes und der Entschädigung wirtschaftlicher Folgen entgegen.

Krank werden kann jeder. Das ist eine bittere Wahrheit, der sich niemand entziehen kann. Darüber kann man auch nicht ernsthaft diskutieren. Die Folgen von Krankheit können schmerzhaft und unübersehbar sein. Jeder, der in Beruf und Familie gefordert ist, sollte wissen, was er sich und seiner Familie wert ist. Auch wenn Sie hoffen, dass dieser Fall für Sie und Ihre Familie nie eintreten wird, müssen Sie ausreichend vorsorgen.

Sie entscheiden sich für Tagegelder, die auch wirklich ausreichen, Ihnen den gewohnten Lebensstandard auch langfristig zu sichern. Mit einem besseren Trinkgeld wäre Ihnen im Fall einer langwierigen Krankheit kaum geholfen.

Vollkasko-Versicherung für den eigenen Körper

Vergleichen Sie eine private Krankenzusatzversicherung mit einer Vollkaskoversicherung für den eigenen Körper. Ihre private Krankenzusatzversicherung gestattet es Ihnen, wenn Sie die richtige gewählt haben, ein Leben lang, in Verbindung mit den Vorleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung alle nur möglichen notwendigen Reparaturen durchführen zu lassen. Wenn Sie wollen, erhalten Sie und Ihre Familie Leistungen, von den viele andere Verbraucher nur träumen können.

Wer kann sich für eine private Krankenzusatzversicherung entscheiden?

Wir leben in einem Rechtsstaat, aber leider hat noch lange nicht jeder Bürger die Möglichkeit, sich für eine private Krankenvollversicherung zu entscheiden.

Ein Lohn- und Gehaltsempfänger muss mit seinem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze liegen, um der gesetzlichen Krankenversicherung der Rücken kehren zu können. Wer weniger verdient, wird als versicherungspflichtiges Mitglied gnadenlos zur Kasse gebeten und muss für andere mit bezahlen, die für weniger Beitrag gleichwohl die gleichen Leistungen zu erwarten haben.

Wer mit den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht zufrieden ist und für sich und seine Familie bessere Leistungen in Anspruch nehmen möchte, hat nur die Möglichkeit, sich für eine private Krankenzusatzversicherung zu entscheiden.

Zwingende Voraussetzung für jede private Krankenzusatzversicherung ist natürlich ein guter persönlicher Gesundheitszustand des Antragstellers. Er muss schon recht gesund sein, wenn der Antrag von der Gesellschaft angenommen werden soll. Von den kleinen Risikozuschlägen vielleicht einmal abgesehen.

Wer sollte sich für eine private Krankenzusatzversicherung entscheiden?

Die Antwort ist eigentlich einfach:

Wer immer die Möglichkeit hat, die notwendigen Voraussetzungen erfüllt und es sich leisten kann, sollte diese Chance nützen und sich für eine private Krankenzusatzversicherung entscheiden.

Es mag sogar Umstände geben, wo sich eine gesetzliche Krankenversicherung in Verbindung mit entsprechenden privaten Zusatzversicherungen - zumindest auf den ersten Blick - besser als eine private Krankenvollversicherung rechnet.

Für eine Familie mit Kindern zum Beispiel und nur einem Verdiener stellt die gesetzliche Krankenversicherung natürlich eine überlegenswerte Alternative dar. Hier können nur der Rechenstift und die eigene Wertevorstellung entscheiden.

Wer ist durch die private Krankenzusatzversicherung versichert?

Versichert sind immer nur die im Versicherungsschein namentlich genannten Personen, für die bestimmte, genau festgeschriebene Leistungen beantragt wurden und individuelle Prämien berechnet werden.

Eine beitragsfreie Mitversicherung von Familienmitgliedern, wie sie in der gesetzlichen Krankenversicherung üblich ist, kennt die private Krankenversicherung nicht. Besondere Regelungen gibt es für die gesetzlich vorgeschriebene Pflegepflichtversicherung.

Mit welchen Leistungen sollte eine private Krankenzusatzversicherung abgeschlossen werden?

Auch eine Krankenzusatzversicherung sollte nach Möglichkeit immer so konzipiert werden, dass auch im schlimmsten Fall, also bei schwerer und langwieriger Krankheit, ausreichende Leistungen und Summen zur Verfügung stehen, die sowohl eine großzügige Übernahme der anfallenden Kosten als auch die Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstandards und des sozialen Umfelds möglich machen.

Auch der ambulante Bereich lässt sich durch eine private Zusatzversicherung sinnvoll ergänzen.

Im stationären Bereich besteht die Möglichkeit, sich je nach Geldbeutel und Lebensstil für eine Unterbringung im Einbett- oder Zweibettzimmer zu entscheiden.

Auch steht es jedem Versicherten frei, ob er für seine Behandlung die allgemeine Pflegeklasse vorzieht oder sich notwendige Operationen durch den Chefarzt wünscht und auch leisten kann.

Über die unbedingte Notwendigkeit eines Zahnzusatztarifes lässt sich sicherlich lange diskutieren. Aber die Zahnärzte greifen bei ihren Rechnungen bekanntlich recht ungeniert in die Brieftaschen ihrer Privatpatienten, und so ist der Einschluss des Zahnbereiches im Grunde doch empfehlenswert.

Mit der Höhe der vereinbarten Leistungen - sie können für Zahnbehandlung und Zahnersatz unterschiedlich vereinbart werden - lässt sich der Beitrag variieren. Das Krankenhaustagegeld ist sicherlich kein unbedingtes Muss, aber eine willkommene Begleiterscheinung, die so manchen unerfreulichen Krankenhausaufenthalt angenehmer zu gestalten hilft oder zusätzlich anfallende Kosten ausgleicht.

Das Krankentagegeld sollte aus Kostengründen auf keinen Fall vor dem 43. Tag gewählt werden. Ein Krankentagegeld soll einen tat-sächlich anfallenden Verdienstausfall ersetzen, so dass es individuell festgelegt und auch nachgewiesen werden muss.

Auch Tagegelder, die erst nach dem 84. Tag einsetzen, können eine sinnvolle Risikoabsicherung sein.

Die Pflegeversicherung ist vom Gesetzgeber für alle Bürger zwingend vorgeschrieben. Gegen eine Zuschlagprämie können im Bereich der Pflegeversicherung zusätzliche Leistungen versichert werden, die über den gesetzlich vorgeschriebenen Rahmen hinausgehen.

Wie wird die Prämie in der privaten Krankenzusatzversicherung berechnet?

Das System der Prämienberechnung in der privaten Krankenzusatzversicherung ist gerecht.

·         Jeder Versicherungsnehmer kann für sich in eigener Verantwortung entscheiden.

·         Er kann selbst bestimmen, welche Leistungen er im Krankheitsfall für sich oder auch seine Familie in Anspruch nehmen will.

·         Er muss aber auch entscheiden, ob er bereit ist, die dafür notwendige Prämie zu bezahlen.

Neben den vereinbarten Leistungen spielen

·         Alter,

·         Geschlecht und

·         unter Umständen auch der Beruf

eine entscheidende Rolle bei der Prämienberechnung.

Das Einkommen spielt bei der Prämienberechnung keine Rolle.

Risikozuschläge, die von Gesellschaft zu Gesellschaft zu Gesellschaft recht unterschiedlich ausfallen können, werden für jede einzelne Person gesondert kalkuliert, wenn bestehende Leiden oder Vorerkrankungen dies notwendig machen.

Teilweise werden von einzelnen Gesellschaften auch Risikoausschlüsse für bestimmte Krankheiten angeboten, um den Antrag mit normalen Prämien annehmen zu können.

Vorsicht ist geboten, denn dann liegt das  zukünftige Risiko bei diesen Krankheiten einzig und allein beim Versicherten. Selbstverständlich hat jeder Versicherer auch im Interesse der Versichertengemeinschaft das Recht, einen Antrag abzulehnen. Wenn ihm das Risiko zu hoch ist, wird er höflich dankend abwinken.

Welche Vertragslaufzeiten sind in der privaten Krankenzusatzversicherung üblich?

Die Krankenversicherer verzichten in ihren Verträgen bewusst auf die sonst gerne gesehenen langen Laufzeiten, die aufgrund der regel-mäßigen Beitragsanpassungen ohnehin wenig erfolgversprechend wären.

Der Vertrag wird in der Regel erstmalig für eine Laufzeit von 3 Jahren abgeschlossen. Danach verlängert er sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn er nicht fristgemäß, d. h. 3 Monate vor Ablauf gekündigt wird.

Das Ablaufdatum steht in Ihrer Police. Bei schon länger laufenden Verträgen müssen Sie jeweils ein Jahr hinzuzählen, um das genaue Datum für eine Kündigung zu ermitteln.

Wann kann eine private Krankenzusatzversicherung gekündigt werden?

Eine private Krankenversicherung kann, wie jede andere Versicherung fristgemäß, d. h. mit einer Frist von 3 Monaten zum jeweiligen Ablaufdatum, gekündigt werden.

Erhöht ein Krankenversicherer seine Beiträge und sei es auch nur in einem einzigen Bereich, so haben Sie als Versicherte prinzipiell die Möglichkeit, Ihren ganzen Vertrag zum Zeitpunkt der Beitragserhöhung zu kündigen.

Die Kündigung sollte vorsichtshalber mit einem eingeschriebenen Brief erfolgen.

Aber Vorsicht ist geboten. Auch die Kündigung einer bestehenden Krankenzusatzversicherung sollte reiflich überlegt werden. Nicht jeder, der Ihnen zu einer übereilten Kündigung der bestehenden Krankenzusatzversicherung rät, tut das auch wirklich so selbstlos, wie er vorgibt und in Ihrem wohlverstandenen Interesse.

Die Versicherer bilden inzwischen aufgrund gesetzlicher Bestimmungen erhebliche Altersrückstellungen zur Beitragsreduzierung im Alter. Diese Altersrückstellungen gehen bei einem Versichererwechsel verloren, denn sie können nicht übertragen werden.

Sie erkennen die Qualität eines Beraters, wenn er Sie auch auf diese versteckten Verluste aufmerksam macht:

Wenn Sie einen bestehenden Versicherungsvertrag bei einem privaten Krankenversicherer kündigen wollen, so tun Sie dies nicht, bevor Ihnen die Annahmeerklärung des neuen Versicherers nicht schriftlich vorliegt.

Verlassen Sie sich nicht auf die mündliche Zusage eines Vermittlers! Sie sitzen unwiderruflich zwischen zwei Stühlen, wenn der neue Versicherer Ihren Antrag - vielleicht aufgrund einer ungünstigen Arztrückfrage - höflich aber bestimmt ablehnt.

Wann kann ein Krankenversicherer eine Krankenzusatzversicherung kündigen?

Hat ein Krankenversicherer einen Antrag auf Krankenzusatzversicherung erst einmal angenommen, hat er in der Regel zu einem späteren Zeitpunkt keine Möglichkeit mehr, auch ein schlecht verlaufendes Risiko mit hohen Aufwendungen wieder loszuwerden. Diese Tatsache ist für jeden Versicherungsnehmer sehr beruhigend.

Viele Versicherer verzichten von Anfang an für alle Zeit auf ihr Kündigungsrecht. Sie können also niemals einen unliebsamen Vertrag wegen eines Schadens kündigen, wie es in fast allen anderen Versicherungsbereichen üblich ist.

Andere Versicherer verzichten bei Krankenzusatzversicherungen erst nach Ablauf von 3 Jahren auf ihr Kündigungsrecht.

Aber Vorsicht!

·         Ist ein Versicherungsvertrag unter falschen Voraussetzungen aufgrund falscher oder unvollständiger Angaben im Versicherungsantrag zustande gekommen, so kann der Versicherer den Vertrag auch noch nach Jahren wegen arglistiger Täuschung anfechten oder vom Vertrag zurücktreten und wird damit von der Leistung frei.

·         Achten Sie also immer auf eine korrekte und vollständige Beantwortung aller gestellten Fragen. Selbst wenn Sie den Antrag nicht ausgefüllt haben, sind Sie allein für die Richtigkeit und Vollständigkeit aller gestellten Fragen nach geltender Rechtsprechung verantwortlich.

·         Lassen Sie sich durch keinen Vermittler, der nur seine Provision sichern möchte, dazu verleiten, die eine oder andere Vorerkrankung als unwichtig zu verschweigen! Denn die Zeche zahlen nur Sie allein.


Praktisch

Die Reisekrankenversicherung

 

Nach Einschätzung des ADAC verzichten immer noch 40 Prozent der Auslandsreisenden auf eine Auslandsreisekrankenversicherung.

Geiz ist geil!

Besonders Fernreisende gehen dabei ein unkalkulierbares Risiko ein, da für sie keinerlei Absicherung für Behandlungs- und Rück-holkosten besteht. Dabei sollte es sich langsam herumgesprochen haben, dass ärztliche Behandlungen in den USA oder auch in der Dominikanischen Republik mit astronomischen Summen zu Buche schlagen können.

Wer an dieser Stelle spart, geht also ein völlig unnötiges Risiko ein, das durch nichts gerechtfertigt werden kann. Der Traum vom sorgenfreien Urlaub kann zu schnell zum finanziellen Alptraum werden.

Die private Reisekrankenversicherung ist zumindest für den gesetzlich Krankenversicherten ein Muss, denn die kostenlose Europäische Krankenversichertenkarte der gesetzlichen Krankenkassen gewährt zwar in den Ländern der EU sowie in Liechtenstein, Norwegen, Island und der Schweiz eine medizinische Grundversorgung. Aber viele Kosten, wie zum Beispiel die Rückführung nach Deutschland, werden nicht erstattet.

Aber auch für privat Versicherte kann der Abschluss einer Auslandsreisekrankenversicherung durchaus sinnvoll sein. Denn sie kann schon mal vereinbarte Selbstbeteiligungen ausgleichen oder erworbene Rabatte retten, wenn eine medizinische Behandlung im Ausland notwendig wird.

Die Rechnung für einen notwendigen Hubschrauberflug kann schnell mehrere tausend Euro betragen und die Haushaltskasse ganz schön durcheinander bringen.

Zudem erstattet die Auslandsreisekrankenversicherung auch Behandlungskosten, wenn sie über den deutschen Sätzen liegen. Besonders in den skandinavischen Ländern kann diese Differenz sehr hoch sein.

Allerdings ersetzt die Reisekrankenversicherung nicht die Europäische Krankenversichertenkarte, denn die Reisekrankenversicherung greift nur bei plötzlichen Notfällen. Die Kosten für bereits bestehende Krankheiten oder laufende Behandlungen können also nicht über die Reisekrankenversicherung abgerechnet werden.

Die Preise für eine Auslandsreisekrankenversicherung sind so niedrig, dass ein Beitragsvergleich kaum der Mühe wert wäre. Nur im Inhalt gibt es einige Unterschiede, die einen Blick ins Klein-gedruckte notwendig machen.

Während viele Versicherer zum Beispiel die Kosten für einen Rückflug nur dann übernehmen, wenn er medizinisch notwendig ist, leisten andere Gesellschaften bereits, wenn der Rücktransport als medizinisch sinnvoll erachtet wird.

Die Laufzeiten betragen in der Regel ein Jahr und verlängern sich jeweils um ein weiteres Jahr, wenn der Vertrag nicht fristgemäß 3 Monate vor Ablauf gekündigt wird.

Die einzelnen Reisen in diesem Zeitraum dürfen bei den meisten Anbietern nicht länger als 45 Tage dauern. Für längere Auslandsaufenthalte muss ein gesonderter Versicherungsschutz beantragt werden, der dann aber auch wesentlich mehr kostet.


Ratsam

Die Pflegerentenversicherung

 

„Es ist bitter, wenn man älter wird, als man es sich eigentlich leisten kann“ ist eine leidvolle Erfahrung, die man nicht unbedingt selbst machen muss. Aber nur, wer sie selbst gemacht hat, kann sie in ihrer ganzen Bitterkeit begreifen.

Leider werden heute mehr denn je alte Menschen von der bitteren Wahrheit dieser Worte eingeholt, wenn sie plötzlich vor einer unsichtbaren Mauer stehen, die sie aus eigener Kraft nicht mehr überwinden können und einfach nicht mehr weiter wissen.

Nehmen Sie sich bitte noch einen Augenblick Zeit! Denken Sie einmal darüber nach, was Sie persönlich wohl empfinden würden, wenn Sie im Alter, nach einem erfüllten Leben voll harter Arbeit und vielleicht auch voller Erfolg, irgendwann einmal mit leeren Händen vor dem Nichts, vor den Trümmern Ihrer Existenz stünden und einfach nicht mehr weiter wüssten.

Sie, der Sie einmal ganz oben auf der Treppe standen, wären mit einem Mal auf fremde Hilfe angewiesen, vom Wohlwollen anderer Menschen abhängig und deren emotionalen Entscheidungen schutzlos ausgeliefert.

In einem Altenheim auf Sozialhilfe angewiesen, mit 100 Euro Taschengeld im Monat hätten auch Sie dann viel, viel Zeit, vielleicht Jahre Zeit, um über die schlichte Wahrheit dieser ersten Zeilen und die Fehler der Vergangenheit nachzudenken. Und keine Hoffnung, keine Aussicht, in diesem Leben noch einmal etwas zu ändern. Denn dann gehören ja auch Sie zum „alten Eisen“, zum Müll unserer Wohlstandsgesellschaft, der möglichst unauffällig entsorgt wird. Ihr vorletzter Umzug hat dann bereits stattgefunden. Schade, dass Recycling noch nicht möglich ist!

Sie halten diese Zeilen für übertrieben oder vielleicht gar mit zu viel Härte und Bitterkeit geschrieben? Gut, dann machen Sie doch selbst die Probe aufs Exempel! Nehmen Sie sich an einem beliebigen Wochenende zwei oder drei Stunden Zeit! Sehen Sie sich einmal gründlich in einem Altenheim oder einem Altenpflegeheim um, wie es dort zugeht!

Lassen Sie sich nicht nur die glänzende Fassade zeigen, die im Allgemeinen so gerne vorgezeigt wird! Gehen Sie auch dahin, wo das wirkliche Leid beginnt und der Geruch des Alters mit jedem Schritt, den Sie tun, stärker wird!

Unterhalten Sie sich mit den Bewohnern oder auch mit den Altenpflegern, die oft an der Grenze ihrer physischen oder psychischen Leistungsfähigkeit ihren Dienst tun! Erkundigen Sie sich mit offenem Ohr nach den Kosten, die dort anfallen und wer sie bezahlt. Sie werden aus allen Wolken fallen.

Vor allem fragen Sie auch nach den menschlichen Schicksalen, die dort ablaufen oder besser gesagt, ihr Ende nehmen! Lassen Sie sich erzählen, wie alte Menschen, die müde und hilflos geworden sind, in Altenpflegeheimen einfach abgegeben werden. Kinder stehlen sich wortlos aus ihrer sozialen Verantwortung gegenüber ihren Eltern.

Altenheime verkommen zu Verwahranstalten für Altenpflegefälle.

Sie werden bestimmt mit einer völlig anderen Meinung herauskommen und vielleicht auch Ihre eigene, bisher unvollkommene Zukunftsplanung in einem ganz anderen, neuen Licht sehen. Vielleicht werden Sie sogar entscheidend umdenken, denn auch Sie, Sie könnten ja doch einmal alt werden.

Aber auch diese Menschen, die heute vielleicht nur noch Rollstuhl fahren oder auch geistig verwirrt sind und der dauernden Pflege bedürfen, sind alle einmal jung gewesen. Alle haben sie gut ausgesehen und haben Träume gehabt, wie Sie. Sie haben geliebt und gelacht, wie Sie, auch wenn ihre Augen heute glanzlos und leer geworden sind. Auf jeden Fall aber haben sie sich ihr Altwerden, ihren Lebensabend, wie man so schön sagt, bestimmt ganz, ganz anders vorgestellt. Von einem friedvollen Ausklingen eines Lebens, einem Ausklingen in Würde, wie sie jeder Kreatur zukommen sollte, keine Spur mehr.

Zugegeben, diese alten, zum Teil unglücklichen Menschen haben voraussichtlich schon vor vielen Jahren die entscheidenden Fehler gemacht, für die sie heute und vielleicht auch noch für lange Jahre bezahlen müssen. Fehler, die schon zur damaligen Zeit, als sie noch im Arbeitsleben und Beruf standen, absehbar waren und mit ein bisschen Rechnen  hätten - wenigstens zum Teil - vermieden werden können.

Heute sind diese Fehler für die jüngere Generation mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten auf jeden Fall erst recht vermeidbar. Nun haben diese alten Menschen Zeit, viel Zeit sogar, um über alles nachzudenken, was anders gemacht hätte werden können.

Geld und Zeit können nur einmal im Leben ausgegeben werden, dann sind sie beide - Zeit und Geld - endgültig weg.

An dieser Binsenweisheit wird sich auch in Zukunft kaum etwas ändern.

Es ist erschreckend, mit welcher Unbekümmertheit heute noch immer viele und nicht nur ganz junge Leute in den Tag leben, so als hätten sie die ewige Jugend und strahlende Gesundheit auf Dauer für sich allein gepachtet. Unfälle haben grundsätzlich immer nur die anderen, und auch nur die anderen werden irgendwann einmal alt und krank.

Keine Zeit, keine einzige Minute wird mit deprimierenden und demotivierenden Gedanken an diese unangenehmen Möglichkeiten vergeudet, geschweige denn an die unerfreuliche Tatsache des menschlichen Lebens, das tägliche Älterwerden.

Dabei ist morgen doch auch für sie der erste Tag vom Rest ihres Lebens.

„Wir leben heute“, heißt es dann, vielleicht noch unwirsch sogar, wenn die fröhliche Unbekümmertheit und die rosigen Blütenträume von Glück und gemeinsamer Zukunft durch ein eindringliches oder wohlmeinendes Wort gestört werden.

„Wir sind jung, wir wollen heute genießen und später, später lassen wir uns dann ganz ungeniert ins soziale Netz plumpsen.“  „Wozu haben wir denn unseren Sozialstaat? Wozu haben wir all’ die Jahre geklebt?“ „Verhungert ist bei uns noch keiner. Das Geld wird schon in irgendeiner Form zum Weiterleben ausreichen, irgendwie geht’s immer weiter“, so wird häufig genug argumentiert, ohne der Vernunft auch nur eine winzige Chance zu geben. Jeder Versicherungsfachmann kennt diese Melodie bereits in- und auswendig.

Denkste!

Ihre zu erwartende Rente wird, selbst bei wohlwollendster Berechnung nie und nimmer ausreichen, um Ihnen auch im Alter Ihren gewohnten Lebensstandard, geschweige denn einen Platz in einem Altenheim oder gar einem Altenpflegeheim aus eigenen Mitteln zu sichern. Die meisten unter Ihnen wären ohne private Zusatzrente auf öffentliche Hilfe angewiesen.

Das klingt frustrierend.

Es ist zweifelsohne nicht jedermanns Sache, im Alter plötzlich noch „betteln“ zu müssen, auch wenn in unserem Sozialstaat vornehmer klingende Worte für den gleichen unerfreulichen Sachverhalt verwendet werden.

Haben Sie es sich schon einmal ausrechnen lassen, wie Ihre gesamte Altersversorgung bisher in Wirklichkeit aussieht? Wissen Sie, wie viel Sie persönlich im Alter zu erwarten haben und was Sie sich dafür werden leisten können?

Nur Mut, schauen Sie der Gefahr, besser gesagt: den ungeliebten Tatsachen doch wenigstens ins Auge! Stecken Sie nicht den Kopf in den Sand wie der Vogel Strauß in seinen besten Zeiten! Tun Sie den ersten Schritt und lassen Sie sich Ihre Rentenversicherungsunterlagen von Ihrem Rentenversicherungsträger zuschicken! Sie haben sogar ein Recht darauf.

Das Ergebnis, das Sie bekommen werden, wird Sie nicht unbedingt begeistern, und Sie müssen kein Rechengenie sein, um zu dem Ergebnis zu kommen, dass Ihre zu erwartende Rente einschließlich aller möglichen Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nie und nimmer ausreichen werden, um davon einen Platz in einem Pflegeheim zu bezahlen.

Ich will Sie nicht erschrecken, aber Ihre Chancen stehen gut.

Sehr gut sogar, dass auch Sie im Alter zum Pflegefall oder gar dement werden. Nehmen Sie es bitte nicht persönlich, denn von dieser Aussage sind nicht nur Sie, sondern wir alle betroffen!

Unsere Lebenserwartung steigt ständig. Das ist sicherlich erfreulich, denn wir alle wollen doch alt werden. Mit jedem Jahr, das vergeht, steigt unsere Lebenserwartung sogar um volle 12 Wochen. Da kommen in den nächsten Jahren eine Menge zusätzlicher Jahre zusammen. Jedes zweite Mädchen, das heute geboren wird, hat bereits gute Aussichten, über einhundert Jahre alt zu werden.

Das sagt die Statistik. Wie das Alter dann aussieht, ist eine andere Frage. Die Statistik vermeldet aber auch einen steigenden Prozentsatz pflegebedürftiger oder gar dementer Personen. Und Sie haben gute Chancen, dass Sie mit dabei sind.

Etwa 8 bis 13 Prozent aller Menschen über 65 Jahre leiden unter einer Demenz. Bei den über 90-Jährigen sind es sogar 40 Prozent.

Nach Schätzungen von Patientenverbänden leben in Deutschland weit über eine Million Menschen mit altersbedingten Hirnleistungsstörungen. Vermutlich wird diese Zahl noch weiter steigen, wenn der Anteil alter Menschen an der Gesamtbevölkerung zunimmt. Schon heute ist Demenz der häufigste Grund für eine Einweisung ins Pflegeheim.

Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gute Chancen, eines Tages mit dabei zu sein!

Was bedeutet Demenz?

Der Begriff Demenz bedeutet einen Verfall der geistigen Leistungsfähigkeit. Man versteht darunter vor allem die Abnahme von Gedächtnisleistung und Denkvermögen. Dieser Verfall betrifft zunächst die Aufnahme bzw. das Wiedergeben neuer gedanklicher Inhalte, so dass immer häufiger die Orientierung (wo bin ich, was passiert gerade), die Urteilsfähigkeit, aber auch die Sprach- und Rechenfähigkeit und Teile der Persönlichkeit gestört werden. Dies kann sich in den Alltagsaktivitäten wie Waschen, Kochen oder Einkaufen niederschlagen. Eine Vergesslichkeit allein bedeutet noch keine Demenz. Die Betroffenen können aggressiv oder enthemmt, depressiv oder in ihrer Stimmung sprunghaft werden.

Sie wollen immer noch alt werden?

Nur zu!

Wahrscheinlich können Sie es, bei aller Mühe, die sich unsere Medizinmänner machen, ohnehin nicht vermeiden, dement zu werden.  Aber vielleicht denken Sie jetzt wenigstens einmal darüber nach, wer das dann alles bezahlen soll.

Wenn Sie erst einmal im Rollstuhl sitzen und durch die Gegend geschoben werden, dann ist es zu spät. Dann können Sie nichts mehr verändern. Das müssen Sie schon jetzt tun. Sonst werden Ihre Kinder zur Kasse gebeten.

Wie gesagt, Ihre Chancen stehen gut.

Dabei ist altersbedingte Demenz mit Sicherheit nicht der einzige Weg in die Pflegebedürftigkeit. Es gibt noch genügend andere Krankheiten, die sehr schnell eine Pflegebedürftigkeit herbei-führen können.

Auch junge Menschen können ganz einfach Pech haben und durch einen Unfall von heute auf morgen zum Pflegefall werden. Für den, der seine Pflegebedürftigkeit und die damit verbundene Hilflosigkeit bei vollem Bewusstsein miterleben muss, wird sie fast unerträglich.

Was kostet ein Pflegeplatz?

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, was ein Platz in einem Pflegeheim kostet? Und wie wollen Sie das Geld dafür aufbringen? Die gesetzliche Pflegeversicherung bietet hier nicht mehr als eine Grundabsicherung. Der Rest dürfte die meisten Verbraucher im Pflegefall rasch finanziell überfordern.

Ach ja, da ist ja noch die Familie.

Richtig, auch die engsten Familienmitglieder (der Ehepartner sowie die Kinder) werden nach § 91 Absatz 1 Bundessozialhilfegesetz bzw. § 1360 BGB für die Finanzierung der Pflegekosten herangezogen.

So können durch einen einzigen Pflegefall alle Familienmitglieder im schlimmsten Fall ihr gesamtes Vermögen verlieren. Damit droht dann nicht nur dem Pflegebedürftigen, sondern auch seiner Familie die Abhängigkeit vom Sozialamt.

Rechnen Sie doch einmal mit:

Die durchschnittlichen Kosten für ein Pflegeheim betragen zurzeit bei Pflegestufe III rund € 3.300. Im Laufe der Jahre dürften die Preise sogar noch steigen. Davon können Sie die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung in Höhe von € 1.432 abziehen. Das bedeutet eine Differenz von € 1.868, die von irgend-jemandem aufgebracht werden müssen.

Und niemand weiß, wie lange Sie im Pflegeheim bleiben werden. Ein Jahr? Fünf Jahre. Zehn Jahre? Viele Jahre. Zu viele Jahre? Die Zeit kann verdammt lang werden. Denn der Zustand wird sich nie wieder bessern.

Aber Sie wollten doch alt werden.

Jetzt sehen Sie gefälligst zu, wie Sie Ihr Altwerden finanziert bekommen! Sie haben kein Problem. Nein, Sie sind das Problem. Denn Sie sind es, der alt werden wird. Oder ein Pflegefall. Oder auch dement. Ob Sie wollen oder nicht.

Wie gesagt, Ihre Chancen stehen gut.

Klären wir zuerst einmal ein paar Begriffe, bevor wir uns über Lösungsmöglichkeiten Ihrer Probleme unterhalten!

Schwerpflegebedürftigkeit

Schwerpflegebedürftigkeit (Pflegestufe II ) der versicherten Person liegt vor, wenn diese wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedarf und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt.

Die Hilfe besteht in der Unterstützung, in der teilweisen oder voll-ständigen Übernahme der Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens oder in Beaufsichtigung oder Anleitung mit dem Ziel der eigenständigen Übernahme dieser Verrichtungen.

Der Zeitaufwand, den ein Familienangehöriger oder eine andere nicht als Pflegekraft ausgebildete Person für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und hauswirtschaftlichen Versorgung braucht, muss wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden betragen; hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen.

Die Schwerpflegebedürftigkeit muss auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, bestehen. Dies ist ärztlich nach objektiven medizinischen Maßstäben festzustellen.

Als Krankheiten oder Behinderungen gelten Verluste, Lähmungen oder andere Funktionsstörungen am Stütz- und Bewegungsapparat, Funktionsstörungen der inneren Organe oder der Sinnesorgane, Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen.

Gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens sind:

·         im Bereich der Körperpflege das Waschen, Duschen,

·         Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren, die Darm- oder Blasenentleerung,

·         im Bereich der Ernährung das mundgerechte Zubereiten oder die Aufnahme der Nahrung,

·         im Bereich der Mobilität das selbstständige Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen oder das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung,

·         im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung das Ein-kaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder das Beheizen.

Schwerstpflegebedürftigkeit

Schwerstpflegebedürftigkeit (Pflegestufe III) in der versicherten Person liegt vor, wenn diese wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe in erheblichem oder höherem Maße bedarf und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt.

Die Hilfe besteht in der Unterstützung, in der teilweisen oder vollständigen Übernahme der Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens oder in Beaufsichtigung oder Anleitung mit dem Ziel der eigenständigen Übernahme dieser Verrichtungen.

Der Zeitaufwand, den ein Familienangehöriger oder eine nicht als Pflegekraft ausgebildete Person für die erforderlichen Leistungen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung, Mobilität) und aus hauswirtschaftlichen Versorgung braucht, muss wöchentlich im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen; hierbei müssen auf die Grundpflege mindestens vier Stunden entfallen.

Die Schwerstpflegebedürftigkeit muss auf Dauer voraussichtlich für mindestens sechs Monate bestehen. Dies ist ärztlich nach objektiven medizinischen Maßstäben festzustellen.

Als Krankheiten oder Behinderungen gelten Verluste, Lähmungen oder andere Funktionsstörungen am Stütz- und Bewegungsapparat, Funktionsstörungen der inneren Organe oder der Sinnesorgane, Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungsstörungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen.

Gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens sind:

·         im Bereich der Körperpflege das Waschen, Duschen, Baden, die Zahnpflege, das Kämmen, Rasieren, die Darm- oder Blasenentleerung,

·         im Bereich der Ernährung das mundgerechte Zubereiten oder die  Aufnahme der Nahrung,

·         im Bereich der Mobilität das selbstständige Aufstehen und zu Bettgehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppen-steigen oder das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung,

·         im Bereich der hauswirtschaftlichen Versorgung das Einkaufen, das Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung oder das Beheizen.

Wer sollte eine Pflegerentenversicherung abschließen?

Jeder, der es sich halbwegs leisten kann, sollte möglichst frühzeitig eine Pflegerentenversicherung abschließen, denn schließlich weiß niemand, ob und wann er zum Pflegefall wird.

Wer kann eine Pflegerentenversicherung abschließen?

Im Grunde kann jeder, der es sich leisten kann, eine Pflegerentenversicherung abschließen. Nur sind die Wege, die zum Ziel führen, etwas unterschiedlich und teilweise von gesundheitlichen Voraussetzungen abhängig.

In welcher Höhe sollte eine Pflegerentenversicherung abgeschlossen werden?

Die Pflegerentenversicherung sollte - wenn möglich - so hoch abgeschlossen werden, dass zumindest bei Schwerstpflegebedürftigkeit die Differenz zwischen dem, was die gesetzliche Pflegeversicherung leistet, und dem, was ein Pflegeplatz kosten würde, auch tatsächlich gedeckt werden kann.

Welche Lösungswege gibt es?

Zurzeit zeichnen sich drei Lösungswege ab:

Wer noch jung und gesund ist, der kann problemlos seine Pflegerente in entsprechender Höhe über eine private Krankenversicherung abschließen.

Der Vorteil:

·         Es gibt keine Wartezeiten. Somit besteht sofort nach Vertragsbeginn der volle Versicherungsschutz, denn schließlich kann auch die Pflegebedürftigkeit überraschend schnell eintreten.

Die Nachteile:

·         Es gibt einige Gesundheitsfragen, die sorgfältig beantwortet werden müssen, bevor der Vertrag zustande kommt.

·         Die Beiträge sind Risikobeiträge. Die eingezahlten Beiträge verfallen, wenn Sie Glück haben und der Leistungsfall nicht eintritt, d. h. Sie nicht pflegebedürftig werden oder versterben.

Von den Lebensversicherern werden zwei völlig unterschiedliche Lösungen angeboten:

Erstens

Wer halbwegs gesund ist, kann sich auch noch im fortgeschrittenen Alter für eine Pflegerente entscheiden, die bei einer plötzlich eintretenden Pflegebedürftigkeit auch sofort und ohne Wartezeiten in Anspruch genommen werden kann.

Zweitens

Bei der zweiten, sehr eleganten Lösung geht es sogar ganz ohne Gesundheitsfragen. Dafür müssen allerdings verhältnismäßig lange Wartezeiten - bis zu 12 Jahren - in Kauf genommen werden. Tritt der Pflegefall allerdings früher als erwartet, z. B. durch einen Unfall, ein, muss der Versicherte die vereinbarte Aufschubzeit abwarten.

In dieser Aufschubzeit wird aus den eingezahlten Beiträgen ein Kapital gebildet, über dessen Verwendung der Versicherte nach Ablauf der Wartezeit frei verfügen kann.

Der Versicherte kann also seine Entscheidung über die Verwendung seines angesammelten Kapitals viel später treffen. Er riskiert - zumindest bis zu diesem Zeitpunkt - kein Kapital, d. h. es geht kein Kapital verloren, wenn der Leistungsfall nicht eintritt.

Der Zeitpunkt einer möglichen Pflegerente kann vom Versicherungsnehmer also völlig frei gewählt werden, z. B. das 70., das 75. oder auch das 80. Lebensjahr.

Zum gewählten Zeitpunkt kann der Versicherungsnehmer frei entscheiden, ob er

·         das angesammelte Kapital stehen lassen will, um daraus gegebenenfalls eine Pflegerente zu erhalten,

·         sich das aufgelaufene Kapital als einmalige Leistung auszahlen lassen möchte,

·         aus dem angesammelten Kapital eine Rente bis zum Lebensende beziehen möchte.

Tritt der Pflegefall allerdings früher als erwartet ein, heißt es erst einmal warten. Die vereinbarte Leistung wird erst vom festgelegten Zeitpunkt an gezahlt. Der Versicherte trägt somit immer noch einen Teil des Pflegekostenrisikos selbst.

Verstirbt der Versicherte während der Ansparphase, bleibt das angesparte Kapital seinen Erben erhalten.

Die Erfahrung zeigt, dass nur sehr wenige Menschen in der Lage sind, im Laufe ihres Lebens so viel Geld anzusparen, das das angesammelte Kapital ausreicht, um daraus auch über einen längeren Zeitraum die Kosten zu tragen, die im Falle einer Schwerstpflegebedürftigkeit anfallen.

Für verantwortungsbewusste Verbraucher ein Grund mehr, über das Absichern eines solchen Risikos als einzig mögliche Lösung einmal in aller Ruhe nachzudenken.


Bitter

 

 

Die Altersarmut

 

Es gibt Dinge im Leben, Wahrheiten, die jeder Mensch als gegeben hinnehmen muss, weil er sie nicht ändern kann.

Zwei mal zwei ist nun einmal vier, ob es dem Einzelnen nun passt oder nicht. Niemandem wird es gelingen, auch nur eine Stelle vor oder nach dem Komma zu verändern, geschweige denn, eine Fünf daraus zu machen.

Niemandem ist es bisher jemals gelungen, aus einem Topf oder einem Eimer mehr Flüssigkeit zu entnehmen, als er selbst oder irgendjemand anderes hineingetan hat. So wird es wohl auch in Zukunft bleiben. Selbst wenn es immer wieder von Politikern der einen oder der anderen Seite versucht wird.

Selten hat ein Politiker mit einer Aussage so danebengelegen, wie unser Norbert Blüm mit seiner gebetsmühlenartigen Behauptung, die Renten seien sicher. Vielleicht hat man ihn ja nur nicht ausreden lassen, und so hat man ihn immer nur die erste Hälfte seines Satzes aussprechen lassen, der dann hätte lauten müssen:

Die Renten sind sicher nicht ausreichend.

So kann Herr Blüm denn für sich in Anspruch nehmen, Generationen von Rentnern nachhaltig getäuscht zu haben, wobei er mit der Verantwortung dafür sicherlich nicht allein steht. Mehr als eine Regierung unterschiedlicher Farbschattierungen hat - vielleicht aus Angst vor den jeweils nächsten Wahlen - dieses makabere Spiel mitgespielt.

Der Verbraucher wurde in falscher Sicherheit gewiegt, aus der er jetzt mehr als unsanft aufgerüttelt wird.

Ganze Generationen unseres Volkes haben nicht oder zumindest nicht ausreichend für ihr Alter vorgesorgt. Sie sind damit zu einem fast unlösbaren Problem für die nachfolgenden Generationen geworden, die eine Last schultern müssen, unter der sie zusammenbrechen werden.

Natürlich könnte man Herrn Blüm auch vor solch harten Vorwürfen in Schutz nehmen. Über Schuld und Schuldfähigkeit wird man zwar lange diskutieren können, aber Vorsatz wird ihm wohl niemand unterstellen wollen, auch wenn er Millionen Menschen in falsche nicht wieder gut zu machende Entscheidungen getrieben hat, unter denen sie selbst und kommende Generationen noch Jahrzehnte werden zu leiden haben.

Norbert Blüm war und ist - so könnte man zu seiner Entlastung ins Feld führen - ein idealistischer Vertreter und vehementer Verteidiger eines Sozialstaates, so wie er sich in der Nachkriegszeit in der Bundesrepublik Deutschland und auch in anderen westlichen Ländern entwickelt hat.

Er dürfte sich wohl in seiner damaligen Rentenpolitik in erster Linie selbst getäuscht haben. Er konnte - wie viele andere auch - die Radikalität der sozialen und gesellschaftlichen Brüche, die in den Jahren danach erfolgt sind, so nicht voraussehen. Vielleicht wollte er sie ja auch nicht sehen, um seinen schönen Traum nicht zu zerstören. Schließlich stirbt die Hoffnung immer zuletzt.

Allerdings ist es ein kleiner, aber feiner Unterschied, ob jemand seine falschen Prognosen aufgrund einer Fehleinschätzung verbreitet, oder ob er seine falschen Prognosen bewusst wider besseres Wissen verbreitet und dadurch die Allgemeinheit vorsätzlich täuscht.

Eine „arglistige“ Täuschung der zukünftigen Rentner wird Norbert Blüm wohl niemand vorwerfen wollen. Dass jemand die Wirklichkeit und eine erwartete Entwicklung entsprechend seinen Wünschen und Wertvorstellungen interpretiert, ist ein alltägliches Phänomen und mag auch vom kritischen Bürger gerade noch hingenommen werden.

Aber das, was nach Norbert Blüm erfolgte, ging doch wohl entschieden zu weit.

Alles, aber auch alles hat sich geändert. Nichts ist mehr so wie es war. Für viele Menschen war es die Vertreibung aus dem Paradies. Sie erinnern sich: „und sie erkannten, dass sie nackt waren“. So steht es in der Bibel.

Wir brauchen - so hart und vielleicht sogar unmenschlich es klingen mag - wir brauchen mit einem mal wieder die Raucher. Wir brauchen sie nicht nur, weil sie mit ihrer Sucht zumindest einen Teil der Löcher in unserem Staatshaushalt stopfen. Wir brauchen sie, weil wir die sich aus dieser Sucht ergebenden Steuereinnahmen durch nichts anderes ersetzen können.

Dem Vernehmen nach denkt man in Berlin ja schon über eine Nichtrauchersteuer nach, denn schließlich sind doch alle Bürger vor dem Gesetz gleich.

Wir brauchen die Raucher aber auch, weil sie durch ihren oft endgültigen Abgang vor der Zeit zumindest dazu beitragen, das zu erwartende durchschnittliche Lebensalter nicht noch weiter ansteigen zu lassen. Die Aufforderung, Leute raucht für die Rente, würde sicherlich etwas makaber klingen, aber die Sache auf den Punkt bringen und die Rentenkassen entlasten.

Wir brauchen auch unsere Krebskranken, die aufgrund ihrer Leiden vor der Zeit dahingerafft werden. Nichts wäre nach Meinung unserer Demographen für unsere Gesellschaft und unser Rentensystem verheerender als die Erfindung eines universellen Krebsmittels, mit dem alle Spielarten dieser Krankheit erfolgreich bekämpft werden könnten.

Unsere durchschnittliche Lebenserwartung würde von einem Tag auf den anderen um mehrere Jahre nach oben schnellen. Unsere gesamten sozialen Systeme - also nicht nur die gesetzliche Rentenversicherung, die alle auf festen Sterbetafeln aufbauen, würden binnen kürzester Zeit kollabieren. Auch die privaten Rentenversicherungen stünden wenig später vor dem Aus.

Experten sind sogar der Meinung, ein solches Medikament, wenn es denn entdeckt würde,  müsse im Interesse unserer sozialen Ordnung noch lange in der Schublade bleiben und dürfe nicht auf den Markt kommen, bevor nicht ein allgemeines Umdenken in unsere Gesellschaft stattgefunden habe.

Aber niemand hat den Mut, so eine These offen auszusprechen. Er würde sofort als unsozial, unchristlich oder zumindest unmenschlich angegriffen. Noch vor ein paar Jahrhunderten wäre er wohl sogar auf dem Scheiterhaufen verbrannt worden.

Mathematik und Statistik haben aber nicht das Geringste mit Menschlichkeit zu tun. Zwei und zwei ist nun mal vier. Und dabei bleibt es. Ob es menschlich ist oder nicht.

Man muss nicht unbedingt Volkswirtschaft oder gar Mathematik studiert haben, um zu begreifen, dass eine Lebensarbeitszeit von 35 oder 40 Jahren einfach nicht ausreichen kann, um in dieser verhältnismäßig kurzen Spanne - bezogen auf die steigende Lebenserwartung - so viel zu erwirtschaften, um mit diesem Geld Menschen zu unterstützen, die  unter Umständen 90, 100 und demnächst vielleicht auch noch mehr Jahre leben zu können.

Hinzu kommen weitere Faktoren, die die Rentenentwicklung beeinflussen und eine eigenverantwortliche Altersversorgung unverzichtbar machen.

·         Der Arbeitsmarkt wird zunehmend brüchiger und unsicherer. Die Arbeitsbiographien ändern sich.

·         Gehörten in den früheren Jahrzehnten langfristige, oft sogar lebenslängliche Beschäftigungsverhältnisse in einem Betrieb oder in einem Konzern zur Normalität, so sind sie heute eher die Ausnahme.

·         Die klassische betriebliche Altersversorgung als weitere Stütze der Altersversorgung ist notgedrungen rückläufig, da nur eine lange Beschäftigungsdauer in einem Betrieb eine nennenswerte zusätzliche Versorgung garantiert.

·         Die Arbeitsverhältnisse sind in der Regel wesentlich kurzfristiger geworden. Unterbrechungen durch Arbeitslosigkeit werden wesentlich häufiger.

·         Die Schicht von reinen „Jobexistenzen“ hat deutlich zugenommen.

Wie war das mit dem Topf?

Niemandem ist es bisher gelungen, aus einem Topf mehr Flüssigkeit zu entnehmen, als er selbst oder jemand anderes hineingetan hat. So wird es auch in Zukunft bleiben.

Da andere auf Dauer kaum ein Interesse haben werden, Ihren Topf ständig neu zu befüllen, wird Ihnen wohl oder übel nichts anderes übrig bleiben, als sich um den Inhalt Ihres Topfes selbst zu kümmern.

Die gesetzliche Rente, die Sie im Alter zu erwarten haben, wird - aber nur wenn Sie Glück haben - bestenfalls noch ausreichen, um Ihnen einen Lebensstandard knapp über oder unter dem Sozialhilfeniveau zu sichern. Die Altersarmut und der Weg zum Sozialamt sind somit für viele vorprogrammiert, wenn sie nicht bereit sind, in ausreichender Form selbst Vorsorge zu treffen.

Irgendwann, und dieser Zeitpunkt dürfte nach Meinung der Experten in nicht allzu ferner Zukunft liegen, wird es zu einem Aufstand, einer Rebellion der jüngeren Generation gegen die „Alten“ kommen.

Die jüngere Generation wird nicht länger bereit sein, mit ihrer Arbeit und ihren Sozialabgaben oder auch ihren Steuern für die Kosten einer in ihren Augen unnütz gewordenen Generation aufzukommen, die es versäumt hat, in ausreichendem Maße eigene Vorsorge zu treffen und die nun zu allem Überfluss auch noch eine höhere Lebenserwartung hat als die vorigen „Alten“.

Die jungen Leute glauben - und bringen es teilweise sogar offen zum Ausdruck -, die ältere Generation entziehe ihnen, wenn auch noch nicht die Luft zum Atmen, so doch zumindest die finanzielle Grundlage zu einem - sagen wir - angenehmen Leben. Dabei scheinen sie in ihrer Einfalt völlig zu vergessen, dass es eben diese jetzt geschmähten Alten waren, die ihnen das Leben gegeben, die Wege geebnet und ihr heutiges Umfeld erst ermöglicht haben.

Aber Dankbarkeit ist noch nie eine Stärke der Jugend gewesen.

Wollen Sie das wirklich, dass Sie eines Tages mit solchen Aussagen konfrontiert werden?

Wohl kaum!

Ein bekannter römischer Philosoph hat einmal gesagt, es wäre besser, seinen Feinden ein Vermögen zu hinterlassen, als im Alter bei seinen Freunden betteln zu müssen.

Der Mann hatte Recht.

In diesem Zusammenhang sei eine - für die  meisten Verbraucher wahrscheinlich unangenehme - Frage erlaubt:

Ist denn der für die meisten Menschen bittere Weg zum Sozialamt etwas anderes, als damals das Betteln bei Freunden im alten Rom?

Zugegeben, diese heutige Form des Bettelns ist vielleicht etwas zeitgemäßer. Sie läuft zudem nach bestimmten, genau festgelegten Regeln ab. Gleichwohl ist der Gang zum Sozialamt noch immer nicht jedermanns Sache, obwohl jedermann, der in Not gerät, sogar  einen gesetzlich geregelten Anspruch auf Leistungen vom Sozialamt hat.

Nicht jeder, der bereits Not leidet, ist aber bereit, diesen Weg zu gehen, und so gibt es - vielleicht aus einem falschen Stolz heraus - eine Menge versteckter Altersarmut, die sich nur nicht ans Licht der Öffentlichkeit wagt.

Nach Umfragen soll es sogar Rentner geben - die wohl aus falscher Scham - lieber Hundefutter essen, bevor sie den Weg zum Sozialamt finden. Pedigree Pal mit Spagetti wird in diesen Kreisen besonders empfohlen.

Die von Pedigree Pal haben ja auch eine eigene Sorte für Senioren.

Wir alle werden älter. Nicht nur mit jedem Tag. Nein, auch unsere Lebenserwartung steigt mit jedem Lebensjahr, das wir hinter uns gebracht haben, weiter. Zumindest statistisch gesehen. Um volle drei Monate sogar.

Randbemerkung

Wussten Sie übrigens, dass das Älterwerden die einzige Möglichkeit ist, um am Leben zu bleiben?

Sehen Sie es bitte ganz nüchtern!

Damit wird auch für Sie von Jahr zu Jahr der voraussichtliche Zeitraum länger, der zwischen Ihrem Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben und Ihrem endgültigen Abschied von dieser Welt liegen wird. Bis dahin kann aber noch eine ganze Menge nicht nur erfreulicher Dinge passieren.

Für den, der nach einem Leben voll harter Arbeit, vielleicht auch voller großer  Erfolge, plötzlich auf die Hilfe und das Wohlwollen anderer angewiesen ist, die dann für ihn entscheiden, könnte dieser Zeitraum sehr, sehr lang werden. Zumindest bleibt ihm viel Zeit, so gehässig diese Aussage jetzt in Ihren Ohren klingen mag, um über die Fehler der Vergangenheit nachzudenken, über das, was man hätte anders machen können.

Ihr Erspartes und auch Ihre private Versorgung werden also immer länger reichen müssen, um einen Ausklang Ihres Lebens in Würde zu sichern.

Stellt sich die Frage, was Sie jetzt tun können, um eben nicht in die Falle der Altersarmut zu tappen.

Niemand, der genau weiß, dass er mit den ihm zur Verfügung stehenden knappen Mitteln ohnehin kaum über die Runden kommt, wird auf dem Markt großspurig Eier von glücklichen Hühnern - das Stück für einen Euro - kaufen und dafür auf andere zum Leben wichtigere Dinge verzichten.

Er weiß vielmehr aus Erfahrung, dass er sich sein Geld sorgsam einteilen muss, wenn es für alle notwendigen Einkäufe reichen soll. Er wird sich also vor seinem Einkauf über die Angebote des Marktes sehr genau informieren und - er wird die Preise ganz bestimmt vergleichen. Er wird mit seinem Geld, da es für ihn ein knappes Gut ist, wirtschaften und immer nur das kaufen, was er zum Leben wirklich braucht.

So kauft er denn seine Eier auf dem Stand gleich nebenan, wo sie für 10 Cent das Stück angeboten werden.

Das Glück der Hühner wird ihn in diesem Augenblick weit weniger interessieren, als die beiden für ihn nächstliegenden Fragen:

·         Wie werde ich heute satt?

·         Wie komme ich mit meiner Familie bis zum nächsten Ersten halbwegs über die Runden?

Jetzt verraten Sie mir mal, warum sich so viele, angeblich doch so mündige Verbraucher beim Einkauf ihrer Versicherungen so völlig anders verhalten! Denn auch Versicherungen sind eine Ware. Eine Ware, wie jede andere. Jede Ware hat ihren Preis, und Preise kann man vergleichen,

Viele Verbraucher kaufen, nein, sie kaufen nicht gerade die Eier von glücklichen Hühnern, aber doch ihre Versicherungspolicen zu Preisen, die sie sich im Grunde überhaupt nicht leisten könnten.

Sie nehmen aus Bequemlichkeit oder vielleicht auch aus falschem Stolz in Kauf, dass ihnen für ihre Altersversorgung nichts oder zumindest zu wenig übrig bleibt, um überhaupt noch von einer Altersversorgung sprechen zu können. Gleichwohl sind sie aber - aus welchen Gründen auch immer - nicht bereit, sich eigen-verantwortlich über die Angebote des Versicherungsmarktes zu informieren und sich für die Zukunft unter Umständen anders zu orientieren.

Für den kostenbewussten Verbraucher kann es doch nur einen Weg geben:

Er muss mitrechnen und die Kosten seiner privaten Versicherungen im Bereich von Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungen, vielleicht sogar im Bereich der privaten Krankenversicherung bewusst senken, nach Möglichkeit sogar halbieren, damit ihm im Alter mehr zum Leben übrig bleibt.

Vielen Verbrauchern fällt es offensichtlich noch immer sehr schwer, die eingefahrenen Wege zu verlassen und unter Umständen auf die Dienste des netten Mannes in dem kleinen Versicherungsbüro an der Ecke ganz zu verzichten.

Aber letztendlich bleibt dem kostenbewussten Verbraucher bei nüchterner Überlegung kein anderer Weg, keine sinnvolle Alternative, wenn er im Alter nicht als Sozialhilfeempfänger vor den Trümmern seines Lebens stehen will.

Zeit und Geld können im Leben immer nur einmal ausgegeben werden, dann sind sie beide, Zeit und Geld, unwiederbringlich fort.

Das sagt eine alte Weisheit.

Geld, das Sie heute für unnötige oder preislich überzogene Versicherungsverträge ausgeben, wird Ihnen später bei der Altersversorgung auf jeden Fall fehlen. Auch Ihnen wird es wahrscheinlich kaum anders ergehen als den meisten Verbrauchern und auch nicht anders, als dem Mann mit den glücklichen Hühnern.

Auch Sie werden immer nur einen ganz bestimmten Teil Ihres Einkommens für Versicherungen und Vorsorge ausgeben können. Irgendwann ist Schicht. Irgendwann ist einfach nicht mehr drin. Auch wenn der nette junge Mann aus dem kleinen Versicherungsbüro an der Ecke Ihnen gegenüber eine andere Meinung vertritt.

Auch Sie müssen mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln sparsam und überlegt wirtschaften und in Ihrem eigenen Interesse das Beste daraus machen.

Vergessen Sie nie:

·         Der wichtigste Mensch in Ihrem Leben sind Sie selbst.

·         Mit sich selbst werden Sie in irgendeiner Form immer auskommen müssen.

·         Denn es dürfte Ihnen schwer fallen, auf Dauer vor sich selbst davonzulaufen. Darüber hinaus sind Sie nicht nur für sich, sondern auch für Ihre Familie verantwortlich.

·         Aber nicht für den netten jungen Mann in dem kleinen Versicherungsbüro an der Ecke.

An diesen Gedanken werden Sie sich wohl oder übel gewöhnen müssen. Sie müssen endlich eine - zugegeben für Sie vielleicht sogar unangenehme - Entscheidung treffen, die Sie nicht auf die lange Bank schieben dürfen.

Es ist mit Sicherheit keine Aufgabe, die sich durch Liegenlassen von selbst erledigt.

Sie, und nur Sie müssen diese Entscheidung treffen. Nicht erst wieder morgen oder übermorgen.

Nein!

Heute!

Jetzt!


Empfehlenswert

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

 

Unsere sozialen Systeme stehen vor dem Kollaps. Mit einem Federstrich wurde alles Liebgewordene verändert.

Die im Ersatz für die bisherige Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsrente eingeführte Erwerbsminderungsrente wird bereits seit Beginn 2001 für alle Arbeitnehmer, die nach dem 1. Januar 1969 geboren wurden, grundsätzlich nur noch nach der zeitlichen Restarbeitsfähigkeit errechnet.

Auf den beruflichen Status kommt es nicht mehr an.

Das heißt im Klartext, dass der Erkrankte auf jede beliebige andere Tätigkeit verwiesen werden kann, ganz gleich, ob sie seinem Können, seinem sozialen Status und seiner beruflichen Qualifikation entspricht oder nicht.

Im Extremfall kann das bedeuten: Auch ein Chefarzt erhält erst dann die volle Erwerbsminderungsrente, wenn er in der Klinik, die er einstmals geleitet hat, nicht einmal mehr Pförtnerdienste von 3 Stunden täglich leisten könnte.

Könnte er dieser Beschäftigung täglich allerdings mehr als 3 Stunden, aber weniger als 6 Stunden nachgehen, wäre man weniger großzügig. Er würde dann gerade mal die Hälfte der ohnehin nicht großzügig bemessenen Erwerbsminderungsrente bekommen.

Auf den beruflichen Status kommt es nicht mehr an.

Der Erkrankte kann auf jede andere Tätigkeit verwiesen werden. Arbeit schändet ja bekanntlich nicht. Auch die Tätigkeit eines Pförtners ist sicherlich ehrenwert. Pförtner werden überall gebraucht. Aber dem Chefarzt wird diese Arbeit wahrscheinlich nicht gefallen.

Also muss nicht nur der Herr Doktor vorsorgen. Jeder sollte darüber nachdenken, wenn er nicht irgendwann aus gesundheitlichen Gründen zum Sozialfall werden möchte.

Die private Invaliditätsabsicherung wird wichtiger denn je.

Sinn und Zweck der Berufsunfähigkeitsversicherung

Gesundheit und Arbeitskraft sind mit Sicherheit die höchsten Güter, über die ein Mensch verfügen kann.

Leider sind die Deutschen, wenn es um ihre Arbeitskraft geht, noch immer viel zu zurückhaltend. Umfragen besagen, dass 80 Prozent der deutschen Haushalte noch immer keine Berufsunfähigkeitsversicherung besitzen.

Eine ausreichende Berufsunfähigkeitsversicherung ist für jeden, der schon oder noch im Arbeitsleben steht, die einzige Möglichkeit, das familiäre und soziale Umfeld so abzusichern, dass sein Leben und ggfs. das seiner Familie auch im Falle einer lang anhaltenden Krankheit oder sogar eines endgültigen Ausfalls der Arbeitskraft ohne schwerwiegende Einbußen seinen gewohnten Gang fortsetzen kann.

Wer sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben?

Nachdem durch die Rentenreform 2000 zum 1.1.2001 für alle, die nach dem 1.1.1969 geboren wurden, kein gesetzlicher Berufsschutz mehr besteht, sind Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen praktisch für alle, die sich in irgendeiner Form im Arbeitsleben befinden, zu einem ernstzunehmenden Thema geworden.

Arbeitnehmer, Selbständige, Berufsanfänger, Schüler, Studenten, Auszubildende, Beamte - also praktisch jedermann - müssen sich ernsthafte Gedanken über eine ausreichende Risikoversorgung für den Fall machen, dass sie aus welchen Gründen auch immer nicht mehr in der Lage sind, ihre Brötchen selbst zu verdienen.

Die gleiche Aussage gilt im Übrigen selbstverständlich auch für die Mitglieder von Versorgungswerken, die in der Regel nur einen eingeschränkten Schutz für den Fall der Berufsunfähigkeit haben, der unbedingt überprüft und wo nötig ergänzt werden sollte.

Zur Sicherung der Familie und des einmal erreichten und gewohnten Lebensstandards sollte jeder, der in irgendeiner Form im Beruf steht und auf seinen Verdienst angewiesen ist, zumindest aber jeder Arbeitnehmer eine - auf seinen individuellen Eigenbedarf und auf seine finanziellen Möglichkeiten abgestimmte – Berufsunfähigkeitsrente abschließen.

Leider wird sich in der heutigen Zeit knapper Haushaltskassen nicht jeder, der einen Versorgungsbedarf hat und ihn auch erkennt, eine ausreichende Berufsunfähigkeitsversicherung leisten können.

Wann tritt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung wird mit den versicherten Leistungen immer dann eintreten, wenn

·         der Versicherte nachweisbar nicht mehr in der Lage ist, seine versicherte berufliche Tätigkeit auf Dauer - zumindest länger als 6 Monate - auszuüben, und

·         der Grad der Invalidität mindestens 50 Prozent beträgt.

·         Manche Gesellschaften knüpfen ihre Eintrittspflicht zusätzlich an eine nachgewiesene Pflegebedürftigkeit. In diesem Fall wird die Gesellschaft auch dann eintrittspflichtig, wenn der Grad der Invalidität unter 50 Prozent liegt.

Welche Bedeutung hat der Verzicht auf die abstrakte Verweisung?

Für den potentiellen Leistungsempfänger ist es für einen Vertragsabschluss von ausschlaggebender Bedeutung, schon vorher eindeutig zu klären, wie der Begriff der Berufsunfähigkeit in den jeweiligen Versicherungsbedingungen beschrieben ist.

Der ausdrückliche Verzicht der Gesellschaft auf die abstrakte Verweisung ist von entscheidender Bedeutung und ein wichtiges Leistungskriterium für jeden Versicherten, der seinen ausgeübten Beruf liebt und im Leistungsfall eben nicht auf einen ähnlichen, vielleicht sogar früher ausgeübten Beruf verwiesen werden möchte.

Die meisten Versicherer bieten heute ohnehin diese Verzichtsklausel an. Gleichwohl ist bei allen Entscheidungen für die eine oder andere Gesellschaft immer noch Vorsicht geboten.

Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine private Unfallversicherung ersetzen?

Diese Frage lässt sich nur mit einem klassischen Jein beantworten.

Sicherlich deckt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein wesentlich breiteres Spektrum Vorsorge als eine Unfallversicherung ab. Aber leider werden nur die wenigsten Verbraucher aus den unter-schiedlichen Gründen überhaupt Willens und in der Lage sein, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit den wirklich notwendigen Leistungen überhaupt abzuschließen.

·         Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet - je nach der beruflichen Tätigkeit, die abgesichert werden soll - das Vielfache einer privaten Unfallversicherung, und dazu reicht dann in der Regel das Einkommen von Otto Normalverbraucher nicht aus.

·         Die Versicherungssummen in der privaten Unfallversicherung können mehr oder weniger frei gewählt werden, solange sich die Summen in vernünftigen Grenzen bewegen. Jeder kann also selbst bestimmen, wie viel er sich im Falle einer Invalidität wert ist. Vollkasko für den eigenen Körper!

·         Eine Invaliditätsentschädigung wird in der privaten Unfallversicherung bereits ab einem Invaliditätsgrad von einem Prozent fällig. Die Berufsunfähigkeitsrente aber wird erst ab 50 Prozent gezahlt.

·         Die private Unfallversicherung leistet nach einer objektiven, allgemein gültigen Gliedertaxe, unabhängig davon, ob der Verunfallte seinen Beruf weiterhin ausüben kann oder nicht.

·         Nicht jeder Mensch ist so gesund, dass er eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann. Bei der privaten Unfallversicherung hingegen spielen Gesundheitsfragen in der Regel keine Rolle.

·         Nicht jeder ist jung genug, um noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können. Im Alter wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung recht teuer.

·         Für Kinder kann bis zu einem bestimmten Alter noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Wohl aber für kleines Geld eine ausreichende Kinderunfallversicherung.

·         Für Rentner gibt es keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr. Wohl aber bis ins hohe Alter Unfallversicherungen.

Wie immer liegt die richtige Lösung in der Mitte: Das eine tun, ohne das andere zu lassen.

Wenn Sie sich mit Ihrer Unfallversicherung für den richtigen Anbieter/das richtige Unternehmen entscheiden, kann sie so preiswert sein, dass auch das teilweise doppelt abgesicherte Risiko für Sie bezahlbar ist..

In welcher Höhe sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung sollte, wenn es die finanziellen Mittel erlauben, auf jeden Fall so gewählt werden, dass die versicherte Rente ausreicht, sich selbst und der Familie das gewohnte Umfeld zu erhalten.

Eine Obergrenze in der möglichen Absicherung wird ohnehin durch die Gesellschaften festgelegt, die sich aus durchaus berechtigten Gründen weigern, Renten zu versichern, die 70 oder 80 Prozent des regelmäßigen Einkommens übersteigen.

Zu niedrige Renten sind wenig sinnvoll, denn sie verhindern im Ernstfall nicht den Weg zum Sozialamt, das sich für niedrige Renten durchaus empfänglich zeigt.

In welcher Höhe kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung höchstens abgeschlossen werden?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung soll das Einkommen und das soziale Umfeld sichern, darf aber im Versicherungsfall nicht - gewollt oder ungewollt - zwangsläufig zu einer Bereicherung des Leistungsempfängers führen.

Wer im Falle einer Erwerbsunfähigkeit mehr Geld als in seinen besten Tagen verdient, könnte viel zu leicht in die Versuchung kommen, überhaupt nicht mehr arbeiten zu wollen.

·         Aus diesem Grunde stellen die Versicherer nicht nur tiefer gehende Gesundheitsfragen, die auch Arztatteste notwendig machen können.

·         Die Gesellschaften prüfen aus verständlichen Gründen sehr genau die wirtschaftlichen Verhältnisse, die, gerade wenn es um höhere Berufsunfähigkeitsrenten geht, auch vom Antragsteller belegt werden müssen.

Die Gesellschaften wollen eine Überversicherung durch zu großzügige Leistungszusagen für den Fall der Berufsunfähigkeit auf jeden Fall vermeiden und beschränken daher die versicherbaren Renten auf 70 bis 80 Prozent des regelmäßigen, gesicherten Einkommens.

Deshalb werden sich die Versicherer auch immer nach bestehenden Verträgen bei anderen Gesellschaften erkundigen, und es ist wenig sinnvoll, gleichartige Abschlüsse zu verschweigen.

Bevor die Gesellschaften einen Antrag annehmen, wollen sie sehr genau wissen,

·         wen sie versichern und

·         in welcher Höhe sie Leistungszusagen erteilen können,

denn die Summen, die im Leistungsfall fällig werden und zur Auszahlung kommen, können sehr schnell die Millionengrenze übersteigen.

Wie wird der Beitrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung berechnet?

Die Beiträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung sind im jeweiligen Gesellschaftstarif aufgeführt. Sie werden durch das Bundesauf-sichtsamt nur noch auf ihre Erfüllbarkeit geprüft und sind dann allerdings für alle Versicherungsnehmer der jeweiligen Gesellschaft absolut bindend.

Hier hilft auch kein Handeln, die Preise stehen fest.

Der Beitrag, den Sie für Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung auf-wenden müssen, richtet sich

·         nach Alter, Geschlecht und dem ausgeübten Beruf der zu versichernden Person,

·         nach der Höhe der beantragten Berufsunfähigkeitsrente,

·         nach der möglichen Leistungsdauer des Vertrages,

·         nach der vereinbarten Beitragszahlungsdauer, die durchaus von der Leistungsdauer abweichen kann.

Welche Risikozuschläge sind möglich?

Risikozuschläge können sich aufgrund des Gesundheitszustandes der zu versichernden Person, z. B. aufgrund von durchgemachten Vorerkrankungen oder auch durch besondere gefahrerhöhende Berufstätigkeit, ergeben.

Auch gefährliche Sportarten und ungewöhnliche Hobbys können zu Beitragszuschlägen oder auch zu gänzlichen Ausschlüssen führen. Dies ist ein berechtigtes und auch gerechtes Verfahren, das eine risikogerechte Kalkulation ermöglicht, die durchaus auch im Interesse der Versichertengemeinschaft liegt.

Wer gefährlich lebt, muss im Interesse aller Versicherten mehr bezahlen.

Vorsicht!

In der Kalkulation ihre Risikozuschläge sind die Gesellschaften völlig frei und unter Umständen auch verhandlungsbereit.

Hier heißt es also aufpassen, denn die Risikobeurteilungen gehen in Bezug auf Vorerkrankungen oder berufliche Tätigkeit oft sehr weit auseinander. Handeln kann sich also durchaus lohnen, denn meistens wird so ein Risikozuschlag für die gesamte Laufzeit des Vertrages beibehalten.

Welche Risikoausschlüsse sind möglich?

Risikoausschlüsse sollten Sie nach Möglichkeit vermeiden oder nur dann akzeptieren, wenn es gar nicht anders geht. Das Risiko, das Sie selbst tragen müssen, kann auf Grund der Ausschlüsse viel zu hoch werden.

Es ist besser, einen kalkulierbaren Zuschlag in Kauf zu nehmen, sich dafür aber immer bei Berufsunfähigkeit auf der sicheren Seite zu befinden.

Welche Beitragsunterschiede gibt es in der Berufsunfähigkeitsversicherung?

Die Beitragsunterschiede zwischen den Gesellschaften können bei völlig gleichen vereinbarten Leistungen allein durch die unter-schiedliche, willkürliche Einstufung in Berufsgruppen im Einzelfall extrem hoch ausfallen.

Die Gesellschaften sind in ihrer Prämienkalkulation völlig frei, und das nutzen sie aus. Sie nehmen, was sie bekommen können. Es kann sich also durchaus lohnen, sich mehrere Angebote einzuholen und ein paar Stunden zu investieren.

Welche Vertragslaufzeiten sind sinnvoll?

Die Vertragslaufzeiten sollten auf jeden Fall so gewählt werden, dass die vereinbarten Berufsunfähigkeitsrenten lange genug gezahlt werden, um den sicheren Hafen der Altersrente zu erreichen.

Kurze Laufzeiten sind immer nur dann sinnvoll, wenn dadurch eine andere Absicherung greift.

Lange Laufzeiten, z. B. bis zum 65. Lebensjahr, sind zwar erheblich teurer, bieten aber auch wesentlich mehr Sicherheit. 

Ist eine Dynamik sinnvoll?

Unter Dynamik versteht man die regelmäßige, zu einem bestimmten Datum fällig werdende jährliche Erhöhung einer Berufsunfähigkeitsversicherung, meist um einen vereinbarten Prozentsatz des Beitrages, seltener um eine im Voraus festgelegte Versicherungs-summe.

Eine von Anfang an vereinbarte Dynamik ist auf jeden Fall sinnvoll und sollte immer eingeschlossen werden. Solange die Gesundheit es zulässt, sind auch spätere Erhöhungen kein Problem. Auf der sicheren Seite aber sind Sie nur, wenn Sie eine Dynamik frühzeitig vereinbaren.

Wann können Sie eine Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann praktisch jederzeit und zu jedem Zeitpunkt gekündigt werden. Ob es sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Die Allgemeinen Versicherungsbedingungen bei allen Gesell-schaften sehen den Ablauf des ersten Versicherungsjahres als frühesten Zeitpunkt für eine Kündigung vor. Danach verlängert sich der Zeitpunkt einer möglichen Kündigung jeweils um ein weiteres Jahr.

So steht es zwar in den Bedingungen, aber die Praxis sieht anders aus. Die geforderten Fristen können nicht durchgesetzt werden. Wenn Sie nicht mehr bezahlen ist Ende.

Briefe, die etwas anderes aussagen, können Sie getrost in den Papierkorb werfen.

Wann kann der Versicherer die Leistung verweigern?

Der Versicherer wird die vereinbarte Leistung immer dann verweigern, wenn der Versicherungsnehmer oder auch die versicherte Person ihm dazu Gelegenheit bieten.

Der wohl häufigste Grund für eine Leistungsverweigerung ist die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht.

Der Versicherungsnehmer oder auch die zu versichernde Person haben bei Antragstellung wesentliche Fragen im Antrag nicht, falsch oder unvollständig beantwortet. Die Gesellschaft kann und wird behaupten, dass sie diesen Antrag bei genauer Kenntnis der Umstände nicht angenommen hätte.

Sie kann und wird auch noch nach Jahren vom Vertrag zurücktreten oder ihn wegen arglistiger Täuschung anfechten und wird so von der Leistung frei.

Der Versicherer muss sich auf eine korrekte Beantwortung seiner Fragen im Antrag verlassen können, denn er hat keine andere Möglichkeit, sich ein Urteil zu bilden. So sehen es auch die Richter.

Der Versicherungsnehmer hat, besonders, wenn es um schwerwiegende Verletzungen der vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung geht, keine Chance.

·         Keine Chance auf Leistung besteht auch dann, wenn der Versicherungsnehmer zum Zeitpunkt des Leistungsfalles seine offene Prämienrechnungen nicht bezahlt hat und sich der Vertrag bereits im qualifizierten Mahnverfahren befunden hat.

·         Zweifelhaft wird der Leistungsfall, wenn der Versicherte am Eintritt der Berufsunfähigkeit wesentlich mitgewirkt hat.

·         Folgen einer Straftat oder eine Drogen- oder auch  Alkoholabhängigkeit dürften wenig Grund für Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung bieten.

Kann der Versicherer eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung kündigen?

Der Versicherer hat nur eine Möglichkeit, eine einmal bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung zu kündigen:

Wenn Sie Ihre fälligen Prämien trotz mehrfacher Mahnung nicht oder zumindest nicht rechtzeitig bezahlen, ist der Versicherer sogar verpflichtet, Ihnen den Versicherungsschutz zu kündigen.

Dieser Kündigung geht allerdings eine Mahnung voraus, in der Sie auf die Folgen der Nichtzahlung aufmerksam gemacht werden. Außerdem wird Ihnen noch eine Zahlungsfrist von 4 Wochen eingeräumt. Dann endet der Versicherungsschutz. Im Schadenfall hat der Versicherer dann das Recht, die Leistung zu verweigern.

Der Versicherungsnehmer erhält aber eine weitere Frist, um durch seine Zahlung den Versicherungsschutz wieder in Kraft zu setzen.

Eine spätere Änderung Ihrer Gesundheitsverhältnisse aber könnte nie und nimmer eine Kündigung durch den Versicherer auslösen. Wenn der Versicherer Ihren Antrag erst einmal geprüft und angenommen hat, steht er voll und ganz im Risiko und muss gesundheitliche Veränderungen der versicherten Person hinnehmen.


Bequem

Die Lebensversicherung

               

Als unproblematische, völlig risikolose Kapitalanlage, als voraus-schauende Hinterbliebenenversorgung für Partner oder Familie sowie zur Sicherung der eigenen Schaffenskraft ist die Lebensversicherung mit ihren vielfältigen Unterformen nach wie vor der Liebling der Deutschen.

Zugegeben, es mag Anlageformen geben, die zumindest auf dem Papier einen besseren Ertrag als eine Lebensversicherung versprechen. Die Betonung dieses Satzes aber liegt auf dem „versprechen“. Was bei anderen Anlageformen am Ende wirklich herauskommt, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Das menschliche Leben oder die menschliche Arbeitskraft können nicht wie eine Sache mit festen einheitlichen Summen bewertet werden. So liegt es in der Verantwortung und den finanziellen Möglichkeiten jedes Einzelnen, den individuell notwendigen Versorgungsbedarf für sich und seine Familie richtig zu bewerten und dann verantwortlich zu entscheiden.

Die Lebensversicherung wird in den verschiedensten Formen und vielschichtigen vertraglichen Kombinationen angeboten. Jeder kann sich das für seine Person und seinen Bedarf passende Modell aussuchen und wie aus Mosaikbausteinen zusammenstellen.

Ganz nüchtern gesehen hat die Lebensversicherung mit ihren Unterformen die Aufgabe, den durchaus unterschiedlich anzusetzenden Geldwert von Leben und Arbeitskraft der versicherten Personen zu sichern und in bestimmte langfristige Kalkulationen einzubringen.

Zum Bereich der Lebensversicherung gehören alle Versicherungsverträge, die sich in irgendeiner Weise mit dem Versicherungsschutz des Lebens und der Arbeitskraft eines Menschen befassen.

Die Versicherungsleistungen umfassen entweder die Zahlung eines Kapitals zu einem im Voraus bestimmten Zeitpunkt oder einer Rente in vereinbarter Höhe. Bei Tod der versicherten Person erfolgt die Zahlung an die Hinterbliebenen. Bei einer dauernden Beeinträchtigung der Arbeitskraft der versicherten Person wird eine Rente an den Versicherten selbst gezahlt.

Sinn und Zweck einer Kapitallebensversicherung

Aufgabe einer Kapitallebensversicherung ist die langfristig geplante, gesicherte Vermögensbildung, oft verbunden mit einer Kreditabsicherung. Als Altersversorgung oder auch als hoch interessantes Finanzierungsinstrument, verbunden mit einer Versorgung für die Hinterbliebenen bei vorzeitigem Ableben der versicherten Person, gibt es kaum eine bessere Alternative.

Die klassische Kapitallebensversicherung wird vielfach auch als gemischte Lebensversicherung bezeichnet. Die vereinbarte Versicherungssumme wird auf jeden Fall, also im Todes- und Erlebensfall ausgezahlt. Das beabsichtigte Sparziel wird also auf jeden Fall unabhängig von der versicherten Person erreicht, ohne den gleichzeitigen Gedanken an eine eigene Altersversorgung aufzugeben.

Eine reine Hinterbliebenen- oder Invaliditätsversicherung hingegen ließe sich auf anderem Wege zum Beispiel über eine reine Risikoversicherung oder eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung bestimmt preiswerter gestalten.

Hohe Steuervorteile haben in der Vergangenheit die Kapitallebensversicherung als Anlage seit Jahrzehnten sehr attraktiv und von der Handhabung her auch für den Laien problemlos gemacht. Soweit eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren eingehalten wurde, waren die fällig werdenden Auszahlungen einschließlich der Gewinnanteile nach wie vor steuerfrei.

Das hat der Gesetzgeber geändert:

In Zukunft werden die Gewinnanteile nur dann mehr oder weniger steuerfrei bleiben, wenn die Auszahlung in Form einer  Rente erfolgt, die dann nur noch mit dem Ertragsanteil versteuert werden muss.

Darüber hinaus können die Beiträge zu einer Lebensversicherung im Rahmen der Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Der Staat hat ein vitales Interesse daran, dass seine Bürger eine aktive Alterssicherung betreiben. Die gesetzliche Rentenversicherung allein könnte dieser Aufgabe niemand gerecht werden.

Jede andere Kapitalanlage müsste daher wesentlich höhere Gewinne erwirtschaften, um langfristig nach Versteuerung der Erträge ein gleich gutes Ergebnis zu erzielen.

Von den versteckten Risiken anderer, spekulativer Kapitalanlagen einmal ganz zu schweigen. Wer mit hohen Risiken hohe Gewinne einstreichen will, kann sein Glück auch gleich im Spielkasino versuchen.

Welche Bedingungen gelten für die Kapitallebensversicherung

Rechte und Pflichten aus einem Lebensversicherungsvertrag sind in den Allgemeinen Bedingungen für die kapitalbildende Lebensversicherung festgelegt.

Was kann versichert werden?

Eine Kapitallebensversicherung kann auf den Todes- und Erlebensfall einer oder auch mehrerer Personen (als verbundene Lebensversicherung) abgeschlossen werden. Die vereinbarten Leistungen werden bei Tod der versicherten Person in der Regel sofort fällig.

In der Sonderform der Termfixversicherung, also als Lebensversicherung mit festem Auszahlungszeitpunkt, erfolgt die Kapitalauszahlung auch bei vorzeitigem Tod der versicherten Person erst zum vereinbarten Zeitpunkt.

Eine Kapitallebensversicherung kann durch vereinbarte Zusatzleistung wie

·         Doppelzahlung bei Unfalltod

·         Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit

·         Beitragsbefreiung  und Rente bei Berufsunfähigkeit

individuell ergänzt und je nach Bedarf erweitert werden. Auch höhere Todesfallleistungen können, wenn erforderlich, durchaus einen Sinn machen.

Versicherungsnehmer und versicherte Personen müssen nicht ein- und dieselbe Person sein. Diese Tatsache lässt schon aus steuerlichen Gründen Raum für elegante Konstruktionen.

Im Einzelfall werden auch Lebensversicherungen angeboten, bei denen die Erlebnisfallsumme von der Todesfallsumme abweicht. Es ist klar, dass eine Lebensversicherung mit einer geringeren Todesfallleistung ein besseres Ergebnis aufweisen kann, da der Versicherer ein geringeres Risiko trägt.

Lohnt sich eine Doppelzahlung bei Unfalltod?

Wird eine Doppelzahlung festgelegt, bei Unfalltod in Verbindung mit einer Kapitallebensversicherung, so wird zusätzlich zur vereinbarten Versicherungssumme bei Tod der versicherten Person durch Unfall von der Gesellschaft noch einmal die gleiche im Vertrag ausgewiesene Summe geleistet.

Diese Zusatzvereinbarung der Doppelzahlung bei Unfall sehen die Gesellschaften sehr gern auf ihren Anträgen, und sie lassen sich die Übernahme dieses Risikos auch sehr gut bezahlen.

Wer allerdings genau rechnet, erhält - falls überhaupt gewünscht  - diesen zusätzlichen Unfalltodesfallschutz über einen preiswerten Unfallversicherer wesentlich günstiger geboten.

Besonders bei hohen Versicherungssummen sollte man also schon über diese Alternative nachdenken, denn die Prämienunterschiede können mehr als 100% betragen.

Wann ist eine Termfixversicherung sinnvoll?

Bei einer Kapitallebensversicherung mit festem Auszahlungszeitpunkt (Termfix-Versicherung) wird die vertraglich vereinbarte Summe nicht sofort fällig, wenn die versicherte Person stirbt, sondern erst zum vereinbarten Termin. Vom Todestag der versicherten Person an, werden allerdings in diesem Fall keine Beiträge mehr erhoben.

Diese Versicherungsform eignet sich besonders, um ein bestimmtes Kapital - zum Beispiel eine Aussteuer oder ein Studium - zu einem bestimmten Zeitpunkt langfristig geplant bereitzustellen.

In der Form der Aussteuerversicherung rechnet sich eine Termfix­versicherung allerdings in der Regel wesentlich schlechter. Da der Versicherer zusätzlich zum Todesfallrisiko der versicherten Person auch noch das Risiko einer vorzeitigen Hochzeit des begünstigten Mädchens tragen muss, lässt er sich dieses Risiko entsprechend bezahlen.

Warum ist eine Beitragsbefreiung für den Fall der Berufsunfähigkeit als Zusatzleistung immer empfehlenswert?

Wird eine versicherte Person durch Krankheit oder Unfall dauernd oder auch nur vorübergehend berufsunfähig, so müssen - in der Regel nach 6 Monaten - keine Beiträge mehr geleistet werden. Der Vertrag läuft dann ohne eigene Prämienzahlung weiter. Der Versicherungsschutz bleibt jedoch in vollem Umfang erhalten.

Für verhältnismäßig wenig Geld stellt diese Zusatzvereinbarung das beabsichtigte Ziel der Kapitalbildung auf jeden Fall sicher, wenigstens soweit es die Beitragszahlung betrifft. Das vereinbarte Kapital wird selbstverständlich mit allen Gewinnanteilen in voller Höhe fällig. Selbst wenn über Jahre hinaus kein einziger Beitrag mehr gezahlt wurde, ist die beabsichtigte Altersversorgung auf jeden Fall sichergestellt.

Eine mit eingeschlossene Beitragsdynamik wird allerdings von vielen Versicherern ausgesetzt, solange keine eigenen Beiträge mehr gezahlt werden. Wählen Sie einen Versicherer, der die Beitragsdynamik auch während der Zeit der Berufsunfähigkeit weiterführt.

Die Beitragsbefreiung für den Fall der Berufsunfähigkeit ist ohne Zweifel eine gute und sinnvolle Sache. Vielen Versicherungsnehmern würde es doch sehr schwer fallen, ihre Beiträge weiterhin zu bezahlen, wenn aufgrund von Krankheit oder Unfall kein oder kein ausreichendes Einkommen mehr vorhanden ist.

Besonders wenn eine Lebensversicherung zur Tilgung von Darlehen oder Hypotheken eingesetzt wurde, sollte über den Einschluss zumindest der Beitragsbefreiung auf jeden Fall nachgedacht werden.

Wann sind eine Beitragsbefreiung und eine Rente für den Fall der Berufsunfähigkeit sinnvoll?

Beitragsbefreiung und Rente für den Fall einer Berufsunfähigkeit sind bei allen Gesellschaften gern gesehene Zusatzleistungen, die sie sich recht unterschiedlich - zum Teil auch sehr teuer - bezahlen lassen.

Zur Beitragsbefreiung im Falle einer krankheits- oder auch unfallbedingten dauernden oder vorübergehenden Berufsunfähigkeit wird - in der Regel nach 6 Monaten  -  zusätzlich eine monatliche Rente in der vereinbarten Höhe gezahlt. Eine solche Vereinbarung stellt also nicht nur den laufenden Beitrag, sondern auch noch den gewohnten Lebensstandard des Versicherten ohne Abstriche sicher.

Auch in diesem Fall wird das vereinbarte Kapital mit allen anfallenden Gewinnanteilen zum vereinbarten Zeitpunkt fällig. Die vereinbarte Beitragsbefreiung trägt somit wesentlich zur Alterssicherung bei.

Eine mit eingeschlossene Beitragsdynamik wird allerdings von den meisten Versicherern ausgesetzt, solange keine eigenen Beiträge mehr gezahlt werden. Achten Sie darauf, dass Sie sich für einen Versicherer entscheiden, der die Beitragsdynamik auch im Falle einer Berufsunfähigkeit weiterführt!

Der Einschluss einer Rente bei Berufsunfähigkeit lohnt sich allerdings nur dann, wenn die vereinbarte Rente zusammen mit anderen Einkünften auch wirklich ausreicht, um den gewohnten Lebensstandart zu sichern. Kleine Renten sind wenig sinnvoll. Über kleine Renten freut sich nur das Sozialamt.

Vorsicht !

Die Berufsunfähigkeitsrenten werden von den Gesellschaften sehr unterschiedlich kalkuliert und auch in Abhängigkeit der beruflichen Tätigkeit recht verschieden bewertet.

Es kann also durchaus wesentlich günstiger sein, eine selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung bei einem Spezialversicherer abzuschließen, statt sie als Zusatzversicherung beim Hauptversicherer mit einzuschließen.

Gute Ablaufleistungen in der Kapitallebensversicherung garantieren nicht unbedingt auch gleichzeitig preiswerte Zusatztarife.

Was regelt die Bezugsberechtigung

Durch die Bezugsberechtigung legt der Versicherungsnehmer meist schon bei Antragstellung fest, wer bei Ablauf der Versicherung oder nach Eintritt des Versicherungsfalles die vereinbarte Leistung erhalten soll.

Die Bezugsberechtigung wird vom Versicherungsnehmer für den Todes- und Erlebensfall getrennt angegeben und kann von ihm dann jederzeit ohne Schwierigkeit wieder geändert werden. Die Feststellung von unwiderruflichen Bezugsrechten sollte man sich aus verständlichen Gründen sehr genau überlegen.

Die Bezugsberechtigung aus einem Lebensversicherungsvertrag kann sich auch auf mehrere Personen mit gleichen oder unterschiedlichen Anteilen erstrecken.

Wann ist ein von der Erlebensfallsumme abweichender Todesfallschutz zweckmäßig?

In den letzten Jahren sind einige Gesellschaften dazu übergegangen, ihren Kunden für den Todes- und Erlebnisfall unterschiedliche Versicherungssummen anzubieten, um den Versicherungsschutz noch besser auf den jeweiligen Bedarf zuzuschneiden.

Der Junggeselle, der nur für sich selbst zu sorgen hat, wird mit einem niedrigen Todesfallschutz auskommen und erhält dadurch - weil der Versicherer weniger Risiko zu tragen hat - eine höhere Ablaufleistung.

Ein Familienvater mit 2 kleinen Kindern benötigt unter Umständen einen höheren Todesfallschutz und muss dafür eine niedrige Ablaufleistung in Kauf nehmen.

Auf den ersten Blick ein durchaus vorteilhaftes System, solange es korrekt gehandhabt wird.

Vorsicht!

In der Hand von unseriösen Vertretern führt dieses System jedoch zu unangenehmen Überraschungen. Wenn der Kunde gar nicht versteht, was ihm da verkauft wurde, stellt er Fehler unter Umständen erst nach Jahrzehnten fest.

Wie sollten Versicherungssumme und Ablaufleistung gewählt werden?

Die Versicherungssumme ist der vereinbarte und im Versicherungsschein ausgewiesene Betrag, der bei Ableben der versicherten Person in der Regel sofort fällig wird. Im Laufe der Jahre erhöht sich der zu erwartende Betrag durch die Gewinnanteile.

Gewinnanteile sind eine Art Dividende, welche die Gesellschaft mit Ihrem Geld, Ihren Beiträgen erwirtschaftet und ihren Versicherten zukommen lässt.

Die voraussichtliche Ablaufleistung zum Ende der Vertragslaufzeit ist zunächst nur ein Versprechen für die Zukunft, ein angenommener Wert also, für den keine Garantie übernommen wird.

Aber trotz aller Zweifeln ist gerade diese Aussage ein wichtiges Entscheidungskriterium zur Auswahl der Gesellschaft. Schließlich wirtschaften nicht alle Gesellschaften gleich gut mit den ihnen anvertrauten Geldern, eine Tatsache, die sich aus den Zahlen der Vergangenheit recht gut belegen lässt.

Die Versicherungssumme sollte natürlich unter der Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten so gewählt werden, dass die selbst gesteckten Ziele

·         Absicherung der Familie

·         Invaliditätsvorsorge

·         ausreichende Altersvorsorge

auch erreicht werden können.

Kleinere Versicherungssummen rechnen sich in der Regel wesentlich schlechter als große Summen, weil heute von den meisten Gesellschaften für jeden Vertrag, unabhängig von der Höhe der Versicherungssumme, erst einmal die gleichen Verwaltungskosten (Stückkosten) geltend gemacht werden.

Mehrere kleine Verträge bringen also in ihrer Gesamtheit ein schlechteres Ergebnis als ein einziger großer Vertrag mit genau der gleichen Gesamtsumme, bei dem aber viele Kosten gespart werden können.

Die Wahl einer ausreichenden Versicherungssumme sollte, ein-schließlich einer eventuell einzuschließenden Dynamik, von vornherein gründlich überdacht werden, um später unnötige Kosten für kleinere Nachversicherungen und die damit verbundene schlechtere Rentabilität zu vermeiden.

Der Einschluss einer ausreichenden Dynamik von Anfang an ist also immer sinnvoller als die spätere Aufstockung durch neu abzuschließende Verträge, die weitere Stückkosten verursachen.

Ist eine Dynamik sinnvoll?

Unter Dynamik versteht man die regelmäßige, zu einem bestimmten Datum fällig werdende jährliche Erhöhung einer Lebensversicherung, meist um einen vereinbarten Prozentsatz des Beitrages, seltener um eine im Voraus festgelegte Versicherungssumme.

Die mögliche Erhöhung kann auch als prozentuale Veränderung an die Steigerung des Höchstbetrages der gesetzlichen Rentenversicherung gekoppelt werden.

Gerade bei Abschluss von lang laufenden Kapitallebensversicherungen sollte, vor allem in Hinblick auf die Altersversorgung, eine Dynamik von wenigstens 5% jährlich von Anfang an beantragt werden. Nur so können Sie dem inflationsbedingten Wertverlust des Geldes auf Dauer entgegenwirken und die beabsichtigte Kapitalbildung auch erreichen.

Wenn Sie eine sichere berufliche Karriere vor sich haben, können Sie - zumindest in den ersten Jahren - ruhig auch eine Beitragsdynamik von 10% riskieren.

Im Alter, wenn Ihnen die hohen Ablaufleistungen ausgezahlt werden, werden Sie mit Sicherheit dankbar an diesen weittragenden Entschluss zurückdenken.

Aussetzen können Sie die Dynamik später immer noch, wenn sich die planmäßigen Erhöhungen im Laufe der Jahre als zu groß erweisen und Ihr finanzielles Leistungsvermögen übersteigen sollten.

Ihr Vorteil

·         Die Gesellschaft muss die jährliche Summenerhöhung auf jeden Fall annehmen, auch wenn sich Ihr Gesundheitszustand aufgrund von Alter oder Krankheit so ändern sollte, dass Sie keine neue Versicherung mehr   abschließen könnten. Sicher ist sicher.

·         Spätere kleinere und damit ungünstigere Verträge zur individuellen Anpassung von Leistungen erübrigen sich, wenn durch die Dynamik bereits der gleiche Zweck wesentlich einfacher erreicht wird.

Wie wird der Beitrag berechnet?

Die Beiträge in der Kapitallebensversicherung sind im jeweiligen Gesellschaftstarif aufgeführt. Sie werden durch das Bundesauf-sichtsamt auf ihre Erfüllbarkeit geprüft und sind dann für alle Versicherungsnehmer der jeweiligen Gesellschaft bindend.

Hier hilft auch kein Handeln, die Preise stehen fest.

·         Der Beitrag, den Sie für Ihre Kapitallebensversicherung aufwenden müssen, richtet sich

·         nach Alter, Geschlecht und eventuell auch nach dem Beruf der zu versichernden Person

·         nach der Höhe der beantragten Versicherungssumme

·         nach der Laufzeit des Vertrages

·         nach der vereinbarten Beitragszahlungsdauer

·         nach Art und Höhe der vereinbarten Zusatzleistungen wie   z. B. Doppelzahlung bei Unfalltod

·         und der Beitragsbefreiung für den Fall der Berufsunfähigkeit

·         und der Rente in vereinbarter Höhe für den Fall der Berufsunfähigkeit.

Früher wurde bei hohen Versicherungssummen noch ein so genannter Summenrabatt gewährt. Heute rechnen die Gesellschaften in der Regel mit Stückkosten. Sie betragen teilweise - unabhängig von der Höhe des Vertrages - bis zu EUR 30,00 im Jahr oder EUR 2,50 bei monatlicher Zahlweise. Klar, dass Sie bei mehreren kleinen Verträgen eine Menge Geld verschenken.

Welche Risikozuschläge sind möglich?

Risikozuschläge können sich aufgrund des Gesundheitszustandes der zu versichernden Person, aufgrund von durchgemachten Vorerkrankungen oder auch durch besondere gefahrerhöhende Tätigkeiten ergeben.

Auch gefährliche Sportarten und ungewöhnliche Hobbys  können zu Beitragszuschlägen oder auch zu gänzlichen Ausschlüssen führen. Ein durchaus berechtigtes  und auch gerechtes Verfahren, das eine risikogerechte Kalkulation ermöglicht.

Wer gefährlich lebt, muss im Interesse aller Versicherten mehr bezahlen.

So ist z.B. das Führen von Sportflugzeugen durch eine normale Lebensversicherung nicht gedeckt. Der Versicherer wird von der Leistung frei, wenn es zu einem tödlichen Unfall kommt.

Vorsicht !

In der Kalkulation ihrer Risikozuschläge sind die Gesellschaften völlig frei und unter Umständen auch verhandlungsbereit.

Hier heißt es also doppelt aufpassen, denn die Risikobeurteilungen gehen in Bezug auf Vorerkrankungen oder berufliche Tätigkeit oft  sehr weit auseinander. Handeln kann sich durchaus lohnen, denn meistens wird ein Risikozuschlag für die gesamte Laufzeit des Vertrages beibehalten.

Welche Risikoausschlüsse gibt es?

Risikoausschlüsse sind im Bereich der Lebensversicherung selten.

Lediglich gefährliche Sportarten wie Drachenfliegen, Segel- oder Motorflug sind als erhöhte Risiken vom normalen Versicherungsschutz ausgeschlossen.

Auch bei gefährdeten Berufen, z.B. Berufspiloten oder fliegendem Personal, kann, wenn überhaupt, nur durch entsprechende Zuschläge auf die normale Prämie das berufsbedingte Risiko wieder eingeschlossen werden.

Welche Prämienunterschiede gibt es?

Die Prämienunterschiede zwischen den Gesellschaften sind in der Kapitallebensversicherung auf den ersten Blick gering. In der Prämienkalkulation unterliegen alle Lebensversicherer sehr strengen Auflagen, die auch durch das Bundesaufsichtsamt kontrolliert werden. Schließlich bauen alle Prämienkalkulationen auf den gleichen, einheitlichen Sterbetafeln auf.

Die Leistungsunterschiede zwischen den Gesellschaften, auf die Sie achten müssen, ergeben sich erst viel, viel später. Sie liegen in erster Linie in den versprochenen Ablaufleistungen und nicht in den Beiträgen. Nicht alle Gesellschaften wirtschaften gleich gut mit den ihnen anvertrauten Geldern. Hier liegen Welten zwischen den Zahlen der teuren Gesellschaften und den Versprechungen der günstigen Anbieter.

Welche Vertragslaufzeiten sind sinnvoll?

Die Laufzeit einer Kapitallebensversicherung sollte wenigstens 12 Jahre betragen, da Sie sonst die anfallenden Gewinnanteile auf jeden Fall versteuern müssen. Darauf werden Sie  vermutlich wenig Wert legen.

Nach oben hin sind der Laufzeit keine Grenzen gesetzt. Sie sollte jedoch immer mit Überlegung so gewählt werden, dass auch hier die gesteckten Ziele, also eine ausreichende Altersversorgung oder Risikoabdeckung, erreicht werden können.

Auch lange Laufzeiten, also auch ein Versicherungsabschluss auf ein Endalter von 85 Jahren, können besonders aus steuerlicher Sicht durchaus sinnvoll sein, wenn eine entsprechende Aufgabe damit erfüllt werden soll. Der Versicherungsnehmer sollte sich allerdings darüber im Klaren sein, was die lange Laufzeit für ihn bedeutet.

Welche Kündigungsmöglichkeiten gibt es?

Eine Kapitallebensversicherung kann praktisch jederzeit und zu jedem Zeitpunkt gekündigt werden. Ob es immer sinnvoll ist, ist eine zweite Frage.

Zwar sehen die Allgemeinen Versicherungsbedingungen bei allen Gesellschaften zumindest den Ablauf des ersten Versicherungsjahres als frühesten Zeitpunkt für eine Kündigung vor, bevor eine ordentliche Kündigung angenommen wird. Aber in der Regel wird kein Lebensversicherer, der etwas auf sich hält, seine Beiträge einklagen.

Zu diesem Punkt gibt es sogar eine geschäftsplanmäßige Erklärung gegenüber dem Aufsichtsamt. Für Sie  aber bedeutet jeder Euro, den Sie weiterhin bezahlen, wenn Sie sich erst einmal zu einer Kündigung entschlossen haben, hinausgeworfenes Geld, von dem Sie keinen Cent wieder sehen. Die gleiche Aussage gilt auch für eine Kündigung zu einem  beliebigen späteren Zeitpunkt. Einige Gesellschaften fordern für eine Kündigung zwar generell bestimmte Fristen, die in der Praxis aber nicht durchgesetzt werden können.

Wenn Sie nicht mehr bezahlen, ist Ende. Briefe, die etwas anderes aussagen, können Sie getrost in den Papierkorb werfen.

Bei Kündigung einer Kapitallebensversicherung haben Sie Anspruch auf Auszahlung des eventuell vorhandenen Rückkaufwertes, der allerdings erst nach einer längeren Anlaufzeit - von Gesellschaft zu Gesellschaft unterschiedlich hoch - gebildet wird.

Statt auf einer sofortigen Auszahlung des Rückkaufwertes zu bestehen, können Sie Ihre Lebensversicherung unter Umständen besser in eine geringe, beitragsfreie Versicherung umwandeln, wenn Sie Ihr Geld nicht unbedingt sofort brauchen. Diese Lösung rechnet sich oft entschieden besser und wird in der Regel auch von den Gesellschaften vorgeschlagen.

Sie zahlen dann ab sofort zu diesem Vertrag keine Beiträge mehr. Er ruht. Die beitragsfreie Versicherungssumme wird errechnet und zum ursprünglich vereinbarten Ablauf oder bei Tod der versicherten Person einschließlich weiter anfallender Gewinnanteile sofort fällig.

Vorsicht !

Die Kündigung einer Kapitallebensversicherung ist, wie die Erfahrung zeigt, aber nur in den wenigsten Fällen sinnvoll. Sie sollte daher auch die Ausnahme bleiben, wenn alle anderen Gestaltungsmöglichkeiten erschöpft sind.

Eine Kündigung zieht in der Regel ganz erhebliche finanzielle Verluste nach sich, die durch die verschiedenen anderen Gestaltungsmöglichkeiten, welche die Bedingungen schon vorsehen, vermieden werden können.

Sollte Ihnen allerdings ein übereifriger Versicherungsvertreter zur Kündigung eines bestehenden Lebensversicherungsvertrages raten, nur um selbst einen neuen, angeblich besseren Vertrag mit Ihnen abzuschließen, können Sie ihn getrost aus der Tür werfen.

Welche Gestaltungsmöglichkeiten gibt es?

Wenn Sie feststellen sollten, dass Sie z. B. aufgrund von Krankheit oder vielleicht auch Arbeitslosigkeit die vereinbarten Beiträge zu einer Lebensversicherung nicht oder nicht mehr in voller Höhe aufbringen können, ist eine vorzeitige, panikartige Kündigung des Vertrages mit Sicherheit immer die schlechteste Lösung.

Es gibt eine Vielzahl auch in den Bedingungen vorgesehener Möglichkeiten, den Vertrag anders zu gestalten und den neuen Gegebenheiten anzupassen, ohne unbedingt gleich Verlust machen zu müssen.

So können Sie

·         Ihre Beiträge für einen befristeten Zeitraum durch die Gesellschaft stunden lassen,

·         durch eine Verlängerung der Vertragslaufzeiten bei gleich bleibender Versicherungssumme die monatlichen Beiträge senken,

·         bereits angefallene Gewinnanteile mit zukünftigen Beiträgen verrechnen lassen und so erst einmal ein paar Monate Luft bekommen,

·         durch Kündigung von nicht notwendigen Zusatzversicherungen die Kosten wenigstens etwas senken,

·         für Ihren Vertrag eine Zeit lang nur die Risikoprämie bezahlen.

·         durch eine Kombination dieser Möglichkeiten die für Sie passende Lösung finden.

Die einmal vereinbarten Laufzeiten für Vertragsdauer und Beitragszahlungsdauer können natürlich auch nach unten geändert werden. Wenn sich das persönliche Umfeld ändert, wenn Sie höhere Beiträge verkraften oder früher an Ihr Kapital kommen möchten, bietet sich unter Umständen eine Verkürzung der Laufzeit an.

Aus steuerlichen Gründen aber sollte die Restlaufzeit nach der Umstellung immer noch 12 Jahre betragen.

Wann kann der Versicherer eine bestehende Lebensversicherung kündigen?

Der Versicherer hat nur eine einzige Möglichkeit, einen einmal bestehenden Lebensversicherungsvertrag vorzeitig zu kündigen:

Wenn Sie Ihre fälligen Prämien nicht oder nicht rechtzeitig bezahlen, ist der Versicherer sogar verpflichtet, Ihnen Ihren Versicherungsschutz zu kündigen.

Dieser Kündigung geht allerdings eine Mahnung voraus, in der Sie auf die Folgen der Nichtzahlung aufmerksam gemacht werden. Außerdem wird Ihnen noch eine Zahlungsfrist von 4 Wochen eingeräumt. Dann endet der Versicherungsschutz.

Im Schadenfall hat der Versicherer dann das Recht, die Leistung zu verweigern. Der Versicherungsnehmer erhält aber eine weitere Frist, um durch seine Zahlung den Versicherungsschutz wieder in Kraft zu setzen.

Eine spätere Änderung Ihrer Gesundheitsverhältnisse aber könnte nie und nimmer eine Kündigung durch den Versicherer auslösen. Wenn der Versicherer Ihren Antrag erst einmal geprüft und angenommen hat, steht er voll und ganz im Risiko und muss gesundheitliche Veränderungen der versicherten Person hinnehmen.

Wann kann der Versicherer die Leistung verweigern?

Der Versicherer hat grundsätzlich mehrere Möglichkeiten, im Schadenfall die Leistung zu verweigern. Dazu muss ein Fehlverhalten des Versicherungsnehmers oder der versicherten Person vorliegen.

·         Der Versicherungsnehmer hat im Antrag bewusst falsche Angaben gemacht oder Dinge verschwiegen, die zur Entscheidung über die Annahme des Antrages von Bedeutung waren. Man spricht von einer Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. Im Schadenfall kann der Versicherer auch noch nach Jahren vom Vertrag zurücktreten oder ihn wegen arglistiger Täuschung anfechten, um von der Leistung befreit zu werden.

·         Die versicherte Person kommt bei der Begehung eines Verbrechens oder Vergehens ums Leben oder begeht in den ersten 3 Jahren nach Vertragsabschluss Selbstmord.

·         Die versicherte Person kommt durch einen Vorfall ums Leben oder wird in ihrer Arbeitsfähigkeit beeinträchtigt, der vom Versicherungsschutz ausgeschlossen war.

·         Der Versicherungsnehmer hat seine Prämie nicht oder nicht rechtzeitig gezahlt, und der Vertrag war bereits rechtskräftig durch  den Versicherer gekündigt.

Wann kann eine Kapitallebensversicherung zur Tilgung von Darlehen oder Hypotheken eingesetzt werden?

Über viele Jahrzehnte hinweg konnte die Kapitallebensversicherung hervorragend zur Tilgung von Darlehen und Hypotheken sowohl im Bereich der Kapitalanlage als auch bei der Finanzierung von selbstgenutztem Wohnraum eingesetzt werden.

Im Augenblick ist diese Frage leider nicht zu beantworten.


Eindeutig

Die Rechnung

 

Felix Mustermann ist 30 Jahre alt. Seit zwei Jahren verheiratet und seit 3 Monaten stolzer Vater einer kleinen Tochter. Als Diplom-Ingenieur hat er gelernt, mit Zahlen ganz nüchtern umzugehen und den Ergebnissen seines Computers zu vertrauen.

Felix Mustermann ist sich schon seit geraumer Zeit darüber im Klaren, dass er im Alter nie und nimmer von dem, was er aus seiner gesetzlichen, teuer bezahlten Rentenversicherung zu erwarten hat, leben kann. Der Betrag wird auch bei allem Optimismus niemals ausreichen, um seinen gewohnten Lebensstandard im Alter auch nur im Entferntesten zu sichern, von seinem sozialen Umfeld ganz zu schweigen.

Er weiß, dass es an der Zeit ist, zumindest einen ersten Grundstein für seine spätere Altersversorgung zu legen. Mit jedem Jahr, das er noch länger wartet, würden die monatlichen Belastungen empfindlich steigen müssen, damit noch immer das gleiche Ziel einer gesicherten Altersvorsorge erreichet wird.

Zunächst träumt Felix Mustermann von einer garantierten monatlichen Rente von € 1.000 vom 65. Lebensjahr an. Das wäre doch schon mal ein guter Anfang. € 1.000 das klingt wenigstens ermutigend. Einen Rentenbeginn mit 60 hat sich Felix Mustermann schon lange als nicht realisierbar aus dem Kopf geschlagen.

Ein Rentenbeginn mit 67 wird immer realistischer.

Dann kommt Felix Mustermann ins Grübeln.

Was wird er sich wohl in 35 Jahren für diese € 1.000 noch kaufen können? Er weiß bereits aus eigener Erfahrung, dass die Brötchen vor 10 oder gar vor 20 Jahren wesentlich weniger als heute gekostet haben. Und auch der Friseur verlangte für einen Haarschnitt damals wesentlich weniger.

Felix Mustermann ist ein nüchterner Rechner. Er weiß, dass diese Rechnung auch für die nächsten 35 Jahre, also bis zu seinem erhofften Rentenbeginn, kaum anders aussehen dürfte. Es ist ihm klar, dass er in 35 Jahren mit einer angenommenen Rente von nominal € 1.000 kaum noch große Sprünge machen könnte.

Nicht einmal in Ergänzung zu seiner Gesetzlichen Rente wird er auch nur im Entferntesten seinen Lebensstandard halten oder gar sein soziales Umfeld halten können.

Wenn seine Rechnung aufgehen soll, braucht er in 35 Jahren eine zusätzliche Rente, die zumindest der heutigen Kaufkraft von € 1.000 entspricht. Das bedeutet nichts anderes, als dass Felix Mustermann 35 Jahre lang einen angemessenen Kaufkraftverlust in seine Überlegungen einbeziehen und in irgendeiner Form für einen Inflationsausgleich sorgen muss.

Felix Mustermann ist realistisch genug, um mit einer Inflationsrate von mindestens 2,5 Prozent im Jahr zu rechnen, die er langfristig ausgleichen muss. Das bedeutet nichts anderes, als dass er, von den gewünschten € 1.000 ausgehend, den nominalen Wert jedes Jahr um 2,5 Prozent erhöhen muss, um sich auch auf Dauer die gewünschte Kaufkraft von zurzeit € 1.000 zu erhalten.

Vorsichtig, wie er ist, macht er auch noch eine zweite Rechnung auf. Diesmal mit einer angenommenen Inflationsrate von 3 Prozent.

Die Inflationsrate ist mit Sicherheit eine Unbekannte in dieser Rechnung, denn sie könnte natürlich auch wesentlich höher ausfallen. Wer die Teuerungsrate aber in seinen Überlegungen ganz außer Acht lässt, wird mit Sicherheit ganz falsch liegen.

Das Ergebnis seiner kleinen Rechnung haut Felix Mustermann erst einmal um. Mit einem solchen Betrag hat er nie und nimmer gerechnet. Und Sie, lieber Leser, wenn Sie ehrlich sind, wohl auch nicht.

Wenn wir das Ergebnis umsetzen, bedeutet das nichts anderes, als dass Felix Mustermann 35 Jahre Zeit hat, um ein Kapital anzusparen, aus dem er dann für den Rest seines Lebens jeden Monat einen Betrag von € 2.315,32 erhält. Nach wie vor mit einer Kaufkraft von € 1.000, wenn wir heute gültige Werte zugrunde legen.

Das für die Rentenzahlung benötigte Kapital muss natürlich noch wesentlich höher ausfallen, wenn die dann fällige Rente auch weiterhin einen Inflationsausgleich enthalten sollte. Anders ausgedrückt, wenn die fälligen Rentenzahlungen dynamisiert werden sollen.

Und damit kommen wir zur nächsten großen Unbekannten in unserer kleinen Rechnung.

Herr Mustermann weiß leider nicht, wie alt er werden wird und wie lange sein angespartes Kapital reichen müsste, um daraus seine lebenslange Rente zu bedienen. Schließlich hat Felix Mustermann keine Lust, im Alter nun doch noch den Weg zum Sozialamt zu gehen.

„Es gibt doch Sterbetafeln“, sagen Sie. Richtig! Er gibt Sterbetafeln. Dort kann jeder ablesen, wie lange er voraussichtlich zu leben wird. Was aber hilft dieser statistische Wert, wenn sich Felix Mustermann nicht an die statischen Vorgaben hält und die Dreistigkeit besitzt älter, als statistisch vorgegeben zu werden.

Die Sterbetafeln müssen ohnehin in immer kürzer werden Zeitabständen nach oben korrigiert werden. Unsere Lebenserwartung steigt - auch dank der besseren medizinischen Versorgung - von Jahr zu Jahr. Zurzeit steigt sie um volle 3 Monate. Und ein Ende dieser positiven Entwicklung ist noch nicht abzusehen.

Wenn wir nun diese allgemeine Entwicklung auf die Zukunft von Felix Mustermann projizieren, bedeutet das, dass seine Lebenserwartung in den nächsten 35 Jahren bis zu seiner Rente um weitere 8 Jahre und 9 Monate steigen wird.

Sein angespartes Kapital müsste also bereits zu diesem Zeitpunkt 8 Jahre und 9 Monate länger als ursprünglich vorgesehen ausreichen.

Als einzig richtige Lösung kommt für Felix Mustermann nur eine Versicherungslösung in Frage. Denn nur diese Versicherungslösung garantiert ihm die Sicherheit einer lebenslänglichen Rente. Seine Rente wird also auch dann noch weiter fließen, wenn Felix Mustermann 120 Jahre alt wird.

Ein heute 30-Jähriger wird, wenn wir die geltenden Sterbetafeln zugrunde legen, voraussichtlich 75,67 Jahre alt werden. Das angesparte Geld müsste also bei einem gewünschten Rentenbeginn mit 65 Jahren auf der Grundlage der heute geltenden Sterbetafeln 15,67 Jahre reichen.

Schreiben wir die heute schon abzusehende Veränderung der Sterbetafeln fort, dann ergibt sich, wenn Herr Mustermann das 65. Lebensjahr erreicht hat, eine zu erwartende Laufzeit der Rente von 24,67 Jahren.


 


 

Inflationsausgleich

 

Jahre

2,5 %

3,0 %

3,5 %

4,0 %

1

1.000,00

1.000,00

1.000,00

1.000,00

2

1.025,00

1.030,00

1.035,00

1.040,00

3

1.050,63

1.060,90

1.071,23

1.081,60

4

1.076,89

1.092,73

1.108,72

1.124,86

5

1.103.81

1.125,51

1.147,52

1.169,86

6

1.131,41

1.159,27

1.187,69

1.616,65

7

1.159,69

1.194,05

1.229,26

1.265,32

8

1.188,69

1.229,87

1.272,28

1.315,93

9

1.218,48

1.266,77

1,316,61

1.368,57

10

1.248,86

1.304,77

1.362,90

1.423,31

11

1.280,08

1.343,92

1.410,60

1.480,24

12

1.312.09

1.384,23

1.459,97

1.539,45

13

1.344,89

1.425,76

1.511,07

1.601,03

14

1.378,51

1.468,53

1.563,96

1.665,07

15

1.412,97

1.512,59

1.618,69

1.731,68

16

1.448,30

1.557,97

1.675,35

1.800,94

17

1.484,51

1.604,71

1.733,99

1.872,98

18

1.521,62

1.652,85

1.794,68

1.947,90

19

1.559,66

1.702,43

1.857,49

2.025,82

20

1.598,65

1.753,51

1.922,50

2.106,85

21

1.638,62

1.806,11

1.989,79

2.191,12

22

1.679,58

1.860,29

2.059,43

2.278,77

23

1.721,57

1.916,10

2.131,51

2.369,92

24

1.764,61

1.973,59

2.206,11

2.464,72

25

1.808,73

2.032,79

2.283,33

2.563,30

26

1.853,94

2.093,78

2.363,24

2.665,84

27

1.900,29

2.156,59

2.445,96

2.772,47

28

1.947,80

2.221,29

2.531,57

2.883,37

29

1.996,50

2.287,93

2.620,17

2.998,70

30

2.046,41

2.356,57

2.711,88

3.118,65

31

2.097,57

2.427,26

2.806,79

3.243,40

32

2.150,01

2.500,08

2.905,03

3.373,13

33

2.203,76

2.575,08

3.006,71

3.508,06

34

2.258,85

2.652,34

3.111,94

3.648,38

35

2.315,32

2.731,91

3.220,86

3,798,32


Felix Mustermann will sein Ziel, eine sichere Altersversorgung, auf jeden Fall erreichen. Aus diesem Grunde will er seine monatlichen Beiträge durch eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung absichern. Wird er - aus welchem Grunde auch immer - berufsunfähig, muss er keine Beiträge zu seiner Rentenversicherung mehr aus eigener Tasche bezahlen. Der Versicherer übernimmt dieses Risiko sogar ein-schließlich eventuell vereinbarter Beitragssteigerungen.

Jetzt werden Sie natürlich noch wissen wollen, wie viel Felix Mustermann jeden Monat für seine Altersversorgung aufbringen muss, damit er in 35 Jahren eine garantierte Rente von dann monatlich € 2.315 erhalten kann.

Sehen wir uns also das Angebot eines durchschnittlichen Anbieters einmal an!

Die Zahlen hauen nicht nur Felix Mustermann von den Füßen. Er müsste vom nächsten Ersten an jeden Monat die stolze Summe von € 970 hinlegen, um sein Ziel in 35 Jahren eine garantierte Rente von monatlich € 2.315, zu erreichen. Wenn die Beitragsbefreiung für den Fall einer Berufsunfähigkeit mit berücksichtigt werden sollte, beträgt der Beitrag sogar € XXXXXX.

„So viel“, stöhnt Herr Mustermann. Nein, mit so hohen Beiträgen hat er nicht gerechnet. Und Sie, wenn Sie ehrlich sind, Sie wahrscheinlich auch nicht.

Um das gewünschte Ziel zu erreichen, muss also nach anderen Wegen gesucht werden. Der einzig mögliche Weg ist, mit einem niedrigen, heute tragbaren Beitrag anzufangen und diesen Anfangsbeitrag jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz zu steigern. Man spricht von einer Beitragsdynamik, die in einer unterschiedlichen Höhe vereinbart werden kann. Mit einer angenommenen Steigerungsrate von 5 % kann Felix Mustermann durchaus leben, wenn er nicht arbeitslos wird.

Die weniger intelligenten Verbraucher, die mit Zahlen so ihre Schwierigkeiten haben, zucken immer ganz fürchterlich zusammen, wenn sie die Beitragsentwicklung über einen Zeitraum von 35 Jahren Schwarz auf Weiß sehen. Der intelligente Verbraucher kann es nachrechnen und wird verstehen, dass der Einschluss einer angemessenen Dynamik der einzig mögliche Weg ist, um das erstrebte Ziel zu erreichen.

Der heute zu zahlende Beitrag entspricht einem bestimmten Prozentsatz des Einkommens. Wenn der Beitrag zur Rentenversicherung nach einem Jahr um den vereinbarten Prozentsatz steigt, wird bis dahin in der Regel auch das Einkommen von Felix Mustermann hoffentlich zumindest um ein paar Euros gestiegen sein.

So wird die gesteigerte Beitragsrate in der Regel zu keiner höheren prozentualen Belastung, bezogen auf das erhöhte Einkommen, führen.

Zugegeben, die Einkommenssteigerung von Felix Mustermann wird vielleicht nicht immer exakt 5 % pro Jahr betragen. Es können vielleicht auch mal ein paar Euro mehr oder weniger sein. Auf die Dauer aber sind die 5 % ein Wert, der sich wie ein roter Faden durch das Leben der meisten Arbeitsnehmer ziehen wird. Von den großen Karrieresprüngen einmal ganz abgesehen.

Wer glaubt, auf die Dynamik ganz verzichten zu können, wird am Ende auf jeden Fall mit nicht ausreichenden Leistungen dastehen.


Sicher

Die klassische Rentenversicherung

 

Es ist bitter, wenn man älter wird, als man es sich leisten kann. Über die tiefer gehende Wahrheit in diesen Worten kann man sicherlich lange diskutieren, besonders, wenn man nicht zu denen gehören will, die auch im Alter die Absicht haben, sich ohne zu zögern ins soziale Netz fallen zu lassen.

Für den, der – aus welchen Gründen auch immer – dem sozialen Netz misstraut  und schon deshalb für sich selbst sorgen muss, führt an einer vernünftigen Lösung über eine klassische, private Rentenversicherung im Grunde kein Weg vorbei. Wenn er in gewohnter Weise auf Nummer sicher gehen und nicht irgendwann am Ende seines Lebens mit leeren Händen dastehen will, bietet ihm die private Rentenversicherung in der altbekannten klassischen Form eine ungeahnte Zahl hoch interessanter Gestaltungsmöglichkeiten.

Eine Rentenversicherung mag zwar nicht immer die berückendste aller Kapitalanlagen sein, aber mit Abstand die sicherste Anlage mit dem geringsten Risiko. Schließlich gehen Sie ja auch nicht ins Spielcasino, um mit einem gewagten Einsatz auf Schwarz oder Rot Ihre Rente zu verdoppeln oder ganz aufs Spiel zu setzen.

Eine Rente, einmal ganz losgelöst vom Begriff der Rentenversicherung, ist nichts anderes als eine regelmäßig wiederkehrende Geldleistung, die schon seit Jahrhunderten als durchaus übliches Versorgungsinstrument eingesetzt wurde. So wird zum Beispiel von den französischen Königen berichtet, dass sie ihre Maitressen mit ansehnlichen Renten in den einstweiligen oder auch endgültigen Ruhestand schickten.

Heute dient die private Rente, überwiegend in Verbindung mit einer Rentenversicherung, in der Regel der eigenen, sorgfältig geplanten Altersversorgung, deren Gestaltungsmöglichkeiten aber genug Raum lassen, um auch die spätere Versorgung weiterer Rentenberechtigter sicherzustellen.

Ein Versicherer verspricht, gegen Zahlung eines bestimmten Beitrages, der entweder als Einmalzahlung erbracht wird oder auch während einer Aufschubzeit in Raten gezahlt werden kann, von einem bestimmten Zeitpunkt an der versicherten Person - dem Renten-berechtigten - lebenslänglich z. B. jeden Monat einen bestimmten Betrag zu bezahlen.

Zum besseren Verständnis ein paar Begriffe, die Sie unbedingt kennen sollten, damit Sie die Zusammenhänge in der Rentenversicherung leichter nachvollziehen können.

Die vereinbarte Rentenzahlung kann entweder sofort oder auch zu einem späteren Zeitpunkt beginnen. Im einen Fall spricht man dann von einer sofort beginnenden Leibrente, im anderen Fall von einer aufgeschobenen Leibrente.

Um das selbst gesetzte Ziel, die sichere Altersversorgung in der gewünschten Höhe auch tatsächlich zu erreichen, sollte, wenn es der Gesundheitszustand der zu versichernden Person es irgendwie erlaubt, über die Absicherung der Beiträge durch eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung nachgedacht werden.

Eine solche Zusatzversicherung kostet nicht viel. Sie garantiert aber zumindest im Falle einer Berufsunfähigkeit die Weiterzahlung der Beiträge durch den Versicherer. Sofern der Grundvertrag eine Dynamisierung vorsieht, übernehmen einige Anbieter sogar auch die weiterhin steigenden Beiträge.

Der beantragte Zeitraum der Beitragsbefreiung für den Fall einer Invalidität kann auch kürzer als die vereinbarte Beitragszahlungsdauer sein. Diese Lösung wird mitunter schon aus Kostengründen gewählt, denn im Alter von 60 bis 65 Jahren steigen je nach Beruf die Prämiensätze für eine Beitragsbefreiung doch recht empfindlich, weil der Versicherer aufgrund seiner Erfahrung weiß, dass er wohl auf jeden Fall eintrittspflichtig werden wird, weil in diesem Beruf nur selten jemand bis 65 arbeitet.

Neben der Beitragsbefreiung für den Fall der Berufsunfähigkeit kann zusätzlich auch eine Berufsunfähigkeitsrente in angemessener Höhe mitversichert werden, die den Lebensunterhalt bis zum Ende der Aufschubzeit sichern könnte.

Verstirbt die versicherte Person vor Ablauf der Aufschubzeit, so sehen zumindest die meisten Verträge bei den Gesellschaften, die die klassische Rentenversicherung anbieten, eine Rückgewähr der eingezahlten Beiträge vor. Einschließlich der bis dahin angefallenen Gewinnanteile. Diese Rückgewähr muss aber schon bei Antragstellung vereinbart werden.

Die vereinbarte Rente wird an den Rentenberechtigten in der Regel lebenslänglich gezahlt. Zeitrenten sind eine ungewöhnliche Ausnahme, die auch nur von wenigen Gesellschaften geboten werden. Zum Schutz von Erben oder Hinterbliebenen kann zusätzlich eine Rentengarantiezeit beantragt werden. Die Rentengarantie legt einen Zeitraum fest, während dem im Falle des Todes des Renten-berechtigten die Renten an den oder die Begünstigten weiterhin gezahlt werden.

Die Dauer der Rentengarantiezeit kann frei gewählt werden, darf aber aus steuerlichen Gründen den Zeitraum der voraussichtlichen Lebenserwartung nicht übersteigen.

Die Rentengarantiezeit darf nicht mit dem Begriff der Hinterbliebenenrenten verwechselt werden, die in Verbindung mit einer privaten Rentenversicherung durchaus möglich sind. Diese Hinterbliebenenrenten müssen aber auf der Grundlage von versicherungs-mathematisch notwendigen genauen Einzeldaten der zu versorgenden Personen gesondert errechnet werden.

Jeder, der schon etwas älter ist, weiß aus Erfahrung, dass die Brötchen vor 30 Jahren weniger als heute gekostet haben. Und in weiteren 30 Jahren werden sie mehr kosten als heute.

 Schon aus diesem Grunde dürfte es für jeden auch nur halbwegs intelligenten Verbraucher, der zwei und zwei zusammenzählen kann, klar sein, dass auch jeder Rentenvertrag, der später mal der Versorgung dienen soll, als unverzichtbaren Bestandteil eine Beitragsdynamik enthalten sollte. Nur durch diese zu vereinbarende Beitragsdynamik kann auch auf Dauer sichergestellt werden, dass die Kaufkraftverluste der Zukunft ausgeglichen werden.

Da die Beiträge zu einer klassischen Rentenversicherung im Gegensatz zu den neuen Rentenmodellen bereits aus versteuertem Einkommen bezahlt wurden, muss die zu erwartende Rente nicht in voller Höhe, sondern nur mit dem Ertragsanteil versteuert werden, der bei einem 65-jährigen zurzeit bei 18 Prozent liegt.

Macht der Versicherungsnehmer allerdings von seinem Kapitalwahlrecht Gebrauch, dann muss er die Gewinnanteile wie bei einer Lebensversicherung auch voll oder je nach Alter zur Hälfte versteuern. Die Gewinnanteile werden aus der Ablaufleistung  abzüglich der eingezahlten Beiträge errechnet.

 Der Versicherer trägt das nicht unerhebliche Risiko, dass der Rentenberechtigte älter als vorgesehen wird. Der Versicherer wird also sehr vorsichtig kalkulieren, damit er mit dem Geld, das er im Laufe der Jahre oder auch als Einmalbeitrag von seinem Versicherungsnehmer bekommen hat, auch auskommt.

So hofft denn jeder Rentenversicherer, dass sich seine Kunden im Großen und Ganzen an die kalkulatorisch zugrunde gelegten Spielregeln halten. Er betet, dass sie nicht die Dreistigkeit besitzen, plötzlich in größerer Stückzahl älter zu werden, als es die Sterbetafeln zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses vermuten ließen.

Wo kämen wir denn da hin? Schließlich kann doch nicht jeder kommen und einfach so still vor sich hin sterben, wie er will. Er hat sich gefälligst an gewisse Regeln und an die Statistik zu halten.

Gut, ein paar Ausreißer hin oder her, die kann jeder Versicherer noch gerade so verkraften. Wenn aber eine größere Anzahl von Renten-berechtigten unverhofft ohne Vorwarnung wesentlich älter als vorgesehen wird - ein neues Krebsmittel würde zum Beispiel erfunden - würde der eine oder andere Rentenversicherer wohl  ganz schön ins Schleudern kommen.

Er kann nicht zurück, und er muss - wenn vielleicht auch zähneknirschend - die zugesagten Rentenleistungen erbringen. Auch wenn Sie 120 Jahre alt werden. Dann ist eben die ganze Dividende für die Aktionäre im Eimer.

Das ist nun mal das Risiko, das der Versicherer übernommen hat und für das Sie als Kunde Prämie gezahlt haben. Es ist, wenn Sie so wollen, ein etwas makaberes Geschäft, und das hat wie immer zwei Seiten.

Aus diesen Gründen kalkulieren alle Rentenversicherer sehr, sehr vorsichtig und versuchen zumindest, ihren Kunden nicht mehr als unbedingt nötig zu versprechen.

Wenn die durchschnittliche Lebenserwartung, die mit Hilfe der Sterbetafeln inzwischen alle paar Jahre neu errechnet wird, ganz unerwartet steigt, freut sich natürlich der Lebensversicherer. Immer mehr seiner Kunden erreichen dann das vereinbarte Ablaufdatum. Der Versicherer wird nicht oder nur selten mit „vorzeitigen“ Todesfällen zur Kasse gebeten.

Der Versicherer fährt ein traumhaftes Ergebnis ein. Mit etwas Glück steigen dann nicht nur die Dividenden der Aktionäre und die Vorstandsgehälter, sondern auch die schmalen Ablaufleistungen der Versicherten.

Die gleiche unerwartete Veränderung der durchschnittlichen Lebenserwartung dagegen verursacht den Aktuaren der Rentenversicherungen schlaflose Nächte, weil sie nicht wissen, wie und wo sie überall Ihre Euros zusammenkratzen sollen.

Wat dem enen sin Uhl, es dem anderen sin Nachtigall. That’s live!

Die garantierten Rentenzahlungen muss der Versicherer - ob er will oder nicht - auf jeden Fall erbringen. Denn dazu hat er sich ja vertraglich verpflichtet. Aber die Gewinnbeteiligung, die ohnehin oft genug in den Sternen steht, und damit verständlicherweise auch die voraussichtlichen Rentenzahlungen werden zwangsläufig zurückgefahren werden müssen, damit der Versicherer sein einmal gegebenes Leistungsversprechen auch auf Dauer einhalten kann.

Etwas frivoler könnte man das in diesem Fall etwas verworrene Innenleben der Versicherungsgesellschaften vielleicht auch so umschreiben:

·         Den einen Kunden wünscht der Lebensversicherer ein langes Leben, um seine Zahlen zu verbessern,

·         den anderen Kunden wünscht der Rentenversicherer die Pest an den Hals, um seine Zahlen nicht zu gefährden.

Da soll sich nun ein Außenstehender noch zurechtfinden.


Nicht unumstritten

Die Riesterrente

 

Zugegeben, der Start der Riesterrente im Jahr 2002 war alles andere als eine Erfolgsgeschichte. Die Pferde wollten einfach nicht saufen, und es waren eine Menge Pferde, die das, was ihnen da - meist auch noch völlig unverständlich - angeboten wurde, rundweg ablehnten.

So gut gemeint der Gedanke von Herrn Riester und seiner Rente auch gewesen sein mag, so dilettantisch war die Umsetzung vorbereitet. Die eierlegende Wollmilchsau, die es nach Vorstellung von Herr Riester und einiger anderer Experten ja unbedingt sein sollte, war in den Augen vieler Verbraucher eine Missgeburt, mit der sich niemand - eine paar Vorstände von Versicherungsgesellschaften vielleicht ausgenommen - ernsthaft anfreunden konnte.

Hinzu kam, dass man mit den im Jahre 2002 in Rede stehenden Summen keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken konnte. Und es war wohl auch niemand da, der sich die Mühe machen wollte, das arme Tier ernsthaft hervorzulocken.

Der Versicherungsaußendienst, der diese undankbare Aufgabe übernehmen und den Verbraucher von den Vorteilen dieser neuen Vorsorgemöglichkeit überzeugen sollte, hatte für dieses Produkt meist nur ein müdes Lächeln übrig. Die versprochenen Provisionen reichten kaum aus, um damit die anfallenden Benzinkosten zu bezahlen, und an eine angemessene Vergütung des erbrachten hohen Zeitaufwandes war überhaupt nicht zu denken.

Der Außendienst hatte bessere Produkte anzubieten und auch die eilig herbeigerufenen Kaffeeverkäufer fanden für diese Policen kaum Abnehmer.

Inzwischen sind nach diesen mehr oder weniger hilflosen Anfängen in 2002 ein paar Jahre vergangen. Aus dem hässlichen Entlein, das alle verstoßen und verlacht haben und das niemand haben wollte, beginnt ein durchaus attraktiver Schwan zu werden, der es verdient hat, dass man ihm zumindest etwas Aufmerksamkeit schenkt.

Die Riesterrente - auch Zulagenrente genannt - wird mit Sicherheit ihren festen und für viele Familien sogar unverzichtbaren Platz in der Altersversorgung der Arbeitnehmer übernehmen.

Die staatlichen Anreize und Zulagen können allerdings recht unter-schiedlich ausfallen. Aus diesem Grunde kann die Riesterrente auch nicht für jeden Arbeitnehmer in gleicher Weise als das ideale Produkt einer ausreichenden Altersversorgung schlechthin angesehen werden.

Eine individuelle Prüfung und eingehende Beratung durch einen Fachmann, der weiß, wovon er redet, ist also auf jeden Fall erforderlich und angeraten, wenn der kostenbewusste Verbraucher für sich und seinen finanziellen Einsatz ein optimales Ergebnis erzielen möchte.

Die Entscheidung über den Abschluss einer Riesterrente ist also keine Einzelentscheidung, sie muss vielmehr immer im Zusammenhang mit einem umfassenden Konzept einer Altersversorgung getroffen werden. Auch an dieser Stelle zeigt sich - einmal mehr - die Notwendigkeit eines durchgehenden und umfassenden Versicherungskonzeptes, das in die Hand eines unabhängigen Versicherungsvermittlers gehört und auch nur von diesem – selbstverständlich gemeinsam mit Ihnen - zusammengestellt werden kann.

Auf den folgenden Seiten werden Sie unter anderem auch ein paar aussagefähige Musterberechnungen finden, die Ihnen als Grundlage für Ihre weiteren Überlegungen dienen können.

Zuerst aber werden wir ein paar Begriffe klären und ein paar Fragen beantworten müssen.

Warum fördert der Staat die private Altersversorgung?

Das Niveau der gesetzlichen Altersrente wird sinken. Das steht fest. Das haben sogar die in Berlin endlich verstanden. Dies ist eine der einschneidendsten Folgen der Rentenreform 2002. Der Grund ist für jeden auch nur halbwegs intelligenten Verbraucher zu verstehen: Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Jedes zweite Mädchen, das heute geboren wird, hat gute Aussichten, mehr als ein-hundert Jahre alt zu werden. Damit steigen die Rentenbezugszeiten.

Gleichzeitig gibt es aber zunehmend immer weniger jüngere Beitragszahler, und irgendwann werden auch diese Wenigen nicht mehr bereit sein, so viel Beiträge für längere vergangene Generationen aufzubringen, an die sie nicht mehr viel bindet.

Steigende Ausgaben und rückläufige Einnahmen - auf dieser Basis ist das gegenwärtige staatliche Rentensystem auf Dauer nicht mehr finanzierbar. Die heutigen Beitragszahler werden sogar wesentlich weniger herausbekommen, als sie im Laufe ihres Arbeitslebens eingezahlt haben.

Das klingt nicht unbedingt ermutigend: Für die Rentner von morgen droht somit eine neue Versorgungslücke. Bei gleicher - wenn nicht sogar noch steigender - Beitragsbelastung durch die Pflichtversicherung haben sie von dieser später spürbar weniger zu erwarten. Eine zusätzliche private Absicherung wird damit für einen Lebensabend ohne empfindlichen Verzicht mehr denn je zum Muss.

Nun die positive Nachricht:

Einen erheblichen Teil der Beiträge übernimmt der Staat.

Sicherlich nicht ganz aus freien Stücken, aber mit Millionen von Sozialhilfeempfängern kann man in Berlin auch sehr wenig anfangen. Und damit kommt der Speck in die Falle. Um die Versicherten zu entlasten und zugleich die Erziehungsarbeit von Eltern in Form von Rentenansprüchen zu honorieren, werden in Zukunft bestimmte Formen der freiwilligen privaten Altersvorsorge durch ein neues System aus direkten Zuschüssen und Steuervorteilen unterstützt.

Hört sich doch schon mal gut an. In Kurzform: Unter bestimmten Bedingungen,  zahlt der Staat einen beachtlichen Teil der Beiträge zu einer zusätzlichen kapitalgedeckten Alters-vorsorge.

Die rechtlichen Bestimmungen hierzu werden - ähnlich wie beim Kindergeld - im Einkommensteuergesetz als kombinierte Zulagen- bzw. Sonderausgabenregelung verankert. Das entsprechende Gesetz ist am 1. Januar 2002 in Kraft getreten.

Wer wird gefördert?

Anspruch auf Förderung haben grundsätzlich alle, die Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung einzahlen. Eingeschlossen sind auch:

·         Arbeitnehmer-/innen im öffentlichen Dienst,

·         Beamte, Richter, Soldaten,

·         Wehr- und Zivildienstleistende,

·         Nichterwerbstätige während der Kindererziehungszeit (3 Jahre),

·         geringfügig Beschäftigte, die auf die Versicherungsfreiheit verzichtet haben,

·         Bezieher von Lohnersatzleistungen (Arbeitslosen- /Krankengeld),

·         versicherungspflichtige Selbständige, insbesondere selbständige Handwerker,

·         Ehepartner der vorstehend genannten Personen.

Welche Anlageformen werden unterstützt?

Der Gesetzgeber will, dass die von ihm geförderten Vorsorgemaßnahmen dem Versicherten auch tatsächlich erst im Alter zugutekommen und dann für den gesamten Lebensabend einen verlässlichen Teil seines finanziellen Bedarfes abdecken. Darum sind private Anlageformen nach dem neuen Gesetz nur dann förderungsfähig, wenn sie u. a.:

·         eine lebenslange Rente garantieren

·         nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres fällig werden

·         mindestens die eingezahlten Beiträge bei Ablauf garantieren und

·         vor Abtretung oder Verpfändung geschützt sind.

Wie hoch sind die Zuschüsse?

Die staatliche Förderung besteht aus drei Teilen:

·         einer Grundförderung,

·         einer Kinderzulage und

·         einem zusätzlichen einkommensabhängigen Steuervorteil durch den möglichen Sonderausgabenabzug.

Die maximale jährliche Grundzulage beträgt:

Jahr

max. Grundzulage p. a.

2002 und 2003

38 EUR

2004 und 2005

76 EUR

2006 und 2007

114 EUR

ab 2008

154 EUR

 

Sollten Sie und Ihr Ehepartner, der nicht versicherungspflichtig ist, steuerlich zusammen veranlagt werden, steht die Grundzulage jedem von Ihnen gesondert zu, wenn Sie beide eigenständige Altersversorgungsansprüche erwerben. Sie können sich also die doppelte Zulage sichern!

Die maximale Kinderzulage beträgt jährlich je Kind:

Jahr

maximale Kinderzulage je Kind p. a.

2002 und 2003

46 EUR

2004 und 2005

92 EUR

2006 und 2007

138 EUR

ab 2008

185 EUR

Als Sonderausgaben können zudem unabhängig vom individuellen Einkommen nachfolgende Altersvorsorgeaufwendungen (Eigenbeiträge + Zulage) höchstens geltend gemacht werden:

Veranlagungszeitraum

Altersvorsorgeaufwendungen p. a.

2002 und 2003

bis zu 525 EUR

2004 und 2005

bis zu 1.050 EUR

2006 und 2007

bis zu 1.575 EUR

ab 2008

bis zu 2.100 EUR


In manchen Fällen, z.B. bei hohem Einkommen, kann es günstiger sein, den Altersvorsorgeaufwand im Rahmen des Sonderausgabenabzugs geltend zu machen. Dies wird vom Finanzamt in jedem Fall geprüft. Ist die Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug höher als die Zulagen, wird die Differenz im Rahmen der Steuererklärung gutgeschrieben. Zu beachten ist: Weil der Aufbau dieser Form von Altersvorsorge aus nicht versteuertem Einkommen erfolgt, unterliegen die späteren Auszahlungen der Steuerpflicht.

Wer erhält die Höchstförderung?

Wer sich die maximale Grundförderung und Kinderzulage sichern will, muss einen bestimmten Anteil seines rentenversicherungs-pflichtigen Jahreseinkommens als so genannte “Spareinlage” in die förderungsfähige Altersvorsorge investieren:

·         2002/2003 mindestens 1%

·         2004/2005 mindestens 2%

·         2006/2007 mindestens 3% und

·         ab 2008 mindestens 4%

Bleibt die Gesamtaufwendung unter diesen Sätzen, fällt die Förderung entsprechend geringer aus.

Das klingt nach mehr Belastung, als es ist: Da sich die Spareinlage aus dem Eigenanteil des Versicherten und den staatlichen Zulagen zusammensetzt, müssen Sie nur einen Teil der geforderten Investitionen aus eigener Tasche zahlen.

Ein Beispiel macht das deutlich:

Ein Alleinverdiener-Ehepaar mit zwei Kindern und 30.000 EUR Bruttoverdienst erreicht im Jahre 2008 die geforderte jährliche Sparleistung von 1.200 EUR (= 4 Prozent von 30.000) schon durch eigene Aufwendungen in Höhe von 522 EUR, denn die fehlenden 678 EUR liefert der Staat (2x154 EUR Grundförderung für die Eltern und 2x185 EUR Kinderzulage).


Ein weiterer Vorteil: Sie müssen die staatliche Unterstützung nicht vorher auslegen, um sich das Ihnen zustehende Geld dann später vom Staat zurückzuholen. Die Zulage wird stattdessen vom zuständigen Finanzamt nach Ihrer Antragstellung unmittelbar auf den Vertrag gutgeschrieben und direkt an die Versicherungsgesellschaft überwiesen.

Wie viel Eigenleistung ist mindestens nötig?

Trotz aller Unterstützung will der Gesetzgeber, dass jeder Versicherte auch einen relevanten eigenen Beitrag zu seiner Altersversorgung leistet. Um zu verhindern, dass bei hohen Zulagen-Ansprüchen der erforderliche Eigenbeitrag sehr gering wird oder die Zulagen allein schon den geforderten Prozentsatz vom rentenversicherungspflichtigen Einkommen abdecken, sind Mindesteigenbeiträge festgeschrieben. Sie sind gestaffelt nach Jahr und Anzahl der Kinder:

Jahr

Ohne Kinder

1 Kind

ab 2 Kindern

2002 bis 2004

45 EUR

38 EUR

30 EUR

ab 2005

90 EUR

75 EUR

60 EUR

 

Ein Beispiel:

Eine allein erziehende Angestellte mit einem Kind, die im Erziehungsurlaub kein rentenversicherungspflichtiges Einkommen bezieht, erhält im Jahre 2008 für einen Mindesteigenbeitrag von 75 EUR jährlich vom Staat eine Zulage von 339 EUR (154 EUR + 185 EUR) und erreicht eine jährliche Sparleistung von 414 EUR. Die staatliche Zulage macht dabei über 80 Prozent der gesamten Sparleistung aus.

 

Lassen sich bestehende Verträge umwandeln?

Unter bestimmten Bedingungen können bei vielen Gesellschaften sogar bereits bestehende Altverträge zur privaten Altersvorsorge auf die neuen Tarife umgestellt werden. Allerdings ist das in der Regel nicht empfehlenswert: Denn auch vor der Rentenreform reichten die Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung für die finanzielle Absicherung des Alters meist nicht aus. Diese “alte” Versorgungslücke haben viele Versicherte weitsichtig abgedeckt, z.B. mit einer privaten Rentenversicherung. Jetzt aber kommt es durch die Reform zu einer neuen Versorgungslücke, da das Rentenniveau deutlich abgesenkt wird - und das erfordert eine zusätzliche private Vorsorge! Wer einfach nur seine bestehende private Rentenversicherung auf geförderte Tarife umstellt, hat zwar das neue Problem gelöst, dafür aber die alte Lücke wieder aufgerissen. Darum ist eine Erweiterung der Absicherung die einzig sichere Lösung für einen sorgenfreien Lebensabend.


Viel versprechend

Die Rüruprente

 

Die Rüruprente ist neben Riesterrente und betrieblicher Altersversorgung eine weitere vom Staat geförderte Altersvorsorge, die besonders für Selbständige interessant ist.

Ihr Erfinder, Professor Rürup hat sie wohl  besonders auf die Gruppe der Selbständigen zugeschnitten, weil er die Meinung vertrat, dass diese Gruppe im Gegensatz zu Angestellten und Beamten noch keine Möglichkeit gehabt hätte, steuerbefreit Altersvorsorge zu betreiben.

Die Rüruprente gehört zu den so genannten Basisrenten und ermöglicht es nun erstmalig auch oder besonders den Selbständigen, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, eine zumindest über-wiegend steuerlich geförderte, kapitalgedeckte Altersversorgung zu betreiben.

Um den Staat nicht übermäßig zu belasten, erfolgt die steuerliche Freistellung allerdings verteilt auf mehrere Jahre.

Die Vorteile der Rüruprente können aber durchaus auch von Arbeitnehmern genutzt werden. In der Regel aber rechnen sich bei diesem Personenkreis Riesterrente und betriebliche Altersversorgung besser. Somit ist vor jeder Entscheidung Beratung durch einen Fachmann unbedingt angesagt.

Der Prozentsatz, der als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden kann, steigt von 60 Prozent im Jahr 2005 bis zum Jahr 2025 jährlich um zwei Prozent, so dass dann die gesamten Beiträge zu einer Rüruprente bis hin zur Grenze  von 20.000 bzw. 40.000 € bei der Steuer geltend gemacht werden können.

Von den im Jahr 2005 gezahlten Vorsorgeaufwendungen sind 60 %, höchstens 12.000 € (bei zusammen veranlagten Ehegatten bis zu 24.000 €) berücksichtigungsfähig.

Dieser Betrag muss bei Arbeitnehmern allerdings noch um den steuerfreien Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt werden, so dass der jeweilige Höchstbetrag der abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen bei Arbeitnehmern von der Höhe des jeweiligen Bruttojahreslohns abhängt.

Auch bei Beamten und anderen Personen, die einen Versorgungsanspruch ganz oder teilweise ohne eigene Beitragsleistung haben, wird eine Kürzung um einen fiktiven Arbeitgeberanteil vorgenommen.

Aus Gründen der Gleichstellung sollten für alle Produkte der so genannten ersten Schicht die gleichen Kriterien gelten, forderte Professor Rürup.

Aus dieser Forderung erklären sich auch einige, wesentliche Einschränkungen gegenüber einer gewohnten privaten Rentenversicherung, die Sie unbedingt kennen und bei Ihren Entscheidungen beachten sollten.

·         Bei der so genannten „Rürup-Rente“ handelt es sich zwar um eine private Leibrentenversicherung, deren Bedingungen aber mit denen der gesetzlichen Rentenversicherung vergleichbar sind.

·         Das Prinzip ist einfach. Sie zahlen über einen bestimmten Zeitraum hinweg, man spricht von einer Aufschubzeit, Beiträge an einen privaten Rentenversicherer Ihrer Wahl und erhalten von diesem als Rentner lebenslängliche monatliche Leistungen in der vereinbarten Höhe.

·         Der staatliche Anreiz besteht darin, dass diese Beiträge zu Gunsten einer solchen privaten Leibrentenversicherung (Rürup-Rente) vom Jahr 2005 an - genauso wie die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in begrenztem Umfang als Sonderausgaben (Altersvorsorgeaufwendungen) abgezogen werden können, wenn die Versicherung die Zahlung einer monatlichen, auf das Leben des Steuerpflichtigen bezogenen lebenslangen Leibrente vorsieht.

·         Die Leistungen aus dieser Rentenversicherung dürfen außerdem nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahrs des Rentenberechtigten erbracht werden. Hierdurch soll unwiderruflich sichergestellt werden, dass es sich - wie bei den Anwartschaften aus einer gesetzlichen Rentenversicherung - um reine Vorsorgeprodukte handelt, bei denen die angesparten Beiträge auch tatsächlich nur zur Altersversorgung verwendet werden können.

·         Aus diesem Grund dürfen die entstandenen Versorgungsanwartschaften

nicht vererblich

nicht übertragbar

nicht beleihbar

nicht veräußerbar und

nicht kapitalisierbar sein, d.h. sie können nicht in einem Betrag ausgezahlt werden.

·         Um diese Nachteile ein wenig auszugleichen, können die steuerlich begünstigten Vorsorgeprodukte allerdings durch eine Zusatzversicherung (Berufsunfähigkeit, verminderte Erwerbsfähigkeit, Hinterbliebenenschutz) ergänzt werden.

·         Die späteren Rentenzahlungen aus einer solchen Versicherung sind wie Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung zu besteuern. Man spricht von einer nachgelagerten Besteuerung.

Diese staatlich geförderte Basisrente ist zwar für alle Bürger geeignet, für Selbstständige aber in mehrfacher Hinsicht interessant.

·         Nicht nur, dass Selbstständige, die in der Regel nicht der Rentenversicherungspflicht unterliegen, diese Beiträge bis zu 12.000 Euro jährlich in voller Höhe als Sonderausgaben geltend machen können

·         Das in der Ansparphase gebildete Basiskapital unterliegt dem Pfändungsschutz.

·         Das bedeutet außerdem, dass das angesammelte Kapital nicht beim Arbeitslosengeld II angerechnet werden kann.

·         Das Geld ist somit Harz IV sicher und kann somit auch nicht gepfändet werden.

Denn das in einer Rüruprente angesparte Geld gilt - entsprechend dem zweiten Sozialgesetzbuch - nicht als "verwertbares" Vermögen, weil eine Auszahlung vor Rentenbeginn nicht möglich ist.

Steuerliche Behandlung der Rentenzahlungen

Wenn der Versicherungsfall eintritt, gehört die Rürup-Rente zu den sonstigen Einkünften im Sinne des Einkommensteuergesetzes. Wie hoch der steuerpflichtige Teil der Rente ist, hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Bei Rentenbeginn vor dem Jahr 2006 sind 50 % der Rente steuerpflichtig, bei Rentenbeginn ab dem Jahr 2040 ist die volle Rente steuerpflichtig

Ob und in welcher Höhe eine Einkommensteuer anfällt, hängt allerdings von den übrigen Einkünften des Steuerpflichtigen und seinen persönlichen Freibeträgen ab.

Wem nutzt die Rürup-Rente?

Vorrangige Zielgruppe der Rürup-Rente sind in erster Linie die Selbstständigen mit einer relativ hohen Steuerbelastung. Sie haben bei Neuabschlüssen keine andere Möglichkeit (mehr), auf andere Weise steuerbegünstigt Altersvorsorge zu betreiben. Denn die Riester-Rente oder Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge können sie nicht nutzen.

Beiträge zu einer klassischen Rentenversicherung oder Kapitallebensversicherung sind ab 2005 nicht mehr als Sonderausgaben abzugsfähig, es sei denn, die Laufzeit dieser Versicherungen hat vor dem 1.Januar 2005 begonnen und ein Versicherungsbeitrag ist bis zum 31.12.2004 entrichtet worden.


Unschlagbar

Die betriebliche Altersversorgung

 

Die Spatzen pfeifen es - wie man so schön sagt - von den Dächern:

Unsere sozialen Netze sind - auch das ist für Sie sicherlich nicht neu - bis zum Zerreißen angespannt. Sie werden, wenn nicht in Kürze grundlegende und durchgreifende Änderungen erfolgen, dem wachsenden Druck nicht mehr lange Stand halten.

Gleichwohl gibt es bei uns leider noch immer eine große Anzahl Menschen, die scheinbar vollkommen unbekümmert in den Tag leben. Sie verlassen sich nach wie vor darauf, dass „in Deutschland noch niemand verhungert ist und auch in Zukunft niemand verhungern wird“.

Ich weiß nicht, wie Sie über diese Aussage denken. Schließlich gehören Sie doch zu denen, die

·         mit Ihrer Hände Arbeit

·         mit Ihren Steuern und

·         mit Ihren Sozialabgaben

dazu beitragen, dass dieses viel gepriesene soziale Netz noch immer nicht gerissen ist.

Sie gehören voraussichtlich zu denen mit den starken Schultern. Sonst hätten Sie sich nicht die Mühe gemacht, dieses Buch bis hierher zu lesen. Sie gehören also auch zu denen, von denen unsere Regierung glaubt, ihnen immer neue Lasten aufbürden zu können.

In meinen Augen aber sollte - und Sie werden es wohl kaum anders sehen - unser viel gepriesenes soziales Netz nur den Menschen vorbehalten bleiben, die unverschuldet in Not geraten. Es müssen also durchaus nicht immer nur die Schwachen sein, die im Falle eines Falles durch das soziale Netz aufgefangen werden. Auch der Starke kann fallen. Aber auch er, der Starke, muss sicher sein können, dass sein Sturz durch ein umfassendes soziales Netz, das er doch letztendlich über Jahre hinweg mit seinen Beiträgen aufgebaut hat, abgefedert wird.

Jeder sollte aber erst dann und nur dann abgefedert werden, wenn

·         seine eigene Kraft und

·         seine eigene Vorsorge

nicht mehr ausreichen.

Wer nicht bereit ist, eigene Vorsorge zu treffen oder der es vorzieht, nichts zu tun und alles dem Zufall zu überlassen, sollte auf jeden Fall deutlich schlechter gestellt werden als der, der vielleicht ein Leben lang im Rahmen seiner Möglichkeiten aktiv geworden ist.

Der Starke jedoch, der nicht einmal bereit ist, im Rahmen seiner Möglichkeiten eine eigene Vorsorge zu treffen, weil er sich ausschließlich auf sein Glück und das viel gepriesene soziale Netz verlässt, handelt in meinen Augen im weitesten Sinne unsozial, wenn nicht sogar asozial.

Diese auf den ersten Blick vielleicht etwas hart formulierte Aussage gilt im Übrigen für alle Lebensbereiche. Sie gilt also nicht nur für die Altersvorsorge. Sie gilt im gleichen Maße für

·         die Krankenversicherung

·         die Berufsunfähigkeitsversicherung

·         die Unfallversicherung und

·         die Lebensversicherung.

Die meisten von Ihnen haben irgendwann schon einmal eine Lebensversicherung abgeschlossen. Vielleicht waren es auch zwei oder drei Verträge, für die Sie jetzt Ihre Beiträge entrichten.

Sie zahlen Ihre Beiträge aus Ihrem versteuerten Einkommen? Natürlich, denn Ihre steuerlichen Freibeträge sind längst durch Ihre überzogenen Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung voll ausgeschöpft.

Im Klartext bedeutet diese Aussage aber nichts anderes, als dass Ihre „Sparbeiträge“, die Sie auf diese Weise für Ihr Alter zurücklegen wollen, mit bis zu

·         50 % Steuern und

·         21 % Sozialabgaben

belastet wurden.

Die Versicherungssummen, die dabei herauskommen, sind verhältnismäßig gering. Sie decken in der Regel leider nicht einmal einen ausreichenden Todesfallschutz für Ihre Hinterbliebenen ab. Für das immer wichtiger werdende Risiko der Berufsunfähigkeit ist erst recht kein Platz.

Warum? Ganz einfach, weil in Ihrem Budget und auch im Budget vieler anderer Normalverdiener einfach nicht mehr drin ist.

Die Ablaufleistungen klingen im Augenblick des Abschlusses zwar viel versprechend. Doch leider sind sie - bezogen auf den tatsächlichen Bedarf im Alter - immer nur ein Tropfen auf den berühmten heißen Stein.

Hinzukommt, dass der zu erwartende Auszahlungsbetrag zwangsläufig relativiert werden muss. In zwanzig oder dreißig Jahren werden die Brötchen nun mal mehr kosten als heute. Auch der Friseur dürfte sich dann kaum noch mit den gleichen Preisen wie heute für einen Haarschnitt oder gar eine Dauerwelle zufrieden geben.

Eine bittere Erfahrung übrigens, die leider schon Ihre Eltern und Ihre Großeltern gemacht haben. Eine Erfahrung, die sich in jeder Generation wiederholt und doch immer wieder überrascht.

Haben Sie schon einmal ernsthaft darüber nachgedacht, wie es Ihnen ergehen könnte?

·         Was werden Sie tun, wenn Ihre gesetzliche Rente - wie absehbar - auf ein Minimum - knapp über oder unter dem Sozialhilfesatz zusammenschrumpft?

·         Was tun Sie, wenn Ihre ohnehin knappen finanziellen Reserven aufgebraucht sind?

·         Was wollen Sie tun, wenn Sie älter werden, als Sie es sich leisten können?

·         Wollen Sie im Alter wirklich Ihren Kindern oder Enkeln zur Last fallen?

·         Wollen Sie im Alter betteln, nur weil Sie es unterlassen haben, rechtzeitig vorzusorgen, als noch Zeit dafür war?

Diese Frage muss Ihnen und vielen anderen Verbrauchern immer wieder in aller Härte gestellt werden.

Ob Ihnen meine Worte gefallen oder nicht, spielt keine Rolle. Irgendwann werden Sie sich diesen unangenehmen Fragen - ganz gleich von wem sie kommen - stellen und dann eine Antwort darauf finden müssen. Glauben Sie mir, je länger Sie warten, umso schwerer wird Ihnen ein gangbarer Lösungsweg fallen.

Zeit ist Geld. Aber Ihr Geld braucht auch Zeit. Zeit, um erfolgreich für Sie arbeiten zu können.

Sie wollen alt werden? Gut, ich wünsche es Ihnen. Aber, was ist, wenn Sie älter werden, als Sie es sich leisten können? Dann haben Sie unter Umständen sehr viel Zeit, um über die bittere Wahrheit dieser Worte nachzudenken.

Sie werden sich entscheiden müssen, und diese Entscheidung sollten Sie - schon im eigenen Interesse - nicht auf die lange Bank schieben. Sie müssen sich möglichst bald darüber klar werden, welche Ziele Sie erreichen wollen und wie Sie den Weg zu diesen Zielen gestalten wollen.

Der Weg zum Sozialamt ist bitter. Doch ist er für viele vorprogrammiert. Vielleicht sogar für einige von Ihnen.

Warum?

Weil Sie heute vielleicht nicht bereit sind oder auch schon in der Vergangenheit nicht bereit waren, für ihr Alter frühzeitig und im notwendigen Umfang - zumindest im Rahmen ihrer Möglichkeiten und der steuerlichen Gegebenheiten - vorzusorgen.

Der viel gepriesene Generationenvertrag hat sein Verfallsdatum erreicht. Und es gibt eine Menge Gründe, die zu seinem Scheitern beigetragen haben. Die Jungen haben - auf gut Deutsch gesagt - die Schnauze voll. Die Jungen sind nicht mehr bereit, über Jahrzehnte hinweg für die Älteren zu sorgen. Auch wenn es seit Menschengedenken immer so üblich war. Die Jungen wollen leben. Und zwar jetzt!

Die Älteren haben Ihre Pflicht getan. Sie sollen gefälligst bei Zeiten abtreten, bevor sie anfangen, lästig zu werden. Das ist heute bei den jüngeren Leuten eine bereits weit verbreitete Ansicht. Irgendwann werden die Alten dann - Vorstufe Pflegeheim - unauffällig und natürlich ökologisch einwandfrei entsorgt.

Der medizinische Fortschritt lässt sich nicht mehr aufhalten. Die Lebenserwartung eines jeden Einzelnen - also auch Ihre Lebenserwartung - steigt unaufhörlich. Und diese Lebenserwartung wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren kontinuierlich weiter steigen. Die Sterbetafeln müssen in immer kürzeren Abständen nachgerechnet werden.

Den Begriff der Sterbetafeln ist für Sie nicht neu. Sie haben ihn sicherlich schon einmal gehört oder gelesen. Bei uns in Deutschland muss alles seine festen Regeln haben. Wo kämen wir hin, wenn jeder einfach so vor sich hin sterben würde, wie er wollte.

Auch der Tod wird zu einer berechenbaren statistischen Größe, die durch das statistische Bundesamt genau erfasst wird. Die Daten werden akribisch ausgewertet und in Tabellen - den vorgenannten Sterbetafeln - zusammen getragen. Schon eine geringe Veränderung von nur einigen wenigen Monaten lässt die gesetzlichen Rentenversicherer erzittern. Neue Milliardenlöcher in der Rentenkasse könnten sich auftun und den ganzen Staatshaushalt ins Wanken bringen.

Die Sterbetafeln lassen - nach Männlein und Weiblein sorgfältig getrennt erkennen - mit welcher voraussichtlichen Restlaufzeit Felix Mustermann noch so zu rechnen hat, wenn er ein bestimmtes Alter erreicht hat.

Die Sterbetafeln sind unverzichtbare Grundlage für alle Kalkulationen im Bereich der Lebens-, Renten- und Krankenversicherung. Und wehe, wenn sich Felix und Felicitas Mustermann nicht an ihre errechneten Werte halten.

Den Versicherungsmathematikern treibt es die Schweißtropfen auf die Stirn. Nicht auszudenken, wenn z.B. in der medizinischen Forschung ein neues Heilmittel gegen den Krebs entwickelt würde, das jedem Erkrankten mit Sicherheit helfen könnte. Es müsste unter Verschluss gehalten werden, schon um die sozialen Sicherungssysteme nicht später zusammenbrechen zu lassen.

Nicht einmal auf die viel geschmähten Raucher können wir verzichten. Die Bundesregierung weiß sehr wohl, warum sie sich mit aller Macht gegen ein umfassendes Werbeverbot für die Zigarettenindustrie einsetzt.

Irgendwann wird dann vielleicht auch der letzte indoktrinierte Gewerkschaftler die Zusammenhänge begreifen. Er wird begreifen müssen, dass die bisher gewohnte Lebensarbeitszeit nicht mehr ausreichen kann, um in dieser verhältnismäßig kurzen Spanne von vielleicht 45 Jahren oder sogar weniger, ein Leben von insgesamt 80, 90 oder mehr Jahren zu finanzieren.

Es kann einfach nicht mehr funktionieren, wenn immer weniger Arbeitende immer mehr in ihren Augen „nutzlose“ Rentner über Jahrzehnte hinweg durchfüttern müssen. Auch wenn das Wehgeschrei der Betroffenen noch so groß ist, irgendwann in nicht allzu ferner Zukunft wird das Rentenalter auf 67 oder gar 70 Jahre steigen müssen. Schon um die Rentenbeiträge für die Jüngeren nicht eine utopische Grenze überschreiten zu lassen, gibt es keine andere Alternative.

Wer früher in Rente will, wird sich wohl oder übel bescheiden müssen. Er wird zunächst erhebliche finanzielle Abstriche bei seiner Rente hinnehmen müssen, die jetzt schon bei 0,3 % pro Monat oder 3,6% pro Jahr eines früheren Rentenalters liegen. Oder, er wird eine eigenverantwortliche Vorsorge treffen müssen. Nur eine ausreichende eigene Vorsorge wird ihm sein gewünschtes früheres Ausscheiden aus dem aktiven Arbeitsleben möglich machen, ohne gleichzeitig auf das gewohnte soziale Umfeld verzichten zu müssen.

Es hat lange gedauert, bis unsere Politiker in Berlin den Ernst der Lage erkannt haben. Endlich haben sie den Mut gefunden, erste - noch immer zaghafte - Schritte in die richtige Richtung einzuschlagen. Weg von der durch Umlagen finanzierten Rente, hin zu einer kapitalgedeckten Rentenversicherung. Es ist sicher auch nicht allein die Schuld unserer jetzigen Regierung, dass unsere Sozialsysteme am Rande des Abgrundes stehen.

Die sich schon seit Jahren abzeichnende demographische Entwicklung ist seit Jahren verleugnet worden. Alle hatten Angst vor der Wahrheit. Mit ehrlichen Worten über schwerwiegende, aber notwendige Einschnitte in unser soziales Netz konnten noch nie Wahlen gewonnen werden. Umso schmerzhafter werden jetzt die notwendigen gravierenden Einschnitte ausfallen müssen. Neue Wege werden unausweichlich, und in Berlin fängt man langsam an, über erste Lösungen nachzudenken, die auch umgesetzt werden können.

Es wird aber sicherlich noch sehr lange Zeit in Anspruch nehmen, bis die vorgeschlagenen Lösungen auch tatsächlich etwas bewirken und zu einer spürbaren Entlastung der Versicherungsbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung führen.

Zu groß ist der Widerstand in den eigenen Reihen.

Auch in Berlin ist man sich darüber klar geworden, dass auf Dauer nur eine ausreichende private kapitalgedeckte Rente - in Ergänzung zu einer zwangsweise immer geringer werdenden gesetzlichen Versorgung - der richtige Lösungsweg sein kann.

Jeder Einzelne wird also in Zukunft mehr oder weniger  gezwungen sein, in seiner aktiven Zeit für sein Alter selbst vorzusorgen. Ob es ihm nun gefällt oder nicht, er wird gezwungen sein, selbst ein ausreichendes Kapital zu bilden, aus dem er in „der Zeit danach“ ein Leben lang ausreichende Mittel für seinen Lebensunterhalt entnehmen kann.

Es soll und muss im Rahmen dieser umwälzenden Konzeption unbedingt vermieden werden, dass Einzelne ihr aufgehäuftes Kapital vorzeitig ausgeben können, so dass Sie dann in den letzten Jahren ihres Lebens doch noch der Allgemeinheit oder der öffentlichen Hand zur Last fallen.

 Kernpunkt ist also bei allen Überlegungen die gesicherte, lebenslängliche Rentenzahlung, deren Höhe nur aufgrund der jeweils geltenden Sterbetafeln nach versicherungsmathematischen Grundlagen festgelegt werden kann.

Jeder einzelne Rentenberechtigte kann sicher sein, dass es auch wirklich sein von ihm angesammeltes Geld ist, das er im Alter zurück bekommt und nicht Geld, das von Kindern oder Enkeln erst erarbeitet werden muss.

Die Verantwortung eines jeden Einzelnen für sich und die ihm Anvertrauten wird also in Zukunft viel stärker als bisher in den Vordergrund treten und wohl auch treten müssen, wenn unser althergebrachtes Rentensystem nicht völlig kollabieren soll.

Auch einem Sozialstaat wie dem unseren kann nicht daran gelegen sein, dass in absehbarer Zeit aus den bisher immerhin noch halbwegs gut versorgten Rentnern ein Heer aus Sozialhilfeempfängern wird. Sie müssten dann - weil sie mit ihrem Einkommen unter dem Existenzminimum liegen - ohnehin aus Steuermitteln unterhalten werden.

Einige Politiker in Berlin soll - allein schon bei dem Gedanken - das kalte Grausen erfasst haben. Was lag also näher, als durch steuerliche Anreize einen zumindest halbwegs praktikablen Weg zu schaffen?

Jedem Arbeitnehmer soll in Zukunft die Möglichkeit gegeben werden, mit verhältnismäßig geringem eigenem Aufwand ein Vermögen zu bilden. Ein Vermögen, das diesen Namen auch wirklich verdient. Aus diesem selbst angesparten Vermögen soll dann im Alter eine halbwegs auskömmliche Versorgung garantiert werden können.

Anders als bei den bisher üblichen Prämienzahlungen für Lebens- und Rentenversicherungen, die in der Vergangenheit nur im Rahmen der Freibeträge steuerlich noch geltend gemacht werden konnten, sollen die Prämien hierfür dem unversteuerten Einkommen entnommen werden.

Zudem sollen nach dem Willen der Bundesregierung - zumindest bis 2008 - aus den hierfür aufgewandten Beiträgen keine Sozialabgaben gezahlt werden müssen. Steuern sollen – ganz verzichten wollte der Finanzminister denn doch nicht darauf – erst im Alter gezahlt werden, wenn die Renten fällig werden.

Wir sprechen von einer nachgelagerten Besteuerung. Sicherlich eine hochattraktive und elegante Lösung. Die Besteuerung im Alter dürfte aufgrund des dann ohnehin in der Regel geringeren Einkommens wesentlich geringer ausfallen als die heutige, einschließlich der heute fälligen Sozialabgaben. Diese schlagen zurzeit mit rund 21,0 Prozent allein auf der Arbeitnehmerseite zu Buche.

Die gleiche Ersparnis an Sozialabgaben fällt – zumindest bis 2008 – auch noch einmal auf der Arbeitgeberseite an. Es liegt nun an jedem Arbeitgeber, ob und wie er diese Ersparnis zu Gunsten seiner Mitarbeiter einsetzen oder in die eigene Tasche stecken will. Es bleibt seine eigene freie Entscheidung. Wenn der Arbeitgeber will, kann er sogar noch wesentlich mehr für seine Mitarbeiter tun.

Für diesen Zweck steht auch noch ein weiterer Betrag in Höhe von 1.800 € im Raum, der anstatt der früher geltenden  1.752 € eingesetzt werden kann.

Der Betrag, der steuerbegünstigt angelegt werden kann, ist leider nach oben begrenzt. Zurzeit sind es monatlich maximal 204 €, die in Form einer betrieblichen Altersversorgung auf verschiedenen Wegen in eine zusätzliche Altersversorgung eingebracht werden können.

Der Betrag in Höhe von 204 € monatlich bzw. 2.448 € im Jahr wurde nicht willkürlich gewählt. Er entspricht genau 4 % der zurzeit geltenden jährlichen Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Jedem Arbeitnehmer steht es selbstverständlich völlig frei, ob er die interessanten Möglichkeiten einer betrieblichen Altersversorgung durch eine Gehaltsumwandlung ganz oder vielleicht auch nur teilweise ausschöpfen will.

Schon Ludwig Erhard sagte: „Wer die Pflicht hat, Steuern zu bezahlen, hat auch das Recht, Steuern zu sparen“. Eines dürfte sicher sein: Ein solches Steuergeschenk wie dieses werden Sie in Ihrem Leben wohl kaum ein zweites Mal bekommen.

Ich unterstelle, Sie, lieber Leser, gehören zu den Leuten, die für ihr Geld hart arbeiten müssen und im Leben nichts geschenkt bekommen.

Sie sind also gezwungen, die Ihnen zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel optimal einzusetzen, wenn Sie über die Runden kommen wollen. Diese Aussage gilt selbstverständlich auch für die Mittel, die Ihnen für Versicherung und Vorsorge zur Verfügung stehen. Sie werden also immer nur einen ganz bestimmten Prozentsatz Ihres Einkommens für diesen Bereich ausgeben können. Mehr ist einfach nicht drin.

Also gilt es, diese knappen Mittel optimal einzusetzen.

Es ist davon auszugehen, dass der Gesetzgeber den einmal eingeschlagenen Weg auf lange Sicht fortsetzen wird und auch fortsetzen muss. Es ist also - schon aus sozialpolitischen Gründen - damit zu rechnen, dass dieser Betrag von zurzeit 204 € im Laufe der Jahre entsprechend den jeweiligen Steigerungen der Höchstbeiträge in der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst werden dürfte.

Nur durch regelmäßige Anpassungen ihrer Verträge kann das Ziel der gesicherten Altersversorgung für viele erreicht werden. Auch wenn dieses Ziel vielleicht für die Mehrzahl von Ihnen heute noch in einer fernen Zukunft von 30 oder mehr Jahren liegt, werden Sie es mit Sicherheit nur erreichen, wenn Sie die Wege dorthin

·         schon heute konsequent planen und

·         frühzeitig mit der Umsetzung beginnen.

Vergessen Sie bitte nie:

Zeit und Geld können Sie in Ihrem Leben immer nur einmal ausgeben.

Dann sind sie beide - Zeit und Geld - unwiederbringlich fort.

Bei der betrieblichen Altersversorgung gibt es mehrere Durchführungswege.

·         Die Direktversicherung

·         Die Pensionskasse

·         Der Pensionsfonds

·         Die Unterstützungskasse

·         Die Pensionszusage

Es würde zu weit führen, auf alle Durchführungswege detailliert einzugehen.

Einen Weg davon kennen Sie vielleicht schon: Die Direktversicherung, bei der die Beiträge pauschal versteuert werden müssen, ist für alle Beteiligten der wohl bequemste Weg, der sich auch in den Unternehmen am leichtesten umsetzen lässt. 

Ihrem Arbeitgeber bleibt ohnehin keine Wahl. Ihr Arbeitgeber ist sogar durch Gesetz verpflichtet, Ihrem berechtigten Wunsch nach einer zusätzlichen Altersversorgung durch Umwandlung von Barlohn in Versorgungslohn nachzukommen.

So steht es im Gesetz:

§ 1 a BetrAVG

(1)    Der Arbeitnehmer kann vom Arbeitgeber verlangen, dass von seinen zukünftigen Entgeltansprüchen bis zu 4 vom Hundert der jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung der Arbeiter und Angestellten durch Entgeltumwandlung für seine betriebliche Altersversorgung verwendet werden. Die Durchführung des Anspruchs des Arbeitnehmers wird durch Vereinbarung geregelt.

         ......; andernfalls kann der Arbeitnehmer verlangen, dass der Arbeitgeber für ihn eine Direktversicherung  ( § 1 b II BetrAVG ) abschließt.

Im Klartext bedeutet das:

·         Ihr Arbeitgeber muss, wenn Sie darauf bestehen, die notwendigen Voraussetzungen schaffen und

·         einen solchen Vertrag für Sie abschließen

·         damit Sie die vom Gesetzgeber vorgesehenen steuerlichen Vorteile nutzen können,

·         die der Gesetzgeber jedem Arbeitnehmer ausdrücklich zugebilligt hat. Wenn sich Ihr Arbeitgeber weigert, könnten Sie Ihr Recht auf Umwandlung von Barlohn in Versorgungslohn sogar vor dem Arbeitsgericht durchsetzen.

Ihrem Arbeitgeber bleibt es - wie schon gesagt - allerdings überlassen,

·         welchen Durchführungsweg er einschlagen will und

·         welches Unternehmen er mit der Durchführung betrauen möchte.

Verständlich, denn in keinem größeren Unternehmen wäre der Buchhaltung die Mehrarbeit zuzumuten, wenn bei Hunderten von Mitarbeitern unter Umständen hundert Einzelwege beschritten werden sollen. In kleineren Unternehmen hält sich dagegen die Mehrarbeit in Grenzen.

Wohlgemerkt:

·         Ihr Arbeitgeber ist verpflichtet, einen solchen Vertrag für Sie abzuschließen,

·         er kann sogar die betriebliche Altersversorgung voll übernehmen, aber

·         er muss sich mit keinem Cent an Ihrer Altersversorgung beteiligen. Mehr noch,

·         Ihr Chef könnte, wenn er will, bei einer geschickten Vertragsgestaltung sogar noch von Ihrer Altersversorgung profitieren.

·         Die Einzelheiten eines solchen Versorgungsvertrages müssen Sie ohnehin mit Ihrem Chef festlegen, denn der muss letztendlich unterschreiben.

Nur Mut!

Vielleicht ist ja sogar mehr „drin“, als Sie jetzt noch glauben.

Gerade führungsstarke Unternehmer nutzen schon seit Jahren bewusst gute Gelegenheiten, um ihre Mitarbeiter zu motivieren. Erfolgreiche Chefs nutzen solche Gelegenheiten gerne, um gute Mitarbeiter auch einmal außer der Reihe zu fördern.

Sie wissen sehr wohl, dass sie ihre Mitarbeiter damit an ihre Unternehmen binden können. Besonders gerne gehen sie diesen Weg, wenn dieses interessante „Bindungsinstrument“ sie nicht viel kostet.

Oft ist es auch nur eine Frage der geschickten Verpackung und der richtigen Wortwahl. Ihr Chef muss bei allem, was er tut - auch wenn es Ihnen zu Gute kommt - seinen eigenen Nutzen erkennen können. Ihr Chef muss ganz einfach Spaß an Ihrem Vorschlag bekommen. Sie werden sehen, dann geht alles, wie von selbst.

Viele Chefs schätzen umsichtige Mitarbeiter. Sie achten Arbeitnehmer, die in der Lage sind, auch ihre eigene Zukunft sorgfältig zu planen. Sie lassen unter Umständen viel leichter mit sich über eine geschickt gestaltete preiswerte Altersversorgung reden, als über eine aufwendige Gehaltserhöhung, die ihnen zum jetzigen Zeitpunkt unnötig hohe Kosten verursacht. Sie hassen hohe zusätzliche Aufwendungen, von denen letztendlich doch nur ein paar Euro in der Tasche des Mitarbeiters bleiben.

Sie wissen doch selbst, was von einer vielleicht hart umkämpften Gehaltserhöhung von Euro 100 nach Steuern und Sozialabgaben letztendlich für Sie übrig bleibt. Peanuts, um die es sich – nüchtern betrachtet - kaum zu kämpfen gelohnt hat. Im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung aber kann ein solcher Betrag bereits sehr viel bewegen.

Ich unterstelle, dass Sie Ihr Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen und auch verdienen müssen. Nachsatz: Steuerehrlich verdienen müssen.

Das bedeutet doch nichts anderes, als dass auch Sie zu jenen „braven“ Staatsbürgern gehören, die jeden Monat vom Finanzamt wie eine Zitrone ausgequetscht und von den Sozialversicherungen noch zusätzlich abgezockt werden.

So mancher von Ihnen wird im Stillen davon träumen, doch wenigstens einmal in seinem Leben statt seines Nettoeinkommens die Abzüge ausgezahlt zu bekommen.

Es gibt aber noch einen weiteren Punkt, den Sie in Ihre Überlegungen zum Thema Altersversorgung unbedingt einbeziehen sollten. Um ein bestmögliches Gesamtergebnis zu erzielen, ohne auf irgendetwas verzichten zu müssen, können Sie auch noch an einer anderen Stelle den Rotstift ansetzen.

Viele von Ihnen werden wahrscheinlich immer noch viel zu hohe Beiträge zu ihrer gesetzlichen Krankenversicherung bezahlen. Warum? Weil sie sich - Macht der Gewohnheit - noch immer nicht für eine preiswertere Betriebskrankenkasse entscheiden konnten, zahlen Sie weit mehr als nötig.

Stellt sich doch ganz nüchtern die Frage, die nur Sie allein beantworten können:

·         Wollen oder können Sie sich den durch nichts mehr gerechtfertigten Luxus einer AOK, einer BEK oder einer DAK wirklich leisten?

·         Wollen Sie das wirklich, wenn Sie auf der anderen Seite überlegen müssen, ob und wie Sie die Mittel zur Finanzierung einer betrieblichen Altersversorgung auf-bringen?

·         Die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen sind doch ohnehin gesetzlich geregelt. Sie stimmen zu 95 Prozent mit dem Angebot aller anderen Kassen überein. Die paar Extras, die - zugegeben, geschickt verpackt - angeboten werden, sind das Geld nicht wert, das Sie dafür aufwenden müssen.

Bei einer Beitragsdifferenz von bis zu einem Prozent, das sowohl Arbeitgeber und Arbeitnehmer durch einen Wechsel zu einer günstigeren Kasse einsparen können, kommt im Laufe eines Jahres eine Menge Geld zusammen. Es können leicht ein paar hundert Euro sein.

Meinen Sie nicht, dass dieses Geld in Ihrer Altersversorgung bestimmt besser aufgehoben wäre?

Was wird aus meinem Vertrag, wenn ich arbeitslos werde oder aus einem anderen Grunde meine Beiträge sind mehr ausbringen kann?

Kein Problem! Der Vertrag kann zu jeder Zeit beitragsfrei gestellt werden. Wenn Sie Ihre Beiträge nicht mehr weiter bezahlen wollen oder auch nicht mehr bezahlen können, ist das Ihre Sache. Sie werden im Alter natürlich eine geringere Rentenzahlung erhalten. Wenn es Ihnen besser geht, können Sie fehlende Beiträge aber auch zu einem späteren Zeitpunkt nachzahlen.

Für den Fall einer Arbeitslosigkeit können Sie leider nicht vorsorgen. Dafür gibt es noch keine Versicherung.

Anders ist es für den Fall einer Berufsunfähigkeit. Hier haben Sie - sofern Sie gesund sind - die Möglichkeit vorzusorgen, in dem Sie von dem zu zahlenden Beitrag für die betriebliche Altersversorgung ein paar Euro für eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzweigen.

Sollten Sie dann aus - welchen Gründen auch immer - berufsunfähig werden, übernimmt ein Versicherer die Beitragszahlung bis zum festgelegten Rentenbeginn, maximal bis zum 65 Lebensjahr.

Sie, Sie können später zumindest mit Ihrer vollen Rentenzahlung rechnen, selbst wenn Sie seit Jahren keine Beiträge mehr bezahlt haben.

Was wird aus meinem Vertrag, wenn mein Arbeitgeber Konkurs macht?

Sie können ganz unbesorgt sein!

Bei der hier vorgeschlagenen Form der betrieblichen Altersversorgung in Form einer aufgeschobenen Rente über einen Lebensversicherer ist Ihr Arbeitgeber zwar Versicherungsnehmer, aber er hat keine Rechte an dem Vertrag. Insoweit fallen bei der Lösung als Direktversicherung auch keine Beiträge zum Pensionssicherungsverein an, die Ihren Ertrag schmälern könnten.

Mit welcher Aufschubzeit, bzw. auf welches Endalter sollte der Vertrag abgeschlossen werden?

Das ist eine Frage, die fast immer gestellt wird. Nur Sie selbst können sie beantworten, denn nur Sie können wissen, was Sie wollen. Aber vor dem 60. Lebensjahr läuft ohnehin nichts.

Seien Sie doch ehrlich! Bis zum 65. Lebensjahr werden Sie doch ohnehin arbeiten müssen. Alles andere sind Träume, die sich ohnehin kaum verwirklichen lassen.

Was wird aus meinem angesparten Geld, wenn ich den Beginn der Rentenzahlung nicht erlebe?

Auch hier ist die Antwort einfach und ernüchternd:

Die Beiträge kommen wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung auch in den großen Topf, von dem die Überlebenden profitieren werden.

Natürlich wird es immer ein paar Versicherte geben, die den Beginn der Rentenzahlung nicht erleben. Niemand kann von sich sagen, wann er seinen letzten Weg gehen wird.

Niemand kann Ihnen garantieren, dass Sie

·         Ihr Rentenalter erleben und

·         Ihre Rente viele Jahre verdient genießen können.

Aber das kann kein Grund sein, auf eine ausreichende Altersversorgung zu verzichten. Denn sonst riskieren Sie, dass Sie zu denen gehören, die älter werden, als sie es sich leisten können.

Was wird aus meinem Geld, wenn ich den Rentenbeginn zwar erlebe, aber meine Rente nur kurze Zeit genießen kann?

Die Frage wird oft gestellt, und sie ist  ganz nüchtern zu beantworten: Dann haben Sie genauso wie bei der gesetzlichen Rentenversicherung mit Zitronen gehandelt.


Sinnvoll

Die Risikolebensversicherung

 

Sinn und Zweck einer Risikolebensversicherung

Durch eine Risikolebensversicherung wird mit einem minimalen finanziellen Aufwand lediglich das biologische Risiko des unerwarteten Ablebens der versicherten Person gedeckt. Es wird also - von ein paar Gewinnanteilen einmal abgesehen - kein Kapital gebildet, das nach Ablauf der Versicherung an den Versicherten ausgezahlt werden könnte.

Vereinfacht könnte man sagen: Stirbt der Versicherte während der Laufzeit des Vertrages, gibt’s Geld, überlebt er, gibt’s kein Geld.

Die Einsatzmöglichkeiten einer Risikolebensversicherung sind vielseitig und können genau dem jeweiligen Bedarf angepasst werden.

Wer sollte einer Risikolebensversicherung abschließen?

Jeder, der in irgendeiner Form - sei es privat oder beruflich - Verantwortung für andere übernommen hat, sollte in einer stillen Stunde einmal in aller Ruhe darüber nachdenken, wie es mit denen weitergeht, die ihm anvertraut sind, wenn er eines Tages nicht mehr nach Hause kommt.

Niemand hat das ewige Leben und keiner weiß, wann er endgültig abtreten muss.

Tilt! Game over!

Das ist nicht jedermanns Sache, Scherben zurückzulassen, die andere wegräumen müssen. Wahrscheinlich auch nicht Ihre!

Denken Sie einmal drüber nach, ob wenigstens Ihre Familie so abgesichert ist, dass sie auch noch nach einem endgültigen Abschied von Ihnen in der Lage wäre, ihr gewohntes Umfeld aufrechtzuerhalten!

Wer ist durch eine Risikolebensversicherung versichert?

Versichert ist immer nur die im Versicherungsschein namentlich genannte Person, für die bestimmte Versicherungssummen beantragt und individuelle Prämien berechnet werden.

In der Form einer Risikolebensversicherung auf zwei oder auch mehr verbundene Leben können auch zwei oder mehr Personen über den gleichen Vertrag versichert werden.

Bei dieser Form erbringt der Versicherer seine Leistung in der Regel beim Tod der zuerst sterbenden Person.

In welcher Höhe sollte eine Risikolebensversicherung abgeschlossen werden?

Diese Frage ist nicht allgemeingültig zu beantworten, denn die Versicherungssummen müssen sich an dem Zweck orientieren, der mit dem Abschluss einer Risikoversicherung erreicht werden soll.

Innerhalb einer Familie sollten die Versicherungssummen aber grundsätzlich so großzügig bemessen sein, dass beim Tod der versicherten Person

·         alle Verbindlichkeiten ausgeglichen,

·         der Familie das soziale Umfeld und

·         den Kindern eine angemessene Ausbildung

gesichert werden kann. Diese Aussage gilt nicht nur für den Ernährer der Familie sondern in gleicher Weise auch für den Ehepartner.

Eine Versicherungssumme in Höhe des doppelten oder dreifachen Jahresgehaltes zuzüglich € 100.000 für jedes Kind kann als angemessen angesehen werden-

Auch zur Absicherung eines Erbes kann eine Risikolebensversicherung sinnvoll eingesetzt werden.

Im geschäftlichen Bereich ist es durchaus üblich, dass Firmen ihre Mitarbeiter mit hohen Summen versichern, die im Todesfall an die Firma gezahlt werden, weil die Geschäftsführung weiß, welche enormen Kosten durch den Ausfall eines qualifizierten Mitarbeiters auf die Firma zukommen können.

Eine Versicherungssumme in Höhe des doppelten oder dreifachen Jahresgehaltes kann durchaus angemessen sein. Der Beitrag kann von der Firma als Kosten geltend gemacht werden. Wird die Versicherungssumme fällig, so muss sie als außerordentlicher Ertrag versteuert werden.

Sind an einer Firma mehrere Gesellschafter beteiligt, so ist es durchaus sinnvoll, die Geschäftsanteile der einzelnen Gesellschafter über Risikolebensversicherungen abzusichern, um im Leistungsfall nicht das Fortbestehen der Gesellschaft zu gefährden.

Diese Summen können natürlich nur individuell festgelegt werden.

Welche Formen der Risikolebensversicherung gibt es?

Die richtige Gestaltung einer Risikolebensversicherung ist für die folgende Prämienberechnung von entscheidender Bedeutung, denn ein kostenbewusster Verbraucher will auch hier nicht mehr bezahlen als unbedingt nötig.

Ein Vertrag, der zum Beispiel ein Hypothekendarlehen absichern soll, kann durchaus mit fallenden Versicherungssummen beantragt werden, wobei sich der Versicherungsschutz genau dem jeweiligen Restdarlehen anpassen kann.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Geld sich allein damit gegenüber einer Risikolebensversicherung mit gleich bleibenden Versicherungssummen sparen lässt.

Auf der sicheren Seite sind Sie mit einer Risikolebensversicherung mit jährlicher Neuberechnung der Prämie, weil Sie diesen Vertrag jederzeit dem tatsächlichen Bedarf anpassen können.

Wann wird eine ärztliche Untersuchung erforderlich?

In ihrer Annahmepolitik steht es den Versicherern frei, bis zu welchen Versicherungssummen sie auf eine ärztliche Untersuchung verzichten. Bei einigen Gesellschaften werden bis zu einem Eintrittsalter von 50 Jahren auch noch Versicherungssummen bis zu € 250.000 ohne ärztliche Untersuchung angenommen.

Untersuchungen können aber auch schon bei geringeren Versicherungssummen erforderlich werden, wenn sich bei den Gesundheitsfragen im Antrag Rückfragen ergeben, die nur durch einen Arzt geklärt werden können.

Die Kosten der ärztlichen Untersuchung trägt der Versicherer. Für einen ehrlichen Antragsteller gibt es also keinen Grund, sich gegen eine ärztliche Untersuchung zu sperren.

Im Gegenteil, mit einer ärztlichen Untersuchung ist der Antragsteller immer auf der sicheren Seite. Späterer Ärger wird durch eindeutige Aussagen vermieden.

Geltungsbereich

Inzwischen haben sich alle Versicherer, die Risikolebensversicherungen anbieten, für einen weltweiten Versicherungsschutz entschieden. Die Versicherer haben aber die Möglichkeit, bei absehbaren längeren Auslandsaufenthalten eine Zuschlagsprämie zu vereinbaren.

Wie wird der Beitrag in der Risikolebensversicherung berechnet?

Bei der Beitragsberechnung in der Risikolebensversicherung müssen wir von zwei völlig unterschiedlichen Berechnungsmethoden ausgehen, die zu  unterschiedlichen Ergebnissen führen.

Bei der klassischen Risikolebensversicherung richtet sich der Beitrag nach

·         Alter

·         Geschlecht

·         Laufzeit des Vertrages und

·         Versicherungssumme.

Der einmal errechnete Beitrag bleibt für die ganze Laufzeit des Vertrages konstant. Wird der Vertrag - aus welchem Gründen auch immer - vorzeitig, also vor Ablauf der vorgesehenen Laufzeit gekündigt, hat der Versicherungsnehmer unnötig viel Beitrag gezahlt, weil der Beitrag bei einer von Anfang an kürzeren Laufzeit günstiger gewesen wäre.

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Risikolebensversicherungen vorzeitig aufgelöst werden, so dass all diese Kunden zu viel bezahlt haben.

Bei der Risikolebensversicherung mit jährlicher Beitragsberechnung richtet sich der Beitrag nur nach

·         Alter

·         Geschlecht und

·         Versicherungssumme.

Die Laufzeit des Vertrages spielt keine Rolle. Da die Prämie ohnehin jedes Jahr neu berechnet wird, kann die Vertragsdauer auch mit einer Laufzeit von 45 Jahren beantragt werden, ohne dass die Prämie davon beeinflusst wird. Die Anfangsprämie steigt dann natürlich von Jahr zu Jahr in einer im Voraus genau festgelegten Höhe, weil das Sterblichkeitsrisiko mit steigendem Lebensalter von Jahr zu Jahr wächst.

Von den Vertretern der großen Gesellschaften mit den bekannten Namen werden Sie diese Vertragsart mit der jährlichen Neuberechnung wohl kaum angeboten bekommen.  Warum? Weil sie auf ihre Abschlussprovisionen angewiesen sind, müssen sie jedem Kunden zu möglichst langen Laufzeiten mit festen Prämien raten, wenn ihre Versicherungsvertreter nicht leer ausgehen wollen.

Welche Beitragsunterschiede gibt es in der Risikolebensversicherung?

Die Prämienunterschiede, die im Bereich der Risikolebensversicherung zwischen den Angeboten der preiswerten Anbieter und ihren teuren Wettbewerbern liegen, können ganz schön ins Geld gehen. Da lohnt es  schon, sich einmal ausgiebig zu informieren und  wenigstens ein paar Angebote einzuholen.

Hinzu kommen die unter Umständen langen Laufzeiten, in denen sich besonders bei hohen Versicherungssummen die Beitragsunterschiede zu gewaltigen Summen aufaddieren können.

Lohnt sich der Wechsel zu einem preiswerteren Anbieter?

Wenn Sie feststellen sollten, dass Sie Ihre Risikolebensversicherung zu teuer bezahlen, können Sie, solange Sie gesund sind, den Vertrag bedenkenlos kündigen und zum preiswerteren Anbieter wechseln, denn Sie verlieren nichts, da bei der Risikolebensversicherung in der Regel keine Rückkaufswerte aufgebaut werden.

Vorsicht!

Kündigen Sie den alten Vertrag erst dann, wenn Sie vom neuen Versicherer eine Police oder zumindest eine schriftliche Annahmebestätigung in Händen haben. Schließlich wollen Sie ja nicht ohne Versicherungsschutz zwischen allen Stühlen sitzen.

Mit welchen Zusatzleistungen kann eine Risikolebensversicherung abgeschlossen werden?

Für eine geringe Zusatzprämie kann auch für eine Risikolebensversicherung eine Beitragsbefreiung für den Fall der Berufsunfähigkeit beantragt werden.

Eine Risikolebensversicherung kann auch in Verbindung mit einer Rentenzahlung für den Fall der Berufsunfähigkeit abgeschlossen werden.

Welche Vertragslaufzeiten sind sinnvoll?

Die Frage der Laufzeit kann nicht eindeutig beantwortet werden, denn die Laufzeit ist von dem jeweiligen Zweck abhängig, den die Risikolebensversicherung erfüllen soll.

Die Absicherung eines Ratenkredites oder einer Hypothek wird sich nach der Laufzeit des Ratenkredites oder der Hypothek richten, wobei durchaus mit fallenden Versicherungssummen gearbeitet werden sollte.

Zur Absicherung einer Familie oder auch der Ausbildung der Kinder wird sich die Laufzeit nach der voraussichtlichen Dauer der Ausbildung richten, wobei die Summen auch hier gegen Ende der Ausbildung reduziert werden können.

Die Festlegung der Laufzeit kann auch vom gewählten Tarif abhängen. Die klassische Risikolebensversicherung wird bei langen Laufzeiten, die dann später oft doch nicht genutzt werden, unverhältnismäßig teuer.

Bei einer Risikolebensversicherung mit jährlicher Neuberechnung spielt die Dauer bei Antragsstellung überhaupt keine Rolle, weil über den Verlauf des Vertrages jedes Jahr wieder neu entschieden werden kann.

Wann muss eine Risikolebensversicherung nicht leisten?

Ist ein Versicherungsvertrag unter falschen Voraussetzungen aufgrund falscher oder unvollständiger Angaben im Versicherungsvertrag zustande gekommen, so kann der Versicherer den Vertrag noch nach Jahren anfechten und ist von der Leistung frei.

Achten Sie also immer auf eine korrekte und vollständige Beantwortung aller gestellten Fragen. Selbst wenn Sie den Antrag nicht selbst ausgefüllt haben, sind Sie nach geltender Rechtsprechung allein für die Richtigkeit und Vollständigkeit aller gestellten Fragen verantwortlich.

Im Falle von Selbsttötung besteht in der Regel in den ersten drei Jahren keine Leistungspflicht.

Bestimmte Risiken, zum Beispiel das aktive Kriegsrisiko, sind vom Versicherungsschutz ausgenommen.

Für das Führen von Luftfahrzeugen muss der Versicherungsschutz besonders beantragt werden.

Wann und wie können Sie eine Risikolebensversicherung kündigen?

Nach den geltenden Bedingungen kann eine Risikolebensversicherung mit einer Frist von 3 Monaten zur Hauptfälligkeit gekündigt werden. In der Praxis aber spielen Kündigungsfristen bei der Risikolebensversicherung keine Rolle. Kein Lebensversicherer klagt seine Prämien ein.

Wenn Sie also die Beitragszahlung einstellen, erhalten Sie noch ein paar gut formulierte Mahnungen, die Sie aber getrost in den Papierkorb werfen können.

Dann erledigt sich die Angelegenheit von selbst.


Vernünftig

Die Sterbegeldversicherung

 

Last call - letzter Aufruf - heißt es auf dem Flughafen, wenn die letzten verspäteten Fluggäste aufgerufen und an Bord gebeten werden.

Wer die 50, die 60 oder gar die 70 überschritten hat, sollte sich langsam darüber klar werden, dass er nicht mehr alle Zeit dieser Welt zur Verfügung hat. Es ist an der Zeit, in einer stillen Stunde auch einmal an die letzten Reisevorbereitungen zu denken und irgendwann sollten sie dann auch abgeschlossen sein.

Ob es uns gefällt oder nicht, irgendwann werden wir alle - also auch Sie - diese letzte große Reise ins Unbekannte antreten müssen. Jeder für sich. Niemand weiß wann. Der eine früher, der andere später.

Wer weiß, dass er - in immerhin absehbarer Zeit - eine Reise anzutreten hat, wird sich wohl oder übel auch einmal mit den Kosten dieser Reise auseinandersetzen müssen, denn nicht immer werden andere da sein, die - auch noch aus freien Stücken - bereit sind, sich an diesen „Reisekosten“ zu beteiligen oder sie gar ganz und ohne Angst übernehmen.

Es ist also durchaus an der Zeit, unter Umständen einmal ganz nüchtern über die Notwendigkeit einer Sterbegeldversicherung als sinnvollen Ausweg nachzudenken. Vielleicht auch für Sie, um das nachzuholen, was Sie in früheren Jahren versäumt haben.

Die meisten Menschen - und Ihnen, meine Damen und Herren, dürfte es kaum anders ergehen - entwickeln im Laufe ihres Lebens eine gewisse Affinität zu ihrem Körper. Verständlich, denn sie haben ein Leben lang Zeit, sich an ihren Körper mit all seinen Stärken - oder auch Schwächen - zu gewöhnen.

Sie lieben - Macht der Gewohnheit- ihren Körper, auch wenn sie ihn nicht immer gerade pfleglich behandeln.

Sie lieben ihren Körper selbst dann noch, wenn er alt und müde geworden ist. Auch wenn er ihrem Willen vielleicht nicht mehr wie in jungen Jahren gehorcht, so werden sie ihn gleichwohl in der Regel nur sehr ungern endgültig verlassen. Sie scheuen sich ihre letzte große Reise ins Unbekannte unter bedauerndem Zurücklassen einer leeren Hülle anzutreten.

Mit der - sagen wir es brutal - in der Regel verhältnismäßig teueren Entsorgung dieser nutzlos gewordenen Hülle beginnen leider für viele Hinterbliebene die Probleme. Und über genau diese Probleme werden wir uns in aller Offenheit zu unterhalten haben.

Ein Recycling ist bei allem technischen Fortschritt heute noch immer nicht möglich. Leider oder Gott sei Dank ist das eine Frage des Glaubens oder der inneren Einstellung. Also werden wir uns wohl oder übel auch mit den Kosten beschäftigen müssen, die - sagen wir es wieder brutal - mit der amtlich vorgeschriebenen Entsorgung unserer sterblichen Überreste einhergehen.

Es sei denn, Sie wollen sich dieser Verantwortung entziehen und die Nachsorge anderen überlassen. Aber das dürfte wohl kaum Ihr Stil sein, denn sonst würden Sie sich wohl nicht die Zeit nehmen, diese Zeilen zu lesen.

Es gibt Menschen - und es sind leider nicht wenige - die leben in den Tag, als hätten sie das ewige Leben und die ewige Jugend gepachtet. Sie glauben, es könne nie mit ihnen zu Ende gehen. Sie sind nicht bereit, für irgendwen oder für irgendwann Verantwortung zu übernehmen. Weder für sich selbst, noch für andere Menschen, die ihnen anvertraut sind.

Sie wollen leben. Nur heute! Jetzt!

Die Einsicht fehlt:

Leben und Sterben, Geburt und Tod sind Teile eines Ganzen. Teile eines ewigen Kreislaufes. Unlösbar miteinander verbunden. Wie Licht und Schatten. Wie Schwarz und Weiß.

Das Sterben eines jeden Lebewesens - so sagt man - hat bereits mit seinem ersten Atemzug begonnen. Das Ende ist unvermeidlich, und - nur eine Frage der Zeit. Ob es Ihnen gefällt oder nicht:

Morgen ist auch für Sie der erste Tag vom Rest Ihres Lebens.

Und auch Sie wissen - Gott sei Dank - nicht, wie viele Tage es noch sein werden.

Alte Menschen, so sagt man, spüren es mitunter. Sie ahnen, wenn der lange Weg, den sie gegangen sind, zu Ende geht. Sie fühlen, wenn die Zeit der Ruhe und die Zeit des Ausruhens, die irgendwann für jeden kommt, nicht mehr fern ist.

Dann aber kommt für viele ältere Menschen eine neue Art von Angst. „Die Angst“ vor dem Vergessen und dem Vergessen werden.

Junge Menschen können durch den Tod vielleicht überrascht werden. Wenn der Weg plötzlich abbricht, trifft es junge Menschen in der Regel völlig unvorbereitet. Dann müssen andere tun, was sie unterlassen haben.

Die schlichten Holzkreuze an den Straßen zeugen nicht nur von den vielen nicht erfüllten Leben, von den Wegen, die weit vor ihren Zielen schmerzlich abgebrochen wurden. Nein, die Kreuze zeugen auf von dem Bedürfnis der Menschen, geliebte Menschen in der Erinnerung weiterleben zu lassen.

Ältere Menschen aber sollte das Ende nicht unvorbereitet treffen.

Wer einmal die Fünfzig überschritten hat, kann zumindest einmal darüber nachdenken, dass auch er nicht ewig leben wird.

·         Wer die Sechzig überschritten hat, sollte darüber nachdenken, dass er nicht mehr alle Zeit der Welt zu seiner Verfügung hat.

·         Wer die Siebzig überschritten hat, muss sich mit dem Gedanken auseinander setzen, dass der Zeitpunkt der end-gültigen Abreise nicht mehr so fern sein kann.

Die Sehnsucht nach dem Nichtvergessenwerden, nach dem Weiter-leben in der Erinnerung folgender Generationen ist in fast allen Menschen tief verwurzelt. Mehr noch, diese Sehnsucht ist fester Bestandteil fast aller Kulturen und Religionen.

Seit Tausenden von Jahren sind Menschen aller Kulturkreise bestrebt, ihre Toten in Würde zur letzten Ruhe zu geleiten. Sie versuchen, ihnen - zumindest für einige Zeit - angemessene Ruhestätten zu bieten. Ganze Kulturen werden an der Art und Weise gemessen, in der sie mit ihren Toten umgehen.

Auch in unserer heutigen, schnelllebigen Zeit hat sich an diesem Wunsch nichts oder zumindest nicht viel geändert. Es sind bis jetzt nur einige wenige - Außenseiter der Gesellschaft - die von einem namenlosen Grab unter der Grasnarbe oder von der im Wind verstreuten Asche träumen.

Gone with the wind. Vom Winde verweht.

Für die meisten Menschen aber steht am Ende ihres Weges nach wie vor der Wunsch, nach einem stillen Ort im Grünen. Nach dem ruhigen Ort zum Träumen und dem Stein mit ihrem Namen. Mit einem Namen darauf, der sie vor dem Vergessen schützen soll.

Menschen - so sagt man - sind erst tot, wenn sie vergessen sind.

Dieses Wort ist Tausende Jahre alt. Es stammt von einem römischen Philosophen. Seinen Namen habe ich vergessen. Er spielt auch keine Rolle. Der Weise lebt in seiner Weisheit weiter.

Es spielt keine Rolle, ob Sie im Tod - also auch im eigenen - den unabänderlichen und endgültigen Schlusspunkt Ihres Seins sehen, oder nur den Verlust der Stofflichkeit und den gleichzeitigen Übergang in eine andere Wesensform.

Irgendwann werden Sie sich mit dieser ernsthaften Frage auseinander setzen müsse. Sie werden sich entscheiden müssen, wie Sie Ihren letzten Abgang von der Bühne des Lebens gestalten wollen.

„Der Vorhang fällt. Der Rest ist Schweigen“ lässt Shakespeare seinen Hamlet sagen.

Ganz so einfach werden Sie es nicht haben.

Die Fragen sind einfach und doch für viele Menschen erschreckend:

·         Welche Kosten entstehen bei der umweltverträglichen Entsorgung meiner sterblichen Überreste?

·         Wer soll diese Kosten übernehmen?

Kostenfrage

Die Kostenfrage ist von allen Fragen die, die am leichtesten beantwortet werden kann. Die genauen Zahlen können Sie in jedem besseren Beerdigungsinstitut nachfragen.

Sie werden feststellen:

·         Für eine ganz normale Beerdigung können Sie heute ohne besondere Extras zwischen 5.000 und 10.000 Euro ansetzen.

·         Die Städte und Gemeinden verlangen für ihre schmalen Grabstätten inzwischen schon fast unanständige Preise.

·         Die Bestatter wissen schon lange, dass sie ihr Geld nur von den Lebenden bekommen können, und entsprechen lange sie auch dort zu.

Die Steinmetze bieten ihre Grabsteine bereits zu Preisen an, die einem Juwelier alle Ehre machen würden.

Wer soll bezahlen?

Erlauben Sie mir eine ganz hinterhältige Frage?

Was geschieht mit Ihnen, besser gesagt, was geschieht mit Ihren sterblichen Überresten, wenn Sie Ihre letzte Reise angetreten haben?

Nun sagen Sie bitte nicht, dass Sie das nicht im Geringsten interessiert! Denn diese Antwort wäre eines erwachsenen Menschen unwürdig.

Sehen wir es nüchtern:

Mit der Entsorgung Ihrer sterblichen Überreste  verursachen Sie - da man Sie schon aus ökologischen Gründen nicht an Ort und Stelle einbuddeln kann - erhebliche Kosten.

Wer sollte Ihrer Meinung nach diese Kosten übernehmen?

Ihr Partner oder Ihre Partnerin?

Ihre Kinder?

Ihre Enkel?

Warum? Warum sollten andere das tun!

Mit welcher Berechtigung wollen Sie Ihre nächsten Angehörigen in eine solche Konfliktsituation bringen?

Vater Staat hat sich dieser Verantwortung schon vor geraumer Zeit entzogen.

Es war ohnehin nicht viel. Ehrlich, damit bekam man schon jetzt keinen Hund mehr unter die Erde. Manche Leute sollen für die Bestattung ihres geliebten Vierbeiners bereits wesentlich mehr ausgeben.

Auf Kinder oder Eltern wird knallhart zugegriffen. Bis hin zur Pfändung.

Natürlich, es wird immer Menschen geben, die nicht bereit sind, für sich selbst die notwendige Vorsorge für ihre letzte Reise zu treffen. Sie überlassen es grundsätzlich anderen, die Scherben wegzuräumen, die sie hinterlassen.

Der plötzliche und unerwartete, endgültige Abschied eines nahen Angehörigen kann ein empfindliches Loch in die ohnehin schon strapazierte Haushaltskasse reißen. Die Erfahrung zeigt, dass der benötigte Betrag nur auf den wenigsten Konten frei herumliegt.

Der Tod kommt immer ungelegen. Nicht nur für die Betroffenen. Oft genug muss dann von den Hinterbliebenen sogar ein Kredit aufgenommen werden, um den Weg zur letzten Ruhestätte wenigstens halbwegs würdig gestalten zu können.

Es ist schon peinlich, mitzuerleben, wenn die trauernden Hinterbliebenen bei ihrer Bank um ein Darlehen kämpfen und um die Höhe der Raten feilschen müssen. Einige Zeit wird es natürlich dauern, bis die letzten Raten samt Zinsen von den trauernden Hinterbliebenen - vielleicht sogar zähneknirschend - zurückgezahlt sind.

Sozusagen ein Abschied in Raten.

Ist das Ihr Ding?

Auch bei der gewohnten, für die Gäste allgemein üblichen Trauerfeier dürfte eine gute Stimmung kaum aufkommen. Wenn der Hut oder gar die Sammelbüchse herumgehen müssen, um die Zeche bezahlen zu können, sterben auch die letzten guten Erinnerungen.

Oft genug aber muss den Hinterbliebenen jedes Mittel recht sein. Um wenigstens einen Teil der „Produktionskosten“ wieder einzuspielen, müssen sie sich einiges einfallen lassen.

Wollen Sie das wirklich?

Wollen Sie Ihren Kindern, Ihren Enkeln oder wem auch immer diesen Stress wirklich zumuten? Soll man Ihnen nachsagen, dass Sie für Ihre letzte Bleibe nicht selbst vorgesorgt haben?

Die meisten Menschen brauchen einen Ort der Trauer. Wollen Sie sich vorwerfen lassen, dass Sie gezögert haben, als Sie noch Zeit und Gelegenheit hatten, auch Ihren letzten Weg in eigener Verantwortung vorzubereiten?

Rechtfertigung

Wir leben in einer Demokratie. So wird es zumindest von denen behauptet, die ganz Oben sitzen.

Jede Gemeinschaft hat und muss selbstverständlich auch das Recht haben, sich neue Regeln zu geben. Und - sie muss auch bestehende Regeln im Zusammenleben ändern können.

Das bedeutet aber auch das Recht jeder Gesellschaft, irgendwann einmal versprochene Leistungen zu kürzen oder auch ganz zu streichen. Wenn dies notwendig wird und die Mehrzahl der Gemeinschaft dies beschließt, muss sich die Minderheit fügen. Das sind nun mal die Spielregeln in jedem Verein.

Ob diese Änderungen, Kürzungen oder Streichungen dem einzelnen Mitglied gefallen oder nicht, ist für die Gemeinschaft völlig neben-sächlich. Wenn sich die Gemeinschaft damit ihren Erhalt und ihre Handlungsfähigkeit sichern kann, muss sie entschlossen handeln.

Wir alle leben in einer großen Gemeinschaft. In unserem Staat.

Jede Gemeinschaft gibt sich feste Regeln, damit das Zusammenleben ihrer Mitglieder möglichst reibungslos verlaufen kann. Wer diese Regeln nicht akzeptieren kann oder bewusst dagegen verstößt, stellt sich außerhalb der Gemeinschaft. Wer gleichwohl Leistungen von der Gemeinschaft erwartet - oder gar in fast erpresserischer Weise fordert - handelt damit zwangsläufig unsozial oder gar asozial.

Er gefährdet mit seinem Tun - oder auch mit seinem Unterlassen - die existentiellen Grundlagen der Gemeinschaft.

Der Einzelne wird die Änderungen der Gemeinschaften notgedrungen akzeptieren oder er wird die Gemeinschaft verlassen müssen, was im Falle des Staates allerdings kaum möglich sein dürfte.

Nicht anders ist es mit den Änderungen an unserem viel gepriesenen sozialen Netz. Wenn Einschnitte vorgenommen oder Leistungen gestrichen werden - dazu gehört unter anderem auch das Sterbegeld - so mag der einzelne Bürger diese Entscheidung als ungerecht oder gar unsozial empfinden. Gleichwohl wird er mit dieser für ihn unbefriedigenden Entscheidung leben müssen, denn er hat keine Möglichkeit, diese Gemeinschaft zu verlassen.

Ein Staat muss das Recht haben, einzelne Verantwortungsbereiche wieder in die Verantwortung seiner Bürger zurück zu übertragen. Mit anderen Worten, der Staat muss frühzeitig die Notbremse ziehen können. Wenn es notwendig wird, muss der Staat handeln.

Wer nicht bereit ist, diese Verantwortung zumindest für sich und die Seinen zu übernehmen, stellt sich außerhalb der Gemeinschaft. Er handelt, um bei unserem Vergleich zu bleiben, unsozial - wenn nicht gar asozial. Wenn er - obwohl er es könnte - auf eine eigene Vorsorge verzichtet und sich auf Gnade und Ungnade auf die öffentliche Hand verlässt, handelt er unverantwortlich.

Diese Aussage gilt selbstverständlich nicht nur für die Sterbeversicherung, sondern für jede notwendige Vorsorge.

Eine Sterbegeldversicherung kostet nicht einmal viel.

Der Abschluss einer Sterbegeldversicherung gibt gerade älteren Menschen das berühmte gute Gefühl in der Magengegend, das jede Entscheidung begleitet sollte. Es ist ein gutes Gefühl, weil sie wissen und sicher sein können, dass Sie niemandem zur Last fallen werden, wenn ihre Zeit einmal gekommen ist.

Für eine Sterbegeldversicherung ist in der Regel noch Zeit und der Geldbeutel wird bestimmt nicht über die Maßen strapaziert. Noch können Sie Einfluss nehmen. Noch können Sie bestimmen, wie Ihr Abschied - zumindest ohne Bitterkeit - gestaltet werden kann.

·         Sie haben die Wahl. Sie können sich für ein Sterbegeld von € 5.000, € 8.000 oder auch € 10.000 entscheiden. Es liegt an Ihnen, wie Sie die Weichen für Ihre Zukunft stellen werden.

·         Ihr Antrag wird bis zu einem Eintrittsalter bis 79 Jahren auf jeden Fall angenommen. Sie können also noch immer nachholen, was Sie in früheren Jahren nicht getan haben.

·         Gesundheitsfragen werden keine gestellt. Der volle Versicherungsschutz besteht nach einer Aufbau- oder Wartezeit von 3 Jahren. Während dieser Zeit leistet der Versicherer aber bereits bei Unfalltod, dann aber sogar das Doppelte der vereinbarten Versicherungssumme.

·         Nach Ablauf von 3 Jahren wird bei Unfalltod sogar das Dreifache der vereinbarten Todesfallsumme erbracht. Stirbt die versicherte Person vor Ablauf der 3 Jahre, werden zumindest die eingezahlten Beiträge zurück erstattet. Sie gehen also mit Ihrem Abschluss kein Risiko ein.

·         Bei Tod im Ausland steht für die Rückführung ein Betrag von € 10.000 zur Verfügung.


 

Monatsprämie für 10.000 € Versicherungssumme

 

Eintrittsalter/Jahre

weiblich

männlich

 

 

 

40

17,61

22,05

45

21,02

26,75

50

25,50

32,94

55

31,55

41,18

60

40,01

52,35

65

52,50

68,28

70

72,52

92,57

75

108,26

132,32

 


Fraglich

Die fondsgebundene Lebensversicherung

 

Es gibt Menschen, die sind sicherlich mutiger als andere. Mit einem gefrorenen Lächeln auf den Lippen stürzen sie sich ohne zu zögern kopfüber von den höchsten Brücken und steilsten Überhängen. Sie erwarten, dass ihre Rechnung aufgeht. Sie sind felsenfest überzeugt, dass das elastische Gummiseil sie wenige Zentimeter über dem felsigen Untergrund auffangen wird. Sie atmen erst wieder befreit, wenn sie von dem Bungee-Seil wieder und wieder aufwärts in den Himmel geschleudert werden.

Sie brauchen den Kick, und sie nennen es Leben.

Stellt sich die Frage: Sind das die Helden unserer Zeit, zu denen wir bewundernd aufsehen müssen? Oder sind diese Menschen vielleicht nur schlicht und ergreifend zu dumm, die Gefahr zu begreifen, der sie sich bewusst und vorsätzlich aussetzen.

Wohl kaum weniger Mut werden Verbraucher aufbringen müssen, die von der Hoffnung getrieben werden, ihre Altersversorgung auf der Grundlage einer fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherung aufbauen zu können und für diesen Traum alles auf eine Karte setzen.

Denn, wenn die Rechnung nach 30 oder 40 Jahren nicht aufgeht, kann auch ihr Aufschlag auf dem Boden der Tatsachen sehr, sehr hart werden.

Aber glücklicher Weise gibt es ja für kühne Springer und mutige Träumer noch das Sozialamt. Das federt notfalls auch solche Abstürze ab. In Deutschland ist schließlich noch niemand verhungert.

Fondsgebundene Lebensversicherungen, auch Fondspolicen genannt, werden heute von fast allen Versicherungsgesellschaften - wenn auch mit unterschiedlichen Erfolgen - mit mehr oder weniger Enthusiasmus vertrieben.

Ein praktisches Produkt, diese Fondspolicen. Man kann alles versprechen, muss nichts halten und kann zum Schluss, wenn die Rechnung dann doch nicht aufgeht, auch noch eindeutig beweisen, dass man im Grunde auch gar nichts versprochen hatte. Das steht dann sogar auch noch in den Bedingungen. Schwarz auf Weiß können Sie es nachlesen.

Es ist immer wieder erschreckend und doch faszinierend zugleich. Wie leicht es ein paar hunderttausend oft nur hastig angelernten Policenverkäufern immer wieder gelingt, besonders in jungen Menschen die Sehnsucht und die Träume vom schnellen Reichtum zu wecken und die Gehirne der Verbraucher wie mit einem Schalter einfach abzustellen.

Bunte Bilder und gut gestylte Prospekte tun ein übriges und zeigen verlockend auf, wie angenehm doch Geld sein und was man alles damit anstellen kann.

Da werden Halbwahrheiten hervorragend verpackt angeboten. Die sorgsam ausgelegten Köder werden nur zu gerne angenommen und gierig geschluckt, wenn sie mit der Erfüllung der kühnen Träume in irgendeiner Weise zusammenpassen.

Papier ist bekanntlich geduldig und die PC-Programme willig. Sie verarbeiten ohne Widerrede in Sekunden auch noch so unwahrscheinliche Vorgaben.

Bei einer angenommenen Wertsteigerung der Fondsanlage von 10 Prozent - oder vielleicht auch noch mehr - die vom PC widerspruchslos übernommen und als übersichtliche Tabellen dargestellt werden, fällt es dem Policenverkäufer natürlich leicht, Käufer für seine überwältigenden Produkte zu finden. Denn bei solchen groß-zügigen Aussichten kann mit Sicherheit keine „normale“ Kapitallebensversicherung mithalten.

Die Tabellen, die jeder auch nur halbwegs clevere Verkäufer nachweisen kann, sehen sehr überzeugend aus. Und, mathematisch gesehen sind sie sicherlich auch korrekt. Das haben moderne PCs so an sich. Sie rechnen immer richtig. Vorausgesetzt, dass die Vorgaben stimmen.

Nur, ob die Vorgaben stimmen, das steht - wie auch das Ergebnis - in den Sternen. Deshalb haben diese Produkte in der Regel auch 5 Sterne in ihrer Bewertung. Das behaupten zumindest böse Zungen.

Kein Mensch kann mit Sicherheit voraussehen, wie sich der Aktienmarkt im Verlauf von 30 oder auch 40 Jahren entwickelt wird. Denn dort, auf dem Aktienmarkt wird das Geld der Versicherten, die sich für eine fondsgebundene Lebens- oder Rentenversicherung entscheiden, angelegt.

Genauer gesagt das Geld, das nach Abzug von Verwaltungskosten und Risikokosten vom Geld der Versicherten noch zur Anlage übrig bleibt.

Von wegen 10 Prozent Wertsteigerung. Wenn es schlecht läuft, muss der Verbraucher noch froh sein, wenn er bei Fälligkeit seiner Fondspolicen zumindest seine eingezahlten Beiträge zurückbekommt. Aber nicht einmal das ist bei allen Fondspolicen garantiert.

Wie überall im Leben liegen auch bei den Fondspolicen Risiken und Ertrag eng beieinander. Versicherer tun, das wissen Sie inzwischen, grundsätzlich niemals etwas umsonst.

Sollen wenigstens die eingezahlten Beiträge abgesichert werden, dann betrachtet der Versicherer diese Garantien als zusätzliches Risiko, die er sich selbstverständlich auch zusätzlich bezahlen lässt. Es bedarf keiner besonderen kaufmännischen Ausbildung, um zu erkennen, dass solche Garantien auf Kosten der möglichen Gewinne gehen müssen.

Die Rechnung für den Anleger kann aufgehen, aber sie muss es nicht. Der Einzige, der mit diesem Geschäft mit Sicherheit Geld verdient hat, ist der Policenverkäufer, der so erfolgreich argumentiert hat. Vielleicht sagen wir besser, der Vertrieb hat Geld gemacht, der den Verkäufer nach kurzer Schulung auf den Verbraucher losgelassen hat. Denn der Vertrieb, der hat seine Provisionen auf jeden Fall verdient, wenn Sie die ersten Prämien gezahlt haben.

Und natürlich die Gesellschaften, die die Policen auf den Markt gebracht haben. Auch die bekommen ihr Geld. Ihr Geld. Auf jeden Fall.

Im Grunde wäre ja gegen die Fondspolicen nichts einzuwenden. Wer genug Geld auf der hohen Kante hat und seine Altersversorgung bereits gut gesichert weiß, gut, der kann sich mit etwas Spielgeld sicherlich  auch im Bereich der Fondspolicen versuchen.

Warum auch nicht? Andere gehen ins Casino.

Das Spiel mit den unterschiedlichsten Fondspolicen kann sogar durchaus interessant und unterhaltsam werden, denn man kann sogar ein abendfüllendes Programm daraus gestalten.

Der Anleger kann sich – je nach Risikobereitschaft - zwischen ein paar Dutzend Fondsgesellschaften entscheiden, aus deren Produkten er je nach Risikobereitschaft sein persönliches Portefeuille zusammenstellen möchte. Auch dazu werden ihm selbstverständlich über-zeugende Vorschläge gemacht. Und, er kann sogar mehrmals im Jahr seine Fondsanteile umschichten.

Switchen, so heißt das unter den Fachleuten. Kostenlos, versteht sich.

Auch damit werben die Jungs, die die Fondspolicen an den Mann bringen, mit markigen Worten.

Besonders empfehlen sie die Möglichkeit der gezielten Risikostreuung den Verbrauchern, die mit viel Mühe gerade mal € 50 oder € 100 im Monat für ihre Altersversorgung ausgeben können. Damit sie sicher sind, dass es sich auch lohnt.

Der Gedanke, mit € 50 oder auch € 100 im Monat die Geschicke des Weltmarktes mit bestimmen zu können, ist, wenn man die Umsätze der Vertriebe verfolgt,  für viele Verbraucher ganz offensichtlich sehr verlockend und fördert auf jeden Fall den Umsatz der Börsenzeitungen.

Die Jungs an der Verkaufsfront sind teilweise wirklich gut. Zumindest ihre Sprüche, die sie so „drauf haben.

Mitunter schaffen sie es sogar, dass im Grunde vernunftbegabte Verbraucher in ihrer Gier nach dem schnellen Geld ausrasten und völlig unüberlegt handeln.

Ohne lange zu überlegen, kündigen sie, um ihren Blütenträumen nachzujagen, eine grundsolide Kapitallebensversicherung, die sie unter Umständen schon lange bespart haben. Sie lassen sich - meist unter großen Verlusten, die sie wahrscheinlich nie wieder werden gut machen können - die Rückkaufswerte auszahlen, um das Geld dann in neu abgeschlossene Fondspolicen mit zweifelhaftem Ausgang zu stecken.

Das bringt auf jeden Fall Geld. Für wen, ist offen. Provisionen zumindest für die Verkäufer, die alle Bedenken vom Tisch gefegt haben. Ob es Geld für die Anleger bringt, wird sich irgendwann herausstellen.

Oder auch nicht.

Von dem Geld, das viele Verbraucher durch ihren „Seitenwechsel“ verlieren, redet niemand.

Bestimmt nicht die Policenverkäufer.


Wichtig

Die Unfallversicherung

 

Nehmen wir einmal an, lieber Leser, sie könnten sich endlich einen lang gehegten Traum erfüllen. Sie könnten sich endlich Ihr Wunschauto kaufen. Mit allen Extras, so wie Sie es sich immer vorgestellt haben. Nun kommt es endlich, Ihr Wunschauto.

Gut, nun aber eine wichtige Frage an Sie: Wie würden Sie Ihr neues Auto versichern? Nein, nicht bei welcher Gesellschaft, sondern nur wie? Nur diese eine Frage sollen Sie beantworten. Dass Sie sich für einen preiswerten Anbieter entscheiden, ist Ihnen sicher klar.

„Vollkasko natürlich“, sagen Sie. „Denn schließlich hat das Auto ja gutes Geld gekostet.“

Vielleicht haben Sie ja lange sparen oder sogar auch einen Kredit aufnehmen müssen, um sich Ihren Wunsch in dieser Form erfüllen zu können. „Vollkasko natürlich“, sagen Sie, denn es ist für Sie selbstverständlich, dass Sie Ihren wertvollen Besitz vor den Folgen unvorhergesehener Ereignisse versichern.

Warum schließen Sie denn für Ihr Auto eine Vollkaskoversicherung ab?

Logisch, weil Sie mit der Möglichkeit eines Unfalls rechnen. Sie wollen die möglichen Folgen rechtzeitig einkalkulieren und entsprechend Vorsorge treffen. Mit Recht, denn die im Schadenfall notwendigen Aufwendungen für Reparatur oder Neuanschaffung eines anderen Fahrzeuges könnten Ihren finanziellen Rahmen sprengen. Sie könnten Ihre verfügbaren Mittel bei weitem übersteigen.

Dann wäre Ihr armes Auto unbrauchbar, und Sie benötigen ihn doch täglich zur Arbeit, im Beruf oder auch für Ihre Freizeit. Bis hierhin haben Sie völlig Recht, und der entsprechende Abschluss einer Vollkaskoversicherung, mit einer angemessenen Selbstbeteiligung natürlich, ist auch durchaus vernünftig und sinnvoll.

Haben Sie sich aber schon einmal ernsthaft darüber Gedanken gemacht, was mit Ihnen, mit Ihrer eigenen Person geschieht, wenn Sie bei einem Unfall, den Sie durchaus als möglich erachten, selbst durch Ihre eigene Schuld verletzt oder gar für immer invalide würden? Wenn niemand anderes da ist, der für den Schaden an Ihrem eigenen Körper, an Ihrer Gesundheit aufkommen muss?

Sagen Sie selbst, ist eine Unfallversicherung denn etwas anderes als eine Vollkaskoversicherung für den eigenen Körper? Ist denn eine Vollinvalidität, eine Querschnittslähmung zum Beispiel, nüchtern gesehen etwas anderes als der wirtschaftliche Totalschaden des eigenen Körpers?

Da werden von stolzen Autobesitzern ohne zu zögern € 1.000, € 2.000  und mehr für eine Vollkaskoversicherung für das neue Auto bezahlt, um einen toten Sachwert, einen toten Gegenstand von dreißig- oder auch vierzigtausend Euro  reparieren oder ersetzen zu können.

Ist denn Ihr Körper, Ihre Gesundheit und Ihre Schaffenskraft nicht viel mehr wert, als - Verzeihung - ein Stück Blech? Hängt nicht Ihre ganze Zukunft noch immer von Ihrer Hände Arbeit ab?

„Irgendwo muss man ja zu sparen anfangen“, sagen Sie jetzt vielleicht. Aber ist das nicht vielmehr nur eine faule Ausrede, eine  Entschuldigung vor sich selbst, um eine unangenehme Sache aus Ihrem Gedankenkreis zu verdrängen? Oder wollen Sie die Möglichkeit, dass auch Sie einen Unfall haben könnten, nur verdrängen, wie die Psychologen so schön sagen?

Sicher können Sie davon ausgehen, dass Unfälle und andere Widrigkeiten immer nur den anderen passieren. Die goldenen Tage des Lebens und die Treffer im Lotto sind für Sie reserviert.

Sind Sie davon wirklich so überzeugt?

Schlagen Sie doch einmal eine Zeitung auf und lesen Sie die Unfallberichte! Mit Leuten, die gestern noch genauso wie Sie gedacht und gefühlt haben, die Freude am Leben hatten, kann man schon heute die Krankenhäuser füllen. Und es wird ihnen, den Betroffenen viel Zeit, vielleicht ein ganzes Leben bleiben, um über diese Fehleinschätzung des Unfallrisikos und über eine leichtsinnig versäumte Vorsorge nachzudenken.

Eine Unfallversicherung muss, wenn man sie richtig gestaltet, gar nicht so teuer sein. Für einen Bruchteil des Beitrages, den Sie ohne zu zögern für die Vollkaskoversicherung Ihres Fahrzeuges ausgeben würden, also für einen oder auch 2 Euro pro Tag, könnten Sie schon einen beachtlichen Versicherungsschutz für sich und Ihre ganze Familie aufbauen. Sie, Ihre Zukunft und die Zukunft Ihrer Familie  wären in hervorragender Weise geschützt. Im Falle einer unfallbedingten Invalidität stünden Ihnen und Ihrer Familie Versicherungssummen zur Verfügung, die ein Vielfaches der in unserem Beispiel erwähnten Erstattung aus der Vollkaskoversicherung ausmachen.

Was ist ein Unfall?

Ein Unfall, so sagen es die Bedingungen, ist ein von außen auf den Körper einwirkendes, plötzliches Ereignis, das zu einer unfreiwilligen Körperschädigung führt.

Das ist die klassische Definition in der Unfallversicherung. Ein Unfall war in der Vergangenheit immer nur dann gegeben, wenn auch wirklich alle diese Merkmale erfüllt waren. Heute gibt es inzwischen bereits eine ganze Menge von erstaunlichen Leistungsverbesserungen, die den klassischen Unfallbegriff aufweichen und hohe Unfallentschädigungen auch unter anderen Voraussetzungen fällig werden lassen.

So können zum Beispiel auch die Folgen einer Lebensmittelvergiftung oder gar eines Insektenstiches durch eine Unfallversicherung mit entsprechenden zusätzlichen Einschlüssen gedeckt werden.

Das wohl entschiedenste Kriterium eines Unfalls aber ist und bleibt die Plötzlichkeit des Ereignisses, das die unfreiwillige Gesundheitsschädigung ausgelöst hat. Aus diesem Grunde werden auch berufsbedingte Gesundheitsschäden, die sich in Jahren und Jahr-zehnten aufgebaut haben, keine ersatzpflichtigen Schäden im Sinne der Unfallversicherung.

Sinn und Zweck der privaten Unfallversicherung

Ein Unfall ist schnell passiert. Das ist die bittere Wahrheit, der sich niemand entziehen kann. Darüber kann man auch nicht ernsthaft diskutieren. Im Laufe eines Jahres verunglückt statistisch gesehen jeder achte Bundesbürger. Die Folgen sind oft schmerzhaft und unübersehbar. Der schöne Traum von gemeinsamer Zukunft, von Erfolg und Glück kann in Sekunden der Unachtsamkeit für immer zerstört werden. Unwiederbringlich wie eine Seifenblase zerplatzt.

Die private Unfallversicherung kann keine Unfälle verhindern. Sie hat nur die wichtige Aufgabe, die wirtschaftlichen Folgen eines Unfalls zu mildern oder auch ganz zu vermeiden. Sie soll es der verunfallten Person - oder auch den Hinterbliebenen gestatten, ihren Lebensstandard und ihr soziales Umfeld ohne größere Einschränkungen aufrecht zu erhalten.

Eine Bereicherung oder auch nur eine Bereicherungsabsicht auf Grund eines Unfalls sollte ausgeschlossen werden. Aus diesem Grunde sind weitere unfallbedingte Leistungen wie z. B. ein Schmerzensgeld, das von einigen Gesellschaften als besonderes Zuckerstück angepriesen wird, grundsätzlich abzulehnen. Solche Leistungen stehen dem Gedanken der Entschädigung wirtschaftlicher Folgen entgegen.

Jeder, der in Beruf und Familie ständig gefordert wird und vielleicht sogar eine hohe Verantwortung für andere trägt, sollte auch genau wissen, wie viel er sich selbst und seiner Familie wert ist. Auch wenn er hofft, dass diese Situation bei ihm nie eintreten wird, muss er ausreichend vorsorgen. Jeder sollte genau wissen, wie viel seine Schaffenskraft heute wert ist und dann die richtige Entscheidung für eine sichere Zukunft treffen. Er muss diese Entscheidung für sich und seine Familie rechtzeitig treffen, bevor es zu spät ist.

Die Versicherungssummen sollten so großzügig ausgelegt sein, dass im Falle einer Invalidität der Lebensstandard und das soziale Umfeld langfristig gesichert sind. Mit einem besseren Trinkgeld, wie es zum Teil sogar von namhaften Gesellschaften angeboten wird, ist niemandem gedient.

Wer im Falle einer unfallbedingten Invalidität nicht gleich zum Sozialfall werden will, muss also eigenverantwortlich Vorsorge in ausreichender Höhe treffen. Schließlich ist es nicht jedermanns Sache, sich in das viel gepriesene soziale Netz fallen zu lassen.

Wer sollte eine Unfallversicherung haben?

·         Jeder Mensch sollte eine ausreichende Unfallversicherung haben, die in Bezug auf Höhe und Umfang durchaus individuell bemessen sein kann und dem jeweiligen sozialen und wirtschaftlichen Umfeld angepasst werden muss.

·         Eine Unfallversicherung sollte von vorsorglichen Eltern schon für das Kleinkind abgeschlossen werden, denn ein Kind, das durch einen Unfall Invalide wird, hat, so hart das klingen mag, ohne ein entsprechendes sicherndes Kapital keine Zukunft.

·         Eine ausreichende Unfallversicherung - sinnvoller Weise in Ergänzung zur einer Berufsunfähigkeitsversicherung - sollte den Berufstätigen durch sein ganzes Arbeitsleben begleiten, denn sie sichert ihm sein wichtigstes Kapital, seine Schaffenskraft, die durch nichts zu ersetzen ist und auf  der seine Zukunft aufbaut.

·         Auch der Rentner, der die Zeit nach seinem aktiven Arbeitsleben in Ruhe und Beschaulichkeit genießen möchte, sollte seine gewohnte Unfallversicherung, gut, vielleicht mit etwas geringeren Summen, so lange wie möglich aufrecht-erhalten. Nur eine ausreichende Versicherungssumme sichert  ihm das gewohnte soziale Umfeld auch nach einem Unfall und den Erben vielleicht das Familienvermögen, das aufgrund einer Invalidität und der damit verbundenen teilweise immensen Kosten leicht in Mitleidenschaft gezogen werden könne.

·         Eine Unfallversicherung sollte grundsätzlich, wenn vielleicht auch in unterschiedlicher Höhe, für alle Familienangehörigen abgeschlossen werden. Warum? Weil jeder Unfall eines Familienangehörigen mit bleibenden Folgen das gewohnte Umfeld der ganzen Familie gefährden.

Kann eine Berufsunfähigkeitsversicherung eine private Unfallversicherung ersetzen?

Diese Frage lässt sich nur mit einem klassischen Jein beantworten.

Sicherlich deckt eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein wesentlich breiteres Vorsorgespektrum als eine Unfallversicherung ab. Aber leider werden nur die wenigsten Verbraucher aus den verschiedensten Gründen überhaupt willens und in der Lage sein, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit den wirklich notwendigen Leistungen überhaupt abzuschließen.

·         Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kostet - je nach der beruflichen Tätigkeit, die abgesichert werden soll - das Vielfache einer privaten Unfallversicherung, und dazu reicht dann in der Regel das Einkommen von Otto Normalverbraucher nicht aus.

·         Die Versicherungssummen in der privaten Unfallversicherung können mehr oder weniger frei gewählt werden, solange sich die Summen in vernünftigen Grenzen bewegen. Jeder kann also selbst bestimmen, wie viel er sich im Falle einer Invalidität wert ist. Vollkasko für den eigenen Körper!

·         Eine Invaliditätsentschädigung wird in der privaten Unfallversicherung bereits ab einem Invaliditätsgrad von einem Prozent fällig. Die Berufsunfähigkeitsrente aber wird erst ab 50 Prozent gezahlt.

·         Die private Unfallversicherung leistet nach einer objektiven, allgemein gültigen Gliedertaxe, unabhängig davon, ob der Verunfallte seinen Beruf weiterhin ausüben kann oder nicht.

·         Nicht jeder Mensch ist so gesund, dass er eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann. Bei der privaten Unfallversicherung spielen Gesundheitsfragen in der Regel keine Rolle.

·         Nicht jeder ist jung genug, um noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen zu können. Im Alter wird  eine Berufsunfähigkeitsversicherung so richtig teuer.

·         Für Kinder kann bis zu einem bestimmten Alter noch keine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen werden. Wohl aber für kleines Geld eine ausreichende Kinderunfallversicherung.

·         Für Rentner gibt es keine Berufsunfähigkeitsversicherung mehr. Wohl aber bis ins hohe Alter Unfallversicherungen.

Wie immer liegt die richtige Lösung in der Mitte: Das eine tun, ohne das andere zu lassen.

Wenn Sie sich mit Ihrer Unfallversicherung für den richtigen Partner entscheiden, kann sie so preiswert sein, dass Ihnen auch das teilweise doppelt abgesicherte Risiko einen Vertragsabschluss wert ist

Kann die Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft eine private Unfallversicherung ersetzen?

Die gesetzliche Unfallversicherung der Berufsgenossenschaften ist zwar durchaus wertvoll und auch zwingend vorgeschrieben, kann aber aus vielen Gründen eine private Unfallversicherung keinesfalls ersetzen.

·         Die gesetzliche Unfallversicherung durch die Berufsgenossenschaften ist nur eine schmale Ausschnittdeckung. Sie leistet nur für Unfälle, die sich während der Arbeitszeit sowie auf dem Weg zur Arbeit und von der Arbeit. Großzügiger-weise ist  auch noch der erste Weg nach der Lohnauszahlung zur Bank versichert.

·         Die gesetzliche Unfallversicherung leistet erst ab einem Invaliditätsgrad von 20%. Die private bereits  ab einem Prozent.

·         Die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung werden immer nur in Form einer Rente erbracht. Eine Kapitalleistung wie sie die private Unfallversicherung bietet, ist nicht möglich.

·         Die Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung können später aufgrund eines Gewöhnungsfaktor herabgesetzt werden, frei nach dem Motto: Jetzt, wo Sie sich an das Holzbein gewöhnt haben, können wir die Rente kürzen.

·         Die Höhe der überhaupt möglichen Leistungen aus der gesetzlichen Unfallversicherung richtet sich nach dem jeweiligen Einkommen. Der Pflichtversicherte kann also niemals selbst bestimmen, wie viel Geld er im Falle einer unfallbedingten Invalidität bekommt und in welcher Höhe er versichert sein möchte.

·         Eine Invaliditätsrente reicht auch niemals aus, um sich damit eine neue Existenz aufbauen zu können. Dazu sind nun mal gewisse Summen notwendig. Schließlich ist es nicht jedermanns Sache, nach einem Unfall die Hände in den Schoß zu legen und sich mit ein paar Euro Rente zu begnügen.

Überzeugt?

Kann die Freizeitunfallversicherung der Gewerkschaften eine private Unfallversicherung ersetzen?

Diese Frage lässt sich sehr schnell mit einem klaren und überzeugten Nein beantworten.

Die Freizeitunfallversicherung der Gewerkschaften ist bestenfalls ein gut aufgemachter Werbegag, mit dem im Zweifelsfall aber niemandem wirklich geholfen ist.

Viele Gewerkschaftsmitglieder glauben leider noch immer, dass sie aufgrund dieser „geschenkten“ Unfallversicherung auf eine eigene Vorsorge verzichten können. Sie wissen in der Regel nicht einmal im Entferntesten, wie viel sie in einem Schadenfall aus dieser „Versicherung“ wirklich bekämen. Die Enttäuschung ist vorprogrammiert.

Das 720-fache eines Monatsbeitrages im Falle einer Invalidität. Das hört sich ja verdammt gut an! Nur die wenigsten Mitglieder haben jemals einen Taschenrechner in die Hand genommen und einmal ausgerechnet, wie viel das Geld überhaupt in Euro und Cent ist.

Bei einem Monatsbeitrag von € 20, und das ist bereits mehr, als die meisten Mitglieder bezahlen, ergibt sich demnach die gewaltige Versicherungssumme von € 14.400. Für den Fall der Vollinvalidität, versteht sich! Und das nur in der Freizeit!

Wenn man nun auch noch weiß, dass nahezu 95 Prozent aller Invaliditätsentschädigungen unter einem Invaliditätsgrad von 25 Prozent liegen, kann man sich leicht ausrechnen, was dann noch als Entschädigung herauskommt.

Danke, für einen schönen Urlaub wird es dann noch gerade reichen.

Im Kleingedruckten steht übrigens, dass der Anspruch auf Unfallentschädigung entfällt, wenn das Mitglied - aus falscher Sparsamkeit vielleicht - mit dem Beitrag gemogelt und einen zu niedrigen Beitragssatz entrichtet hat.

Soweit zum Thema Gewerkschaft!

Wer ist durch eine Unfallversicherung versichert?

Versichert sind in der Regel immer nur die im  Versicherungsschein namentlich aufgeführten Personen oder im Einzelfall auch ein genau festgelegter Personenkreis, für den bestimmte, genau festgeschriebene Leistungen beantragt wurden. Einige Gesellschaften kennen noch immer die Familienunfallversicherung, bei der alle Kinder automatisch mitversichert sind, ohne dass sie besonders aufgeführt werden müssen. Hört sich fürchterlich gut an.

Die Versicherungssummen für die Kinder sind allerdings sehr, sehr niedrig angesetzt. Nicht jede Familie hat schließlich ein Dutzend Kinder, damit sich dieses angeblich so kinderfreundliche Produkt einiger Anbieter rechnet. 

Wann gilt eine private Unfallversicherung?

Eine private Unfallversicherung sollte grundsätzlich immer den beruflichen und außerberuflichen Lebensbereich umfassen, denn nur die 24-Stundendeckung bietet den wirklich benötigten uneingeschränkten Versicherungsschutz.

Ausschnittdeckungen, die sich entweder auf den Beruf oder auf die Freizeit beschränken, sind immer nur hässliche Krücken. Sie werden aber leider noch immer von den großen Gesellschaften mit den bekannten Namen angeboten, um dem unbedarften Verbraucher hohe Leistungen und eine günstige Prämie vorzutäuschen.

Der aufmerksame und kostenbewusste Verbraucher, der sich informiert, erhält seine volle 24-Stunden-Deckung bei einem günstigen Anbieter in der Regel sogar günstiger als eine magere Ausschnittdeckung bei einem der teuren Anbieter. Damit verzichtet der nicht informierte oder voreilige Verbraucher bei einem Schaden unter Umständen auf sehr viel Geld.

In welcher Höhe sollte eine private Unfallversicherung abgeschlossen werden?

Eine private Unfallversicherung sollte immer - auch in allen Teilbereichen - ausreichend bemessen sein. Auch im schlimmsten Fall, also bei einer immerhin möglichen Vollinvalidität, müssen ausreichend bemessene Versicherungssummen zur Verfügung stehen, die eine Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstandards und des sozialen Umfeldes auch auf Dauer möglich machen.

Ausreichende Versicherungssummen sind mit Sicherheit auch fast immer möglich, wenn Sie sich informieren und sich dann als kostenbewusster Verbraucher für einen preiswerten Anbieter entscheiden.

Entscheidend ist immer die Basisinvaliditätssumme. Sie sollte nach Möglichkeit mit einer Summe in Höhe des 5-fachen Brutto-Jahreseinkommens angesetzt werden, damit Sie auch bei niedrigen Invaliditätsgraden noch eine vernünftige Entschädigung bekommen.

Die Progressionsstaffel sollte nach Möglichkeit bei der Bemessung der Versicherungssumme nicht berücksichtigt werden. Bei höheren Invaliditätsgraden führt sie allerdings zur erheblichen Mehrleistungen, die dann aber auch dringend gebraucht werden.

Die Todesfallsumme sollte - selbst wenn Lebensversicherungen in ausreichender Höhe bestehen - in der Höhe eines Jahresgehaltes angesetzt werden. Sie kann dann, wenn besonderer Bedarf vorliegt, jederzeit für kleines Geld erhöht werden.

Für den Fall, dass aus gesundheitlichen Gründen eine Lebensversicherung oder auch eine Risikolebensversicherung nicht möglich ist, kann auf dem Wege über die Unfallversicherung wenigstens ein Teilrisiko abgedeckt werden.

Das Unfallkrankenhaustagegeld ist zwar kein unbedingtes Muss, aber eine willkommene Begleiterscheinung, die so manchen unfallbedingten Krankenhausaufenthalt angenehmer zu gestalten hilft. Es gibt interessante und kostengünstige Kombinationsangebote, die bereits ein Krankenhaustagegeld - sogar mit Genesungsgeld - als festen Bestandteil enthalten. So unglaublich es klingen mag, der Vertrag würde teurer, wenn Sie das Krankenhaustagegeld streichen würden.

Das Unfalltagegeld sollte, soweit es überhaupt erforderlich ist - schon aus Kostengründen - nicht vor dem 43. Tag beginnen. Es sollte auch nur einen tatsächlichen Bedarf ersetzen. In der Regel dürfte eine Obergrenze von € 100 pro Tag ausreichen.

Selbst bei diesem Betrag tun sich einige Gesellschaften sicher sehr schwer und die Beiträge steigen in eine nicht mehr bezahlbare Größenordnung.

Zusatzleistungen wie kosmetische Operationen, Übergangsentschädigungen in unterschiedlichen Größenordnungen, Bergungs-kosten und Kurkostenbeihilfe sind nur kleine Ergänzungen am Rande, die nicht unbedingt teuer zu Buche schlagen.

Jeder Versicherer hat sich in seiner Zeichnungs- und Annahmepolitik Grenzen gesetzt. Sind aufgrund des persönlichen Umfeldes außergewöhnlich hohe Versicherungssummen notwendig, muss der erforderliche Versicherungsschutz eventuell auf mehrere Gesellschaften verteilt werden.

Was bedeutet Progression in der Unfallversicherung?

Mit der Vereinbarung einer sinnvollen Progressionsstaffel kann man erreichen, dass bei besonders schweren bleibenden Verletzungen eine ungleich höhere Entschädigung als bei leichten Verletzungen erbracht wird.

Einige Gesellschaften werben schon seit Jahren vollmundig mit überdimensionalen Progressionsstaffeln von bis zu 1.000 Prozent. Klingt doch unheimlich gut? Sie verschweigen aber schamhaft, dass dann - als Folge der niedrigen Grundsumme - für Verletzungen im unteren Bereich, die in der Regel überwiegen, nur ein besseres Trinkgeld gezahlt wird.

Wichtig ist immer eine ausreichende Grundsumme, über die bei jeder fairen Beratung auch offen gesprochen werden sollte. Mit Progressionsstaffeln von 300 Prozent und mehr wird zahlenunkundigen Verbrauchern, die nicht rechnen können, ganz bewusst viel Sand in die Augen gestreut. Es wird ihnen eine trügerische Sicherheit vorgegaukelt, die im Grunde nicht vorhanden ist.

Die Progression setzt bei allen Versicherungsgesellschaften grundsätzlich erst bei einem Invaliditätsgrad von mehr als 25 Prozent ein. Den Verlauf einer Progressionsstaffel von 250 Prozent können Sie der folgenden Tabelle entnehmen.

Von %

auf %

von %

auf %

von %

auf %

25

25

45

65

65

120

26

27

46

67

66

123

27

29

47

69

67

126

28

31

48

71

68

129

29

33

49

73

69

132

30

35

50

75

70

135

31

37

51

78

71

138

32

39

52

81

72

141

33

41

53

84

73

144

34

43

54

87

74

147

35

45

55

90

75

150

36

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56

93

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37

49

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39

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102

79

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40

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80

170

41

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108

85

190

42

59

62

111

90

210

43

61

63

114

95

230

44

63

64

117

100

250

 

An einem Rechenbeispiel erläutert:

Wenn Sie durch einen Unfall die Funktionsfähigkeit eines Beines verlieren, muss der Versicherer normalerweise 80% der Basisversicherungssumme bezahlen.

Durch den Einschluss der Progressionsstaffel muss der Versicherer nach dieser Tabelle nicht 80% sondern 170% Leistung bezogen auf die Basissumme erbringen.

Das bedeutet bei einer Basissumme von €  200.000 eine Entschädigung in Höhe von € 340.000.

Wie wird die Invaliditätsentschädigung errechnet?

Der nach einem Unfall eingetretene Invaliditätsgrad wird in Prozent-werten angegeben, denen eine bisher noch einheitliche Gliedertaxe zugrunde gelegt wird.

Der Grad der Invalidität wird durch einen Arzt festgelegt. Die Gesellschaft hat das Recht, einen Arzt zu benennen.

Manche Gesellschaften haben eine so genannte verbesserte Glieder-taxe, bei der die Invaliditätsgrade für bestimmte Verletzungen höher angesetzt werden.

Ist im Versicherungsvertrag eine Progression vereinbart, so erhöht sich die Entschädigung auf den entsprechend der Progression angegebenen Prozentsatz.

Der Grad der Invalidität wird frühestens nach einem Jahr ermittelt. Sind zu diesem Zeitpunkt noch Verbesserungen oder Verschlechterungen des Gesundheitszustandes zu erwarten, so kann der Zeitraum bis zur Entschädigung auf maximal 3 Jahre verlängert werden. In der Regel werden dann aber vorher Abschlagszahlungen geleistet.

Nach Vollendung des 65. Lebensjahres wird von den meisten Gesellschaften statt einer einmaligen Kapitalzahlung eine lebenslängliche Rente gewährt.

Entscheidend für die Entschädigungsleistung in der privaten Unfallversicherung ist allein der nach der Gliedertaxe zu erwartende unfallbedingte Grad der Invalidität und der hieraus zu errechnende Entschädigungsbetrag. Der Aspekt der Minderung der Erwerbstätigkeit oder gar ihres vollständigen Wegfalls spielt für die Leistungen bzw. Leistungsversprechen in der Unfallversicherung keine Rolle.

Häufiger taucht bei der Frage der Ursächlichkeit eines Unfallgeschehens für die Körperschädigung das Problem auf, wie der Mitverursachungsanteil eines früheren Unfalls zu beurteilen ist. Hierzu gilt in der Regel: Lässt sich der Mitwirkungsgrad eines früheren Unfalls an der Körperschädigung mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit unter 25% feststellen, liegt kein zu berücksichtigender Mitwirkungsanteil mehr vor. Der Versicherer muss also in diesem Fall entsprechend dem festgestellten Grad der Invalidität in voller Höhe leisten.

Was bietet die Infektionsklausel?

Mit der Infektionsklausel besteht endlich die Möglichkeit, sich gegen die Folgen der erstmaligen Infektion mit einer Vielzahl von Infektionskrankheiten abzusichern: Brucellose, Cholera, Diphtherie, Dreitagefieber, epidemische Kinderlähmung, Fleckfieber, Frühsommermeningitis, Zeckenenzephalitis, Gelbfieber, Genickstarre, Keuchhusten, Lepra, Malaria, Masern, Pest, Pocken, Scharlach, Schlaf-/ Tsetsekrankheit, Tularämie (Hasenpest), Typhus, Paratyphus und Windpocken.

Diese Auflistung macht das Angebot besonders für Fernreisende interessant. Der zusätzliche Einschluss kostet nur ein paar Cent mehr, bietet aber eine hohe zusätzliche Sicherheit.

In vielen Pauschalangeboten ist die Infektionsklausel ohnehin schon ohne Mehrpreis eingeschlossen.

Eingeschlossen ist dann auch das Risiko von Impfschäden durch Schutzimpfungen, die gesetzlich vorgeschrieben sind oder von einer Behörde oder einem Arzt empfohlen wurden.

Auch die erstmalige Infektion trotz erfolgter Schutzimpfung gilt als Versicherungsfall.

Geltungsbereich

Private Unfallversicherungen werden heute wohl von allen Gesell-schaften mit weltweiter Gültigkeit angeboten.

Lediglich in einigen Altverträgen ist der Versicherungsschutz noch immer auf Europa begrenzt.

Ein Blick in die Versicherungsbedingungen oder ein Anruf beim Versicherer schafft da Klarheit.

Wie wird die Prämie in der Unfallversicherung berechnet?

Die Versicherungsprämie berechnet sich nach Art und Umfang der beantragten Versicherungsleistungen, sowie in der Regel nach der beruflichen Tätigkeit, die die zu versichernde Person ausübt.

Zur Gefahrengruppe A gehören Versicherte, die eine kaufmännische, lehrende, verwaltende oder überwiegend aufsichtsführende Tätigkeit ausüben.

Zur Gefahrengruppe B gehören Personen, die einer körperlichen Arbeit nachgehen. Aufgrund ihrer höheren Gefährdung werden sie  - zumindest von den meisten Gesellschaften - mit wesentlich höheren Beiträgen zur Kasse gebeten.

Es gibt aber auch verbraucherfreundliche Gesellschaften, die auf eine Unterscheidung nach Berufsgruppen verzichten. Auch bei Verbänden verzichtet man in der Regel auf eine Einstufung nach Berufsgruppen. Das erleichtert die Antragsaufnahme und erspart im Schadenfall unnötige Diskussionen und verschafft den Mitgliedern fast unschlagbare Beitragsvorteile.

Welche Prämienunterschiede gibt es in der Unfallversicherung?

In kaum einer anderen Versicherungssparte liegen die Prämienunterschiede so hoch wie gerade in der im Grunde unverzichtbaren Unfallversicherung. Unverständliche Beitragsunterschiede bis hin zu satten 600 Prozent lassen erahnen, wie der Verbraucher von den großen Gesellschaften mit den bekannten Namen über den Tisch gezogen und im Sinne des Wortes ausgenommen wird.

Viele Verbraucher könnten für das Geld, das sie zurzeit für ihre Unfallversicherung bezahlen und wo sie im Schadenfall nur mit einem besseren Trinkgeld rechnen können, bei einem preiswerten Anbieter durchaus im Schadenfall ausreichende oder zumindest überzeugende Versicherungssummen bekommen.

Jeder Mensch sollte einen ausreichenden Unfallschutz haben, dann könnte viel menschliches Leid vermieden werden. Alle Verbraucher könnten auch einen ausreichenden Versicherungsschutz haben, wenn sie nur mitrechnen und ein bisschen die Preise vergleichen würden.

Was ist eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr?

Eine Unfallversicherung mit Beitragrückgewähr als Schwindel zu bezeichnen, wäre im juristischen Sinn sicherlich nicht haltbar. Dafür sorgen schon einige große Gesellschaften mit durchaus bekannten Namen, die dieses einträgliche Geschäft noch immer mit großem Erfolg betreiben. Aber als Bauernfängerei könnte man die Art, wie sie verkauft wird, durchaus bezeichnen.

Da wird - Verzeihung - unbedarften Verbrauchern erklärt, sie bekämen etwas, was sie nichts kostet. Ausgerechnet von einer Versicherungsgesellschaft! Weil es doch nach vielen Jahren das eingezahlte Geld wieder zurückgibt, vielleicht sogar mit einen paar Euro Zinsen, wird der ganze Unfug von weniger intelligenten Verbrauchern auch noch geglaubt.

Welche Vertragslaufzeiten sind sinnvoll?

Für einen kostenbewussten Verbraucher gibt es keinen Grund, warum er eine Unfallversicherung mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr abschließen sollte. Mit Speck fängt man bekanntlich Mäuse. Die meisten Gesellschaften locken mit so genannten Laufzeitrabatten von 5 oder auch 10 Prozent, um denn doch noch eine Unterschrift unter ihre teuren 5- oder 10-Jahres-Verträge zu bekommen.

Bei Prämienunterschieden bis zu 600 Prozent kann man ja auch leicht einen Prämiennachlass einräumen. Und wenn der Kunde später merkt, was er eigentlich unterschrieben hat und wie er über den Tisch gezogen wurde, ist er an die lange Laufzeit gebunden.

Ein seriöser Anbieter hat es nicht nötig, seine Kunden durch langfristige Verträge zu knebeln. Er überzeugt durch Leistung.

Es gibt auch keinen vernünftigen Grund, einmal abgeschlossene Unfallversicherungen wieder um weitere 5 Jahre zu verlängern. Denn die Verträge verlängern sich ganz automatisch jeweils wieder um ein weiteres Jahr, wenn sie nicht wenigstens 3 Monate vor Ablauf gekündigt werden.

Die teilweise hohen Verlängerungsprovisionen für den Vertreter sollten für einen kostenbewussten Verbraucher kein Grund sein, sich wieder auf Jahre hinaus binden zu lassen.

Wann und wie können Sie eine Unfallversicherung kündigen?

Eine Unfallversicherung kann - wie jede andere Versicherung auch - fristgemäß, d. h. mit einer Frist von 3 Monaten zum jeweiligen Ablauf gekündigt werden. Das Ablaufdatum steht auf jeden Fall in Ihrer Police.

Nach einem ersatzpflichtigen Schaden kann die Unfallversicherung entweder mit sofortiger Wirkung zum Ablauf des Versicherungsjahrs gekündigt werden. Schon ein kleiner Leistungsanspruch, z. B. ein Krankenhaustagegeld für einen einzigen Tag, genügt völlig, um einen teuren Vertrag loszuwerden.

Unfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr sollten sie mit sofortiger Wirkung kündigen und die Zahlungen einstellen. Kein Versicherer wird den Mut haben und diese Prämie gerichtlich geltend machen. Zu diesem Punkt finden Sie an anderer Stelle mehr.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, schicken Sie die Kündigung immer mit einem eingeschriebenen Brief. Kündigungen an Gesellschaften haben mitunter die unangenehme Eigenschaft, entweder auf dem Postwege verloren zu gehen oder aus anderen unverständlichen Gründen in den Papierkörben überarbeiteter Sachbearbeiter zu verschwinden.

Glück

Erich Emsig ist in seinem Element. Strahlend erklärt er einem neuen Kunden die Gliedertaxe in der Unfallversicherung und die Vorteile der Progression:

„Wenn sie einen Daumen verlieren, bekommen Sie € 40.000.

Wenn Sie ein Bein verlieren, bekommen Sie € 340.000.

Und wenn Sie das Glück haben, beide Beine zu verlieren, stellen Sie sich vor, dann bekommen Sie volle € 500.000“.

Das sind doch Argumente, die überzeugen!

Zahlen zur privaten Unfallversicherung 2004

Im Jahr 2004 wurden private Unfallversicherungen von 148 Gesellschaften angeboten, die insgesamt 29,24 Millionen Unfallversicherungsverträge verwalteten.

Die Prämieneinnahmen von dieser Sparte betrugen 5.969.000.000 €.

Leistungen wurden in Höhe von 2.586.000.000 € erbracht.

Das entspricht einer Schadenquote von 54,6 %.

Zum besseren Verständnis:

Von € 1.000, die an Prämie eingenommen wurden, wurden € 546,00 an Leistung ausbezahlt.


Selbstverständlich

Die Kinderunfallversicherung

 

Kein auch nur halbwegs intelligenter Mensch wird über die Notwendigkeit einer Kinderunfallversicherung ernsthaft diskutieren, ist sie doch die einzige Möglichkeit, mit der vorsorgliche Eltern für den Fall vorsorgen können, dass der Schutzengel einmal versagt hat.

Es ist aber immer wieder faszinierend, festzustellen, mit welchem fast genialen Einfallsreichtum und welcher Kreativität Eltern - das Wort „intelligent“ streichen wir wohl besser in diesem Zusammenhang - sich Argumente einfallen lassen, die sie gegen den Abschluss einer ausreichenden Kinderunfallversicherung ins Feld führen.

Es sind nicht einmal die „ganz Armen“, die sich bei vier Kindern und einem Hund die Kinderunfallversicherung vielleicht wirklich nicht mehr leisten können, sondern teilweise sogar recht gut verdienende Eltern, die dem Gedanken einer Kinderunfallversicherung - aus welchen Gründen auch immer - nichts abgewinnen können und deshalb glauben, sich ihrer Verantwortung entziehen zu können.

Die Kinder bekommen alles. Oder eben fast alles. Das neueste Mountain Bike muss her, damit der Junge in der Nachbarschaft angeben kann. Aber irgendwo muss man ja mit dem Sparen anfangen.

Die Tochter wird regelmäßig zum Ballett-Unterricht gefahren und hat bestimmt eine große tänzerische  Zukunft vor sich. So begabt, wie das Kind ist! Und die Reitstunden, die kosten schließlich doch auch schon eine Menge Geld. Dass die Göre aber auch mal vom Pferd fallen, der Sohn einen Fahrradunfall haben, sich die Gräten brechen und vielleicht sogar gelähmt bleiben könnte, wird in den Überlegungen völlig ausgeschlossen.

Alle anderen vielleicht, aber bitte doch nicht unsere Tochter!

„Wir sind positiv denkende Menschen“, heißt es dann. „Und weil wir positiv denken, wird unserer Tochter auch nichts passieren. Dann wären die Prämien für eine Unfallversicherung doch ohnehin hinaus-geworfenes Geld. Oder?“

Die Logik dieser Menschen ist umwerfend. Ihr Denkvermögen weit weniger. Aber nur so kann man offensichtlich zu etwas kommen.

„Das will ich mir gar nicht vorstellen, dass meinem Herbert so etwas passiert“, sagt die etwas einfältige Frau Schmitz von Nebenan. „Wenn ich den gegen so etwas versichere, dann passiert dem das am Ende wirklich. So ist das doch im Leben! Oder?“

Als ob der Abschluss einer Unfallversicherung in irgendeiner Weise das Schicksal einen Kindes beeinflussen könnte. Eine Unfallversicherung ist kein sicherndes Netz, das Kindern vor einem Unfall bewahren und auffangen kann, wenn sie vom Kirschbaum des Nachbarn fallen oder beim Skaten auf die Nase fliegen.

Eine Kinderunfallversicherung kann aber, wenn dieser Fall  wirklich eintritt und ein Kind bleibende Schäden erleidet, also invalide wird, das schwere Schicksal erträglicher gestalten und ein Leben - vielleicht sogar im Rollstuhl - wenigsten etwas lebenswerter machen.

„Wir haben genug gespart“, sagt Herr Unbesonnen drei Straßen weiter, „und wenn unseren Kindern etwas passieren sollte, dann sind wir ja noch immer für sie da“.

Das „Immer da“ ist sicherlich eine gut gemeinte Absichtserklärung, aber von ihrem Inhalt her eben nur charmante Übertreibung. Die sorgenden Eltern können und werden eben nicht immer da sein. Das betroffene Kind aber wird ein ganzes Leben lang mit seiner Invalidität zurechtkommen müssen.

Viele Eltern haben nicht die geringste Vorstellung, welche enormen Kosten - die Pflegeversicherung in allen Ehren - auf sie zukommen und welche Summen notwendig sind, um einem behinderten Kind eine angemessene Existenz aufbauen zu können.

„Da tue ich dem Jungen doch lieber jeden Monat € 10 auf sein Sparbuch. Da hat er wenigstens etwas davon. Für sein späteres Leben. Mit 18 kann er dann seinen Führerschein machen“, meint Peter Protzig.

Das nennt man Lebensplanung und Zukunftssicherung! Man könnte fast darüber lachen, wenn die möglichen Folgen für die Kinder nicht so ernst wären.

Dabei muss eine Kinderunfallversicherung - sogar mit großzügigen Versicherungssummen - nicht einmal viel kosten, wenn sich die besorgten Eltern für einen preiswerten Anbieter entscheiden würden.

Für 10 oder 12 Euro im Monat - ein Gegenwert von gerade mal 2 Zigaretten pro Tag - gibt es bereits durchaus attraktive Verträge, die für den Fall einer Vollinvalidität bereits 500.000 Euro, also eine halbe Million, versprechen. Selbstverständlich mit allen heute üblichen zusätzlichen Einschlüssen wie Infektionsklausel und Lebensmittelvergiftung.

Wenn das Haushaltsgeld knapp ist und in der Familie vielleicht für mehrere Kinder gesorgt werden muss, sind für die Hälfte der Prämie € 250.000 noch immer eine beruhigende Summe. Und auf jeden Fall besser als nichts.

Noch niedrigere Summen in der Unfallversicherung machen in der Regel keinen Sinn. Über die freut sich dann bestenfalls das Sozialamt.

Wenn Sie also bereits eine Kinderunfallversicherung abgeschlossen haben, sollten Sie schon im Interesse Ihrer Kinder Ihre Policen einmal in Ruhe überprüfen und feststellen, ob die vereinbarten Summen immer noch zeitgemäß sind und im Falle einer Invalidität eines Ihrer Kinder auch wirklich ausreichen würden, um

·         Ihrem Kind auch auf Dauer das gewohnte soziale Umfeld sicherzustellen,

·         eine vernünftige Ausbildung zu ermöglichen, die den dann in der Regel veränderten Fähigkeiten angepasst ist und ihm

·         eine – so bitter das klingen mag - eine behindertengerechte Existenz aufzubauen.

Sie werden sehr schnell einsehen, dass für eine solche Vorsorge erhebliche Summen notwendig sind, wenn wir von einer echten Vorsorge und nicht von einem besseren Trinkgeld sprechen wollen. Zögern Sie also nicht, eventuelle Änderungen in Ihren Verträgen schnell auf den Weg zu bringen!

Ein Unfall ist, gerade in unserem technischen Zeitalter, schnell passiert. Jedes Kind wird heute schon in jungen Jahren mit ganz anderen Lebenssituationen und Gefahren konfrontiert, die Sie in Ihrer Jugend vielleicht noch nicht einmal gekannt haben oder die es damals noch nicht gab.

Für einen Unfall reichen oft genug Sekunden eigener oder fremder Unaufmerksamkeit. Ihr Kind hat dann, ganz gleich, wer den Unfall verursacht hat, an den Folgen ein Leben lang zu tragen. Aber auch viel Zeit, unter Umständen auch Zeit, um einmal mit Wehmut darüber nachzudenken, wie seine Zukunft hätte anders verlaufen können, wenn seine Eltern sich etwas mehr mit dieser Problematik beschäftigt und besser vorgesorgt hätten.

Was würden Sie denn antworten, wenn Ihr Kind Sie in ein paar Jahren fragen würde:

„Waren denn die 40 Cent pro Tag, die für eine ausreichende Unfallversicherung ausgereicht hätten, bei uns wirklich nicht mehr drin?

War ich euch das nicht wert?“

Kinder stellen manchmal so richtig unangenehme Fragen. Was würden Sie antworten? Dass die Zigaretten oder das Bier vielleicht wichtiger waren?

Denken Sie einmal darüber nach, was Sie dann antworten würden oder hoffen Sie, dass Ihnen diese Frage nie gestellt wird?

Wer sich natürlich von einem redegewandten Vertreter den Schwachsinn einer Kinderunfallversicherung mit Beitragsrückgewähr hat andrehen lassen, zahlt in der Regel viel Geld für einen völlig unzureichenden Versicherungsschutz. Für viele Gesellschaften ist es das Traumprodukt schlecht hin:

Viel Geld für ein fast nicht vorhandenes Risiko.

Sicherlich ist es angenehm, wenn das Kind zu seinem 18. oder 21. Lebensjahr eine ansehnliche Summe ausbezahlt bekommt, in der Zwischenzeit aber im Falle einer Invalidität nur noch ein besseres Trinkgeld gemessen am Bedarf zu erwarten hat.

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viele - angeblich sogar intelligente Verbraucher - sich dieses sicherlich gut verpackte Produkt namhafter Anbieter aufschwatzen lassen, ohne auch nur einen Augenblick über das Risiko nachzudenken, dem sie ihr Kind oder ihre Kinder aufgrund der unzureichenden Versicherungssummen aussetzen.

Mit den Dollarzeichen in den Augen wie Dagobert Duck in seinen besten Jahren wird mit einem Mal nicht mehr die notwendige Risikoabdeckung gesehen, sondern das, was am Ende wieder herauskommt. Die Leute glauben ernsthaft, dass sie das große Geschäft ihres Lebens gemacht haben, weil sie von einem Versicherer Geld zurückbekommen, also für den Versicherungsschutz fast nichts bezahlt haben.

Der Versicherungsschutz wird zur Nebensache. Das bittere Erwachen folgt, wenn sich tatsächlich ein Unfall ereignet, das Kind invalide wird und erst dann über die zu erwartenden Leistungen - meist ein besseres Trinkgeld - gesprochen wird.

Die Art und Weise, wie dieses Produkt dem kleinen Mann von der Straße immer noch angeboten wird, ist, wenn vielleicht auch noch nicht illegal im Sinne des Strafgesetzbuches, so doch unverantwortlich. Aber die Vertreter haben nun mal ihre Vorgaben. Sie müssen jedes Jahr eine gewisse Anzahl von Kinderunfallversicherungen mit Beitragsrückgewähr verkaufen, wenn sie ihre Zielzahlen erreichen wollen.

Ihre eigene Überzeugung darf dabei keine Rolle spielen.

Wie war das doch? Ach ja!

Die deutsche Assekuranz braucht auch die weniger intelligenten Verbraucher, um in ihrer heutigen Art bestehen zu können.


Unsinnig

Die Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr

 

„Das meiste Geld lässt sich noch immer mit der Dummheit der Mitmenschen machen“. Das behauptet zumindest eine alte Volksweisheit. „Oder auch mit dem Geld anderer“, so könnte man diese Weisheit ergänzen.

Was dabei herauskommt, ist zum Beispiel eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr.

Nehmen Sie es jetzt bitte nicht persönlich, wenn Sie in Unkenntnis der Zusammenhänge eine solche Unfallversicherung abgeschlossen haben sollten. Sie befinden sich nicht bei einer guten Gesellschaft, sondern nur in guter Gesellschaft.

Viele hunderttausend argloser Verbraucher sind im Laufe von vielen Jahrzehnten den gekonnten Sprüchen und der angelernten Argumentation der Versicherungsverkäufer aufgesessen.

Diese verkaufen ihr Produkt - um nicht zu sagen diesen Schrott - auf Teufel komm raus, oft genug sogar gegen ihre eigene Überzeugung, weil sie ihn verkaufen müssen, wenn sie ihre Zielzahlen für die Jahresbonifikation erreichen wollen.

Sicher klingt es gut, wenn ein eifriger Versicherungsvermittler Ihnen in die Hand verspricht, dass Sie am Ende des Vertrages, nach Ablauf einer ewig langen Versicherungsdauer alle gezahlten Beiträge und vielleicht sogar noch ein paar Euro Zinsen wiederbekommen. Und er hat mit seiner Aussage sogar fast Recht. Aber eben nur fast.

Denn einige wichtige Fakten hat Ihnen der nimmermüde Vertreter verschwiegen.

Die Beiträge zu einer Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr sind um ein Vielfaches höher als die Prämien zu einer ganz normalen Unfallversicherung.

Sie müssen es auch einmal ganz nüchtern rechnerisch sehen, denn auch die Gesellschaften, die ihre Unfallversicherung mit Prämien-rückgewähr so vollmundig anbieten, können und haben nichts zu verschenken. Auch die Bedarfsprämie ist für sie nichts anderes als für die anderen Gesellschaften, und auch die Schadenhäufigkeit dürfte bei ihnen nicht anders ausfallen.

Des Rätsels Lösung ist einfach:

Die Gesellschaften zahlen den benötigten Risikoanteil, denn Schäden werden immer anfallen, aus den Zinsen, die sie aus den Mehrbeiträgen erwirtschaften.

Hinzu kommt noch, dass die Versicherungssummen, die durch eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr abgedeckt werden, extrem niedrig ausfallen, um die Beiträge überhaupt noch tragbar zu halten. Bei ausreichenden Versicherungssummen würden sich Beiträge ergeben, die jedes vernünftige Maß übersteigen würden und die kein Mensch mehr bezahlen könnte.

Das böse Erwachen kommt dann, wenn es tatsächlich zu einer unfallbedingten Invalidität kommt und statt der benötigten Summen nur noch ein besseres Trinkgeld gezahlt wird.

Auch im Bereich der Kinderunfallversicherung werden neuerdings wieder verstärkt Verträge mit Beitragsrückgewähr angeboten. Es klingt zwar unheimlich gut, wenn Kinder zum 18. oder 21. Geburtstag eine stattliche Summe ausgezahlt bekommen. Aber ihrer Aufgabe als Unfallschutz für Kinder wird diese Form der Gestaltung aufgrund der geringen Versicherungssummen keinesfalls gerecht.

Stellt sich für Sie die Frage, was Sie tun können, um den Unfug wieder vor der Zeit loszuwerden.

·         Kündigen Sie den Vertrag ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist zur nächsten Beitragsfälligkeit!

·         Widerrufen Sie vorsichtshalber die in der Regel erteilte Lastschrifteinzugsermächtigung.

Die betroffenen Gesellschaften finden das zwar nicht besonders komisch und sie verweisen erst einmal auf die Versicherungsbedingungen, die nur eine Kündigung des Vertrages zur jeweiligen Hauptfälligkeit vorsehen.

Die nächsten Briefe, die dann kommen, können Sie getrost ungelesen in den nächsten Papierkorb werfen. Irgendwann folgen dann ganz fürchterliche Drohungen eines gestressten Sachbearbeiters von Mahnbescheid und Gerichtsvollzieher. Die Gesellschaft würde die Beiträge einklagen, oder so ähnlich lauten dann die Einschüchterungsversuche.

Sollen sie es doch tun, wenn es ihnen Freude bereitet.

Tun sie aber nicht.

Alles nur dummes Geschwätz! Alles leeres Imponiergehabe inkompetenter Sachbearbeiter, die Sie mit Ihrer regelwidrigen Kündigung aus dem Büroschlaf aufgeschreckt haben und die nun nicht weiter wissen.

Kein Versicherer wird die Prämie für eine Unfallversicherung mit Beitragsrückgewähr einklagen, weil er sie wenig später, spätestens zur nächsten Hauptfälligkeit, wenn die fristgemäße Kündigung ohnehin greifen würde, wieder zurückgeben müsste.

Das Hohngelächter einer ganzen Branche würde diesen Schritt begleiten.

Auch die Juristen der Gesellschaften kennen den alten lateinischen Rechtsgrundsatz: „Dolus agit, qui petit, quod statim rediturus est“. Auf gut Deutsch: „Unrecht handelt, wer etwas fordert, was er ohnehin bald wieder zurückgeben wird.“ Und Sie können sicher sein, die müssen das auch und die wissen das auch.

So werden die übereifrigen Schreibtischtäter sehr bald wieder zurückgepfiffen. Man konnte es ja mal versuchen, und der Versuch ist ja bekanntlich nicht strafbar.

Der Vertrag wird dann, wie es sich gehört, so abgerechnet, als ob er bis zur nächsten Hauptfälligkeit bestanden hätte und der verbleibende Rückkaufswert wird ausbezahlt. Warum man das nicht gleich so gemacht hat, weiß kein Mensch.

Leider fallen immer wieder schlecht informierte Verbraucher, die in diesem Punkt von ihren Vertretern auch keine Hilfe erwarten dürfen, auf die aggressiven Brieftexte herein und glauben, um des lieben Friedens willen doch noch ein paar weitere Raten zahlen zu müssen.


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Die Hausratversicherung

 

Sinn und Zweck der Hausratversicherung

Ein Hausratschaden ist schnell passiert. Das ist eine bittere Wahrheit, der sich niemand entziehen kann. Darüber kann man auch nicht ernsthaft diskutieren. Im Laufe eines Jahres gehen oft mühsam geschaffene Werte in Milliardenhöhe durch Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser und Sturm zugrunde, und nur die wenigsten Verbraucher wären in der Lage, solche Schäden aus der Westentasche zu bezahlen.

Zugegeben, es muss ja nicht immer gleich ein Totalschaden sein, aber auch kleinere Schäden können schmerzlich genug sein, wenn sie aus einem geringen Einkommen ersetzt werden müssen.

Wer Verantwortung nicht nur für sich, sondern auch für eine Familie trägt, kann und wird letztendlich auf eine Hausratversicherung nicht verzichten.

Wer braucht eine Hausratversicherung?

Jeden Tag können Sie es in der Zeitung nachlesen: Eine Wohnung brannte aus. Einbrecher waren wieder einmal erfolgreich. Ein Fernseher implodierte, und die Feuerwehr musste mit 3 Löschzügen ausrücken.

Klar, jeder Hausrat ist einer Menge Gefahren ausgesetzt, die von der teilweisen Beschädigung angefangen bis hin zum völligen Verlust der ganzen Habe führen können. Nicht immer wird das Einkommen ausreichen, den Verlust umgehend aus der eigenen Tasche auszugleichen.

Damit wäre die Frage eigentlich ganz einfach zu beantworten: Jeder, der das nicht kann, braucht eine Hausratversicherung. Und die Frage, ob er das kann, die muss jeder für sich selbst beantworten.

Sie selbst müssen wissen, wie viel Ihr Hausrat wert ist und wie viel Geld in Ihren vielleicht sorgsam gepflegten Hobbys oder Sammlungen steckt. So viel steht fest, die Summen werden meistens unterschätzt, und es erfordert unter Umständen eine Menge A